Willkommen auf www.bundesliga-livestream.de
MSV Duisburg gegen FC St. Pauli im Livestream am 22.10.2018
Montag, 22. Oktober 2018

Innenverteidiger Sebastian Neumann wird dem MSV wochenlang fehlen. Der 27-Jährige leidet an Hüftproblemen, die zunächst konservativ behandelt werden sollen. Wann der Neuzugang wieder mit der Mannschaft trainieren kann, ist ungewiss.

Dafür steht Trainer Torsten Lieberknecht wieder Enis Hajri zur Verfügung. Der 35-Jährige spielte unter Ex-Trainer Ilia Gruev keine Rolle mehr und laborierte zuletzt an einer Verletzung am Sprunggelenk. Nun konkurriert er mit Thomas Blomeyer (22) um den Platz als erster Ersatz für die Abwehrzentrale. "Es kommt mir sicher zugute, dass ich mehrere Positionen spielen kann", sagt Hajri, der vielseitig einsetzbar ist und in der vergangenen Saison als Rechtsverteidiger Anteil am Aufschwung hatte. Das Duo Gerrit Nauber und Dustin Bomheuer gilt in der Innenverteidigung als gesetzt. "Wir haben gewonnen, da würde ich als Trainer auch nicht viel ändern", flachst Hajri, der aber betont: "Jeder muss sich seinen Platz erkämpfen."

Die ersten Schritte zurück nach seinem Rippenbruch sind geglückt. Sami Allagui traf sowohl bei seinem ersten Jokereinsatz gegen den SV Sandhausen als auch im 5:0-Test gegen Oberligist Altona 93 während der Länderspielpause - und beschert Markus Kauczinski damit ein echtes Luxusproblem.

Mitte September hatte Henk Veerman im Sturmzentrum eigentlich den Durchbruch geschafft, weil der Coach während der englischen Woche aber auf Rotation setzte, bekam Dimitrios Diamantakos seine Startelf-Chance - und traf in zwei Heimspielen. Nun macht auch noch Routinier Allagui Druck. Und dies nicht nur auf dem Platz. Nach dem Zwischenspurt mit zehn Punkten aus vier Partien formulierte der 32-Jährige erstaunlich forsch seine ganz persönliche Vorgabe: "Ich will mit St. Pauli in die Bundesliga aufsteigen." Ein Ziel mit Hintergrund: Allaguis bis 2019 befristeter Vertrag würde sich bei einem möglichen Aufstieg automatisch um ein weiteres Jahr verlängern, und der Deutsch-Tunesier glaubt: "Die Qualität haben wir." Zumindest im Angriff ist derzeit so viel Qualität, dass Kauczinski die Auswahl zwischen drei treffsicheren Torjägern hat.

Mönchengladbach gegen FSV Mainz im Livestream am 21.10.2018
Sonntag, 21. Oktober 2018

Die beste Saison seiner Karriere, sie liegt schon ein bisschen zurück. In der Spielzeit 2014/15 gelangen Patrick Herrmann elf Tore und fünf Vorlagen, sein Top-Jahr wurde am Ende der Runde auch noch mit zwei Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft belohnt, ehe der Offensivmann von schweren Verletzungen an Knie und Sprunggelenk jäh ausgebremst wurde. Wenn Herrmann heute also davon spricht, dass es für ihn "die wahrscheinlich beste Phase seit Sommer 2015" ist, sagt das eigentlich alles aus über seine aktuelle Verfassung. Und Herrmann liegt richtig.

Der 27-Jährige zählt, ob als Startelfspieler oder als Joker, zu Borussias Leistungsträgern, er ist mit zwei Treffern sowie zwei Assists bei sechs Bundesliga-Einsätzen zudem einer der Top-Scorer der Mannschaft. "Es macht richtig Spaß im Moment", unterstreicht Herrmann, "ich bin topfit, ich spiele, ich treffe, und ich lege Tore auf - und unser klasse Start in der Liga rundet die ganze Sache ab."

Es geht Borussias Eigengewächs (seit 2008 im Verein) sichtlich gut in diesen Tagen. In der Vorbereitung sah das zwischenzeitlich noch anders aus, als ihm Trainer Dieter Hecking eröffnet hatte, dass es aufgrund des großen Konkurrenzkampfes schwer würde mit zufriedenstellenden Spielanteilen. Doch Herrmann ließ sich nicht hängen. Er kämpfte sich in die Mannschaft und erntet nun den Lohn dafür, dass er sich in Gladbach durchgebissen hat, statt voreilig die Flucht zu ergreifen. "Es ist ja kein Geheimnis, dass mein Herz an Borussia hängt", sagt Herrmann. "Ich bin glücklich, wie sich alles entwickelt hat."

Ende der Saison läuft sein Vertrag aus. Grund, deswegen unruhig zu werden, besteht für Herrmann allerdings nicht. Dank seines Formhochs hat er sich in eine komfortable Situation manövriert. Schienen die Zeichen vor kurzem noch auf Trennung zu stehen, müssen die Verantwortlichen die Personalie Herrmann nun neu bewerten und dürften entsprechend auch den Gedanken einer möglichen Vertragsverlängerung durchspielen. Dass Borussias Konkurrenz Herrmanns Situation aufmerksam verfolgt und die Zahl der Interessenten angesichts der Leistungen des Angreifers nicht kleiner wird, versteht sich von selbst. Das Thema Zukunftsplanung schiebt Herrmann allerdings noch auf. "Ich muss nichts überstürzen. Ich bin da ganz entspannt und mache mir überhaupt keinen Stress", sagt Herrmann.

Vermutlich werden sich Klub und Spieler Zeit bis zur Winterpause nehmen, dann Entwicklung und Situation erörtern. Herrmann betont: "Erst mal geht es jetzt darum, dass wir weiter in der Erfolgsspur bleiben. Über meine persönliche Zukunft mache ich mir zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken."

Vor einem Jahr hatte es nicht in allen Fällen gepasst, was die Nullfünfer auf dem Transfermarkt veranstalteten. Spieler wie Kenan Kodro oder Viktor Fischer sind deshalb längst wieder Geschichte. Abdou Diallo war der einzige sofortige Volltreffer. Diesmal beweisen Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Sandro Schwarz ein glücklicheres Händchen. Andererseits hat das mit Glück nur bedingt zu tun. Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich, dass es nun besser läuft.

Schwarz war 2017 erst Ende Mai Nachfolger von Martin Schmidt geworden. Zu diesem Zeitpunkt hatten einige Spieler ihre Entscheidung bereits getroffen, für wen sie nach der Sommerpause das Trikot überstreifen. Zudem hatte Mainz auch noch bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern müssen, was die Spielersuche ebenfalls erschwerte. "Wir haben im Thema Kaderplanung und Profilprozesse eine positive Entwicklung genommen", sagt Schröder. Will heißen: Trainer und Sportvorstand haben in langen Gesprächen im Laufe der ersten gemeinsamen Saison herausgefunden, welche Spieler- und Charaktertypen der Mannschaft guttun und die Pläne zu einem Großteil umsetzen können. Wenn es mal nicht gelingt, fliegen intern schon mal die Fetzen. "Wir können uns wunderbar streiten", sagte Schröder. "Das gehört doch dazu. Wichtig ist, dass keiner nachtragend ist, und das ist nicht der Fall", erläutert Schwarz. Im Hinblick auf die jüngste Transferperiode "hatten wir eine andere Vorlaufzeit, das hat man gemerkt".

Die Personalie Moussa Niakhaté hatte Schröder seit Jahren im Blick, aufgrund der Rolle des Innenverteidigers in den U-Teams von Frankreich. Als sich abzeichnete, dass es um Abdou Diallo ein Wettbieten geben könnte, intensivierte Mainz den Kontakt. Auch Philipp Mwene stand länger auf dem Zettel, auch weil er beim Nachbarn 1. FC Kaiserslautern einen guten Eindruck hinterließ. Der Spanier Aaron war ebenfalls lange im Visier, galt aber als unerschwinglich, bis er sich Ende 2017/18 entschied, Espanyol Barcelona zu verlassen, und erklärte, nur nach Mainz wechseln zu wollen. Niakhaté und Jean-Philippe Mateta standen bisher in jedem Bundesligaspiel auf dem Platz, Aaron und Kunde in sechs von sieben. Mwene und Jean-Paul Boetius kommen auf je vier Einsätze, Rückkehrer Gaetan Bussmann und Issah Abass auf je einen. Ohne Bewährungsprobe ist nur Jannik Huth, der zweite Rückkehrer.

Hertha BSC gegen SC Freiburg im Livestream am 21.10.2018

Marko Grujic stand erstmals wieder auf dem Platz, Jordan Torunarigha ebenfalls. Beide arbeiteten am Mittwoch individuell. Sie benötigen nach ihren Verletzungen am Sprunggelenk (Grujic) und an der Achillessehne (Torunarigha) zwar noch etwas Zeit. Aber im November werden beide wieder angreifen - so wie jetzt bereits Vladimir Darida und Peter Pekarik, die noch ohne Saison-Einsatz sind, und wie seit September Davie Selke und Mathew Leckie. Herthas Lazarett war in den ersten Saisonwochen fast so prall gefüllt wie das Punktekonto. Jetzt verschärft die Rückkehr renommierter Profis den Konkurrenzkampf. Coach Pal Dardai hat ein Luxusproblem. "Es gibt in einem Kader immer mehr unzufriedene als zufriedene Spieler", sagt der Ungar. "Das ist nicht einfach, das wissen alle Trainer. Aber ich kenne das, das ist nicht neu für mich."

Rechts hinten ist Routinier Peter Pekarik, der wegen einer Knieblessur drei Monate fehlte, wieder bereit. Für die Slowakei spielte er gegen Tschechien (1:2) eine Halbzeit, in Schweden (1:1) am Dienstag saß er auf der Bank. Sollte Dardai den derzeit als Rechtsverteidiger reüssierenden Valentino Lazaro weiter vorn benötigen, hat er in Pekarik einen verlässlichen Back-up. Und Neuzugang Lukas Klünter wartet ebenso auf seine Chance. Links hinten macht Maximilian Mittelstädt Druck auf Marvin Plattenhardt, der sich steigern muss. Geballte Qualität findet sich im Zentrum. Obgleich die Personalsituation in der Innenverteidigung momentan angespannt ist: Schon bald dürften sich Niklas Stark (Mittelfußprellung), Karim Rekik (Erkältung und Oberschenkelblessur) und U-21-Nationalspieler Torunarigha ein Hauen und Stechen liefern. Das 3-4-3, in dem das Trio komplett Platz fände, hat Dardai zu Saisonbeginn erprobt, derzeit aber hinten angestellt. Und Eindhoven-Leihgabe Derrick Luckassen will ebenfalls endlich ran.

Vladimir Darida, der wegen eines Knochenmarködems im Knie drei Monate ausfiel, dürfte gegen Ex-Klub Freiburg erstmals in dieser Saison im Kader stehen. Der Tscheche fuhr nicht zum Nationalteam, sondern arbeitete in Berlin an seiner Fitness. "Seine Trainingsleistung stimmt", sagt Dardai. "Jetzt muss ich sehen, wann der richtige Moment ist, um ihn reinzuschmeißen." Liverpool-Leihgabe Marko Grujic, der Herthas Spiel auf Anhieb Struktur und Stabilität gab, macht nach seinem gegen Gladbach (4:2) erlittenen Bänder- und Kapselriss Fortschritte. "Es sieht so aus, als würde meine Verletzung schneller verheilen als erwartet", sagt der Serbe. "Ich will nächste Woche mit dem Team trainieren." Darida, demnächst Grujic, der momentan gesetzte Arne Maier, dazu die Sechser Per Skjelbred und Fabian Lustenberger sowie Allrounder Luckassen - viel Auswahl für zwei Startelf-Tickets. Auf der Zehn, wo Darida in den Vorjahren oft auflief, gilt Ondrej Duda nach seinem Topstart als unverzichtbar.

Davie Selke, der sich nach seinem Mitte Juli erlittenen Lungenriss erstaunlich schnell zurückmeldete, muss sich weiter gedulden. "Er fragt mich jeden Tag, wann er von Anfang an spielt", sagt Dardai. "Sein Moment wird kommen." Derzeit hat Vedad Ibisevic die Nase vorn. Der Kapitän profitiert von Herthas offensiverer Spielanlage (vier Tore, ein Assist). Auf Dauer reicht Selke die Joker-Rolle nicht, Dardai muss den Kampf der beiden Alphatiere clever moderieren. Rechtsaußen Mathew Leckie sammelte für Australien (4:0 in Kuwait) 73 Minuten Praxis. Nach sechswöchiger Zwangspause (Innenband im Knie) kam er gegen Bayern (2:0) und in Mainz (0:0) bereits als Joker zum Zug. Der dynamische Leckie hat andere Qualitäten als Stamm-Rechtsaußen Salomon Kalou. Er will sie jetzt auch länger zeigen.

Es liegt in der Natur des Fußballs, welche Spieler bei den Zuschauern Eindruck hinterlassen. Zuvorderst die Torschützen, sie sorgen eben für die Essenz. Auf der Galerie ist daneben meist noch Platz für virtuose Techniker oder spektakuläre Keeper. Man kann auch mit statistischen Topwerten auffallen. Aber es gibt auch jene Profis, die eher im Schatten des Scheinwerferlichts wirken. Wie Nicolas Höfler beim SC Freiburg.

Der Sechser verpasste bisher keine Ligaminute und gewann 52 Prozent seiner Zweikämpfe. Ein eher unterdurchschnittlicher Wert, verglichen mit Positionskollegen. Ondrej Petrak (Nürnberg) kommt auf 71,7 Prozent. Höfler fing bislang sechs gegnerische Pässe ab - Bremens Philipp Bargfrede und Wolfsburgs Ignacio Camacho dreimal so viele. Dafür bewegen sich Höflers Passquote (85 Prozent) und seine Laufleistung (79,82 Kilometer) im oberen Bereich. Alles in allem: durchwachsene Zahlen. So verlief bisher auch die Formkurve des in der SC-Jugend ausgebildeten Mittelfeldmanns. Nur beim 3:1 in Wolfsburg bot Höfler, den in Freiburg alle nur "Chicco" nennen, wie das Team eine auffällig starke Leistung. Sonst war er oft eine Fehlerquelle, besonders in Hoffenheim (1:3), gegen Stuttgart (3:3) und in Augsburg (1:4).

Warum besitzt er trotz dieser Bilanz ein Startelf-Abonnement bei Trainer Christian Streich? "Chicco ist nicht optimal gestartet", räumt Sportdirektor Klemens Hartenbach zwar ein, betont aber direkt: "Er hat bei uns trotzdem eine wichtige Rolle, weil er sich nicht versteckt und auch in für ihn brenzligen Situationen immer anspielbar ist." Das erinnere ihn an Levan Kobiashvili, der von 1998 bis 2003 beim SC spielte. Hartenbach: "Da wussten die Mitspieler auch, bei ihm ist der Ball sicher." Meistens jedenfalls. Ballverluste sind jedoch auch Teil des Spiels und wirken sich bei Höfler positionsbedingt oft gefährlich aus. Dafür leite er etwa mit einfachen Pässen gute Aktionen ein, mache seine Mitspieler allgemein besser, findet Hartenbach. Der sonst zurückhaltende Höfler ist auf dem Platz wichtig für die Statik - und deshalb gesetzt. Sich darauf auszuruhen, kommt für ihn nicht infrage. "Ich bin noch nicht bei meiner maximalen Leistung", sagt Höfler, der sich viele Gedanken um das SC-Spiel macht, selbstkritisch: "Mein Start ähnelt dem der Mannschaft, es gab gute und schlechte Momente. Wir haben noch keine Konstanz gezeigt." Sollte Höfler sie bald finden, ist die Chance groß, dass sich das rasch auf die gesamte Elf überträgt. Dann können auch die Zuschauerlieblinge wieder besser glänzen.

SC Paderborn gegen FC Union Berlin im Livestream am 21.10.2018

Die Paderborner haben in der Länderspielpause keine Partie absolviert. Ein Werbespiel beim Kreisligisten VfL Schlangen musste nach nur sieben Minuten abgebrochen werden. Das Flutlicht war ausgefallen. So genoss die Mannschaft ein verlängertes Wochenende mit drei freien Tagen. Am Dienstag begann die Vorbereitung auf die Begegnung gegen Union am Sonntag.

Jamilu Collins fehlte, der Linksverteidiger war als einziger Paderborner international unterwegs. Der 24-Jährige wurde erneut in die nigerianische Nationalmannschaft berufen und kehrt nach seinem Pflichtspieldebüt beim 4:0 über Libyen mit breiter Brust zurück. Für Sven Michel kommt das Spiel gegen Union wohl zu früh. Der Angreifer, der zuletzt mit Achillessehnenproblemen pausieren musste, ist wieder ins Lauftraining eingestiegen. Torwart Leopold Zingerle, der sich in Ingolstadt (2:1) eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte, ist wie- der voll belastbar.

Es ist einerseits das alte Lied, andererseits sind es auch neue Erfahrungen, die Simon Hedlund derzeit macht. Der Angreifer des
1. FC Union wird im Frühjahr erstmals Vater, auch deshalb will er nach zwei Jahren in Deutschland nun endlich seinen Führerschein machen; außerdem entdeckte der manchmal zerstreute Schwede vor einiger Zeit, dass eine S-Bahn-Station nur wenige Gehminuten von seinem Arbeitsplatz entfernt liegt, er sich also die täglichen, teuren Fahrten mit dem Taxi sparen kann.

So weit die erfreulichen Nachrichten. Zu den weniger guten: Hedlund, seit seinem Wechsel zu Union im Sommer 2016 meist gesetzt, pendelt in dieser Saison zwischen Bank und Startelf. Zuletzt wurde er in vier von fünf Partien (spät) eingewechselt. "Das", sagt der schnelle Außenbahnspieler, "ist eine recht neue Situation für mich. Es ist ziemlich hart, aber ich muss es akzeptieren."

Während sein Klubkamerad Sebastian Andersson dieser Tage bei der schwedischen Nationalmannschaft weilte, wartet der frühere Junioren-Nationalspieler weiterhin auf eine Berufung. Momentan sei er dafür "nicht gut genug", sagt er. Ein - altbekannter - Teil des Problems ist, dass es ihm zu oft an Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft fehlt. In seiner ersten Saison in Köpenick gelangen Hedlund drei Tore und drei Assists, danach waren es fünf Treffer und zwei Vorlagen, aktuell ist er in der Liga noch ohne Erfolg. 68 Einsätze, 13 Scorerpunkte - für einen Offensivspieler wahrlich keine berauschende Quote. "Der Trainer möchte, dass ich mehr Scorerpunkte habe. Ich auch", sagt er.

Durch die Vaterschaft glaubt er, reifer zu werden, auch als Fußballer. "Ich hoffe, ich werde besser", sagt Hedlund, der sich beim Tabellenzweiten einem nie gekannten Konkurrenzkampf stellen muss, insbesondere da nun auch die lange verletzten Sebastian Polter, Joshua Mees und Suleiman Abdullahi zur Verfügung stehen. "Wir haben eine richtig gute Mannschaft, die beste, seitdem ich hier bin", sagt Hedlund, der weiß: "Das Team ist erfolgreich. Da ist es schwer, wieder in die Startelf zu kommen."

Jahn Regensburg gegen SV Darmstadt im Livestream am 21.10.2018

Die Besetzung des zentralen Mittelfelds beim Jahn ist eine äußerst spannende Angelegenheit. Trainer Achim Beierlorzer hatte beim Blick auf den Kader vor der Saison geurteilt, dass die Konkurrenzsituation in der Breite härter geworden sei. Für die zwei Posten direkt vor der Abwehr gilt das auf jeden Fall.

Nur ein Platz scheint fest an Andreas Geipl vergeben zu sein. Um den anderen kämpfen drei, demnächst vielleicht sogar vier Spieler. Marc Lais, der in der vergangenen Saison noch an Geipls Seite gesetzt war, ist in dieser Saison noch nicht richtig in Fahrt gekommen und war in einigen Partien nur Ersatz. Die Neuzugänge Maximilian Thalhammer und Adrian Fein nutzten ihre Bewährungschancen. Thalhammer hat durch souveräne Auftritte überrascht, Fein zeigte sein riesiges Talent. Bislang völlig außen vor ist noch André Dej. Der Neuzugang galt als Stammplatzkandidat, enttäuschte aber bisher. Nun hat er sich ans Team rangekämpft.

Beim SV Darmstadt 98 haben mehrere Spieler die Länderspielpause genutzt, um ihre Wunden zu lecken. Felix Platte nutzte die vergangene Woche für einen kleinen Eingriff im Fuß, der seine Genesung noch etwas verzögert. Mit dem Stürmer ist wohl erst in drei Wochen wieder zu rechnen. Selim Gündüz strahlte am Mittwochvormittag über beide Backen, weil er nach einer Knieverletzung zumindest wieder Koordinations- und Schnelligkeitsübungen mit dem Team absolvieren konnte. Die Einheit früher beenden musste aus noch ungeklärtem Grund hingegen Wilson Kamavuaka, während Slobodan Medojevic wieder durchziehen konnte.

Medojevic fehlte den Lilien beim 1:2 gegen den Hamburger SV aufgrund muskulärer Probleme, schafft mit seiner Rückkehr nun wieder neue Optionen. Bislang spielte der Serbe auf der Doppelsechs meist zusammen mit Tobias Kempe. Gegen den HSV rückte Kempe zentral in die Dreierreihe, Kamavuaka und Yannick Stark hießen die Sechser. Wahrscheinlich spielt gegen Regensburg wieder Medojevic neben Kempe - und weiter vorne geht das Duell zwischen Johannes Wurtz und Marvin Mehlem in die nächste Runde.

Hamburger SV gegen VfL Bochum im Livestream am 21.10.2018

Die Personalie polarisiert nicht nur in der Fanszene, sondern ist auch ein Thema zwischen den sportlichen Verantwortlichen: Fiete Arp oder Pierre-Michel Lasogga - wer ist die Idealbesetzung für den HSV-Sturm? Die Antwort für den Sonntag könnte verblüffend sein und schon im Vorfeld für Diskussionsstoff sorgen: Khaled Narey.

Youngster Arp, zuletzt trotz Torlosigkeit aufgrund seines guten Anlaufverhaltens zweimal Torjäger Lasogga vorgezogen, hat sich bei der deutschen U 19 auf Zypern einen Außenbandteil-
anriss im Sprunggelenk zugezogen. Offiziell ist ein Ausfall des 18-Jährigen gegen Bochum noch nicht verkündet, besonders hoch indes ist die Chance auf einen Einsatz nicht. Gemessen an fünf Ligatoren und zwei Pokaltreffern sowie der zuletzt gezeigten Stürmer-Hierarchie wäre spätestens jetzt Lasogga wieder am Zug. Bei den Spielformen am Dienstag aber besetzte Flügelspieler Narey im vermeintlichen A-Team den Platz in der Sturmmitte, Hamburgs bester Torschütze trat lediglich im B-Team an. Ein Bluff von Christian Titz oder ein ernsthaftes Planspiel?

Schon beim 3:2-Test gegen Aarhus hatte der Coach Narey und Lasogga jeweils eine Halbzeit als zentrale Spitze aufgeboten - und im Gegensatz zum gelernten Mittelstürmer hatte der Umschüler getroffen, dazu auch insgesamt den besseren Eindruck hinterlassen.

Nareys Plus ist seine Geschwindigkeit und Dynamik. Gegen seine Versetzung sprechen die Fragezeichen auf den Flügeln: Tatsuya Ito ist seit dem Bundesligaabstieg im Dauertief, findet in den engen Räumen im Unterhaus noch keine Lücken. Und Vielflieger Hee-Chan Hwang wirkte zuletzt überspielt, ist auch jetzt erst wieder am Mittwoch von seinem Länderspieleinsatz aus Südkorea zurückgekehrt. Ganz offen kommuniziert Titz: "Chan weiß selbst, dass er gebremst werden muss, dass er sehr viele Spiele in den Knochen hat. Zuletzt hat man mit zunehmender Spieldauer gemerkt, dass er etwas ermüdet."

Dass Titz trotz Arps drohendem Ausfall und der Flügel-Problematik den Plan mit Narey verfolgt, ist ein weiteres Indiz dafür, dass Lasoggas Stil nicht zu seiner Grundidee passt, dass er den modernen, mitspielenden zentralen Angreifer haben will. Der auf dem Feld bullige, aber außerhalb doch sensible Angreifer hat dies natürlich längst registriert und wirkt lange nicht mehr so gelöst wie in den ersten für ihn so erfolgreichen Saisonwochen. Ein Störfeuer ist diese Personalie schon jetzt. Bleibt ohne Lasogga der Erfolg aus, droht sie für Titz und den HSV zum Flächenbrand zu werden.

Gut vorbereitet geht Bochum ins Bundesliga-Nostalgiespiel am Sonntag beim HSV - und mit einer Vielzahl personeller Optionen. Im Spiel eins nach seiner Vertragsverlängerung kann Dutt für die linke Abwehrseite zwischen dem wieder genesenen Danilo und Routinier Timo Perthel wählen.

Noch schwieriger wird die Wahl für das offensive Mittelfeld, dort muss sich Dutt im wohl favorisierten 4-2-3-1-System für drei aus fünf entscheiden. Der Torgefahr entwickelnde Tom Weilandt und Chung-Yong Lee haben wohl die besten Chancen für die Startelf. Der Koreaner mit der Premier-League-Erfahrung hat sich mit seinem stets sicheren und lösungsorientierten Spiel schnell zum neuen Bochumer Publikumsliebling entwickelt. Auch Dutt hat von dem 30-Jährigen eine hohe Meinung: "Lee hat sich schnell zurechtgefunden und ist für uns mit seiner Ruhe am Ball und seiner Passqualität eine wichtige Anspielstation auch zwischen den Räumen." Sebastian Maier als Spielgestalter könnte der Dritte im Bunde sein. Damit dürften für den von seiner Länderspielreise aus Kuwait zurückkehrenden Australier Robbie Kruse und Sidney Sam zunächst nur Plätze auf der Bank bleiben.

FC Schalke 04 gegen Werder Bremen im Livestream am 20.10.2018
Samstag, 20. Oktober 2018

Schalke 04 steckte noch mitten in der Krise, angesprochen auf eine Korrektur des Saisonziels sagte Christian Heidel seinerzeit jedoch fast schon trotzig: "Wir werden nach fünf Spieltagen doch jetzt nicht alles über den Haufen werfen." Der Sportvorstand schob hinterher: "Abgesehen davon haben wir nie öffentlich ein Ziel formuliert." Braucht der Vizemeister natürlich auch nicht. Ist doch klar, dass ein Klub wie Schalke 04 nichts anderes als den Anspruch verfolgen kann, die Qualifikation für das internationale Geschäft zu erreichen. Europa League? Okay. Champions League? Noch viel besser.

Die Frage nach einer Korrektur des zwar unausgesprochenen, aber selbstverständlichen Saisonziels kam damals deshalb auf, weil sich die Mannschaft einerseits spätestens nach dem 0:1-Tiefschlag in Freiburg vor allem mental in einem bedenklichen Zustand befand und andererseits, weil den Schalkern durchaus bewusst ist, dass sie noch niemals in ihrer bisherigen Geschichte nach mindestens drei Niederlagen zu Saisonbeginn noch den Europacup erreicht haben. Letztmals standen sie am Ende der Saison 2016/2017 mit leeren Händen da (Platz 10), wenngleich die zu Beginn fünfmal unterlegene Mannschaft im Verlauf der Spielzeit immer mal wieder kurz vor dem Sprung auf einen der internationalen Plätze stand.

Davon sind die Königsblauen aktuell noch weiter entfernt, deshalb wollen sich die Verantwortlichen in dieser Phase ungern zu einer Kampfansage hinreißen lassen. "Mir widerstrebt es, zu einem Zeitpunkt darüber zu philosophieren, an dem wir immer noch nur auf dem 15. Platz stehen", sagt Heidel und ergänzt: "Das würde ich lächerlich finden."

Mit Blick auf das nicht länger so fragil wirkende S04-Kollektiv lässt der Sportvorstand allerdings Optimismus durchblitzen: "Ich glaube nicht, dass unsere Mannschaft schlechter ist als in der vergangenen Saison." Sie müsse sich speziell "mit Blick auf unsere Neuzugänge zwar nach wie vor spielerisch finden", jedoch sei sie "noch enger zusammengewachsen. Wir haben ein gutes Gefühl", betont Heidel.

Dem weiterhin indiskutablen aktuellen Tabellenplatz und der wenig mutmachenden Klubhistorie zum Trotz befindet sich Schalke 04 inzwischen im Aufholmodus. Nach dem 1:0 gegen Mainz und dem 2:0 gegen Düsseldorf in der Liga (obendrein gab es zwischenzeitlich ein 1:0-Auswärtssieg in der Champions League bei Lokomotive Moskau) könne man zwar "nicht von einem Automatismus ausgehen, dass wir nun auch Werder schlagen", mahnt Heidel, jedoch haben die Gelsenkirchener nicht zuletzt dank einer stabilen Defensive und einer effektiveren Offensive wieder genug Selbstvertrauen erlangt, um sich auch gegen Bremen stark genug für einen Sieg zu fühlen. Nebenbei bemerkt wäre dies ein Novum: Noch nie ist es einem Schalker Trainer innerhalb einer Saison gelungen, eine Serie von fünf Pleiten unmittelbar mit drei Siegen in Serie adäquat zu korrigieren - Domenico Tedesco wäre der erste.

Die Königsblauen hoffen auf eine möglichst lang anhaltende Siegesserie. Bremen, Leipzig, Hannover, Frankfurt, Nürnberg und Hoffenheim heißen die Liga-Gegner, ehe man am 8. Dezember Borussia Dortmund zum Derby empfängt. Nachdem Schalke mit acht Punkten Vorsprung auf den BVB Vizemeister geworden war, wurde schon darüber spekuliert, ob die Gelsenkirchener dem wuchtigen Revierrivalen allmählich wieder den Rang ablaufen könnten. Insbesondere nach dem Fehlstart in die laufende Spielzeit sagt Heidel jedoch: "Ich glaube, dass es viel zu früh ist, um das zu bewerten, zumindest sportlich." Gleichwohl will er die Positiv-Entwicklungen in seinem Klub nicht kleinreden: "Ich finde schon, dass Schalke dem BVB als Verein nähergekommen ist. Schalke ist ein stabiles Gebilde geworden, das nicht umfällt, wenn mal Wind kommt. Ich bin sicher, da kann sogar Sturm aufziehen."

Als Beispiel für inzwischen unerschütterlichen Zusammenhalt führt der Manager "unser Spiel vor der Länderspielpause in Düsseldorf" an. "14 000 Fans haben uns angefeuert, das fand ich sehr beeindruckend. Weil es mir gezeigt hat, dass unser komplettes Umfeld nicht nur in erfolgreichen Zeiten zu uns steht, sondern vor allem, wenn es mal nicht so gut läuft." Heidel versteht es "als Zeichen unserer Fans, dass wir trotz des schlechten Saisonstarts unseren grundsätzlich eingeschlagenen Weg weitergehen sollen". Dieser soll tabellarisch betrachtet in den Europacup führen. Auch wenn sich die Verantwortlichen sträuben, dies öffentlich als Ziel zu erklären.

Den gerne beschworenen Begriff von den "Wochen der Wahrheit" nimmt Frank Baumann nicht in den Mund. Die Worte des Bremer Managers über die anstehenden Partien auf Schalke und gegen Leverkusen weisen aber in dieselbe Richtung: "Es sind Begegnungen, in denen wir zeigen wollen, dass wir mit den großen Mannschaften mithalten können." Ein Qualitäts-Check also, der darüber Aufschluss geben könnte, was der famose Bremer Start wirklich wert ist.

Die Champions-League-reife Bilanz von 14 Punkten aus sieben Spielen belegt Konstanz. Eingefahren wurde sie jedoch durchweg gegen Teams, die sich mit Werder (bestenfalls) auf Augenhöhe befinden. Nun kommen nach und nach jene Konkurrenten, die vergangene Saison dort landeten, wo sich Bremen nun etablieren will: auf den europäischen Rängen. In Baumanns Diktion "Top-Mannschaften, die von den Möglichkeiten her vor uns stehen und unter den ersten sechs, sieben Teams landen wollen und auch müssen". Trotz Fehlstarts gilt das für Vizemeister Schalke ebenso wie für den Vorjahresfünften Leverkusen.

Die Bilanz unter Trainer Florian Kohfeldt zeigt indes, dass Werder den Top 6 schon in der vergangenen Spielzeit Paroli bieten konnte: Gegen Leipzig, Dortmund und Bayer 04 traten die Grün-Weißen unter Kohfeldt je zweimal an, holten aus diesen sechs Partien sechs Zähler bei nur zwei Niederlagen. Gegen Hoffenheim, in München und auf Schalke waren es vier Punkte aus drei Spielen, nur bei den Bayern (2:4) gingen Max Kruse und Kollegen leer aus.

Der aktuelle Bremer Höhenflug scheint folglich viel eher Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung als zufällige Momentaufnahme zu sein. "Jetzt", sagt Trainer Florian Kohfeldt, "kommen Kader auf uns zu, die von der Einzelqualität sehr viele Möglichkeiten haben." Da klingt Respekt durch. Aber auch die Überzeugung, im Spiel elf gegen elf alle Chancen zu besitzen. "Wir freuen uns auf diese Kräftemessen", bestätigt Kohfeldt, "und wollen wie immer gewinnen. Auf Schalke wie gegen Leverkusen."

Solche Duelle nun, anders als im Frühjahr, "nicht mit dem Messer am Hals" (Kohfeldt) zu bestreiten, sondern in komfortabler Tabellensituation, empfindet der Fußballlehrer als Plus. Für seine Profis bedeutet das zwar eine neue Herausforderung in puncto Eigenmotivation. Doch dass sich Kohfeldts Truppe nicht auf kurzfristigen Erfolgen ausruht, belegt die jüngere Vergangenheit. Aufsichtsratschef Marco Bode sieht in den kommenden Gegnern ohnehin "keine völlig neue Kategorie". Denn: "Wir haben gegen Hertha überzeugend gewonnen, Hertha hat vorher Gladbach und danach Bayern geschlagen. Wir haben in jedem Spiel alle Möglichkeiten." Beim Qualitäts-Check steht also nicht mehr Werders Potenzial auf dem Prüfstand. Sondern die Fähigkeit, es weiterhin konstant abzurufen.

FC Nürnberg gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 20.10.2018

Bereits einen Tag nach dem 0:6 bei RB Leipzig legte sich Michael Köllner fest: Der nach seiner Roten Karte gesperrte Tim Leibold werde am Samstag gegen Hoffenheim von Robert Bauer vertreten. "Das kam jetzt nicht so überraschend", sagt der 23-Jährige, der im Sommer als Back-up für beide Außenverteidiger-Positionen von Werder Bremen ausgeliehen worden war. Aber natürlich freut er sich über den Vertrauensbeweis: "Es ist schön, dass der Trainer so früh gesagt hat, ich werde spielen."

Bislang ist Bauer über die Rolle des Stellvertreters nicht hinausgekommen. Dreimal durfte er ran, konnte dabei aber nicht überzeugen. Am 1. Spieltag vertrat Bauer bei Hertha BSC rechts hinten Enrico Valentini, für den er auch in Leipzig in den letzten Minuten randurfte. Bei der 0:7-Abreibung in Dortmund stellte Köllner Bauer in die Dreierkette. Nun darf er erstmals links hinten ran. "Valentini und Leibold haben unser Spiel in den ersten Wochen getragen, ob gegen Mainz, in Bremen oder gegen Hannover. Diese Spiele waren sehr stark von den Außenverteidigern geprägt. Wenn die anderen gut sind, heißt das nicht, dass man selber schlecht ist", erklärt Köllner seine Entscheidung für die beiden Stammspieler und gegen Bauer.

Köllners Worte sollten Bauer zwar Mut machen, dienen aber auch nicht als Hinweis, dass der Trainer an seinen beiden Stammverteidigern zweifelt. Bauer aber will um seinen Platz kämpfen. "Kein Spieler ist zufrieden, wenn er auf der Bank sitzt. Kurz- oder mittelfristig ist es das Ziel, in die Startelf zu kommen." Eine Kampfansage, mit der Köllner gut leben kann: "Roberts Anspruch ist super. Es wäre fatal, wenn er sich zufriedengeben würde. Er entscheidet selbst, ob er spielt, dazu muss er die anderen übertrumpfen."

Fürs Erste will Bauer am Samstag Ruhe ausstrahlen und auf dem Platz vorangehen. "Wir haben gutes Anschauungsmaterial, wie man es nicht macht. Defensiv müssen wir stabiler stehen." Und er alles einbringen, was man von einem Spieler mit der Erfahrung von 70 Bundesligapartien erwarten darf. Im Club-Kader hat lediglich Torwart Christian Mathenia mehr, mit 71 genau eine.

Stichwort Mathenia. Köllner hat nach Leipzig alle Argumente für einen größeren Austausch in der Startelf, gerade in Heimspielen aber ist die Ausbeute mit sieben Zählern aus drei Partien sehr gut. Wie viele Wechsel also nimmt er vor? Was ist zu viel? Mathenia anstelle von Fabian Bredlow? Ewerton nach zweimonatiger Pause gleich in die Startelf im Abwehrzentrum? In der Vierer- oder doch einer Dreierkette? Entscheidungen, die immer noch offen sind. Zumal der Einsatz Mikael Ishaks wegen einer Zerrung ein Wettlauf gegen die Zeit wird. Für ihn stünde der junge Törles Knöll als Alternative bereit, der bislang fünfmal als Joker ins Spiel kam (ein Tor, ein Assist).

Schlimmer noch als die Schmerzen quälte Kasim Adams das Gewissen. "Ich fühlte mich sehr schlecht. Ich kam neu zum Verein, sie haben viel Geld für mich gezahlt, und dann fehle ich nach nicht mal zwei Spielen. Ich war ziemlich traurig", erinnert sich Hoffenheims Verteidiger, der nach gerade mal drei Halbzeiten schon die erste Zwangspause einlegen musste. Mit voller Wucht hatte der Ghanaer bei einem Schuss in die sträflich offene Sohle des Freiburgers Jerome Gondorf getreten. "Es fühlte sich zuerst an, als wäre etwas gebrochen. Als die Ärzte sagten, ich muss nicht operiert werden, war das die beste Nachricht", so Adams, der sich eine schwere Prellung und einen Außenbahndriss zuzog. " Mein Gegner hat nicht mal Gelb gesehen, das war Wahnsinn", hadert der 23-Jährige noch immer mit der unterschiedlichen Regelauslegung, "in München im ersten Spiel war der Schiedsrichter sehr streng mit mir und meinem Spiel, und dann passiert nach so einem Foul gar nichts."

Sieben lange Wochen später steht Adams am Samstag in Nürnberg vor der Rückkehr in die Start-elf. In der Zwischenzeit musste der Neuzugang vom Schweizer Meister Young Boys Bern tatenlos miterleben, wie die vom Verletzungspech gebeutelte TSG immer weiter abrutschte. "Es war wirklich schmerzhaft zu sehen, wie viele Punkte wir verloren haben", registrierte der Sieben-Millionen-Euro-Mann, "ich will dem Klub jetzt helfen, damit wir vor allem defensiv stabil stehen."

Das resolute Zweikampfgeschick, die enorme Kopfballstärke, aber auch die sichere Spieleröffnung, die der Innenverteidiger bereits zeigte, dürfte Hoffenheim in der aktuellen Phase sehr guttun.

"Wir müssen in Nürnberg gewinnen", weiß Adams, der die anspruchsvollen Saisonziele der Kraichgauer keinesfalls aufgegeben hat. "Langsam kommen die Spieler wieder zurück, dann haben wir eine fantastische Mannschaft und können uns wieder in die Spitzengruppe vorkämpfen. Wir haben das Potenzial und die Qualität dazu." Adams sprüht regelrecht vor Tatendrang. "Das war die erste schwere Verletzung überhaupt, sonst hatte ich nur mal eine Zerrung." Die ereilte ihn vor zwei Jahren als Neuzugang in Bern, danach blieb er gesund. "Ich hoffe, das wird dann auch die letzte in Hoffenheim gewesen sein."

VfL Wolfsburg gegen Bayern München im Livestream am 20.10.2018

Die Erinnerungen an die Bayern sind bei ihm bestens. Letzter Spieltag der Vorsaison, das Stuttgarter 4:1 beim schon feststehenden Meister. Doppelpack Daniel Ginczek. Damals in der Startelf. Und am Samstag? Der Wolfsburger Neuzugang steht noch im Schatten von Wout Weghorst, der ebenfalls im Sommer zu den Niedersachsen gewechselt ist. Das bedeutet: In acht Pflichtspielen stand Ginczek nur zweimal in der Startformation. Zu wenig für den 27-Jährigen, daraus macht er keinen Hehl. "Wenn du von acht Spielen inklusive Pokal zwei von Anfang an gespielt hast, bist du nie zu 100 Prozent zufrieden. Ich habe trotzdem meine Spiele gemacht, vielleicht mit ein, zwei Toren zu wenig. Ich bin der Herausforderer und versuche, meinen Platz in der Mannschaft zu finden." Gerne schon gegen die Bayern.

Das Aufeinandertreffen mit den Münchnern wird auch ein Wiedersehen zweier Ex-Dortmunder. Ginczek trifft Robert Lewandowski. Der Pole wechselte 2010 zum BVB, wo Ginczek damals gerade seine ersten Schritte im Profibereich machte. Der heutige VfL-Angreifer erinnert sich: "Lewy hatte es zu Beginn in Dortmund auch nicht leicht, aber ich habe damals gesagt, dass er mal einer der besten Stürmer der Welt wird."

Ein Angreifer, von dem er sich viele Dinge abgeschaut hat. "Wie er die Bälle festgemacht hat, den Willen hatte, das Tor zu erzielen, das war beeindruckend. Ich konnte viel von ihm lernen." Das Verhältnis, sagt Ginczek, sei noch immer gut. "Wenn wir uns sehen, tauschen wir uns immer noch aus. Ich habe ihn zum Beispiel im Winterurlaub in Dubai getroffen."

Am Samstag heißt der Treffpunkt Wolfsburg. Ob das Wiedersehen auf dem Rasen stattfindet, hängt in erster Linie von Bruno Labbadia ab. Bislang scheut der Trainer in der Liga den Startelf-Versuch mit der Doppelspitze Ginczek und Weghorst und gibt meist dem Niederländer den Vorzug. Zum Leidwesen des Ex-Stuttgarters, der bislang in keinem Heimspiel von Beginn an ran durfte. "Wir hatten das eine oder andere Gespräch, in dem wir uns über meine Situation ausgetauscht haben", berichtet der Angreifer vom Dialog mit seinem Coach. Labbadia sagt: "Die Abgezocktheit vor dem Tor ist eine seiner größten Stärken. Wir versuchen, ihn so ranzubringen, dass er das intensive Spiel von uns gehen kann, ohne die Konzentration zu verlieren."

Abgezockt gegen die Münchner, das könnte dem VfL nach fünf Spielen ohne Sieg guttun. "Ich bin überzeugt, dass wir ein richtig gutes Spiel gegen die Bayern machen können", sagt Ginczek und schiebt hinterher: "Warum sollten sie nicht noch ein bisschen länger schwächeln?"

FC Augsburg gegen RB Leipzig im Livestream am 20.10.2018

Beim FC Augsburg ist am Samstag alles retro. Weil der Vorgängerverein FC Alemannia vor 111 Jahren am 20. Oktober 1907 sein erstes Spiel bestritt, erinnert der Klub an seine Vergangenheit, unter anderem mit einem speziellen Trikot und einer Fan-Choreographie. Dass der Gegner - ob Zufall oder nicht - ausgerechnet RB Leipzig heißt, sorgt für eine gewisse Brisanz. Zumal sich FCA-Boss Klaus Hofmann in der Vergangenheit immer wieder als Kritiker des RB-Modells positioniert hatte.

Michael Gregoritsch ist der Gegner "wurscht", wobei auch ihn eine Geschichte mit Leipzig verbindet. Im September 2017 schoss der Österreicher beim 1:0-Sieg über die Sachsen sein erstes Tor für Augsburg und befreite sich selbst nach schleppendem Saisonstart von einer großen Last. "Ich habe den Rucksack damals nicht nur fallen lassen, sondern komplett weggeschmissen", blickt Gregoritsch zurück. Es folgten in gut einem Jahr 14 weitere Tore und fünf Vorlagen. "Es passt hier einfach gut", findet der 24-Jährige, der im Sommer trotz diverser Anfragen immer wieder betont hatte, wie wohl er sich in Augsburg fühle. Das hat viel mit Manuel Baum zu tun, den Gregoritsch in höchsten Tönen lobt: "Der Trainer hat ein feines Gespür für mich, Wahnsinn. Es ist sicher nicht immer einfach mit mir", erzählt der Grazer, denn: "Ich bin ja oft ein Klopfer, also ein Depp. Aber der Trainer packt mich immer wieder sehr gut bei der Ehre."

Der Offensivspieler, der durchaus mal sensibel und mal dickköpfig sein kann, hat sich unter Baum vor allem in seinem Defensivverhalten verbessert. Oder wie es der Trainer ausdrückt: "Gregerl hat verstanden, dass der Zusammenhang zwischen Arbeit und Spiel groß ist." Im auf Pressing und Umschalten ausgelegten Augsburger Spiel fühlt sich der Linksfüßer wohl: "Ich habe viele Ballkontakte, viele Abschlüsse und zwei, drei Flankengeber, die mich immer wieder finden." Innerhalb eines Jahres hat sich Gregoritsch zu einem der wertvollsten FCA-Spieler entwickelt, sportlich und dank eines Vertrags bis 2022 auch wirtschaftlich. 2017 für fünf Millionen Euro Ablöse vom Hamburger SV verpflichtet, war er im Nachhinein ein echtes Schnäppchen.

Die Länderspiele mit Österreich gegen Nordirland (1:0) und Dänemark (0:2) verpasste Gregoritsch wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel, für Leipzig ist er wieder fit. Und will da ansetzen, wo es beim FCA hakt: "Wir spielen gut, haben aber zu wenige Punkte. Die müssen wir im Lauf der Saison alle zurückholen."

m Dienstag kehrte Kevin Kampl ins Training zurück. Die fiebrige Erkältung ist ausgestanden, ihretwegen reiste der Mittelfeldspieler nicht zum slowenischen Nationalteam. "Ich bin fit", sagt Kampl. Die Woche Ruhe habe ihm gutgetan, "ich habe wieder Kraft getankt". In Leipzig sind sie froh. Denn ihre Nummer 44 hat sich im bisherigen Saisonverlauf zum unverzichtbaren Faktor entwickelt. Weil Kampl in guter Form ist und der Mann, der die Lücke schließt, die Naby Keitas Abgang nach Liverpool gerissen hat. Als Achter, Zehner oder auf der Sechs. "Wenn mich jemand fragt, sage ich offensiver Sechser", erklärt er.

Im Duett mit Keita auf der Doppelsechs hatte der 28-Jährige die defensivere Rolle inne. "Da war es für mich klar", berichtet er, "dass ich öfter mal Naby den Rücken frei halte. Jetzt merke ich, dass ich häufiger nach vorne, zu Abschlüssen, zu Pässen und zu Assists komme. Das ist eine meiner Stärken." Beleg: Im Vorjahr erzielte Kampl in 39 Pflichtspielen 1 Tor und lieferte 5 Assists, in dieser Saison liegt er nach 13 Einsätzen bei 2 Toren und 5 Assists. Kampl betont jedoch: "Du kannst Naby nicht eins zu eins ersetzen. Nach so einem Weggang musst du als Mannschaft noch enger zusammenrücken und versuchen, den Verlust über das Kollektiv zu kompensieren. Das gelingt uns auch ganz gut, glaube ich."

Kampl selbst geht dabei voran - ähnlich wie Keita und doch anders. "Gemeinsam haben wir, dass wir beide gerne das Spiel kontrollieren", sagt er, "wir sind Spieler, die sehr aktiv sind, die immer den Ball haben und helfen wollen, das Spiel von hinten raus anzutreiben." Allerdings, so Kampl, "ist jeder Spieler individuell". Er selbst etwa dribbelt weniger als Keita. In dieser Saison bislang alle 73 Minuten, während der Neu-Liverpooler im Vorjahr alle 16 Minuten ins Dribbling ging. Dafür läuft Kampl etwas mehr (11,5 Kilometer pro 90 Minuten, Keita 2017/18 10,5) und spielt mehr Pässe (64 in 90 Minuten, Keita im Vorjahr 56). Die Passquote des Slowenen (87,7 %) ist gegenüber Keita (81,4 %) auch etwas besser. Was auch daran liegt, dass Kampl weniger riskant spielt.

In Augsburg, wo er "ein sehr zweikampfbetontes Spiel" erwartet, will Kampl erneut dazu beitragen, dass RB die richtige Balance zwischen Risiko und Pragmatismus findet. Mit dem aktuellen Zustand des Teams ist er zufrieden. Nach der 2:3-Pleite zum Europa-League-Start gegen Salzburg habe "jeder bei sich an ein paar Schrauben gedreht. Seitdem funktioniert es besser, und man sieht, wozu wir imstande sind".

 
Bundesliga Live Stream © 2016 - Some rights reserved.