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FC Bayern München gegen Besiktas Istanbul im Livestream am 20.02.2018
Dienstag, 20. Februar 2018

Eine leichte Erkältung hinderte Kingsley Coman an der Dienstreise nach Wolfsburg, der Franzose blieb wie der geschonte James sowie der gelbgesperrte Arturo Vidal in München. „Wir müssen mal sehen, es ist nicht so schlimm“, wollte sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht festlegen, ob Coman am Dienstag gegen Besiktas wieder zur Verfügung stehen wird. Trainieren konnte er am Sonntag jedenfalls nicht. Coman oder Franck Ribery – das ist die spannendste Frage in Jupp Heynckes’ Aufstellungspuzzle. Hier der junge, aufstrebende Flitzer mit seinen 21 Jahren, dort der mit allen Wassern gewaschene Altstar, der im April 35 wird. Hoffnungsvolle Zukunft und glorreiche Vergangenheit treffen sich in der Gegenwart. Jupp Heynckes lässt sich nicht in die Karten blicken, wem er das Mandat erteilt. „Über Francks Stärken zu reden, ist überflüssig. Coman hat sich prächtig entwickelt. Er ist ein junger Spieler, der auch Zeit braucht, um sich in einigen Bereichen zu verbessern.“ Geht es nach der Statistik (siehe Infofläche), müsste sich Heynckes für Coman entscheiden. In der Bundesliga hängt er Ribery in fast allen Bereichen ab, er setzt sich mehr als doppelt so häufig in Dribblings durch, er ist schneller, seine Erfolgsquote bei Flanken liegt deutlich höher, die Passquote ebenfalls. Wichtige Kriterien für einen Flügel- spieler. Ribery punktet bei den Ballkontakten und den langen Pässen, die Erfahrung spricht freilich ebenfalls für ihn.

In der Champions League fällt ein Vergleich der beiden schwerer, da Ribery in der Gruppenphase nur zweimal – daheim gegen Anderlecht und PSG – zum Einsatz kam und jeweils ausgewechselt wurde. Für Jupp Heynckes ist die Wahl zwischen den beiden Luxus: „Schön, dass man eine Situation hat, in der man unter Umständen ein so wichtiges Spiel von der Bank entscheiden kann.“ Das Achtelfinale wird in der Champions League im aktuellen Modus seit 2003 gespielt, fünfmal mussten die Münch ner zuerst daheim ran. Dreimal siegten sie und kamen anschließend weiter, zweimal gab es ein Remis und im Rückspiel das Aus, zuletzt 2006 nach einem 1:1 gegen Milan. Die einzige Erfahrung mit Besiktas machten die Münchner 1997/98, als sie in der Gruppe beide Partien mit 2:0 für sich entschieden. Jetzt wollen sie im Hinspiel den Grundstein fürs Viertel finale legen, schließlich sorgt die Heimstärke für Selbstvertrauen. Der FCB gewann 19 der jüngsten 20 Partien in der Allianz Arena in der Königsklasse, lediglich im Viertelfinale der Vorsaison gab es gegen Real Madrid eine Heimniederlage (1:2). Unter Jupp Heynckes siegten sie in ihren vergangenen neun ChampionsLeague-Spielen. Serien, die ausgebaut werden sollen, der Respekt vor Besiktas ist dennoch vorhanden: „Sie haben ein paar Spieler, die sehr talentiert sind, deren Karriereweg aber vielleicht nicht hundertprozentig optimal gelaufen ist. Man hat gegen Leipzig gesehen, dass man Besiktas nicht unterschätzen darf“, warnt Thomas Müller, der das Vorgehen skizziert: „Mit dem Anspruch und der Gier, die wir in der zweiten Halbzeit in Wolfsburg gezeigt haben, wollen wir auch am Dienstag auftreten.“ Arjen Robben ergänzt: „Wir müssen auf dem Spielfeld immer die Organisation haben, nach vorne und nach hinten. Besiktas wird aber auf Konter lauern, da müssen wir aufpassen.“

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen nicht sein. Während der FC Bayern national einsam seine Kreise zieht, kämpft Besiktas um den Anschluss an die Spitze in der SüperLig. Aktuell nur Platz 4, das sind freilich nicht die Ansprüche des Meisters der Jahre 2016 und 2017. „Wir müssen uns hinterfragen, ob wir wirklich unser Bestmöglichstes geben“, sagte Linksaußen Ryan Babel, einst bei Hoffenheim, nach dem tristen 1:1 am Freitagabend bei Konyaspor. Atiba Hutchinson hatte zum 1:0 getroffen für Besiktas, das mit Ausnahme der eingewechselten Ricardo Quaresma und Alvaro Negredo seine Topelf ins Rennen geschickt hatte. Coach Senol Günes mahnt schon seit Wochen, dass sich seine Spieler nicht zu sehr auf das Achtelfinale in der Königsklasse konzentrieren sollen. „Ohne den Meistertitel werden wir demnächst solche großartigen Champions-League-Abende nicht haben. Manche Spieler müssen den Ernst der Lage erkennen. Es geht hier nicht nur darum, gegen Bayern zu glänzen.“ Einige Profis aber sind besonders motiviert vor dem ersten K.-o.-Spiel der Besiktas-Geschichte in der Champions League.

Man will den heimischen Kritikern beweisen, kein krasser Außenseiter gegen die Deutschen zu sein. Denn dass es in der Königsklasse besser geht als daheim in der Liga, hat Besiktas in dieser Saison mehrmals bewiesen, zum Beispiel bei den zwei Siegen gegen Leipzig in der Gruppenphase (2:0, 2:1). „Genau dieses Selbstbewusstsein und die taktische Marschroute, das Spiel zu bestimmen, müssen wir in München wieder abrufen“, erklärt Günes. Er weiß freilich, dass das gegen einen ballsicheren Gegner wie den FC Bayern ziemlich schwierig umzusetzten sein wird. Besonders defensiv wolle er sein Team dennoch nicht aufstellen, so Günes, sondern wohl weiter auf seine vier Offensivkräfte bauen. „Wir wurden schon oft unterschätzt. Soll es ruhig auch diesmal so sein“, sagt der brasilianische Mittelfeldstar Talisca, der von Benfica ausgeliehen ist und in der Champions League schon viermal traf. Er ist mit 24 der Jüngste vorn, während Quaresma, Babel, Negredo und der im Januar geholte Vagner Love allesamt schon jenseits der 30 sind. In München wollen sie eine reife Leistung zeigen.

FC Chelsea gegen FC Barcelona im Livestream am 20.02.2018

Getobt hat Alan Shearer nicht, als er das gesagt hat. Der beste Torjäger der Premier-LeagueHistorie ist schließlich mittlerweile ein neutraler TV-Experte. Aber mit Schärfe äußerte er seine Kritik schon: „Mit David Luiz in der Abwehr wird Chelsea nie wieder zu null spielen.“ Das Kalenderblatt zeigte den 24. September. 2016. Die Blues hatten 0:3 bei Arsenal verloren, katastrophal verteidigt. Auch David Luiz. Chelseas Trainer Antonio Conte hörte also auf Shearer, verbannte den Brasilianer fortan auf die Tribüne. Oder? Nein, Unsinn! Der Coach stellte aber von Vierer- auf Dreierkette um, opferte seinen rechten Außenverteidiger Branislav Ivanovic, und Chelsea ließ auf dem Weg zur Meisterschaft 15-mal kein Ge gentor zu. 15-mal in diesen Partien in der Startelf als Abwehrchef, oft bärenstark: David Luiz. An seiner Seite: Cesar Azpilicueta, rechts, und Gary Cahill, links. Als der Champion aus London nun im Sommer mit Andreas Christensen seine Leihgabe aus Gladbach zurückholte und zudem Antonio Rüdiger für 35 Millionen Euro aus Rom loseiste, obwohl angeblich Leonardo Bonucci das Ziel gewesen ist, schienen dies kluge Maßnahmen. Vor allem, um den Kader mit Blick auf die Cupwettbewerbe in der Breite zu verstärken. Wer sollte schon an diesem Trio kratzen? Die Antwort: Es demontierte sich zum Teil selbst. Zunächst zeigte Conte, dass er dem deutschen Confed-Cup-Sieger Rüdiger vertraute, er beorderte ihn zum Auftakt gegen Burnley in die Dreier-Abwehrreihe. Cahill hingegen flog vom Platz, nach 14 Minuten, David Luiz patzte doppelt, 2:3. Ein Nachmittag, der erahnen ließ, wie die Saison für die Blues, Cahill und den Lockenkopf aus Brasilien verlaufen sollte.

Azpilicueta übrigens beackerte in dieser Partie die rechte Bande, doch obwohl er keine TürsteherMaße aufweist, die man in einer Innenverteidigung vermutet, erkannte Conte, dass der Spanier dem Abwehrzentrum doch Stabilität verleiht – und zog ihn wieder zurück. Bis heute ist er dort quasi gesetzt, rechts in der Dreierkette. Rüdiger, der zu Saisonbeginn angekündigt hatte, sich als Neuzugang in ein funktionierendes Gebilde erst mal ein- oder gar unterzuordnen. spielte fortan meistens links, verdrängte mehr und mehr Cahill. Der Satz ist leicht geschrieben und gelesen, doch dahinter steckt Mut. Denn Conte urteilte, dass Cahill das Führungsvakuum, das John Terry hinterließ, nicht füllen konnte. Doch wir reden hier vom Kapitän und von einem Nationalspieler, einem englischen. Sein Einfluss auf die Kabine: riesig, ebenso der von Luiz. Die Einsätze von Cahill und Rüdiger halten sich die Waage – doch neulich, beim 1:4 in Watford, schlug das Pendel zu Rüdigers Gunsten aus. Weil Conte ihn auf der Bank ließ, Cahill aber alt aussah. Ebenso wie: David Luiz. Rüdiger war auf dem Weg zur festen Größe, und mit seiner Nicht-Berücksichtigung lag Conte daneben, wie beim 2:2 bei Arsenal zu Jahresbeginn, als es zwei Gegentore gab – trotz zuvor und danach insgesamt sieben Zu-null-Spielen Rüdigers. Und Christensen? Der Däne fehlte auch in Watford. Der ExGladbacher, den Dieter Hecking arg vermisst, spielt eine gute Saison, hat sich schneller entwickelt, als er das vermutete.

Gegen Barca und Juve überzeugte er in seiner Borussia-Zeit schon in der Champions League – die Klasse hätte er also, sich am Dienstag Lionel Messi und Co. in den Weg zu stellen. Losgelöst von subjektiven Eindrücken sprechen auch die Fakten für eine Dreier-Abwehrreihe mit Azpilicueta, Christensen und Rüdiger: 19 Punkte, und damit deutlich die meisten, holte Chelsea in der Liga in dieser Formation, schluckte zudem nur drei Gegentore in sieben Spielen, verlor nie. Aber: In der Champions League ließ Conte dieses Trio noch nie starten. Da Barca sich nicht mehr ausschließlich im Tiki-Taka über das Feld bewegt, sondern mit Gerard Piqué, Luis Suarez und seit dieser Saison Paulinho gerade bei Standards über eine mächtige Luftwaffe verfügt, wird Conte sich aber nun zweimal überlegen, ob er mit Rüdiger auf seinen kopfballstärksten Defensivspieler verzichtet. Der Deutsche ging zwar, wie alle anderen, beim 0:3 in Rom in der Gruppenphase mit unter, doch eben im Roma-Trikot lieferte er einst auch ein starkes Match gegen Messi. Christensens Plus gegenüber David Luiz, mal abgesehen von besseren Zweikampf- und Passquoten und weniger Fouls in der Champions League, ist seine Ruhe am Ball, der zappelige Irrwisch streut zwar zuweilen tolle Pässe ein, doch im Kerngeschäft patzt er, was ihn öfter aus Chelseas Ketten-Karussell fliegen ließ und auch sein WM-Ticket kostet, auf das die anderen vier nahezu sicher hoffen dürfen. Conte sagt über Christensen: „Er zeigt mit 21 Jahren Reife und Persönlichkeit.“ Doch David Luiz hat mit Chelsea die Champions League 2012 gewonnen, Cahill ebenso. Die beiden nun gegen Barca, an der Stamford Bridge, draußen zu lassen – diese Entscheidung wird zum Politikum.

Wenn es ohne das Duo schiefgeht, zerpflückt die Boulevardpresse Conte, der eh am Abgrund spaziert. Logik darf da keiner erwarten. Bei Cahill kommt hinzu: Hulls Ryan Mason muss nach einem unglücklichen Zusammenprall mit ihm 2017 nun seine Karriere beenden, das nagt an Cahills Psyche. Menschlich, aber eben schlecht vor einem Match wie gegen Barca. Generell braucht Chelsea viel mehr Konstanz. Und vor allem starke Sechser. Tiemoué Bakayoko floppte bisher zu oft, selbst N’golo Kanté kann nicht jeden Ball alleine ablaufen. Cesc Fabregas wieder öfter an seiner Seite zu platzieren wäre schlau. Denn in der Gruppenphase ließ Chelsea acht Gegentore und 63 Schüsse zu, mehr als zehn pro Partie, gewann nur 48,2 Prozent seiner Zweikämpfe. Drei Werte, die Barca nicht zittern lassen. Die Blues brauchen eine starke Defensive, zudem Eden Hazard in Topform. Sonst könnte es bitter werden. David Luiz als zweiter Sechser, Azpilicueta doch auf rechts oder links sowie eine Dreierkette mit Cahill, Christensen und Rüdiger? Es wäre eine Option, doch das Quintett unterzubringen. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Der FC Chelsea eben.

Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig im Livestream am 19.02.2018
Montag, 19. Februar 2018

In der Hinrunde fristete Danny da Costa ein Schattendasein. An den ersten beiden Spieltagen kam er zu Kurzeinsätzen als Joker, anschließend fiel er wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel längerfristig aus, feierte erst kurz vor Weihnachten beim Pokalspiel in Heidenheim sein Comeback. Zuletzt in der englischen Woche zeigte der 24-jährige Neuzugang aus Leverkusen, was in ihm steckt: Gegen Mainz und Köln stand er erstmals in der Startelf und marschierte die rechte Seite rauf und runter. „Jeder hat die Chance. Man sieht das bei Danny: Der war für viele gar nicht da, jetzt ist er da und bietet eine Topleistung“, lobt Trainer Niko Kovac. Setzt er wie in den zurückliegenden beiden Partien auf zwei Außenbahnspieler und zwei hängende Spitzen an der Seite des Mittelstürmers, verfügt die Eintracht über eine äußerst dynamische Flügelzange. Links vorne zählt Ante Rebic zu den schnellsten Spielern der Liga, seine Topgeschwindigkeit: 34,62 km/h. Hannovers Ihlas Bebou, der mit 35,25 km/h den Ligarekord hält, ist nur unwesentlich schneller. Doch auch Rechtsaußen Marius Wolf (33,7 km/h) und Timothy Chandler (33,25 km/h), der die linke Seite beackert, sind ziemlich flott unterwegs. Dass bei da Costa bisher „nur“ 32,11 km/h gemessen wurden, liegt wohl an der geringen Spielzeit. „Danny hat es super gemacht, er kommt von hinten mit Druck und ist ein sehr schneller Spie ler“, sagt Wolf und erklärt: „Wenn so jemand hinter dir spielt, hast du natürlich auch mehr Räume in der Offensive.“ Ob sich da Costa in der ersten Elf festgespielt hat, bleibt dennoch abzuwarten. Kovac lässt sehr vari abel agieren. Stellt er vom 3-4-2-1 auf ein 3-5-2 mit drei zentralen Mittelfeldspielern um, wäre wohl kein Platz mehr für das 1,86 Meter große Kraftpaket, denn dann würde Wolf auf dem rechten Flügel den Vorzug erhalten.

Trotz des geplatzten Winterwechsels hat Offensivtalent Umaro Embalo (16) möglicherweise doch noch eine Zukunft in Leipzig. Auf die Frage, ob es für Embalo eine Hintertür gebe und der Transfer eventuell im Sommer nachgeholt werde, sagt Ralf Rangnick: „Ich kann die Frage nicht mit einem kompletten Nein beantworten, aber es ginge nur, wenn der Grund, weshalb es jetzt nicht geklappt hat, von der anderen Seite anders bewertet wird.“ Der Transfer scheiterte am 31. Januar wegen Differenzen in Provisionsfragen. Rangnick bestand darauf, Berater Catió Balde erst nach Embalos Volljährigkeit zu honorieren, weil entsprechende Zahlungen bei Transfers von Minderjährigen untersagt sind. Mit Benfica Lissabon hatte man sich auf die Ablöse (15 Millionen Euro plus Boni) geeinigt. „Es gab für uns keine Alternative zum Abbruch der Verhandlungen, weil wir keine Dinge machen, die nicht konform gehen mit den Bestimmungen“, sagt der Sportdirektor. Sportlich sei man nach wie vor davon überzeugt, dass der Kapitän der portugiesischen U 17 sehr gut zu RB passe. Bei Offensivmann Nicolas Kühn (18) war dies nicht der Fall, deshalb verkaufte RB das Eigengewächs im Winter für zwei Millionen Euro an Ajax Amsterdam. „Er ist ein hochtalentierter Spieler, aber einer, der eher über den Ballbesitz-Fußball kommt und auch selber kommen möchte. Wir haben gemeinsam erkannt, dass das nicht mit unserer Spielphilosophie einhergeht“ begründet Rangnick den Transfer. Man habe ihn „zu Ajax ziehen lassen, weil der dortige Fußball besser zu ihm passt“.

Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund im Livestream am 18.02.2018
Sonntag, 18. Februar 2018

Sie sind deutsche Nationalspieler, Teamkollegen bei Borussia Dortmund – und sie sind Freunde: Marco Reus, Mario Götze und André Schürrle verbindet eine jahrelange Beziehung, die über das Berufliche hinausgeht. Sogar lose verabredete Treffen im Urlaub, etwa in den USA, gehören gelegentlich zum Freizeitprogramm des Trios. Nur gemeinsam Fußball spielen hat man die drei Kumpel in den vergangenen anderthalb Jahren selten gesehen. Das vergangene Wochenende bildete da keine Ausnahme: Bei Dortmunds 2:0 gegen den HSV wurde Götze für Reus eingewechselt, Schürrle spielte durch – und legte in der Nachspielzeit Götze zum ersten Mal seit dem WMFinale 2014 wieder ein Tor auf. Dabei sind die Bedingungen für gemeinsame Auftritte seit dem Sommer 2016 eigentlich ideal: Damals schlossen sich Götze und Schürrle dem BVB an und trafen dort auf ihren Kumpel Reus. Doch einzig beim Bundesligaspiel in Mainz am 29. Januar 2017 standen alle drei gemeinsam für den BVB auf dem Rasen. Das Duo Götze/Reus gab es seit Juli 2016 neben dem Mainz-Spiel nur noch zweimal (73 gemeinsame Minuten), die Kombination Reus/Schürrle sechsmal (309 gemeinsame Minuten), am häufigsten liefen Götze und Schürrle zusammen auf (428 Minuten in elf Einsätzen). „Krass“ findet Götze diese Statistik, deren Ursache in den häufigen Verletzungen und Erkrankungen der drei Offensivspieler liegt.

Immer wieder wurden so ihre Planspiele durchkreuzt, gemeinsam in Schwarz-Gelb die gegnerischen Abwehrketten durcheinanderzuwirbeln. Jetzt allerdings sind alle drei gleichzeitig fit. Kommt es also zur Wieder-Vereinigung? Die drei Protagonisten können es jedenfalls kaum erwarten. „Wir haben mehr als nur ein Arbeitsverhältnis“, sagt Götze, der nach auskurierten Rückenproblemen zurück in die Startelf drängt, im Gespräch. „Wir stehen gerne zusammen auf dem Platz. Deswegen wird es Zeit.“ Der nach achtmonatiger Verletzungspause zurückgekehrte Reus stimmt ihm zu und sagt: „Wir haben selbst schon geflachst, dass wir so selten zusammenspielen. Es ist mal wieder an der Zeit, gemeinsam guten Fußball zu zeigen.“ Doch ist es auch sinnvoll, das Trio gemeinsam auf Torejagd zu schicken, oder läuft Dortmund dann Gefahr, die Defensive zu vernachlässigen? BVB-Trainer Peter Stöger sieht kein „HorrorSzenario“ darin, die primär offensiv orientierten Reus, Götze und Schürrle gemeinsam aufzustellen. „Ich bin weit entfernt davon, es als ausgeschlossen zu bezeichnen“, sagt er, „denn wenn sie annähernd wieder das bringen, was sie schon einmal gezeigt haben, steht außer Frage, dass sie auch gemeinsam spielen können.“

Stöger stellt allerdings eine klare Bedingung: „Das kann nur funktionieren, wenn wir im Umschaltspiel relativ schnell eine gute Organisation zusammenkriegen. Du darfst nicht permanent in gefährliche Situationen kommen.“ Es ist eine nachvollziehbare Auflage des auf defensive Stabilität bedachten Österreichers. Und eine, die Götze für durchaus erfüllbar hält. „Jeder von uns weiß, was er zu tun hat, offensiv wie defensiv. Ich sehe das total entspannt“, sagt er, „wenn ich der Trainer wäre, würde ich es jedenfalls entspannt sehen.“ Dann muss er aber selbst lachen angesichts der überraschenden Verkäufer-Qualitäten, die er in seinem Plädoyer für einen gemeinsamen Einsatz offenbart. Taktisch sind die Optionen vielfältig, das Trio gemeinsam unterzubringen und dadurch das zuletzt oft ideenlose Angriffsspiel zu beleben. So könnten Reus und Götze in einem 4-1-4-1 als Doppel-Acht bzw. Doppel-Zehn agieren und Schürrle über den Flügel angreifen. Auch ein 4-2-3-1 mit der Dreierreihe Schürrle-Götze-Reus hinter Stürmer Michy Batshuayi ist vorstellbar. Oder – für den Fall, dass Batshuayi passen muss – ein 4-4-2 mit Reus und Schürrle im Sturm und Götze dahinter. Viele Möglichkeiten – jetzt müssen sie nur noch gesund bleiben.

FC Augsburg gegen VfB Stuttgart im Livestream am 18.02.2018

So schnell geht’s vom einen Extrem ins andere. Während Manuel Baum in der Hinrunde einen 33-köpfigen Riesenkader bei Laune halten musste und meist ein Dutzend gesunde Profis auf der Tribüne schmorte, werden aktuell fast alle gebraucht. Zuletzt in Leipzig war Youngster Kilian Jakob der einzige einsatzfähige Feldspieler mit Profivertrag, der es nicht ins 18er-Aufgebot schaffte. Gegen den VfB Stuttgart wird sich daran voraussichtlich nicht viel ändern. Die Reihen haben sich gelichtet: Acht Reservisten verließen den FCA im Januar, anschließend brachen durch die Suspendierung von Daniel Opare sowie die Verletzungen von Alfred Finnbogason und Jeffrey Gouweleeuw drei Stammkräfte weg. Die Zahl der Alternativen hat sich deutlich verringert, Baums Kader weist plötzlich sogar Engpässe auf. Zum Beispiel bei den Außenverteidigern, wo Opare rechts gesetzt und links als Ersatz eingeplant war. Sollte Philipp Max ausfallen, steht mit dem 20-jährigen Jakob nur noch ein Linksverteidiger zur Verfügung, der bislang lediglich ein Zweitligaspiel und 30 Regionalligapartien vorzuweisen hat.

Als Alternativen für den verletzungsanfälligen Raphael Framberger nennt Baum Innenverteidiger Christoph Janker und Offensivspieler Jonathan Schmid. Ein zweiter Spezialist für rechts hinten fehlt, weshalb Simon Asta aus der U 17 derzeit bei den Profis trainiert. „Die Jungen müssen an ihren Aufgaben wachsen. Das ist der Weg, zu dem wir uns bekennen“, betont Baum. Aus seiner Sicht habe sich durch die acht Abgänge im Winter nur die Größe des Kaders verändert, nicht die Qualität. Fest steht: Die Ausfälle der Leistungsträger Finnbogason und Gouweleeuw hätte der FCA auch mit 33 Mann im Kader nicht gleichwertig kompensieren können. Dong-Won Ji, der nach Darmstadt verliehen wurde, weil er für eine WM-Teilnahme mit Südkorea unbedingt Spielpraxis wollte, hätte für die Offensive aber zumindest eine wertvolle Alternative werden können. Auch für den Fall eines Ausfalls von Caiuby, der immer wieder Kniebeschwerden hat und aktuell bei vier Gelben Karten steht. Dass Baum mit all diesen Fragen gelassen umgeht, ist verständlich. Denn noch hat der FCA kein echtes Problem. Allzu viel darf in den nächsten Wochen aber nicht passieren.

Endlich, so schien es, haben sie sich gefunden: Mario Gomez und Daniel Ginczek, das neue Traumpaar im Sturm des VfB Stuttgart. Doch wie gegen Gladbach gewonnen, so beim FC Augsburg zerronnen? Kaum vereint, schon getrennt? Den Nationalstümer hat die Grippe erwischt. Zwar spricht man von einem leichten Infekt, doch die Sorge bleibt, dass das G&G-Duo Gomez/ Ginczek gesprengt werden könnte. Hoffnung macht allen Beteiligten jedoch die Tatsache, dass die Partie bei den bayrischen Schwaben erst am Sonntag stattfindet. Mit jedem Tag, jeder Stunde, die der Aufsteiger später antreten muss, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Gomez doch gesund und fit und einsetzbar wird. Auch wenn der 32-Jährige, der vom VfL Wolfsburg an den Neckar zurückgekehrt ist, bisher mal durchwachsene, mal gute, mal bessere Spiele, aber noch nicht seine Bestform zeigen konnte: Der Angreifer ist für den VfB elementar wichtig. Seit seiner Verpflichtung war er am Eigentor von Niklas Stark gegen Berlin (1:0) entscheidend beteiligt, traf beim 1:1 in Wolfsburg und konnte eine Vorarbeit zum 1:0 über Gladbach für sich verbuchen. „Mario Gomez ist ein Topstürmer und genau die Persönlichkeit, die wir vorne brauchen, und die nötig ist, um die Klasse zu halten. Mit ihm und den Spielern drumherum haben wir die Mannschaft, von der ich sicher bin, dass wir unsere Ziele erreichen“, meinte jüngst Klubchef Wolfgang Dietrich, der vermutlich hofft, dass die „Spieler drumherum“ den drohenden Ausfall ihres Stürmerstars kompensieren könnten.

Tayfun Korkut, der obendrein kein Freund von Personalwechseln ist, hofft sehr auf die rechtzeitige Rückkehr seines Stars. „Unter meiner Regie wird es keine Wechsel von Woche zu Woche geben“, hat der neue VfB-Trainer bereits betont, dem sich für den Fall der Fälle mehrere Möglichkeiten böten, darauf zu reagieren: Der 43-Jährige könnte beim zuletzt erfolgreichen 4-4-2 bleiben und den schwäbischen Patienten durch Allzweckwaffe Christian Gentner ersetzen. Schon in Wolfsburg hatte der erfahrene Mittelfeldspieler versucht, zeitweise neben und hinter seinem Freund und Stürmerkollegen das gegnerische Aufbauspiel zu stören und das eigene zu optimieren. Korkut könnte Gomez aber auch eins zu eins mit einem echten Angreifer neben Ginczek ersetzen. Mit Chadrac Akolo oder Anastasios Donis, die allerdings unter dem neuen Chef Startschwierigkeiten haben und wenig bis gar nicht zum Einsatz kamen. Sie wären außerdem prädestiniert, die linke Offensivseite von Gentner zu übernehmen, damit der VfB-Kapitän das Zentrum stärkt. „Die Mittelachse ist wichtiger als alles andere“, so des Trainers Motto. „Da müssen wir die nötige Stabilität haben.“

FC Schalke 04 gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 17.02.2018
Samstag, 17. Februar 2018

Nur vier Zähler aus den ersten fünf Rückrundenspielen haben die Schalker eingeheimst, am Samstag im direkten Duell mit Verfolger TSG Hoffenheim könnten sie erstmals seit dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen im September aus den Europacup-Rängen rutschen. Eine alarmierende Tendenz. Die Sorge bei den Königsblauen wächst, dass sie nach ihrer famosen Hinrunde (Tabellenzweiter) am Saisonende mit leeren Händen dastehen. Das hätte auch wirtschaftliche Folgen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Schalker aktuell eine Saison ohne eigene Europacup-Abende ertragen müssen, haben sie das Geschäftsjahr 2017 mit einem Verlust abgeschlossen – nach zweimaligen Rekordzahlen 2015 (264,5 Millionen Euro Umsatz, 22,5 Millionen Euro Gewinn) und 2016 (265,1/29,1). Details zu der vollständigen Bilanz 2017 sind noch nicht bekannt, Schalke 04 wird sie in den nächsten Wochen offiziell vorstellen.

Bereits bei der im September veröffentlichten Halbjahresbilanz zeichnete sich der Verlust jedoch schon ab, die Gelsenkirchener rechneten da für das Gesamtjahr mit Umsatzerlösen von rund 237 Millionen Euro und einem Jahresfehlbetrag von rund 14 Millionen Euro. Um die Einnahmen wieder aufzupolieren, wäre eine Qualifikation für die Champions League eigentlich unabdingbar. Die Europa League kann auch lukrativ sein, ein so großer Klub wie Schalke würde mit Geldern aus diesem Wettbewerb aber eher keine entscheidenden Sprünge machen können. Zwar ist Schalkes letzter Auftritt in der Königsklasse schon recht lange her (Achtelfinal-Aus gegen Real Madrid im März 2015), die einstigen Rekordzahlen resultierten jedoch vor allem aus den Verkäufen von Julian Draxler, der sich im Sommer 2015 für 36 Millionen Euro dem VfL Wolfsburg anschloss, und Leroy Sané, für dessen Wechsel zu Manchester City Schalke ein Jahr später so viel Geld einstrich wie nie zuvor für einen Spieler (50 Millionen). Der Ruhrpott-Klub investiert aktuell stark in seine Infrastruktur, fährt auf sportlicher Ebene aber auf Sparflamme. Die Basis-Kaderkosten wurden inzwischen um rund 30 Millionen Euro auf 48 Millionen drastisch reduziert – unter anderem sind Großverdiener wie Klaas Jan Huntelaar, Eric Maxim Choupo-Moting, Sidney Sam und Benedikt Höwedes (an Juve ausgeliehen) von der S04-Gehaltsliste verschwunden. Hohe Einnahmen aus Spielerverkäufen sind nicht zu erwarten, schon in der Winterpause drehte Sportvorstand Christian Heidel bei seiner Shoppingtour jeden Euro zweimal um.

Gut gelaunt, völlig aufgeräumt und komplett optimistisch. Der äußere Eindruck will so gar nicht passen zum unerfreulichen Gesprächsrahmen. Schließlich steckt Havard Nordtveit in der tiefsten Krise seiner Karriere. Sieben Millionen Euro ließ sich die TSG ihren Königstransfer vor dieser Saison kosten, sieben Spiele nacheinander schaffte es der 27-Jährige zuletzt nicht mal mehr in den Hoffenheimer Spieltagskader. Acht Einsätze in der Liga kann der als sofortige Verstärkung eingeplante Defensivspieler erst vorweisen. Auch international in der Europa League und in der Champions-League-Qualifikation hinkte der vermeintliche Leistungsträger meilenweit den Erwartungen hinterher. „Ich habe zum Glück eine Familie mit Kindern, die sind alle gesund. Das relativiert den Blick auf den Fußball und stärkt mich mental“, verrät der trotz aller Probleme in sich ruhende Norweger und erinnert an schwierige Phasen bei West Ham in England oder auch in Gladbach. „Nichts in meiner Karriere war einfach für mich. Aber diese Erfahrungen helfen mir jetzt. Und machen mich stark. Fußball ist manchmal hart. Da musst du durchhalten, ruhig bleiben, Geduld haben. Stress macht da keinen Sinn. Viele Spieler machen den Fehler, in einer solchen Situation zu viele negative Gedanken zu haben.

Es ist nicht immer einfach, aber ich habe eine positive Haltung.“ Die soll ihm wieder in die Spur helfen. Der Nationalspieler kann schließlich nicht alles verlernt haben. Doch die unter Trainer Julian Nagelsmann komplexen Anforderungen, kaum geregeltes Training in der Europacupphase, der holprige Start und das schwindende Selbstvertrauen brachten eine Abwärtsspirale in Gang. Mit Nagelsmann pflegt er „einen offenen Dialog, er weiß, es ist eine schwierige Zeit für mich. Aber wir sind uns einig, dass meine Zeit wieder kommen wird. Dann werde ich mit Stolz zurückblicken auf diese schwere Phase, die ich dann gemeistert habe“. Nordtveit prophezeit das mit einer Überzeugung die Zweifeln fast keinen Raum lässt. Aber die gibt es. Schließlich offenbarte der einst so Zuverlässige massive Defizite in Zweikampfführung, Stellungsspiel und Schnelligkeit. „Ich habe die letzten Wochen gut trainiert“, versichert das 1899er Sorgenkind, „ich werde das Niveau wieder erreichen, weswegen ich geholt wurde.“ Fragt sich nur, wann? „Ich kann nicht sagen: In zwei Wochen will ich Stammspieler sein. Ich gehe von Tag zu Tag“, erklärt Nordtveit, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft, „ich fühle mich sehr gut, ich könnte auch 90 Minuten durchspielen, das wäre kein Problem. Aber es macht keinen Sinn, sich unter Druck zu setzen.“ Nur in einem ist er sich sicher: Diese Misere wird ein Happy End haben. „Absolut, zu hundert Prozent. Ich kann mit meiner Erfahrung dieser jungen Mannschaft noch helfen“, beteuert Nordveit, „der Wikinger kommt zurück.“ Man ist geneigt, ihm zu glauben.

SC Freiburg gegen Werder Bremen im Livestream am 17.02.2018

Es gibt diese Spielertypen, deren Wert für die Mannschaft vielen erst so richtig bewusst wird, wenn sie fehlen. Nicolas Höfler gehört eindeutig dazu. „Er ist mit ein Herzstück der Mannschaft“, sagt Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach über den dienstältesten Profi des SC, der seine Rückenprobleme überwunden hat und für das Spiel gegen Werder Bremen am Samstag wieder eine Option für die Startelf ist. „Er hat sich über Jahre eine besondere Position erarbeitet. Wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben sind, dass er den Großteil eines Spiels mit voller Fitness bestreiten kann, dann ist er ein Spieler, den das Trainerteam auf dem Platz haben möchte“, deutet Hartenbach das Luxus-Problem in der Mittelfeldzentrale an, das Coach Christian Streich durch die Rückkehr des 27-Jährigen nun lösen muss. Vor seiner Verletzung war der Stratege gesetzt, weil er wesentlich für den Rhythmus im Freiburger Spiel mitverantwortlich ist und die Mitspieler durch seine Ballsicherheit und Präsenz besser macht – eben ohne dass es groß auffällt oder er selbst glänzt. In seiner Abwesenheit allerdings überraschte das Duo Amir Abrashi und Robin Koch – Streich hat also drei Optionen:

Höfler/Abrashi: Das in der 2. Liga gesetzte Duo startete im ersten Spiel nach dem Ausfall von Mike Frantz – bis sich Abrashi nach 28 Minuten in Leverkusen (0:4) verletzte. Von den drei Kandidaten weisen sie die beste Zweikampfquote und die meisten abgefangenen Bälle auf – gegen offensive Mannschaften sicher ein Vorteil. Allerdings haben beide Defizite in Sachen Geschwindigkeit. Koch/Abrashi: In den fünf Spielen seit der Winterpause ließ Trainer Streich bislang immer dieses Duo agieren – mit Erfolg: Bis zum Auftritt in Hannover kassierte Freiburg so keine Niederlage und sammelte trotz der starken Gegner Leipzig, Dortmund und Leverkusen 1,2 Punkte im Schnitt. Ein Plus ist die Laufstärke des Duos, Koch und Abrashi kommen zusammen im Schnitt fast auf 25 Kilometer pro Spiel. Höfler/Koch: Das Urgestein und der gelernte Innenverteidiger agierten noch nie zusammen in der Zentrale – könnten am Samstag aber durchaus ihre Premiere feiern. Ein Vorteil von Koch gegenüber Abrashi: Der 21-Jährige ist bei Offensivstandards gefährlicher (2 Saisontore). Die beste Ausbeute erreichte übrigens ein viertes Duo: Höfler und Janik Haberer (fünf Spie le, 2,2 Punkte im Schnitt). Haberer wird nach seiner Gelbsperre allerdings auf dem Flügel ebenso zurückerwartet wie Urgestein „Chicco“ Höfler im Zentrum, wenn es nach Hartenbach geht: „Ich kann mir eine schlechtere Konstellation vorstellen, als dass Chicco und Janik wieder mitspielen können.“

Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen im Livestream am 17.02.2018

Gegenwart und Zukunft erscheinen hoffnungslos in diesen Wochen. Zumindest der Blick in die Vergangenheit aber spendet ein wenig Zuversicht, gerade auch vor dem Gastspiel der aktuell für diesen HSV übermächtigen Leverkusener. Vor rund einem Jahr hatten die Hanseaten die ersten beiden Partien nach der Winterpause gegen Mitkonkurrenten verloren, waren wie jetzt Vorletzter mit damals zwei Zählern Rückstand auf Rang 16, als ein Heimspiel gegen Bayer 04 anstand. Jens Todt erinnert nicht nur wegen des guten Ausgangs der Partie (1:0) an damals. „Es gibt klare Parallelen“, sagt der Sportchef. „Beide Ausgangspositionen sind vergleichbar.“ Als „äußerst gefährlich“ stuft Todt diese ein, „denn die Spiele werden immer weniger“. Dennoch sagt er: „Es ist immer noch aufzuholen. Nur müssen wir jetzt damit anfangen.“ Dass es gegen einen spielstarken Favoriten geht, sieht Todt nicht zwingend als Nachteil an.

Die besseren der drei Spiele unter Bernd Hollerbach hat der HSV in Leipzig und Dortmund bestritten, auch vor einem Jahr wurde Leverkusen aus der Außenseiterrolle heraus niedergekämpft. „Dieses Spiel“, weiß der 48-Jährige, „war damals unsere Initialzündung für eine erfolgreiche Rückserie.“ Klar ist: Bleibt diese am Samstag aus, müssen die Planungen für die 2. Liga verstärkt in Angriff genommen werden. Ebenso unumstößlich steht fest: Urgestein Dennis Diekmeier wird in der kommenden Spielzeit, unabhängig vom Ausgang der laufenden, nicht mehr dazugehören. „Sein Berater hat uns informiert, dass Dennis unser Vertragsangebot nicht annehmen wird“, sagt Todt. Volker Struth hatte in der Bild die Laufzeit zum Knackpunkt erklärt, nachverhandelt indes wird nicht. Der HSV hatte Anfang Dezember einen Zweijahresvertrag offeriert und kurz vor Weihnachten finanziell, aber nicht hinsichtlich der Laufzeit nachgebessert. „Wir werden jetzt nicht mehr verhandeln“, erklärt der Sportchef, der damit den zweiten Stammspieler ablösefrei verliert: Nachdem der Aufsichtsrat im Herbst einen neuen ausverhandelten Kontrakt für Nicolai Müller wegen eines Kreuzbandrisses abgelehnt hatte, scheint auch dessen Abschied klar, wie Todt andeutet: „Es gibt aktuell keine Gespräche.“

Nach 25 Spielen mit je mindestens einem Treffer blieb Bayer zuletzt zweimal torlos. Parallel dazu wartet Torjäger Kevin Volland seit fünf Pflichtspielen auf ein Tor. „Logische“ Schlussfolgerung: Der Grund für das Zwischentief ist gefunden. Der Statistik sei Dank! Oder doch nicht? Spiegelt sich nicht vielmehr an Volland wider, was Bayer gerade widerfährt? Egal, ob der Gegner tief steht (Mainz), schnell umschaltet (Freiburg) oder früh attackiert (Berlin), bewirkt er mit extrem aggressivem Spiel immer dasselbe: Bayers Sturmmaschinerie stockt. Gegen Freiburg und Berlin spuckte sie nur je fünf Chancen aus. Tiefstwert. 2018 ist die Chancenzahl pro Spiel im Schnitt gegenüber der Hinrunde von 7,5 auf 6,6 gesunken. Die Zahl der Torschüsse hingegen erreichte bei beiden Nullnummern mit 15 den höchsten Wert 2018. Was den Eindruck bestätigt, dass Bayer seine Angriffe zu selten bis zu einer klaren Chance durchspielt und öfter aus der Distanz abschließt. Wobei wir wieder bei Volland (zehn Treffer) wären. Dieser kommt seit vier Spielen viel seltener zum Abschluss. Nur alle 71 statt wie zuvor alle 42 Minuten. „Ich spiele jetzt natürlich etwas weiter hinten. Aber es wird wieder Spiele geben, in denen ich zu mehr Chancen komme“, sagt Volland, der nicht wirklich mit der Position hadert, schließlich spielt er gerne hängend und wies in der Hinrunde auch im Duett mit Mittelstürmer Lucas Alario bessere Werte auf.

Am ackernden Volland liegt es aber nicht. Vielmehr hängt Bayers Spiel stark von Schlüsselspielern wie Leon Bailey ab. Der Dribbler, über Monate überragend, agiert derzeit normal. Fehlen dann wie gegen Berlin mit Aranguiz und dem verletzten Lars Bender noch zwei Akteure in der Elf, die als Strategen und Stabilisatoren eine herausragende Runde spielen, entpuppt sich Bayer natürlich nicht mehr als eindeutiges Topteam. Zumal die Konkurrenz wie gesagt ein Gegenmittel gefunden hat. „Die Gegner versuchen, unsere spielerische Qualität durch Härte zu unterbinden“, sagt Heiko Herrlich. Der Trainer muss an Antworten arbeiten. Das Spiel beim HSV wird ein Gradmesser, wie Jonas Boldt weiß, der fordert: „Wir müssen das so annehmen wie in Freiburg und hoffen, dass es nicht so ausartet wie bei den letzten Partien in Hamburg. In den vergangenen Jahren war Fußball zu spielen dort schwer möglich.“ Deshalb appelliert der Manager Richtung Referees: „Das permanente Unterbrechen, das Fußballzerstören, darf nicht das Prä haben vor dem Gedanken, Fußball spielen zu wollen.“ Ob Bayer diesmal Lösungen gegen einen extrem aggressiven Gegner findet? Zuletzt blieb man dreimal ohne Tor beim HSV.

VfL Wolfsburg gegen FC Bayern München im Livestream am 17.02.2018

Sind es andernorts Festtage, wenn der FC Bayern zu Gast ist, so droht dem VfL Wolfsburg ein Trauerspiel auf allen Ebenen. Sportlich präsentierten sich die Niedersachsen zuletzt kaum gewappnet für den Spitzenreiter, und auch der Rahmen wird einem Kampf David gegen Goliath nicht angemessen sein. Teile der Wolfsburger Fans haben schlicht die Nase voll, wollen die Unterstützung einstellen und in den Protest ziehen. Endzeitstimmung macht sich breit. Dabei hatte sich Trainer Martin Schmidt nach der Pleite in Bremen (1:3) noch den „Schulterschluss mit der Stadt und den Fans“ gewünscht. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffen in Wolfsburg ohnehin große Lücken. Der VfL, daran hat sich nichts geändert, hat ein Strukturproblem. Der Aufsichtsrat sowie die seit dem Aus von Klaus Allofs geschrumpfte und eh nur noch aus zwei Personen bestehende Geschäftsführung besitzt keine Fußballkompetenz. Sportdirektor Olaf Rebbe fehlt als 39-jährigem Quereinsteiger naturgemäß die Erfahrung. Bleibt der Trainer, der in dieser Konstellation die meiste Ahnung von der Materie haben dürfte, aber dennoch das schwächste Glied in der Kette darstellt. Und so kommt es, dass wieder einmal das Ende in Sicht ist. In der Tabelle. Und für die sportliche Führung, der schleunigst die Wende gelingen muss.

Die Probleme sind hausgemacht. Wider besseres Wissen wurde im Sommer an Trainer Andries Jonker festgehalten – und dieser nach vier Spieltagen durch Schmidt ersetzt. Richtete Jonker alles auf Ballbesitzfußball aus, so will sein Nachfolger lieber kontern lassen. Dazwischen taumelt ein Kader, der sich durch Ungereimtheiten auszeichnet. Der Trainer hat durch personelle Rochaden und fragwürdige öffentliche Analysen an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Auch Rebbe schafft es nicht, der schwachen Außendarstellung entgegenzuwirken. Und so überrascht es kaum, dass über mögliche Nachfolger für beide Posten beratschlagt wird. Ein heiß diskutierter Name ist nach kickerInformationen Horst Heldt, der Manager vom Nachbarn aus Hannover. „Mir ist davon bislang nichts bekannt“, sagt der 48-Jährige, der in Wolfsburg – wie auch bei 96 geplant – zum Geschäftsführer aufsteigen könnte, auf kicker-Nachfrage. Kontakt gibt es offiziell noch nicht – und er erscheint auch wenig erfolgversprechend. 96-Präsident Martin Kind (siehe auch Seite 20) betont mit Verweis auf die kürzlich erst getätigte Absage an den 1. FC Köln: „Meine Position ist klar.“ Deshalb müsste sich der VfL zwangsläufig mit anderen Möglichkeiten beschäftigen. Auch Jörg Schmadtke, der Aachen, Hannover und Köln nach Europa geführt hat, ist hochangesehen. Ein möglicher Trainerkandidat ist Jens Keller, der zuletzt bei Union Berlin entlassen wurde. Keller spielte von 1995 bis 1998 für den VfL, stieg mit ihm in die Bundesliga auf und war 1997 Kapitän.

Wenigstens das Fieber war am Donnerstag wieder weg. Vier Tage lang hatte Jupp Heynckes in seinem Münchner Hotelzimmer geschwitzt, Professor Dr. Roland Schmidt, ein Internist, versorgte ihn täglich medizinisch. Die für Mittwoch geplante Rückkehr in den Trainingsbetrieb verschob der noch immer heftig hustende Bayern-Coach auf diesen Donnerstag. „Ich muss auf die Spieler aufpassen“, sagt der grippekranke Heynckes, „ich möchte sie nicht anstecken.“ In Wolfsburg möchte der Cheftrainer des FC Bayern allerdings wieder die Geschicke von der Bank aus leiten. Für diese Partie stehen ihm – bis auf Manuel Neuer und den gelbgesperrten Arturo Vidal – sämtliche Profis gesund und fit zur Verfügung. Eine Konstellation ohne jeden verletzten Feldspieler „gab es lange nicht mehr“, sagt Heynckes und lobt „das Zusammenwirken aller“ – die Spieler für ihr gewissenhaftes und professionelles Verhalten, die Ärzte, Physios und Fitnesstrainer, „die alle ihre hohe Fachkompetenz einbringen“. Heynckes praktiziert das eigenverantwortliche Teamwork und fördert damit die Motivation seiner Mitarbeiter sowie die innerbetriebliche Atmosphäre. Bei den Klub-Oberen wurden die positiven Veränderungen im täglichen Trainingsbetrieb sehr wohl registriert – und dass Heynckes lediglich einen Mann seines Vertrauens mitbrachte, Peter Hermann (65). Ein Antonio Conte hingegen hat eine zehnköpfige Gruppe an Mitarbeitern beim FC Chelsea installiert, wie sie an der Säbener Straße wissen.

Dort haben sie gerade mit Carlo Ancelotti und seiner Crew unerfreuliche Erfahrungen gemacht: Der Heynckes-Vorgänger hatte Paul Clement und seinen Sohn Davide als Assistenten an seiner Seite, dazu den Schwiegersohn Mino Fulco als Ernährungsberater sowie Giovanni Mauri und dessen Sohn Francesco als Fitnessbeauftragte. Als Clement im Januar 2017 zu Swansea City wechselte, holten die Münchner Macher Willy Sagnol als Partner Ancelottis. Künftig soll ein FCB-Cheftrainer lediglich noch seinen Assistenten sowie vielleicht einen Spezialisten für die Fitness mitbringen dürfen – die Fachleute für Analyse, Spielbeobachtung, Physiotherapie sowie auch die Fitness hat der FC Bayern in Qualität und Quantität im eigenen Haus. Torwarttrainer Toni Tapalovic (37) ist die Konstante. Zum Vergleich: Als Thomas Tuchel 2015 in Dortmund seine Stelle antrat, machte er den BVB-Bossen klar, dass es den Trainer Tuchel ausschließlich im Paket gebe, also mit dem Assistenten Arno Michels, dem Fitnessmann Rainer Schrey sowie dem Videoanalysten Benjamin Weber. Heynckes hatte allein auf Hermann und Gerland beharrt. Bei Pep Guardiola waren es 2013 der persönliche Berater Manel Estiarte, Co-Trainer Domenec Torrent, der Videoanalyst Carles Planchet sowie Lorenzo Buenaventura für die Physis gewesen.

Eine solche Übernahme wie unter Guardiola und Ancelotti soll es künftig beim Rekordmeister nicht mehr geben, vielmehr wieder das früher höchst erfolgreiche Modell umgesetzt werden: Der Großteil des für die Mannschaft zuständigen Personals kommt aus dem Verein. Der mangelhafte körperliche Zustand, wie ihn Ancelottis Getreue zu verantworten hatten, wurde unter Heynckes’ Trainingssteuerung be hoben. „Außerdem spielt die Rotation eine Rolle“, sagt der Coach selbst. Heynckes vertritt gnadenlos das Prinzip, zuvor angeschlagene Spieler erst einzusetzen, wenn jedes Risiko eines Rückfalls minimiert ist. „Die Spieler sind da nicht immer begeistert, aber sie akzeptieren es“, sagt der Trainer. „Ich setze sie nicht zu früh ein, sie müssen erst eine ansprechende Verfassung haben.“ Thiago ist der jüngste Fall. Nach fast drei Monaten Pause scharrte er schon mit den Stollen und erfuhr von seinem Coach, „dass es nun auf eine oder zwei Wochen auch nicht mehr ankommt“. In Wolfsburg soll der spanische Mittelfeldspieler, so der Plan, sein Comeback geben. Mit Blick auf den Start in die K.-o.-Phase der Champions League am Dienstag gegen Besiktas steht in dieser Liga-Begegnung ein größerer Personalaustausch an. Mats Hummels, David Alaba, Thomas Müller, Franck Ribery, Arjen Robben und Robert Lewandowski sind Kandidaten für eine Pause.

Gegen Istanbul wird es ohnehin einige Härtefälle geben. Die Defensive mit Ulreich im Tor und Kimmich, Boateng, Hummels und Alaba in der Viererkette steht, genauso sind Javi Martinez als Sechser, Arturo Vidal als halblinker Achter sowie Robert Lewandowski als Neuner gesetzt. Spannend wird die Besetzung des halbrechten Achters sowie der beiden Flügel. Obwohl Heynckes die 90 Minuten gegen Schalke nur im TV verfolgen konnte, ist ihm klar, „dass man in der Rückwärtsbewegung gegen große Mannschaften so nicht spielen kann“. Krasse Ballverluste ermöglichten gefährliche Konter, Robben und Ribery konnten sich zudem im Dribbling nicht richtig durchsetzen, James zeigte wenig Elan für die Läufe nach hinten. Deshalb ergeben sich zwei Fragen: Behält Müller, der unter Heynckes wieder den verdienten Status der Unverzichtbarkeit genießt, die Position im halbrechten Mittelfeld, damit auch vermehrt die defensiven Aufträge? Oder rückt er nach rechts außen, wo er es auch kann? Und wer darf links ran: Routinier Ribery oder Herausforderer Kingsley Coman?

 
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