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TSG Hoffenheim gegen FSV Mainz im Livestream am 23.12.2018
Sonntag, 23. Dezember 2018

Warum nur hat Leonardo Bittencourt so spät im Jahr Geburtstag? Das mögen sich die Hoffenheimer augenzwinkernd gefragt haben. 25 Jahre alt wurde der im Sommer aus Köln geholte Mittelfeldspieler am Mittwoch, und prompt beschenkte er sich und seine Kollegen mit seinem allerersten Tor für die TSG. Damit hatte sich Bittencourt reichlich Zeit gelassen, doch im 15. Pflichtspiel für die Kraichgauer platzte endlich der Knoten. Dabei hatte sich der zuvor meist als Flügelstürmer eingesetzte Dribbler eigens mehr in die Feldmitte versetzen lassen. Gegen Frankfurt scheiterte er an der Unterkante der Latte, insgesamt strahlte er aber zu wenig Torgefährlichkeit aus. Bis zu seinem Ehrentag. Als hätte er es erzwingen wollen, leitete Bittencourt den Angriff persönlich mit einem klugen Pass per Kopf auf Nico Schulz ein, um dessen Ablage später überlegt im langen Eck zu versenken. Es sollte dennoch erneut nicht für einen Sieg reichen.

In Bremen hatte Julian Nagelsmann vor knapp drei Jahren sein Debüt als Bundesligatrainer gegeben. 1:1 hieß es am 13. Februar 2016, ein erster Achtungserfolg für den Novizen an der Linie im Abstiegsduell des damaligen Tabellenvorletzten beim Drittletzten. Mit Remis gibt sich der 31-Jährige schon lange nicht mehr zufrieden und war deshalb auf die aktuelle Bestmarke mit Sicherheit nicht scharf. "Unentschieden gehen mit auf den Sack", hatte der TSG-Trainer neulich drastisch formuliert, am Mittwoch musste er sich zum fünften Mal in Folge mit einer Punkteteilung zufriedengeben, damit stellte Hoffenheim den Vereinsrekord aus der Saison 2008/09 ein. Zudem verlängerte das 1:1 in Bremen am Mittwochabend zwei weitere Serien der TSG, die nun zwar seit neun Spielen in der Bundesliga ungeschlagen ist, zugleich aber eben auch seit sieben Pflichtspielen sieglos.

Der TSG-Trainer hatte seine am Samstag stark aufspielende Mannschaft fast unverändert gelassen und nur im Angriff Adam Szalai anstelle von Reiss Nelson gebracht. Die Dreier-Abwehrkette allerdings dirigierte erneut Stefan Posch und nicht Kevin Vogt. Obwohl der Kapitän der TSG nach seiner vorübergehenden Auszeit zur körperlichen und mentalen Erholung am Montag wieder ins Training eingestiegen war, fehlte der 27-Jährige erneut im Aufgebot. Vogts Akkus seien noch nicht ausreichend wieder aufgeladen, hieß es. Mal sehen, ob er das bis zum abschließenden Heimspiel am Sonntag gegen Mainz noch schafft.

Aber auch die Kollegen auf dem Spielfeld machten diesmal nicht den frischesten Eindruck und hatten schwere Beine. Denn im Gegensatz zum sicherlich kraftraubenden und dominanten Spiel zuletzt gegen Gladbach konnten die diesmal nach der Pause müde wirkenden Hoffenheimer nur mit viel Mühe und einigem Schlachtenglück dem enormen Druck der Gastgeber standhalten.

Sandro Schwarz wartet weiter auf seinen ersten Sieg als Trainer von Mainz 05 gegen die Eintracht. Wer den 40-Jährigen kennt, der weiß, dass ihn das wurmt, lebt er doch in Frankfurt-Niederrad, unweit des Waldstadions. Trostpflaster: Mit nun 20 Punkten hat Schwarz schon jetzt seine beste Halbserie als Coach des FSV realisiert.

Dabei gab es bereits vor dem Anpfiff Grund zur Freude bei den Rheinhessen. Sportvorstand Rouven Schröder unterzeichnete einen neuen Vertrag, der bis 2022 gültig ist. Am Vortag hatte der Aufsichtsrat die Verlängerung um zwei weitere Jahre abgesegnet. Schröder hatte im Mai 2016 die Nachfolge von Christian Heidel angetreten und war im Juli 2017 vom Sportdirektor zum Vorstandsmitglied befördert worden.

"Ich bedanke mich für das Vertrauen, das der Aufsichtsrat in mich setzt. Mainz 05 wächst in der Arbeit der Gremien und in seinen neuen Strukturen immer enger zusammen. Wir sind dabei, unseren Weg als Ausbildungs- und Entwicklungsverein zu definieren", erklärt Schröder. Der Klub hat in dieser Saison eine Direktion Scouting aufgebaut und will bis zum Sommer eine Abteilung Sportwissenschaft auf die Beine stellen.

Für Aufsichtsratschef Detlev Höhne ist die Verlängerung auch ein Zeichen, dass der Klub wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät. "Wir hatten einen Gewöhnungsprozess innerhalb des Vereins", sagt Höhne im Hinblick auf die personellen Umbesetzungen im Aufsichtsrat und auf der Ebene des Vorstandsvorsitzenden (Stefan Hofmann für Johannes Kaluza), die in der vergangenen Saison für viele Nebenkriegsschauplätze gesorgt hatten - auch im sportlichen Bereich.

Was noch im Mai fast für den vorzeitigen Abflug Schröders gesorgt hätte. Nach Medien-Informationen befand sich der 43-Jährige im Mai bereits mit einem Bein beim frisch abgestiegenen Hamburger SV. Auch zuvor, mitten im Abstiegskampf, standen der Sportchef und Trainer Schwarz bei Teilen des Kontrollgremiums vehement in der Kritik, selbstredend nur hinter vorgehaltener Hand. Nun aber scheinen sie in Mainz wieder Einigkeit zu demonstrieren.

Die ist auch auf einem anderen Feld nötig, dem Vereinsrecht. Denn den Beschluss der Mitgliederversammlung, dass Hofmann künftig bezahlt werden kann, ist noch nicht umgesetzt worden, weil die Eintragung der neuen Satzung ins Vereinsregister aussteht. Höhne rechnet damit bis spätestens März. Vorgelegt hat der 1. FSV inzwischen auch alle vom Amtsgericht geforderten Unterlagen, um die Gemeinnützigkeit, deren Aberkennung droht, zu bewerten. "Wir sind gelassen und glauben nicht, dass es ein Verfahren gibt", betont Höhne.

FC Augsburg gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 23.12.2018

Immerhin, über mangelnde Effizienz muss sich der FC Augsburg diesmal nicht ärgern. In Berlin verwerteten die bayerischen Schwaben ihre zwei Chancen zu hundert Prozent, ein Dauerthema der vergangenen Wochen ist nach dem 2:2 gegen Hertha also ausnahmsweise mal keines.

Ein anderes hingegen schon: die anfällige Abwehr. Zum sechsten Mal in dieser Saison verspielte Augsburg eine zwischenzeitliche Führung. Hätte die Mannschaft alle Vorsprünge ins Ziel gebracht, stünden inzwischen 29 Punkte auf dem Konto, tatsächlich sind es nur magere 15. Erst einmal blieb Augsburg in dieser Saison ohne Gegentreffer (0:0 gegen RB Leipzig). Rani Khedira hatte bereits nach dem 1:1 gegen Schalke zu mehr Defensive gemahnt, nun fand er noch deutlichere Worte: "Man muss sich die Qualitätsfrage doch stellen: Woran hat es gelegen, dass wir nur einmal zu null gespielt haben? Das ist eine Katastrophe, daran müssen wir unbedingt arbeiten", sagt der 24-Jährige. Khedira vermisst "das Bewusstsein, das Tor mit aller Konsequenz zu verteidigen", aus seiner Sicht denkt und handelt die Mannschaft häufig zu offensiv.

Das war auch am Dienstag so, als nicht einmal drei Minuten zwischen den Gegentreffern lagen. Beim 1:1 preschte Martin Hinteregger nach vorne und prallte Kopf an Kopf mit Davie Selke zusammen. Während der Österreicher benommen am Boden lag, ließ sich der Rest der Augsburger Abwehr vom Berliner Tempo überrumpeln. Bei Wiederanpfiff stand Hinteregger noch zur Behandlung draußen, doch statt das Spiel in Unterzahl zu beruhigen, spielte Philipp Max einen überhasteten Pass in den Lauf von Berlins Valentino Lazaro.

Es ist eine Mischung aus fehlender Cleverness, schlechter Staffelung, mangelnder Konsequenz und individuellen Aussetzern, die den FCA so anfällig macht. Dazu kommt, dass Keeper Andreas Luthe zuletzt mehrfach ein unglückliches Bild abgab. So auch beim zweiten Gegentor in Berlin, als er den Ball erst zur Mitte abwehrte und dann durchrutschen ließ. Manager Stefan Reuter ist bemüht, eine Torwart-
debatte zu vermeiden, und sieht auf dieser Position keinen Bedarf im Winter: "Diese Diskussion fangen wir nicht an. Wir haben absolutes Vertrauen zu den Jungs, die wir haben." Reuter sieht vielmehr das Kollektiv gefordert, die Anzahl der Fehler zu reduzieren. "Energischer, wacher, aggressiver" müsse man verteidigen, betont auch Kapitän Daniel Baier.

Nach sieben Spielen ohne Sieg ist der Relegationsplatz nur noch einen Punkt entfernt. Vor dem Hinrundenfinale gegen Wolfsburg gibt es zudem personelle Sorgen im Abwehrzentrum. Hinteregger erlitt beim Crash mit Selke eine Gehirnerschütterung, er blieb zur Pause in der Kabine und droht auszufallen. Bei Jeffrey Gouweleeuw, der in Berlin angeschlagen fehlte, sieht es für Sonntag hingegen gut aus. Vertreter Kevin Danso trug bei seinem ersten Startelfeinsatz der Saison eine Platzwunde davon, sein Einsatz scheint aber nicht gefährdet.

Abstiegskampf ade! Nach fürchterlichen Vorjahren kommt der VfL Wolfsburg wieder voran. 13 Punkte aus den vergangenen fünf Spielen katapultieren die Niedersachsen schon vor dem letzten Hinrundenspiel am Sonntag in Augsburg in eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde. "Vor ein paar Wochen haben wir noch nach unten geguckt", berichtet Josuha Guilavogui erleichtert. "Jetzt gucken wir nach oben. Das ist ein besseres Gefühl." Der Kapitän dient dabei als Sinnbild für den neuen VfL.

Er hat sich zurückgekämpft. Der Klub wie auch Guilavogui selbst. Kreuzbandriss am 1. Spieltag, Comeback am 13., nun dreimal 90 Minuten in Folge gespielt. Gegen Stuttgart die vorläufige Krönung der rasanten Rückkehr: Guilavogui trifft zur Führung. "Ich bin sehr glücklich", sagt der 28-Jährige. "Ich habe hart gearbeitet, um so schnell wie möglich auf dem Platz zu stehen. Das ist ein Geschenk von Gott."

Der Leader als Kopf und Herz dieser Mannschaft, in der auch am Dienstag lediglich drei SommerNeuzugänge (Roussillon, Weghorst, Ginczek) spielten, die aber trotzdem runderneuert auftritt. Es ist nichts mehr zu sehen von dieser wild zusammengestellten Truppe, in der fast nichts funktionierte. Guilavogui: "Wir sind schwer zu schlagen. Jeder Spieler gibt alles, mehr als 100 Prozent. Im Moment spielen wir richtig gut."

Die neue sportliche Führung um Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer hat gemeinsam mit Retter-Trainer Bruno Labbadia ein neues Wertesystem entwickelt, der Coach hat dem Team zudem eine Handschrift verpasst, die sich mittlerweile sehen lassen kann. "Es war das größte Ziel, aus einer Mannschaft mit wenig Ballbesitz eine mit viel Ballbesitz zu machen", erläutert Labbadia. "Das ist das Schwierigste, aber die Mannschaft hat es vom ersten Tag an angenommen."

Und in dieser Hinserie bislang zahlreichen Widrigkeiten getrotzt. Die Ergebniskrise von nur einem Sieg in neun Spielen wurde überstanden, Ausfälle wie der von Guilavogui oder auch Ignacio Camacho wurden kompensiert. Mit dem gleichen Biss, mit dem sich der Kapitän zurückgekämpft hat, versucht der Klub sich verloren gegangene Reputation zurückzuholen. Nach den Erfahrungen der Vorjahre mit der notwendigen Demut, mit dem Blick auf die eigenen Möglichkeiten jedoch auch mit Selbstvertrauen. "Wir setzen uns kein Limit", sagt Labbadia, "tun aber gut daran, auf dem Boden zu bleiben. Wir wollen um jeden Punkt fighten." Wozu der Kampf führen kann, hat Guilavogui bewiesen. "Für ihn freut es mich total", sagt der Trainer. "Er hat nach seiner Verletzung eine unfassbar positive Art an den Tag gelegt. Das habe ich selten so gesehen."

SC Paderborn gegen SV Darmstadt im Livestream am 23.12.2018

Am ersten Spieltag haben die Paderborner in Darmstadt mit 0:1 verloren. Der Aufsteiger zeigte zu viel Respekt, agierte zaghaft und verschoss einen Elfmeter. Vor dem Rückspiel am Sonntag ist alles anders. Der SCP ist längst in der Liga angekommen und hat aus 17 Begegnungen 25 Punkte geholt."Wir wollten den Fußball, der uns in der Vorserie ausgezeichnet hat, in die neue Liga mitnehmen. Das haben wir über weite Strecken geschafft", zieht Steffen Baumgart eine Zwischenbilanz. Der Paderborner Trainer sieht aber auch Verbesserungsmöglichkeiten. "Wir haben in der Defensive noch einiges zu tun", setzt der 46-Jährige einen Schwerpunkt für die Vorbereitungsphase nach der Pause. Der SCP stellt neben dem zweitbesten Sturm auch die fünftschlechteste Defensive der Liga.

Baumgart wird auf die Erfahrungen des Jahreswechsels 2017/18 zurückgreifen. In der Drittligahinserie kassierte man noch 24 Gegentore. In der Rückserie stand die Abwehr stabil und ließ nur noch neun Treffer zu.

Als Sechser und als Rechtsverteidiger brachte er sich beim SV Darmstadt 98 nicht nachhaltig in Erinnerung - wenn Immanuel Höhn aber als Innenverteidiger aufläuft, dann ist auf ihn Verlass. Durch die Wadenprobleme von Marcel Franke spielte Höhn auf dieser Position sowohl beim 1:1 gegen Ingolstadt als auch beim 2:2 in Aue - und dies richtig ordentlich, in Aue leitete sein Anschlusstreffer die Aufholjagd ein.

Dass die Lilien dort erstmals in dieser Saison nach einem Zwei-Tore-Rückstand punkteten, führt Höhn auf die gute Moral der Mannschaft zurück. Zu Recht, denn setzte es jüngst Niederlagen, lag dies an individuellen Patzern, spielerischen Defiziten und der zu häufigen Durchschaubarkeit des Offensivspiels. Die Einstellung indes stimmte immer.

Sein Arbeitsjahr wird Höhn auf besondere Weise beenden: Am Sonntag in Paderborn dürfte er erneut neben Aytac Sulu in der Innenverteidigung auf dem Platz stehen - und dabei seinen 27. Geburtstag feiern.

Erzgebirge Aue gegen Union Berlin im Livestream am 23.12.2018

Das 2:2 zum Hinrunden-Abschluss gegen Darmstadt war das Spiegelbild der ersten 17 Spiele. Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt - unerwarteten Punktverlusten folgten überraschende Gewinne. Am Ende steht Rang 12 mit 19 Zählern - weit weg vom bösen Ende. Für Trainer Daniel Meyer "war es eine wilde Fahrt. 19 Punkte sind okay. Der Abstand nach unten ist gegeben. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass ein paar Punkte mehr drin gewesen wären".

Meyer meint damit unter anderem die Niederlagen bei Schlusslicht Ingolstadt und daheim gegen Sandhausen. "Ich bin optimistisch, dass unsere Entwicklung nicht abgeschlossen ist", so Meyer, der seine Elf auch bei Union alles andere als chancenlos sieht, was auch mit dem neuen Sturmduo Testroet/Krüger zusammenhängt. Seit dem 14. Spieltag laufen sie zu zweit in der Spitze auf, sechs Tore gehen seitdem auf ihr Konto. Krüger traf einmal und legte drei von Testroets fünf Treffern auf - in Berlin wollen sie nun diese Quote ausbauen.

Am Mittwoch zogen Urs Fischer und Oliver Ruhnert Bilanz. Ein Spiel - am Sonntag in Aue - steht für den 1. FC Union zwar noch aus, aber aufgrund der Ansetzung der Partie zogen Trainer und Geschäftsführer Profifußball ihre Halbjahres-Bilanz vor.

Ihr Urteil fällt positiv aus. Union blieb eine komplette Halbserie unbesiegt, zudem ist der "relativ deutliche Umbruch" (Ruhnert) im Team nach Ansicht der Verantwortlichen gelungen. Was die spielerischen Darbietungen angeht, sieht Coach Fischer sein Team auf dem richtigen Weg zum von ihm geforderten aktiven und dominanten Fußball - aber noch längst nicht am Ende desselben. "Wir haben immer wieder gezeigt, wozu wir fähig sind", sagt er. Doch bisher nicht über 90 Minuten.

Die nächste Gelegenheit ist die Partie in Aue. Zu der kehrt Florian Hübner nach abgesessener Sperre aller Voraussicht nach ins Team zurück. Michael Parensen, der Hübner gegen Bochum sehr solide vertrat, rückt dann wohl wieder auf die Bank.

Das Thema Innenverteidigung dürfte die Verantwortlichen auch in der Winterpause beschäftigen. Denn neben dem Stamm-Duo Marvin Friedrich/Hübner sowie Parensen stehen mit Christoph Schösswendter, Fabian Schönheim, Marc Torrejon und Youngster Lennard Maloney vier weitere zentrale Verteidiger im Aufgebot. Alle haben in dieser Saison - auch wegen Verletzungen (Torrejon, Schönheim) oder Abiturvorbereitungen (Maloney) - noch kein Spiel absolviert, Schösswendter stand immerhin gegen Bochum im Kader. Die Verträge dieses Quartetts laufen ebenso wie der von Parensen im Juni aus, und außer Parensen und Maloney dürfte keiner eine Perspektive in Köpenick haben.

Ob Schösswendter, an dem Admira Wacker Mödling Interesse haben soll, Schönheim oder Torrejon bereits im Winter den Verein verlassen, ist momentan offen. Wenn Spieler mit ihren Einsatzzeiten nicht zufrieden seien, so Ruhnert, "werden wir versuchen, eine Lösung zu finden. Aber ich kann keine Lösung versprechen". Denn vier Innenverteidiger soll Fischers Kader in jedem Fall umfassen. Bei Torrejon kann es laut Ruhnert sein, dass Union gemeinsam mit dem Spieler überlegt, ob es nicht sinnvoller ist, dass der 32-Jährige den 1. FC Union im Winter verlässt.

Lars Dietz soll derweil im Sommer zurückkehren. Der 21-Jährige, der unter anderem auch Innenverteidiger spielen kann, ist derzeit an die Sportfreunde Lotte ausgeliehen, und Ruhnert sagt: "Wenn er sich weiterhin so präsentiert, ist er nächstes Jahr bei uns wieder eingeplant."

MSV Duisburg gegen Dynamo Dresden im Livestream am 23.12.2018

Torsten Lieberknecht ist kein Freund von personellen Rochaden - sofern sie nicht aufgrund von Verletzungen und Sperren erforderlich sind. Der Trainer des MSV Duisburg muss vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden tief in die Trickkiste greifen, da ihm im Mittelfeld die Alternativen ausgehen.

Tim Albutat und Fabian Schnellhardt sind jeweils gesperrt, Borys Tashchy liegt mit einer hartnäckigen Leistenblessur auf Eis. Die Ärzte verordneten dem Ukrainer, den Lieberknecht vom Stürmer zum Zehner umgeschult hat, bis zum Trainingsstart im Januar absolute Ruhe. Der Coach spricht von einer "diffusen Verletzung", da die Mediziner alle gängigen schwerwiegenden Verletzungen im Leistenbereich ausschließen konnten. Hinzu kommt das Formtief von Lukas Fröde. "Er weiß selbst, dass er es besser kann", hofft Lieberknecht, dass der 23-Jährige über Spielpraxis zur alten Klasse zurückfinden kann. Dem Trainer ist es wichtig, über den Abstiegsplätzen zu überwintern. Mit der aktuellen Position will sich der 45-Jährige aber nicht zufrieden geben: "Es gibt keinen Grund, um Platz 15 eine Schleife zu binden. Wir wollen in der Tabelle höher stehen." Auf den Tabellen-14. Bielefeld fehlen aktuell fünf Punkte.

In seinem Trainerteam erhält Lieberknecht personelle Verstärkung. Ex-Profi Branimir Bajic (39), der im Sommer seine Laufbahn nach acht Jahren beim MSV beendete, ist bei den Zebras ab sofort als Individual-Coach im Einsatz.

Bei Dynamo Dresden ist die Lage angespannt. Nach zwei Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer und insgesamt unbefriedigend verlaufenen Vorwochen hat das Jahresfinale gegen den MSV Duisburg eine besondere Bedeutung.

Passend zur Situation: Am Mittwoch vermeldete Dynamo, dass Linksverteidiger Philip Heise bis Jahresende vom Mannschaftstraining freigestellt ist - trotz personellem Engpass. "Das Spiel gegen Duisburg ist sportlich wichtig, aber auch atmosphärisch steht im Moment viel auf dem Spiel. Bei Philip fehlt uns im Moment die Überzeugung, dass er diese Aufgabe mit ganzer Kraft angeht", sagt Trainer Maik Walpurgis. Mit der Entscheidung ist eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags mit Heise, dem intern anhaltende Lustlosigkeit vorgeworfen wird und der im Sommer gerne ins Ausland gewechselt wäre, unwahrscheinlich. Sollte sich gar im Winter ein Interessent für den 27-Jährigen melden, wäre Dynamo gesprächsbereit.

Unabhängig davon rückt aber auch Walpurgis in den Fokus. Zwar liegt Dynamo zehn Punkte von der Gefahrenzone entfernt, die Stimmung droht aber bei einer weiteren Niederlage zu kippen, zumal auch die jüngsten Leistungen dürftig waren.

Holstein Kiel gegen Hamburger SV im Livestream am 23.12.2018

Die gesamte Konzentration gilt in Kiel dem Jahresabschluss gegen Herbstmeister Hamburger SV, das erste Punktspiel gegen den Ex-Bundesliga-Dino im Holstein-Stadion seit dem 1:1 im Januar 1963. "Schon unser 3:0 im Hinspiel war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir sind natürlich der Herausforderer, ich kann allerdings definitiv ausschließen, dass wir den HSV vorweihnachtlich beschenken werden", erklärt Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Die beeindruckende Historie des HSV spreche für sich, doch "bei nur vier Plätzen Unterschied in der Tabelle ist alles möglich".

Mit aktuell 27 Punkten und dem komfortablen Vorsprung von 15 Zählern auf Rang 16 zeigt sich Wohlgemuth zufrieden: "Wir bewegen uns innerhalb unserer Zielsetzung." Und was ist mit dem Blick nach oben? "Generell müssen wir solides Wachstum zu unserer Maxime machen. Was das Kurzfristige anbelangt, schauen wir gerne noch einmal im März auf die Tabelle", wiegelt Wohlgemuth ab.

Im Kontrast zur sportlichen Entwicklung der Störche herrscht in Sachen Stadion Stillstand. Am Dienstag endete die verlängerte Ausschreibungsfrist für den Neubau der abgerissenen Osttribüne. Wie die Stadt bestätigte, gab es erneut keinen interessierten Bauunternehmer -
eine Entscheidung soll im Januar fallen.

Eintracht Frankfurt gegen Bayern München im Livestream am 22.12.2018
Samstag, 22. Dezember 2018

Trotz Luka Jovics Doppelpack kann die Eintracht in Mainz wieder nicht jubeln. Zehn Trainer - von Martin Andermatt bis Armin Veh - hatten sich bei den 05ern die Zähne ausgebissen. Adi Hütter ist die Nummer 11. In nunmehr 15 Erst- und Zweitligaspielen beim kleinen Nachbarn konnte Frankfurt nie gewinnen. Den einzigen Sieg gab es 1986 im DFB-Pokal.

"Wir müssen von der ersten Minute an den Kampf annehmen. Um diese Serie zu brechen, brauchen wir ein sehr gutes Spiel", hatte Hütter vor der Partie gefordert. Die Einstellung stimmte tatsächlich, allerdings erlaubte sich seine Mannschaft auch mehrere Schlafmützigkeiten: Vor dem 0:1 verlor Mijat Gacinovic den Ball leichtfertig in der eigenen Hälfte, das 1:2 fiel nur Sekunden nach einem Abstoß von Robin Zentner. Simon Falette verstand es nicht, die Flanke von Jean-Paul Boetius zu unterbinden, in der Mitte ließ Evan Ndicka Torschütze Robin Quaison ziehen. Das Team zeigte zwar Moral, kämpfte sich nach zwei Rückständen zurück, Ante Rebic vergab in der Nachspielzeit aber die Großchance zum 3:2.

Derweil wurden in den vergangenen Tagen einige wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Nachdem bereits am Sonntag Makoto Hasebes (34) Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2020 bekannt gegeben wurde, folgten in dieser Woche Gelson Fernandes (32) und Marco Russ (33), die ihre Arbeitspapiere ebenfalls um ein Jahr bis 2020 verlängerten. Das ist nicht nur aus sportlicher Sicht eine kluge Entscheidung, sie verschafft den Verantwortlichen auch Zeit, in der nächsten Saison neue Führungskräfte zu entwickeln. "Es freut mich, dass wir es geschafft haben, ihre Verträge zu verlängern. Das sind absolute Schlüssel- und Führungsspieler", lobt Hütter.

Am Mittwoch folgten Co-Trainer Armin Reutershahn, die Athletiktrainer Martin Spohrer und Markus Murrer sowie der Leiter Spielbetrieb, Thomas Westphal, mit Verlängerungen bis zum 30. Juni 2021. Hütter und Co-Trainer Christian Peintinger stehen in Frankfurt ohnehin schon bis 2021 unter Vertrag.

Gegen den FC Bayern und Ex-Coach Niko Kovac will die Eintracht am Samstag einen krönenden Jahresabschluss feiern. So leicht wie beim 0:5 im Supercup werden es die Hessen den Münchnern wahrscheinlich nicht noch einmal machen. "Wir haben ein bisschen etwas gutzumachen. Was wir im Supercup abgeliefert haben, war eher bescheiden", weiß Danny da Costa. Der Rechtsverteidiger erklärt allerdings auch: "Seitdem haben wir einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Das wollen wir in diesem Spiel beweisen und es erfolgreich gestalten."

Vieles in dieser Saison wirkt fremd beim FC Bayern. Da passieren Dinge, die sie so gar nicht mehr kennen in München. Wo der Dauermeister etwa sonst mit Last-Minute-Toren wichtige Punkte erzwang, verspielte er in den Schlussphasen dieser Hinserie schon sechs Zähler. Genauso hieß es in der Vergangenheit häufig: Wenn die Bayern gefordert sind, dann sind sie da. Doch auch das war 2018/19 zunächst anders: Sie verloren das eine Topspiel zu Hause 0:3 gegen Mönchengladbach und das andere in Dortmund 2:3.

Am Mittwoch nun stand der dritte Kracher an, und nach der ersten Dortmunder Saisonniederlage war für den FCB die Chance gekommen, wenigstens auf sechs Zähler an seinen Abo-Platz heranzukommen. Das ist immer noch viel, in dieser merkwürdigen Saison aber schon ein Hoffnungsschimmer. Nicht umsonst hatte Trainer Niko Kovac trotz des großen Rückstands zuletzt nochmals das Ziel Meisterschaft ausgerufen.

Voraussetzung: Patzer der schwarz-gelben Borussia. Und siehe da: Seine Mannschaft legte die Topspiel-Allergie ab und schaffte in einem umkämpften Duell mit Leipzig einen knappen 1:0-Sieg. Erzielt in der Schlussphase durch Franck Ribery, der nur ins Spiel gekommen war, weil sich nach Arjen Robben mit Serge Gnabry ein weiterer Außenbahnspieler verletzt hatte. Das Tor kam einer Erlösung gleich. Es bringt dem Team den Glauben zurück, dass doch noch alles möglich ist in dieser Serie.

Schon am Samstag steht das nächste spannende Match an, in Frankfurt, bei Kovacs altem Klub, wo er sich mit dem Pokalsieg vor sieben Monaten ein Denkmal schuf und eine lebenslange Mitgliedschaft erhielt. Aber auch dort, wo sein Nachfolger Adi Hütter eine Offensivmaschine gebaut hat. Die Angreifer Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic kennt Kovac bestens. Vor allem Rebic schätzt er enorm, so sehr, dass er ihn im Sommer gerne zu den Bayern gelotst hätte. Deren Bosse legten ihr Veto ein. Nun gibt es kurz vor Weihnachten das Wiedersehen. "Die Jungs treffen alles", sagte Kovac jüngst staunend über das Traum-Trio der Hessen. Sollte das am Wochenende wieder so sein, wird der Heiligabend in München nicht so
feierlich ausfallen wie gewohnt.

Ihren Blick richten die Bayern aber auch schon in Richtung Januar. Die spanische Sportzeitung Marca meldet, dass sie dann Lucas Hernandez verpflichten und dafür die festgeschriebene Summe von 80 bis 85 Millionen Euro an Atletico Madrid überweisen. Der 1,80 Meter große Linksfüßer kann links außen, genauso aber innen verteidigen, wie jüngst in der Champions League zweimal gegen Dortmund. Er ist sehr zweikampfstark, aber sehr defensiv orientiert: In 63 Ligaspielen blieb er ohne Tor, genauso in seinen 16 Einsätzen in Europas Königsklasse und den 15 Länderspielen für Frankreich. Als einer von sechs Helden des Weltmeisters bestritt er in Russland 2018 jedes Match. Am 16. Oktober bereitete er Griezmanns Ausgleich beim 2:1 gegen Deutschland vor. Enrique Cerezo, der Atletico-Präsident, "weiß nichts" von einem Angebot aus München, wie er mitteilte, außerdem wolle sein Klub keine Spieler verkaufen. Die Bayern aber haben die Info, dass Hernandez gerne wechseln möchte.

FC Nürnberg gegen SC Freiburg im Livestream am 22.12.2018

Gut für den Club bedeutet derzeit nicht gut genug für die Bundesliga. Zu diesem Schluss muss man kommen, stellt man die Leistung der Nürnberger Profis und die Aussagen von Michael Köllner nach dem 0:2 in Mönchengladbach, der zehnten sieglosen Partie in Serie, einander gegenüber. Historisch betrachtet legt der Aufsteiger übrigens die zehnte Spielzeit mit solch einem Negativlauf hin und schreibt damit mal wieder ruhmlose Bundesliga-Geschichte. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht", lobt der Trainer sein Team dennoch.

Bezüglich des Willens kann man dieser Einschätzung zustimmen. Mit Blick auf den fußballerischen Auftritt mitnichten. Eine Doppelchance nach fünf Minuten, das war’s. Erst scheiterte Alexander Fuchs, dann Adam Zrelak. Diese zu nutzen wäre ebenfalls ein Zeichen von Qualität, der Club aber blieb zum dritten Mal in Folge ohne erfolgreichen Torabschluss - die längste Serie seit Herbst 2012. Siebenmal torlos nach 16 Spieltagen überboten die Franken auch erst dreimal. Wen wundert da noch, dass kein Spieler in diesem Kader auf mehr als zwei Saisontore kommt?

"Taktisch haben wir uns gut präsentiert", behauptet Köllner - und liegt falsch. Dann würden Fehler wie vor dem 0:1 nicht passieren, als sich die Mannschaft - zum wiederholten Male in dieser Saison - nach einer eigenen Standardsituation vor dem gegnerischen Tor auskontern ließ. Schon vier Tage zuvor, beim 0:2 gegen Wolfsburg, geriet der FCN auf ähnliche Art in Rückstand, gelernt hat das Team daraus nicht. Insgesamt sieben Kontergegentore sind Ligahöchstwert. Es ist die Aufgabe des Trainerteams, diese Schwachstelle auszumerzen. Die jüngsten vier Gegentreffer kassierte Nürnberg nach schnellen Gegenangriffen, so etwas gab es beim Club noch nie. Statt selbstkritischer Töne hob Köllner zur Kritik am Schiedsrichter an. So verständlich und nachvollziehbar sein Frust war), so wenig passend ist die Schelte bei der Ursachenforschung für die Misere.

Ob ein anderer Trainer aus diesem Kader mehr herausholen würde, ist hypothetisch. Insgesamt scheint die Qualität nicht auszureichen, auch weil die Neuzugänge Virgil Misidjan, Matheus Pereira, Yuya Kubo oder Robert Bauer Mitläufer statt signifikanter Verstärkungen sind. Einen Topgriff wie Mitaufsteiger Düsseldorf mit Dodi Lukebakio hat der FCN nicht in seinen Reihen. Festzuhalten bleibt auch, dass sich seit dem Sommer praktisch kein Leistungsträger positiv weiterentwickelt hat.

Nimmt man die mangelnde Qualität gepaart mit den Ausfällen der Stammspieler Valentini, Löwen, Behrens, Mathenia und Ishak, kann man trotzdem verstehen, warum die Mehrheit in Vorstand und Aufsichtsrat an Köllner festhalten möchte. Daran soll sich auch nichts ändern, wenn gegen Freiburg am Samstag der nächste Rückschlag folgt. Beim Blick auf die Tabelle ist ein Sieg Pflicht. Dann wäre gut endlich mal wirklich gut.

Keine zwei guten Spiele in Folge - der jüngste Zick-Zack-Kurs strapaziert die Freiburger Nerven. Besonders wenn er eine Nicht-Leistung wie beim 0:2 in Düsseldorf beinhaltet, die auch für die Verantwortlichen unerwartet kam. "Einen richtigen Niederschlag" nannte es Christian Streich. Vor der Partie gegen Hannover hoffte man beim SC aber auf einmal auf die Fortsetzung der Inkonstanz. Würden die Profis wenigstens im zweiten von drei Kellerduellen in der englischen Woche wieder für ein Hoch sorgen?

Die Breisgauer blieben ihrer Serie nur teilweise treu. Die Leistung geriet zwar deutlich besser, aber der ersehnte Sieg für das Erreichen der 20-Punkte-Marke blieb aus. Mit dem 1:1 vermied der SC zwar den ganz großen Druck im Abstiegskampf, sollte für halbwegs entspannte Feiertage aber auch in Nürnberg noch punkten.

Im Vorfeld nannte Streich seinen Plan: gewonnene Eins-gegen-eins-Duelle, gepaart mit guter Raumaufteilung und einem starken Umschaltspiel in beide Richtungen. Dafür kehrte der SC-Coach vom 4-4-2 anfangs zurück zum 3-4-3 und tauschte zweimal Personal. Rechts hinten startete Pascal Stenzel für Lukas Kübler, und der zuletzt meist ineffektive Dribbler Marco Terrazzino (für Jerome Gondorf) bekam überraschend eine erneute Chance - um sie mit einem schwachen 45-Minuten-Auftritt wieder nicht zu nutzen.

Zunächst lief es ungeachtet der Wechsel nach Wunsch. Hannovers Waldemar Anton verteilte mit einem Blackout ein frühes Weihnachtsgeschenk. Den Handelfmeter verwandelte Luca Waldschmidt, der schon bei den guten Heimauftritten gegen Bremen (1:1) und Leipzig (3:0) vom Punkt getroffen hatte. Doch eine eklatante Schwäche aus dem Düsseldorf-Spiel machte die gute Ausgangslage zunichte. Zum dritten Mal in Folge kassierte der SC ein Gegentor nach einer Ecke - erneut verlor dabei der zuletzt formschwache Dominique Heintz den Zweikampf mit dem Torschützen.

Zum Jahresende scheinen auch bei anderen Profis Power und Konzentration nachzulassen. Zudem trüben mehrere Langzeitausfälle die Stimmung. Bei Amir Abrashi und Brandon Borrello (beide Kreuzbandriss) sowie Roland Sallai (Adduktorenreizung) hofft Streich zwar auf baldige Wiedereingliederung im neuen Jahr, hat dafür ein Duo erst mal nicht mehr "auf der Liste". Back-up-Angreifer Tim Kleindienst wird an diesem Donnerstag am Meniskus operiert. Einen Eingriff hat Mittelfeldstratege Nicolas Höfler (Innenbandriss im Knie) zwar schon hinter sich, läuft derzeit aber noch an Krücken. "Wenn er im April wieder spielen könnte, würde ich Hosianna rufen", sagte Streich. Ein externer Höfler-Ersatz wird im Winter aber eher nicht kommen. Man sondiere nur allgemein den Markt, erklärte Sportdirektor Klemens Hartenbach. Auch eine vorzeitige Rückkehr des verliehenen Zentrumsspielers Vincent Sierro, der beim Schweizer Erstligisten Sion seit Sommer stark aufspielt (18 Ligaspiele, acht Tore, drei Vorlagen), sei kein Thema.

Hannover 96 gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 22.12.2018

Keine Glanzleistung, aber keine Frage: Gemessen an den jüngsten Eindrücken steigerte sich 96 - und darf zum Lohn die Rote Laterne von Hannover nach Nürnberg weiterreichen. Dabei hatte diese schicksalträchtige Partie in Freiburg unter unglücklichen Vorzeichen gestanden und dann auch noch bitter begonnen. Zuerst meldete sich mit Niclas Füllkrug ausgerechnet ein Spieler ab, dessen vorübergehender Zwist mit Trainer André Breitenreiter im Training am vergangenen Sonntag die Nachrichten bestimmt hatte. Flüssigkeit, die sich am Abend zuvor im lädierten Knie des Stürmers gesammelt hatte, verhinderte einen Einsatz.

Im Spiel war es dann Kapitän Waldemar Anton, der mit einem unmotivierten Handspiel, dem der Elfmeter und das 0:1 folgte, für einen denkbar schlechten Start gesorgt hatte. Aber es war eben auch Nobody Hendrik Weydandt, der mit viel Engagement das Fehlen Füllkrugs in vorderster Linie ordentlich kompensierte, ehe er für Debütant Benjamin Hadzic (19) aus der eigenen U 23 Platz machte. Und es war Verteidiger Felipe, der nicht nur nach einem - endlich einmal wieder gefährlichen - Standard von Routinier Pirmin Schwegler zum Ausgleich traf, sondern der anschließend auch mit auffordernder Geste an seine Nebenleute zu Breitenreiter rannte und diesen an der Linie umarmte.

Denn natürlich stand in diesem Spiel auch der grundsätzlich beliebte, aber zuletzt glücklose Trainer im Blickpunkt. "Um mich geht es nicht, auch nicht um einen einzelnen Spieler", wollte dieser zwar im Vorfeld glauben machen, "es geht immer um das Gesamte. Um Überzeugung und Kontinuität." Doch spätestens mit seiner Androhung, bei weniger als drei Punkten aus den Begegnungen in Freiburg und nun gegen Düsseldorf die freien Tage zu Weihnachten zu streichen und durchzutrainieren, fokussierte sich vieles auf den Trainer und dessen Gebaren. War die Maßnahme als Reaktion auf die Situation nach den zuletzt blutleeren Heimspielen gegen Hertha (0:2) und Bayern (0:4) gedacht, so kann der konzentrierte Auftritt der Mannschaft im Breisgau als ein Signal gewertet werden, verstanden zu haben.

Neue Hoffnung. Ob 96 aber wirklich "urlaubsreif" ist, muss sich nun im Sechs-Punkte-Spiel am Samstag zeigen - beim Showdown im Abstiegskampf, der auch ein Entscheidungskampf für Breitenreiter sein könnte. Nur ein Sieg zählt. Um die eigene Punktevorgabe zu erfüllen. Und um im Kampf um den Klassenerhalt nicht gleich wieder an Boden zu verlieren. "Wir wollen ein anderes Gesicht zeigen, um uns von den direkten Anstiegsrängen zum Winter womöglich abzusetzen, zumindest aber nicht den Anschluss zu verlieren", hatte der Coach eingangs der englischen Woche verkündet. "Das ist unsere Aufgabe und unser Ziel. Und ich finde, das ist auch realistisch."

Den Platz auf der Tribüne tauschte Lutz Pfannenstiel während der Halbzeitpause mit einem Sitz am Spielfeldrand. Aus welcher Perspektive auch immer: Der frisch installierte Düsseldorfer Sportvorstand erlebte eine grandiose Vorstellung des Aufsteigers, der in Nuancen vielleicht noch stärker auftrat als neulich beim 3:3 in München. "Eine taktisch sehr kluge Leistung", resümierte Pfannenstiel. Und ergänzte: "Tolle Stimmung, viel Leidenschaft - für mich ein perfekter Einstand."

Noch vor einer Woche erlebte Fortuna die schwächste Hinrunde ihrer Bundesliga-Geschichte - mit den Siegen gegen Freiburg und Dortmund haben sich die Vorzeichen nun entscheidend geändert. Vor dem Hinrunden-Finale in Hannover holt sich das Team von Friedhelm Funkel als "Herbstmeister-Besieger" so richtig Schwung. "Das war eine außergewöhnliche Leistung. Wir haben wahnsinnig intensiv verteidigt", urteilt der Trainer und bemühte, ganz gegen sonstige Gewohnheit, eine eher moderne Fußball-Vokabel: "Unser Matchplan", findet Funkel, "ist großartig aufgegangen."

Es ist die Mischung zwischen intensiver Abwehrarbeit, auch mal auf eine Sechserkette gestützt, und mutigem Umschaltspiel, die der Fortuna nun den Erfolg gegen den Herbstmeister brachte. Im Zentrum also die Routine von Kapitän Oliver Fink, der zu Saisonbeginn enorm vermisst wurde, dazu die Umsicht und Robustheit von Rückkehrer Marcel Sobottka, der seit dem achten Spieltag wegen Beschwerden an der Patellasehne ausgefallen war. Zudem Kevin Stöger, der in zentraler Rolle immer wichtiger wird. Der Österreicher spult stets ein riesiges Pensum ab, ordnet das Spiel und ist der ideale Passgeber, auf dass die Fortunen im Umschaltspiel die Qualitäten ihrer schnellen Offensivspieler (Lukebakio, Usami, Raman) nutzen.

Das gelingt vor allem in den Heimspielen; alle vier Saisonsiege fuhren die Fortunen vor eigenem Publikum ein. Umso wichtiger wäre also zum Ausklang eine ansprechende Vorstellung beim direkten Konkurrenten in Hannover. "Bisher",
sagt Verteidiger Niko Gießelmann, gebürtiger Hannoveraner, "war es ja schon eine geile englische Woche. Die wollen wir am Samstag krönen und so leidenschaftlich spielen wie gegen Dortmund." Das hieße dann: drei Siege in einer Woche, volle Punktzahl, alle Neune!

Dabei gibt Funkel, bei aller Begeisterung über die beiden jüngsten Heimauftritte seiner Mannschaft, die Auswärtsschwäche zu denken, ohne eine Erklärung für die Ausrutscher in der Fremde zu finden. "Klar ist: Wenn wir in Hannover so schlecht spielen wie zuletzt auswärts", so Funkel, "dann verlieren wir."

Egal wie es ausgeht: Nach Weihnachten folgt die Analyse der sportlichen Leitung; dann wollen Pfannenstiel und Funkel beraten, für welchen Mannschaftsteil Verstärkung nötig ist. "Wir werden alles analysieren", kündigte der neue Sportvorstand an, "und dann entscheiden, was zu tun ist."

VfB Stuttgart gegen FC Schalke 04 im Livestream am 22.12.2018

Eigentlich war alles so, wie man es befürchten konnte. Sowohl für den VfB Stuttgart, der einmal mehr erfolglos eine Heimreise antreten musste. Als auch für Gonzalo Castro, der nach seinem schwachen Auftritt gegen Berlin wieder die Bank drücken musste. Während die Schwaben einen versöhnlichen Jahresabschluss mit einem Sieg gegen Schalke anpeilen, blickt der Hoffnungsträger des Sommers mit einem Auge schon auf 2019. Castro übt Selbstkritik und formuliert zugleich eine Kampfansage.

Genau genommen lief das Wolfsburg-Spiel für den VfB wie zuletzt so oft: eine streckenweise ordentliche Leistung, aber keine Punkte. Mit Offensivbemühungen, die dem Versuch einer Himalaja-Besteigung ohne Sauerstoff-Flaschen glichen. "Wir haben es nicht geschafft, den Gegner in Verlegenheit zu bringen", sagt Markus Weinzierl. "Die Ansätze waren da, aber der letzte Pass hat immer wieder gefehlt." Unterm Strich habe man "zwei Tore kassiert, die man nicht bekommen darf". Gegen Schalke glaube er aber an eine gute Chance zu punkten.

Die Chance, dass Castro dabei eine Rolle spielt, dürfte weniger gegeben sein. Das weiß auch der 31-Jährige, der sich und seine Situation selbstkritisch bewertet. "Ich wurde mit vielen Erwartungen geholt, die ich bis jetzt noch nicht bestätigt habe." Ein Fakt, der angesichts der Gesamtsituation zweitrangig ist. Für ihn zähle im Moment nur, "das eine Spiel zu bestreiten, neue Kräfte zu sammeln und im neuen Jahr wieder neu anzugreifen". Ein Neustart, eine Kampfansage und weit davon entfernt, sich zu beklagen. "Es ist schwer im Moment, generell, auch für die ganze Mannschaft", sagt der Deutsch-Spanier. "Es ist nicht entscheidend, ob ich spiele, sondern dass wir noch das eine Spiel gut bestreiten. Wenn du mit 17 Punkten die Hinrunde abschließt, dann bist du noch mal glimpflich davongekommen."

Antonis Aidonis hat dagegen allen Grund zur Freude. Das Abwehrtalent feierte nach seinem Kurzeinsatz in Nürnberg sein Startelfdebüt, ersetzte Andreas Beck (Knieprobleme) rechts defensiv und bekam Lob. "Für einen 17-Jährigen in so einer schwierigen Situation hat er eine ordentliche Partie gespielt", sagt Sportvorstand Michael Reschke. "Dass man von ihm offensiv jetzt keine Wunderdinge erwarten kann, ist klar." Für die können bisher schließlich alle Stuttgarter in dieser Saison nicht sorgen.

Schalke schlittert immer weiter in den Abgrund. Durch die Niederlage gegen Leverkusen, die bereits fünfte Heimpleite in dieser Saison, ist klar: Markus Weinzierl, nach einer verkorksten Saison 2017 auf Schalke gefeuert, kann den Vizemeister mit seinen Stuttgartern am Samstag auf Relegationsplatz 16 befördern.

Domenico Tedesco stand am Mittwoch zum 50. Mal in der Bundesliga an der Schalker Seitenlinie. Vor dem Anpfiff sagte er bei Sky, dass er diese Zahl bei den Königsblauen "in den kommenden Monaten und Jahren mindestens verdoppeln" wolle. Bleibt seine Mannschaft weiterhin derart hinter allen Erwartungen zurück, wird sich der Gegenwind verstärken. Eine Trennung in der Winterpause muss der 33-Jährige trotz der ernüchternden Hinrunde nicht fürchten. Der Klub ist nach wie vor überzeugt davon, in dem jungen Trainer den richtigen Mann für die Zukunft gefunden zu haben - der Vertrag war erst im Sommer vorzeitig bis 2022 verlängert worden. "Wir haben großes Vertrauen in ihn", sagte Sportvorstand Christian Heidel nach dem 1:2. "Ich würde mich schwertun, einen Trainer infrage zu stellen, den wir vor vier Monaten noch gefeiert haben." Spätestens bis zum nächsten Frühling sollte Tedesco sein Team aber aus den Niederungen der Liga geführt und im gesicherten Mittelfeld der Tabelle etabliert haben. Andernfalls droht die Trainerdiskussion auf Schalke Fahrt aufzunehmen, so sind nun einmal die Mechanismen.

Der Blick auf den Kader für die so wichtige Partie gegen Bayer 04 hatte derweil einmal mehr verdeutlicht: Schalke 04 und Sebastian Rudy - das ist bislang ein einziges großes Missverständnis. Zuletzt beim 1:1 in Augsburg war der mit 16 Millionen Euro teuerste S04-Einkauf dieses Sommers zur Pause ausgewechselt worden, gegen Leverkusen gehörte der WM-Teilnehmer zum ersten Mal überhaupt in der Liga nicht zum Aufgebot, obwohl er einsatzfähig gewesen wäre. Tedesco begründete das auch damit, dass Rudys "jüngsten beiden Spiele nicht so waren, wie wir uns das vorgestellt haben". Im Angriff musste der Coach erneut ursprünglich geschmiedete Pläne über den Haufen werfen: Cedric Teuchert fiel kurzfristig aus (Infekt). Haji Wright stürmte, immerhin gelang ihm mit dem Anschlusstreffer kurz vor der Pause Schalkes erstes Liga-Tor nach einer Ecke.

Hochemotional war das Vorprogramm verlaufen. Ganz Schalke nahm in der abgedunkelten Arena Abschied vom deutschen Steinkohlebergbau, das Steigerlied wurde von Klavierklängen untermalt und vom Ruhrkohle-Chor dargeboten, eine Choreographie auf den Rängen hochgezogen. Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies erinnerte in bewegenden Worten an das, wofür Bergleute seit Jahrhunderten stehen: bedingungslose Kameradschaft und nicht zuletzt die unerschütterliche Bereitschaft, zu "malochen", wie sie im Ruhrgebiet sagen. Genau diese Tugenden forderten die S04-Fans auch von den Spielern ihres "Kumpel- und Malocherklubs" ein, mit einem Erfolgserlebnis als Resultat. Sie wurden enttäuscht, mal wieder.

 
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