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FC Schalke 04 gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 20.01.2019
Sonntag, 20. Januar 2019

Eines kann Domenico Tedesco niemand absprechen: Den Mut, Spieler auf ungewohnten Positionen einzusetzen, weil er entsprechendes Potenzial in ihnen sieht. Hier mal drei Beispiele: Den defensiven Mittelfeldspieler Benjamin Stambouli schulte er erfolgreich zum Verteidiger um. Aus Offensivspieler Max Meyer machte Schalkes Trainer einst einen formidablen Sechser. Und Franco Di Santo wurde vom Mittelstürmer zum Zehner umfunktioniert. Tedescos aktuelles Projekt: Er will aus Angreifer Mark Uth seinen neuen Mittelpunkt in zentraler Rolle hinter den Spitzen formen.

Di Santo hat seine Sache als pressender Zehner nicht schlecht gemacht. Aber erstens strahlte er - wie schon als Nummer 9 - keinerlei Torgefahr aus, zweitens zählt der Argentinier nicht mehr zu Tedescos Kader. Der Trainer hat den 29-Jährigen ausgemustert, eine Lücke auf der zentralen Position entsteht dank Uth nun aber nicht.

Bei der TSG Hoffenheim sorgte Uth als Angreifer für Furore, avancierte in der Vorsaison mit 14 Toren und neun Vorlagen zum zweitbesten deutschen Scorer hinter Thomas Müller (8/16). Auf Schalke deutete sich aber in der Hinrunde schon an, dass Tedesco Uths Stärken nicht nur in der vordersten Reihe sieht. Im Champions-League-Spiel bei Galatasaray agierte Uth bereits als offensiver Mittelfeldspieler, ging weite Wege und initiierte Tormöglichkeiten. Mit Blick auf die Rückrunde dürfte das eine häufigere Lösung sein. Alternativen für die Position sind vor allem Spieler wie Suat Serdar, Nabil Bentaleb und Alessandro Schöpf.

Vorbesprochen ist das Ganze bereits, Tedesco hat Uth detailliert in seine Pläne eingeweiht. Auf Nachfrage erläutert Tedesco: "Ich glaube, dass Mark aufgrund seiner Anlagen auf der Zehnerposition noch etwas besser aufgehoben ist." Tedesco lobt Uth dafür, dass dieser "die Räume gut erkennt und sich gut zwischen den Linien bewegt. Er bringt zudem die technischen Voraussetzungen mit. Er kann den finalen Pass spielen, hat aber auch einen prima Torabschluss." Uth selbst hat kein Problem mit der Umorientierung, im Gegenteil. "Der Trainer musste keine Überzeugungsarbeit leisten. Ich kann noch mehr ins Spiel eingreifen und Freiräume schaffen", sagt Uth. An verringerte Torgefahr glaubt er nicht: "Den Mann, der aus der zweiten Reihe kommt, vergisst der Gegner häufig."

Seit Dienstag herrscht Klarheit: Topscorer Daniel Ginczek fehlt dem VfL Wolfsburg mit einer Bandverletzung im Sprunggelenk bis ins Frühjahr hinein. "Das ist ein Schock", sagt Teamkollege Admir Mehmedi, "eins zu eins ist Daniel nicht zu ersetzen." Die Frage, mit der sich die VfL-Verantwortlichen nun beschäftigen: Muss Ersatz her? Die Abwägung der Chancen, Risiken und Möglichkeiten läuft.

"Wir haben einen wichtigen Spieler verloren", betont Bruno Labbadia. "Natürlich willst du gerne einen Ersatz." Ein nachvollziehbarer Wunsch des Trainers, der freilich auch um die komplizierte Realisierbarkeit weiß. "Gibt es überhaupt jemanden? Und kann man es bezahlen?" Gleichwohl fürchtet der Coach um einen nicht von der Hand zu weisenden Nachteil im Kampf um die internationalen Ränge. Ginczek, mit fünf Toren und drei Vorlagen der Topscorer, war ein wichtiger Faktor im VfL-Spiel. Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer sichten den Markt, sehen jedoch auch die Risiken. Einerseits spielt die Wirtschaftlichkeit in Wolfsburg unter diesem Duo wieder eine größere Rolle, der Kader und die Ausgaben müssen verkleinert werden. Zudem müssen sie abwägen: Würde eine weitere Offensivkraft sofort helfen? Was macht sie mit der endlich geschaffenen Homogenität im Team? Schließlich plant der Klub im Angriff auch perspektivisch mit Ginczek, Wout Weghorst und Admir Mehmedi, die allesamt bis 2022 unter Vertrag stehen. "Wir machen sicher keine Ad-hoc-Nummer", sagt Manager Schmadtke. "Ich habe Vertrauen in unseren Kader."

Die erste Tendenz geht deshalb in die Richtung, auf das vorhandene Personal zu setzen. Darauf, dass sich etwa Felix Klaus, nach Schambein-OP noch ohne Bundesligaminute für den VfL, als wertvolle Verstärkung erweist, dass Spieler wie Josip Brekalo und Renato Steffen einen weiteren Schritt machen. Wahrscheinlich ist dann eine Rückkehr zum 4-3-3-System, weil es im 4-4-2 zu Weghorst und Mehmedi im Angriff keine Alternative mehr gäbe.

Weitere Negativnachricht: Josuha Guilavogui brach das Training ab und fehlt wohl auf Schalke. Der Kapitän, gerade erst von einem Kreuzbandriss genesen, zog sich eine Zerrung im hinteren Oberschenkel zu.

FC Nürnberg gegen Hertha BSC im Livestream am 20.01.2019

Mikael Ishak gehörte zu den Gesichtern des Nürnberger Aufstiegs. Im Trainingslager in Benahavis wies Trainer Michael Köllner jedoch auf die ausbaufähige Quote des Torjägers hin, schließlich traf der Schwede nur zweimal in der Hinrunde. Dennoch gehört der 25-Jährige zu den Hoffnungsträgern für das Erreichen des Klassenerhalts. Sportvorstand Andreas Bornemann nennt diese Gleichung: Ein fitter Ishak trifft auch das Tor, schließlich habe der Stürmer im Herbst mal wieder mit einer Blessur zu kämpfen gehabt, dieses Mal mit einer Innenbanddehnung im Knie. Vorbei und überwunden, die kurze Vorbereitung absolvierte Ishak problemlos, in den beiden Testspielen blieb er jedoch blass.

Gesetzt sollte er dennoch sein, auch wenn Ishak im Vergleich zu seinen Konkurrenten Adam Zrelak und Törles Knöll keineswegs überall die besten Werte aufweist. So braucht Ishak 8,5 Schüsse für ein Tor, Zrelak (ebenfalls zwei Saisontore) 5,5, Knöll (1) nur 4,0, er kam allerdings auf die geringste Einsatzzeit. Ishak ist schneller und besser im Passspiel als das Herausforderer-Duo, auffällig ist seine geringe Anzahl an Zweikämpfen. Er bestreitet nur 8,9 pro 90 Minuten, Zrelak fast doppelt so viele.

Vergleicht man Ishak mit den Angreifern der übrigen Bundesligisten, wird schnell klar, dass den FCN der Schuh offensiv drückt bzw. die Angreifer in der Luft hängen. So verzeichnet Ishak mit 28 Ballkontakten pro 90 Minuten von allen Stammspielern in der Liga den niedrigsten Wert. Und er kommt nur alle 52 Minuten zum Torschuss, dies unterbietet nur Hannovers Bobby Wood mit 57.

Kein Wunder, dass Bornemann weiter nach Neuzugängen fahndet. Eine garantierte Verstärkung zu kaufen wird bei dem knappen Budget schwierig, also rücken Leihgeschäfte in den Fokus. Entscheidend dabei für den Club: Der Spieler muss seine Qualität schon mal vor nicht allzu langer Zeit nachgewiesen haben, dazu soll der abgebende Verein dies zu wohlwollenden Konditionen tun, etwa durch eine niedrige Gebühr. Milde gestimmt sind Klubs diesbezüglich aber oft erst ganz am Ende einer Transferperiode, wenn die Zeit drängt.

RB Leipzig gegen Borussia Dortmund im Livestream am 19.01.2019
Samstag, 19. Januar 2019

Am vergangenen Sonntag feierte Willi Orban im Testspiel von RB Leipzig gegen Wolfsberg (1:0) ein persönliches Erfolgserlebnis: Er köpfte das Siegtor. Gegen den österreichischen Erstligisten bot RB-Coach Ralf Rangnick indes eher seine zweite Garnitur auf. Tags zuvor gegen Galatasaray Istanbul (1:1) hatte die Formation gespielt, die der für den Punktspielstart gegen Dortmund sehr nahe kommen dürfte: mit Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté in der Innenverteidigung.

Orban bleibt angesichts dessen jedoch gelassen. "Da mache ich mir keine Sorgen", sagt der Leipziger Kapitän, der seine Situation im Konkurrenzkampf in der zentralen Abwehr wie folgt einschätzt: "Die ist wie in der Hinrunde auch. Wir haben in der Innenverteidigung sehr viel Qualität, das ist klar. Aber ich habe in der Hinrunde viel gespielt, und ich gehe davon aus, dass ich auch in der Rückrunde viele Einsätze haben werde." Im ersten Saisonabschnitt stand Orban in 21 der 31 Leipziger Pflichtpartien auf dem Platz (jedes Mal Startelf).

Gegen die Hochgeschwindigkeits-Offensive des BVB setzt Rangnick unter Umständen auf Konaté und Upamecano, die gegenüber Orban Tempovorteile haben. Konatés Topspeed beträgt 34,35 km/h, Upamecanos 34,57. Orban (31,47) hat andere Vorzüge: Ruhe (auch am Ball), Zweikampfgeschick (nur alle 87 Minuten ein Foul), gutes Stellungs- und Kopfballspiel. Und er unterliegt wenigen Schwankungen. Deshalb sagt er: "Ich habe so viele Jahre unter Ralf Rangnick gespielt, ich brauche ihm meine Qualitäten nicht extra zeigen. Er kennt sie perfekt. Er kennt mich sehr gut und weiß, dass er sich auf mich verlassen kann."

Orban schaut lieber auf das große Ganze - etwa auf Samstag. Gegen Teams wie den BVB "tun wir uns leichter", sagt er, "eine offensive Spielweise des Gegners kommt uns entgegen. Die Vorfreude überwiegt in unserer Truppe. Nach solchen Begegnungen weißt du direkt, wo du stehst". Orban versprüht Zuversicht: "Wenn wir sehr wachsam verteidigen und effizient nach vorne spielen, haben wir eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen."

Nach acht Zugängen, für die Borussia Dortmund im vergangenen Sommer fast 100 Millionen Euro nur an Ablösesummen investierte, hat Michael Zorc am Montag mit Leonardo Balerdi (19) den neunten Neuen verpflichtet, "schon als Vorgriff auf die nächste Saison", wie der Sportdirektor betont. Der argentinische Innenverteidiger, für den der Tabellenführer einen Sockelbetrag von 15,5 Millionen Euro an Boca Juniors überweist, ist der Vorbote einer weiteren Einkaufswelle: Zorc hatte nie einen Zweifel daran gelassen, dass für den ambitionierten BVB-Neustart zwei Sommer-
Transferperioden nötig sein würden.

Dass dabei aber noch einmal so tief ins personelle Gefüge geschnitten wird wie vor einem halben Jahr, gilt als wenig wahrscheinlich. Außer Balerdi, der einen Vertrag bis 2024 signierte, bieten sich die Verpflichtungen eines offensiven Außenbahnspielers für den abwandernden Christian Pulisic (zum FC Chelsea), eines Stürmers und eines Außenverteidigers an - sowie eines defensiven Mittelfeldspielers für den Fall, dass Julian Weigl woanders eine neue Herausforderung suchen sollte. In der Favoritenposition für die Pulisic-Nachfolge: Gladbachs Thorgan Hazard.

Besondere Sorgfalt dürfte der BVB bei der Suche nach einem weiteren Außenverteidiger walten lassen. Egal, ob Achraf Hakimi sein bevorzugtes Einsatzgebiet wie zuletzt auf der linken oder doch auf der rechten Seite haben wird - auf der dann anderen Seite besteht jeweils eine Unterdeckung. Der wiederholt als Nothelfer eingesetzte Abdou Diallo hat im Gegensatz zu seinen Auftritten im Abwehrzentrum als linker Verteidiger nicht überzeugen können.

Bei dem bisher nur ausgeliehenen Marokkaner Hakimi besteht weiter zumindest eine kleine Hoffnung, ihn über das Leihende (2020) hinaus fest verpflichten zu können. Auf eine Kaufoption hatte sich Real Madrid nicht eingelassen. Hakimi brachte viel Dynamik ins Dortmunder Spiel, er sammelte in der Bundesliga und der Champions League schon sieben Scorerpunkte (ein Tor, sechs Assists) und wurde als bester Nachwuchsspieler Afrikas ausgezeichnet.

Sein neuer Abwehrkollege Balerdi hat Dortmund bereits wieder verlassen, um mit Argentiniens U-20-Nationalmannschaft an der Südamerika-Meisterschaft teilzunehmen. Ihn angesichts der aktuellen Abwehrnöte schon beim Rückrundenstart ins kalte Wasser zu werfen, hatte Trainer Lucien Favre nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Neben Ömer Toprak wird in Leipzig wohl Weigl die Kastanien aus dem Feuer holen müssen - ungeachtet aller Bedenken, dass ihm das aggressive Leipziger Pressing nicht behagen könnte.

Leverkusen gegen Mönchengladbach im Livestream am 19.01.2019

Wie viel Offensivpersonal verträgt eine Elf? Diese Frage stellt sich, wenn man auf das 4-3-3 von Peter Bosz blickt, in dem hinter dem Dreiersturm (Bailey, Volland, Bellarabi) zwei extrem nach vorne orientierte Spielertypen mit Kai Havertz und Julian Brandt agieren. Letzterer stellt (im Vergleich zu Heiko Herrlichs 4-2-3-1) auf seiner neuen Position im halblinken offensiven Mittelfeld die Symbolfigur für Bayers neue Offensivausrichtung dar.

Bislang war der Nationalstürmer meist auf den Außen gefragt, wobei er diese gerne gen Zentrum verließ. "Julians Stärke liegt in seinem guten Gefühl für Räume, für Kombinationen auch auf engem Raum. Er hat seine Tore oft aus Halbpositionen gemacht", erklärt Sportdirektor Simon Rolfes, "die zentrale Position liegt ihm auch. Er kann Mitspieler einsetzen. Und aus dieser Position heraus hat er mehr Kombinationsmöglichkeiten." Brandt, der gerne Bälle durchsteckt, bieten sich nun mehr Optionen zum Abspiel. Zu Linksaußen Bellarabi, dem aufrückenden Linksverteidiger Wendell, Spitze Volland und Nebenmann Havertz, die alle in unmittelbarer Nähe agieren. Ein Pluspunkt der Bosz-Idee.

Gerade vom Zusammenspiel mit Havertz erhofft sich Rolfes viel: "Sie sind gute Freunde. Gerade auf gestalterischen Positionen ist es wichtig, wenn du dich verstehst, wenn du weißt, was der andere macht. Das kann für uns ein interessantes Duo sein. Man braucht immer ein starkes Zentrum. Die beiden können ein Teil davon sein." Bei seinem starken Auftritt gegen Zwolle (3:1), als er zwei Tore auflegte und vor dem 2:0 einem Konter mit Volland viel Speed verlieh, gefiel Brandt (22) nicht nur Rolfes als Beschleuniger der Bayer-Offensive.

Doch glückt die Balance? Brandt, der in der Hinrunde kritisiert wurde, da er den Rückwärtsgang nicht immer fand, steht statt eines zweiten Sechsers auf dem Feld. Kann das defensiv klappen? Rolfes betont: "Da sind alle gefragt, dass man eng steht, es keine großen Räume gibt. Julian auch. In diesem Bereich kann er sich mit Sicherheit weiterentwickeln. Aber das ist alles zu schaffen."

Bosz ("Das ist kein Problem. Es müssen alle elf offensiv, aber auch defensiv denken") fördert und fordert Brandt in neuer Position. Eine Entscheidung, die die etwas ins Stocken geratene Entwicklung Brandts beschleunigen könnte. "Er kann da auch den nächsten Schritt machen", sagt Rolfes, "das traue ich ihm absolut zu."

Die Spezialmaske ist eingemottet. Einen besonderen Gesichtsschutz benötigt Matthias Ginter nach dem Ende November erlittenen Bruch der Augenhöhle nicht mehr. "Alles ist gut verheilt. Die Verletzung bereitet mir keine Probleme mehr. Ich habe auch keine Angst, voll in die Zweikämpfe und Kopfballduelle reinzugehen", berichtet Ginter. Grünes Licht also vom Nationalspieler, der sich in den Tests in Schwung gebracht hat und insgesamt vier Halbzeiten spielte. "Wichtig waren dabei die 90 Minuten gegen Standard Lüttich. Körperlich konnte ich das Tempo bis zum Ende durchhalten. Die Einsatzzeiten im Verlauf der Vorbereitung haben gereicht, um richtig Tritt zu fassen."

Im Borussen-Lager ist man hocherfreut über die rechtzeitige Rückkehr des bis zur Verletzung überragenden Abwehrchefs. Denn auf die Fohlen wartet am Samstag der "Bosz-Hammer" mit Leverkusens geballter Offensivwucht. Gerade die Defensive wird einer extremen Stabilitätsprüfung unterzogen, darauf stellt sich auch Ginter ein. "Wir sind gewarnt vor der Art, wie Peter Bosz Fußball spielen lässt. Ich denke, es wird ähnlich sein wie zu seiner Zeit bei Borussia Dortmund. Dazu noch die Offensivpower, die sowieso in der Leverkusener Mannschaft steckt - das wird eine Heraus-
forderung für uns", sagt Ginter.

Bange ist ihm vor dem Härtetest aber nicht. "Wir sind gerüstet für diese Aufgabe. Und wir werden versuchen, unser Spiel auch auswärts auf den Platz zu bekommen. Ich denke, wir dürfen uns auf ein schönes und attraktives Spiel freuen."

In Leverkusen wird auch die Frage beantwortet, ob Borussias Mittelachse zu Beginn der Rückrunde schon wieder steht. Ginter, der am Samstag seinen 25. Geburtstag feiert, war schließlich nicht die einzige Säule, die der Mannschaft vor der Winterpause weggebrochen war. Auf der Acht fehlte Jonas Hofmann (Hüftverletzung) über mehrere Wochen und konnte beim Hinrundenfinale in Dortmund (1:2) nur noch für ein paar Minuten reinschnuppern. Auf der Neun musste Lars Stindl (Sprunggelenkverletzung) ersetzt werden. Die Rückkehr des Trios verspricht eine Qualitätssteigerung im Gladbacher Spiel. "Auswärts wollen wir in der Rückrunde zulegen", erklärt Ginter, "da ist Bayer gleich eine gute Prüfung."

Hannover 96 gegen Werder Bremen im Livestream am 19.01.2019

Er ist in Hannover nicht irgendwer. Erst vorigen Montag machte André Breitenreiter, der mit seiner Familie in Altwarmbüchen vor den Toren der Stadt zu Hause ist, im kicker-Interview keinen Hehl aus seiner Verbundenheit zu 96. "Es ist mein Heimatverein, bei dem ich groß geworden bin." Auch Martin Kind schätzt Breitenreiter abgesehen von der fachlichen Kompetenz. "Er identifiziert sich stark mit dem Verein und der Aufgabe hier", sagte der Klubboss seinerzeit im August, als der 2019 auslaufende Vertrag kurz vor Saisonbeginn bis 2021 verlängert wurde.

Jahr für Jahr ist darin eine Steigerung des Gehalts vorgesehen, neben zusätzlichen Kompetenzen gäbe es besondere Boni für Erfolge wie den Einzug in den Europacup. Kurz: Das Papier spiegelt die besondere Beziehung wider. Vor der ersten schweren Probe stand sie im Dezember, als nach schwachen Heimspielen gegen Hertha (0:2), Bayern (0:4) und Düsseldorf (0:1) wenig Hoffnung blieb. Kind und Manager Heldt hätten ihm "in persönlichen Gesprächen den Eindruck der hundertprozentigen Überzeugung vermittelt und das Vertrauen ausgesprochen", betonte Breitenreiter gerade. Andererseits wurde professionell und pflichtbewusst der Trainermarkt auch nach Kandidaten für den Turnaround sondiert.

Trotz elf Punkten und Rang 17 fiel aber der Entschluss, angesichts knapper Kassen nicht in mehrere Personalien zugleich, sondern allein in die dringende Kaderverstärkung zu investieren, was dann auch geschah. Eine Entlassung Breitenreiters hätte eine siebenstellige Abfindung gekostet - exakt so hoch ist zugleich die Ablöse, die 96 erhielte, machte der 45-Jährige von einer ebenfalls festgeschriebenen Ausstiegsklausel Gebrauch.

Eine gegenseitige Absicherung für alle Fälle - ganz wie in einem Ehevertrag, aber nur im ersten Jahr gültig. Wird der Trainer von einem Interessenten abgeworben, würde der Klub entschädigt werden. Käme Hannover dagegen doch zu der Überzeugung, vorzeitig handeln zu müssen, würde Breitenreiter die Trennung finanziell ordentlich versüßt. Egal, wie es zwischen 96 und Breitenreiter erst einmal weitergeht: Zumindest eine Seite wird mit Sicherheit als Gewinner hervorgehen.

FC Augsburg gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 19.01.2019

Trainer haben manchmal einen anderen Blick auf ein Spiel als der große Rest der Zuschauer. Das 0:0 des FC Augsburg gegen Leipzig am 8. Spieltag blieb vielen Beobachtern wohl als zerfahrenes Gebolze in Erinnerung, kein Spielfluss, kein Unterhaltungswert. Michael Gregoritsch gab hinterher herzerfrischend ehrlich zu: "Als Fan hätte ich ganz laut gepfiffen."

Manuel Baum hingegen erklärte die Partie kurze Zeit später zur "Benchmark", zum Maßstab also. Der Grund: Augsburg ließ defensiv kaum etwas zu und blieb erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Baums Vorgabe hat das Team in den folgenden neun Spielen jedoch nicht mehr erreicht, die Sehnsucht nach der Null wurde in den tristen Wochen vor Weihnachten immer größer. Beim Auftakt ins Jahr 2019 gegen Düsseldorf soll sie endlich gestillt werden.

Eine sichere und verlässliche Defensive ist Baums oberste Prämisse für die Rückrunde. Von der Stabilität der Vorsaison, als Augsburg insgesamt neunmal zu null spielte, war die Mannschaft in der Hinrunde weit entfernt. 29 Gegentore zur Winterpause sind zu viele für eine sorgenfreie Saison, nur die Nachbarn im Tabellenkeller - Düsseldorf (33), Stuttgart, Hannover (beide 35) und Nürnberg (38) - kassierten mehr.

Für die Anfälligkeit hat Baum verschiedene Gründe ausgemacht: eine überdurchschnittliche Häufung von individuellen Patzern; Fehlerketten, die sich von vorne nach hinten durchzogen; mangelnde Konsequenz und Cleverness in einzelnen Spielphasen. Auffällig war das Phänomen der Gegentore durch Konter nach eigenen Großchancen (gegen Nürnberg, Hoffenheim und Stuttgart),
obwohl Augsburg in diesen Situationen in Überzahl verteidigte.

Diese Schwächen gilt es abzustellen. Einen Anlass, die Taktik grundlegend zu verändern, sieht Baum indes nicht. Das Pressing habe funktioniert und sei von keinem Gegner ausgespielt worden. Augsburg will variabel bleiben, zwischen hohem Anlaufen und tiefem Verteidigen wechseln. Die bekannten Abläufe wurden verfeinert, mit besonderem Fokus auf Wachsamkeit und konsequente Zweikampfführung. Ungünstig war, dass mit Philipp Max (Magen-Darm-Infekt), Jeffrey Gouweleeuw und Martin Hinteregger (beide Leistenproblem) drei Viertel der Viererkette (große) Teile der Vorbereitung verpassten. Gegen Düsseldorf fehlt mit Rani Khedira (Gelbsperre) eine zentrale Stammkraft in der Defensive.

Keine idealen Voraussetzungen also, um zu Hause mal wieder erfolgreich zu sein. Als einziges Team der Liga schaffte Augsburg in der Hinrunde nur einen Dreier vor eigenem Publikum. Magere zwei Siege aus den jüngsten 14 Heimspielen sind eine miese Bilanz. Die Fans haben Sehnsucht, es muss ja nicht unbedingt schön sein.

Dass die Parteien sich nach turbulenten Tagen am Dienstag nun doch auf einen neuen Vertrag verständigten, war letztlich keine Überraschung mehr. Friedhelm Funkel, der im Fall des Klassenverbleibs also bis 2020 Trainer der Fortuna bleibt, wird gewiss in der Gehaltsklasse steigen. Und es sieht so aus, als hätte Robert Schäfer seine Lektion gelernt.

In angemessenen Worten räumte der Fortuna-Boss jedenfalls seinen "Fehler" ein. Dass er aber zu Verhandlungen über einen Vertrag, den er eigentlich gar nicht wollte, quasi gezwungen werden musste, legt den Schluss nahe: Mehr als eine fragile Zweckgemeinschaft besteht nicht zwischen Schäfer und Funkel, was sich aber auf den sportlichen Bereich nicht zwingend negativ auswirken muss.

Denn der freudigen Gefolgschaft seiner Spieler kann sich der Trainer-Routinier gewiss sein. Es sei, "als würde das Familien-Oberhaupt gehen", hatte Keeper Michael Rensing angesichts des drohenden Trainer-Abschieds gesagt. Adam Bodzek hatte kritisch registriert, dass nicht mal der Mannschaftsrat um eine Einschätzung zur Lage gebeten wurde; hier hätte Schäfer die Auskunft erhalten, dass das Team gerne weiter mit Funkel arbeiten will.

So äußert sich auch Kapitän Oliver Fink, der beteuerte, die Mannschaft würde für Funkel "durchs Feuer gehen". Den Kapitän, der wegen Achillessehnenbeschwerden die Sommervorbereitung und weite Teile der Hinrunde verpasste, bezeichnet Funkel ohnehin als seinen "wichtigsten Spieler". In Bremen hing der Routinier durch; ansonsten war er als Stratege enorm wichtig im Gefüge, auf dem Platz und in der Kabine.

Hatte sich im Sommer angedeutet, dass Fink seine finale Saison absolviert, will er nun doch weitermachen. "Momentan habe ich keine Lust, die Schuhe an den Nagel zu hängen", beteuert der 36-Jährige. Eine Verlängerung wäre logisch, die Zahlen sprechen für ihn: Bei seinem Startelf-Comeback erreichte Fortuna ein 3:3 in München, das Tor zum 1:0 beim Hinrunden-Finale in Hannover erzielte er in der Nachspielzeit selbst. Und in vier der fünf siegreichen Partien stand Fink für Fortuna auf dem Platz.

Eintracht Frankfurt gegen SC Freiburg im Livestream am 19.01.2019

Wenn alles nach Plan läuft, wird am Samstag im Waldstadion ein gewaltiger Sturm aufziehen, dem die sonnenverwöhnten Breisgauer nicht gewachsen sind. Auch wenn Trainer Adi Hütter in den Vorbereitungsspielen nie seine drei Top-Stürmer gemeinsam aufbot, spricht doch einiges dafür, dass er das Trio Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic gegen den SC Freiburg von der Leine lässt. "Gemeinsam sind die drei über 90 Minuten schwer zu eliminieren", sagt Hütter. An Haller und Jovic führt nach überragender Hinrunde und überzeugender Vorbereitung kein Weg vorbei. Mittlerweile gilt das auch wieder für Rebic, der in Florida sowohl im Training als auch in den Testspielen zu den auffälligsten Akteuren gehörte. Der 25-Jährige überzeugte zwar in der Hinrunde. Klar ist aber auch: Rebic, der fünf Tore schoss und zwei vorbereitete, kann noch mehr.

Nach der kräftezehrenden WM mit Kroatien, stark verkürzter Vorbereitung und Verletzungsproblemen zu Beginn konnte der Dynamo in Frankfurts Offensive gar nicht bei 100 Prozent sein. Wettbewerbsübergreifend absolvierte Rebic 17 Einsätze, spielte aber nur viermal über 90 Minuten, stand lediglich zehnmal in der Startelf. "Ante hat ein Riesenherz, will immer, haut sich rein und hat alles rausgeholt, was ging. Aber er war vielleicht nicht ganz so locker", erklärt Fredi Bobic. Der Sportvorstand führt das auf die Verletzungen, aber auch auf die vielen Eindrücke zurück, die nach der WM auf den Kroaten einprasselten - in ihrer Heimat wurden die Vize-Weltmeister als Volkshelden empfangen. Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein, Weltmeister 1974, weiß, wie das ist. "Nach der WM kam ich damals schwer in Tritt. Ich hatte so viele Einladungen, habe so viel erlebt, bin von Haus zu Haus gefahren worden, jeder wollte mit mir reden, das war nicht hilfreich", erinnert er sich.

Doch nun erweckt Rebic den Eindruck, wieder komplett fit zu sein. Gegen Freiburg wird er voraussichtlich nicht auf seinen Lieblingspositionen im Sturm oder links außen spielen können, sondern zentral hinter der Doppelspitze. "Ich weiß, dass das nicht seine Idealposition ist. Ante ist ein Spieler, der sich ganz vorne am wohlsten fühlt und auch über die Seite spielen kann. In unserer Systematik mit dem 3-5-2 geht das aber nicht, denn da müsste er zu viel nach hinten arbeiten", erklärt Hütter. Der Trainer sieht allerdings auch einen großen Vorteil, wenn Rebic zentral offensiv nicht in vorderster Linie agiert: "Ich habe diese Position für ihn gesucht, weil er fast nicht aufzuhalten ist, wenn beide Spitzen vorne sind und er in die Tiefe geht." In Stein gemeißelt ist es freilich nicht, dass alle drei Top-Stürmer auflaufen werden. "Wir werden nicht immer mit drei Spitzen spielen", kündigt Hütter an.

Ss ist ziemlich genau ein Jahr her, da stand Manuel Gulde vor seinem Bundesliga-Comeback nach einer langen Verletzungspause. Am 18. Spieltag der vorigen Saison lief der Innenverteidiger bei Eintracht Frankfurt erstmals seit Mai 2017 wieder für Freiburg auf - und ließ sich ein ganzes Jahr lang nicht mehr verdrängen.

Zwölf Monate später startet der SC erneut bei der Eintracht in die Rückrunde mit Gulde als Fixpunkt, der in den letzten 34 Liga-spielen immer in der Startelf stand. "Er ist absolut wichtig für uns, weil er ein gutes Level halten kann, sehr aufmerksam ist und sehr, sehr gut antizipativ arbeitet", lobt Trainer Christian Streich und ergänzt: "Manuel ist beweglich, gewandt und verteidigt mit Verve und hohem Engagement." Gegen den Ball ist der 27-Jährige ein enorm wichtiger Faktor im Freiburger Spiel, mit einer Quote von 64,4 Prozent gewonnener Zweikämpfe ist er nicht nur bester SC-Akteur, sondern steht damit ligaweit auf Rang 16.

Für das gute Verhalten im Duell Mann gegen Mann spricht ein weiterer Fakt: Gulde beging in der Hinrunde nur sieben Fouls. Bei Freiburg kam er damit unter den Stammspielern mit den wenigsten Fouls aus, nur sechs Stamm-Innenverteidiger in der Liga foulten seltener. "Ich versuche einfach, möglichst wenige Fehler zu machen, mich immer zu konzentrieren und mein Bestmögliches abzurufen", sagt der Abwehrspieler selbst. Dass genau das nach seinen langwierigen Rückenproblemen seit einem Jahr so gut funktioniert, überrascht ihn gar nicht so sehr: "Ich habe extrem hart für mein Comeback gearbeitet und dann schnell meinen Rhythmus gefunden." Dass er in der Hinrunde mit Dominique Heintz und Christian Günter in der Abwehrkette in allen 17 Spielen dieselben Nebenmänner hatte, hilft dabei: "Es ist ein Vorteil, wenn du nicht alle zwei, drei Spiele einen neuen Partner hast und man sich ein bisschen auf den anderen einstellen kann."

Ausbaufähig ist dagegen noch das Aufbauspiel des Rechtsfüßers. 82,4 Prozent erfolgreiche Pässe sind zwar zweitbester Wert beim SC, aber nicht nur positiv zu bewerten: "Da kann ich noch risikoreicher werden", findet Gulde selbst.

VfB Stuttgart gegen FSV Mainz im Livestream am 19.01.2019

Sein letzter Pflichtspielgegner bei der TSG wird sein erster beim VfB: Mainz 05."Das war auch mein erster Gedanke", erzählt der 27-Jährige, der bis zum Sommer für rund 600 000 Euro aus Hoffenheim ausgeliehen wurde und noch gute Erinnerungen an den Abend vor Weihnachten hat. Beim 1:1 gegen den FSV legte der Schweizer für Kerem Demirbays 1:0 auf. "Dafür wurde ich ja geholt - um zu liefern". Womit er "Tore und Assists" meint sowie das Versprechen, "dass ich kämpfen werde, um zu helfen, damit wir unten rauskommen".

Sein Einsatz am Samstag ist trotz einer leichten Kapselverletzung nicht gefährdet. "Der Knöchel ist gut", sagt der Mittelfeldspieler, der sich immer die höchsten Ziele setzt. "Ich halte nichts davon, minimalistisch zu sein. Ich will immer gewinnen." Auch sein Debüt im VfB-Trikot. Was auf seinen früheren drei Profistationen nicht gelang. Sein jeweils erstes Ligaspiel konnte der schnelle Offensivmann, der sich beim VfB "links offensiv" sieht, nie gewinnen: Mit den Grasshoppers, mit ZSKA Moskau und Hoffenheim gab es ein Remis. Unterm Strich war dennoch alles super - mit dem Gewinn des Schweizer Supercups 2013, dem Supercup 2013 und der Meisterschaft 2014 in Russland sowie der Champions-League-Qualifikation mit der TSG 2018. In Stuttgart würde "Superman Zuberman" schon mit dem Klassenerhalt Denkwürdiges schaffen. "Ich will meiner Rolle gerecht werden", sagt der Eidgenosse, der mit Tempo und Wucht für Torgefahr sorgen soll.

Während Zuber im Sommer, weil ohne Kaufoption gebunden, seine Zelte abbricht, wird mit Ozan Kabak (18) längerfristig gerechnet. Stuttgart steht vor der Verpflichtung des Talents von Galatasaray. Der Innenverteidiger wird an diesem Donnerstag zum Medizincheck erwartet, nachdem er in der Vorwoche noch die Premier League (FC Wat-
ford) favorisiert hatte.

Das Umdenken soll auch damit zu tun haben, dass angeblich der FC Bayern als aktueller Interessent und möglicher späterer Abnehmer in den Wechsel in-
volviert sein soll. Ähnlich wie bei Serge Gnabry, der über den Umweg Bremen und Hoffenheim den Weg nach München fand. Die Ablöse soll bei 11,5 Millionen Euro liegen. Ein vorzeitiger Wechsel Benjamin Pavards zu Bayern scheint in diesem Zusammenhang trotzdem ausgeschlossen. Es wäre sportlicher Wahnwitz. Auf der Suche nach einem Stürmer hat der VfB ein Auge auf den Polen Karol Swiderski (21, Jagiellonia Białystok) geworfen, aber auch PAOK Saloniki und italienische Klubs zeigen Interesse.

Was die Quote der abgewehrten Torschüsse betrifft, liegen Robin Zentner und Florian Müller fast gleichauf. Zentner belegt im Liga-Ranking mit 72,7 Prozent Platz 4 hinter Peter Gulacsi (76,4), Yann Sommer ( 76,3) und Roman Bürki (73,3). Müller folgt mit nur 0,5 Prozentpunkten weniger auf Rang 7.

Ähnlich eng ist derzeit auch der Zweikampf, wer als Nummer 1 von Mainz 05 in die Rückrunde geht. Im Sommer hatten sich Chefcoach Sandro Schwarz und Torwarttrainer Stephan Kuhnert ganz knapp für Müller entschieden und das kurz vor Saisonstart in Einzelgesprächen mitgeteilt. Diesmal wird es ähnlich laufen. Die sportlich Verantwortlichen müssen neu entscheiden, weil Müller seinen Stammplatz nach dem 9. Spieltag wegen einer Sprunggelenkverletzung verlor. Seitdem steht Zentner zwischen den Pfosten, hat auch gute Leistungen gebracht. Von daher gibt es eigentlich keinen Grund, die Rangfolge zu ändern.

Zumindest wenn man davon absieht, dass der 21 Jahre alte Müller als der kompletteste Mainzer Keeper und Mann der Zukunft gilt. Zentner ist dafür körperlich robuster und strahlt im Eins-gegen-eins große Ruhe aus. Auf der Linie hat er gute Reflexe. Fußballerisch besitzt der 24-Jährige aber noch Luft nach oben, was sich auch im Trainingslager zeigte. Beim Doppeltest gegen Freiburg wechselte sich das Duo in der Startelf ab. Zentner handelte sich Kritik von Schwarz ein, weil er einen Abstoß langsam und schlecht ausführte. Müller dirigierte indes weniger lautstark.

In Spanien waren noch zwei weitere Torhüter dabei: Jannik Huth (24) und Finn Dahmen (20), der regelmäßig für die U 23 aufläuft. Um Spielpraxis zu bekommen, war Huth vor einem Jahr an Sparta Rotterdam ausgeliehen worden. Damals stand allerdings auch René Adler (34), der aktuell noch seine Reha absolviert, zur Verfügung. Auch deshalb kommt eine erneute Huth-Ausleihe für Sportvorstand Rouven Schröder nicht infrage: "Wir fühlen uns mit der Torwartgruppe sehr gut aufgestellt und werden in dieser Transfer-
periode keinen abgeben."

Bundesliga Konferenz im Livestream 18.Spieltag am 19.01.2019

Sportlich hatte sich Rekordmeister FC Bayern beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im Pokal äußerst schwergetan, dafür aber Sympathiepunkte gesammelt, weil sich die Superstars viel Zeit für Selfie- und Autogrammwünsche genommen hatten. Drochtersens Kapitän Sören Behrmann verriet der Bild, dass ein Weltmeister ihm sogar das Trikot regelrecht hinterhergetragen hat. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Behrmann Mats Hummelsnach einem Trikottausch gefragt. Der habe ihn gebeten, zu diesem Zweck in die Bayern-Kabine zu kommen. Doch dort wartete Hummels vergeblich, da Behrmann noch lange bei Freunden und Familie auf dem Platz verweilte. Also ging der Münchner Verteidiger wieder ins Stadion und fragte sich in der Menschentraube bis zum "Tauschpartner" durch. Behrmann: "Eine super Aktion von ihm, mir war das total unangenehm." Nachts bedankte er sich nochmals via Instagram bei Hummels und erhielt prompt eine Antwort: "Sehr gerne! Ihr habt uns das Leben echt schwer gemacht." Und der Trikottausch war nicht wesentlich einfacher.

Vor vier Jahren spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel, nach seinem Doppelpack im Pokal beim Karlsruher SC steht der Hannoveraner nun vor seinem Bundesliga-Debüt. 96 will den 23-Jährigen in der Öffentlichkeit schützen und lässt ihn deshalb bislang noch nicht zu Wort kommen - die Erwartungen geschürt haben die Niedersachsen aber dennoch: Weil der Angreifer auf den sozialen Kanälen der Sportschau fälschlicherweise als "Weynandt" betitelt wurde, twitterten die Hannoveraner: "Nichts für Ungut, liebe Sportschau, aber der Gute heißt Weydandt. Bestimmt hören wir seinen Namen aber demnächst auch des Öfteren." Auf die Antwort, bis zum kommenden Wochenende hätten sie den Namen drauf, setzte 96 mit einem Augenzwinkern noch nach: "Spätestens nach der dritten Bude!" Somit ist Weydandt trotz auferlegtem Spechverbot auch jetzt schon in aller Munde

Nach Dominik Kaiser im Sommer geht nun auch der letzte Aufstiegsheld, der den Weg von RB Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitgemacht hat: Fabio Coltorti beendet seine Karriere. Für den 37-jährigen Schlussmann hatte es bis zuletzt die Option gegeben, bei einem Abgang von Marius Müller erneut um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch gegen eine Fortsetzung der Karriere und für seine Familie, die in Marbella lebt. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick reagierte mit Verständnis und kündigte direkt einen großen Bahnhof an - wie Kaiser im Mai dieses Jahres soll Coltorti einen Tag nach dem Saisonfinale gegen Werder Bremen ein Abschiedsspiel bekommen.

19.01.2019 15:30 Uhr: VfB Stuttgart gegen FSV Mainz 05
19.01.2019 15:30 Uhr: Eintracht Frankfurt gegen SC Freiburg
19.01.2019 15:30 Uhr: FC Augsburg gegen Fortuna Düsseldorf
19.01.2019 15:30 Uhr: Hannover 96 gegen Werder Bremen
19.01.2019 15:30 Uhr: Bayer 04 Leverkusen gegen Mönchengladbach

TSG Hoffenheim gegen Bayern München im Livestream am 18.01.2019
Freitag, 18. Januar 2019

Das hatte schon fast ein bisschen den Charakter eines Stabwechsels. Ehe Julian Nagelsmann seine hohen Erwartungen an seine letzten Monate bei der TSG formulierte, präsentierte der Klub am Mittwoch auf anderer Ebene ein gutes Stück Zukunft. Mit der Umbenennung des Stadions in Sinsheim ab sofort in PreZero-Arena verbindet sich eine langfristige "strategische Partnerschaft zu äußerst attraktiven Bedingungen", wie TSG-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich erklärte. Der langfristige Vertrag mit dem Entsorgungs-Dienstleister läuft über fünf Jahre mit der Option auf weitere fünf und bedeutet für die Kraichgauer einen Meilenstein im Sponsoring. Dem Vernehmen nach dürfte das Engagement künftig rund 4,5 Millionen Euro per annum in die Kassen spülen, damit steigt die TSG auch in diesem Bereich
ins obere Drittel der Liga auf.

Genau dort will Nagelsmann die TSG zum dritten Mal in Folge am Ende seiner Amtszeit in Hoffenheim platzieren. "Viel mehr Motivation und Tatendrang als ich kann man nicht versprühen, sonst wird es ungesund", versicherte der 31-Jährige, der sich bis zum letzten Tag unter hohen Erfolgsdruck setzt. "Es geht für mich darum, den perfekten Abschied abzuliefern, ich habe diesem Verein viel zu verdanken. Es geht aber auch für mein eigenes Ego darum, dass die Erfolge, die ich erreicht habe, nicht in Vergessenheit geraten, weil ich das letzte halbe Jahr nicht positiv gestaltet habe. Da habe ich ein Eigeninteresse, dass dieses Bild von mir bestehen bleibt."

Dazu birgt das anspruchsvolle Auftaktprogramm der Kraichgauer große Chancen wie Risiken. Schließlich trifft der letztjährige Tabellendritte in den kommenden sieben Partien mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt gleich auf vier Teams aus den aktuellen Top 6. Da dürfte sich auch zeigen, ob Nagelsmanns alsbald endende Amtszeit doch noch eine negative Wirkung entfalten wird. "Es ist ganz normal, dass dieses Thema größer wird, das kann nicht überraschen. Aber an mangelnden Erfolgen wird es nicht liegen, die wird es hoffentlich nicht geben." Schaun mer mal.

Zum Auftakt geht es am Freitagabend direkt gegen Meister München, gegen den Nagelsmann seine bislang makellose Heimbilanz mit dem dritten Erfolg in Folge ausbauen möchte (bisher: 1:0 in 2016/17 und 2:0 in 2017/18). "Mit einem Sieg kommen wir in einen guten Flow. Wenn nicht, ist der Zug auch nicht abgefahren", so Nagelsmann, dagegen sieht er die Bayern im Kampf um die Titelverteidigung "schon ein bisschen unter Druck. Wenn sie dieses Spiel nicht gewinnen, kann das schon eine Botschaft sein an die Mannschaften, die vorne stehen".

Zwei Maßnahmen seien für einen erfolgreichen Start unbedingt erforderlich. "Wir dürfen nicht vor Angst erstarren, wenn der rote Bus vorfährt." Zudem benötige die TSG gerade im eigenen Strafraum grundsätzlich eine zuverlässigere Abwehrarbeit. "Wir haben in der Hinrunde zu viele Abschlüsse im eigenen Strafraum zugelassen. Ich verlange eine knallharte Manndeckung in der eigenen Box."

Die Kampfansage an Borussia Dortmund formulierte Niko Kovac am Mittwoch: "Wir haben sechs Punkte Rückstand. Die müssen und wollen wir aufholen, wir haben die Lehren aus der Hinrunde gezogen." Stellt sich die Frage vor dem Rückrundenauftakt in Hoffenheim, wie viele Punkte von 51 möglichen die Mannschaft des Bayern-Trainers dafür holen muss.

Der BVB spielte seine beste zweite Halbserie 2011/12 mit 47 Zählern, bei einer solchen Ausbeute wären die Bayern chancenlos. Ein Jahr später fuhr der Rekordmeister den Bundesliga-Rekord von 49 ein. Könnte er diesen egalisieren, wäre die Chance auf die siebte Meisterschaft in Serie groß. Der BVB holte seit seinem Rekord im Schnitt 34,5 Punkte in der zweiten Saisonhälfte, die Bayern seit 2013/14 deren 40,4. Das sind fast genau die aktuell sechs Zähler Abstand, die Statistik lässt also ein Foto-Finish vermuten.

Damit die Aufholjagd gelingen kann, müssen in Kovacs Team die Flügel funktionieren. Für die linke wie die rechte offensive Außenbahn gilt: Die Zukunft beginnt jetzt. Die Altmeister Arjen Robben (34) und Franck Ribery (35) sind in Hoffenheim noch keine Option. Robben erlitt nach dem Trainingslager einen kleinen Rückschlag, er läuft individuell, bei Ribery steht nach einem Muskelfaserriss Lauftraining an.

Also müssen es Kingsley Coman (22), Serge Gnabry (23) und Neuzugang Alphonso Davies (18) richten. Das Wichtigste bei Coman und Gnabry: Sie müssen endlich einmal gesund durch eine Halbserie kommen, um ihr Potenzial ausschöpfen zu können.

Das Duo lief in der Hinrunde im Schnitt mehr als die beiden Oldtimer, es sprintete häufiger und wies einen höheren Topspeed auf. Allerdings zählten auch Ribery und Robben, was die Anzahl der Sprints betrifft, zu den eifrigsten Bayern-Spielern. In der Effizienz haben die Routiniers dagegen noch die Nase vorn.

Coman hat an Hoffenheim keine guten Erinnerungen, im Hinspiel verletzte er sich an der Syndesmose, fiel drei Monate aus. "Ich kann es nicht beweisen. Aber wäre er fit geblieben, hätten wir weniger Rückstand auf Dortmund oder sogar einen Vorsprung", behauptet Kovac. Gnabry habe gezeigt, was er kann, "er hat sich sehr gut entwickelt".

Die nötige Frischzellenkur soll zudem Davies bringen. Kovac lobt dessen Schnelligkeit, Geradlinigkeit und das gute Dribbling. "Er ist ein Spieler, auf den wir absolut zählen, er hat die Qualität, viel zu spielen." Er nennt zudem Thomas Müller als Option für die rechte Seite, auch wenn der eigentlich zentral eingeplant ist. Zudem hofft der FCB auf Callum Hudson-Odoi (18, FC Chelsea), den man noch im Winter gerne verpflichten würde.

 
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