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FC Augsburg gegen Bayern München im Livestream am 15.02.2019
Freitag, 15. Februar 2019

Zwei Wochen nach seiner Fingerverletzung meldet sich Manuel Neuer zurück. Schon für Freitag sei er "eine Option", wie Niko Kovac sagte. Spätestens am Dienstag kann der Trainer auf seine offensichtliche Wunschformation inklusive seiner Nummer 1 für die Mega-Partie in Liverpool hoffen. Vor Neuer sind Joshua Kimmich als Rechts-, David Alaba als Links- und Niklas Süle als Innenverteidiger fix. Auf der Doppelsechs dürfen sich Leon Goretzka und Thiago als Stammkräfte fühlen, vorne Robert Lewandowski sowieso, ebenfalls Kingsley Coman und Serge Gnabry. James als Zehner - in Vertretung des gegen die Reds zweimal gesperrten Thomas Müller - sowie Mats Hummels werden die Startformation wohl komplettieren.

Gegen die Sprinter von Jürgen Klopp heißt es, die Lücke zwischen Defensive und Offensive zu schließen."Wenn wir angreifen, müssen die Spieler von hinten nachschieben", erklärt Kovac, "weil diese Restverteidigung sozusagen der Geleitschutz ist, dass wir bei Ballverlust nicht einen so großen Raum haben." Da sind Goretzka und Thiago, beide keine typischen Abräumer, gefragt. Javi Martinez, der im Triplejahr 2012/13 überragte, hat seine einstige Klasse im Luft- und Bodenzweikampf eingebüßt. Ein solcher Spezialist fehlt und soll - so die derzeitige Planung - auch für die Saison 2019/20 nicht kommen. Die Personalie Adrien Rabiot, 23, wurde im Winter geprüft, aber als finanziell zu aufwendig verworfen. Der Franzose von Paris Saint-Germain wird im Sommer ablösefrei wechseln, ist dort in Ungnade gefallen, weil er seinen Vertrag nicht verlängern will. In München ist dafür neben dem in dieser zentralen Position eher gestalterisch tätigen Thiago der körperlich robustere Corentin Tolisso vorgesehen - und Goretzka als eine Art Achter, den auch Tolisso mit seiner Laufstärke und Torgefährlichkeit geben kann.

SV Sandhausen gegen SV Darmstadt im Livestream am 15.02.2019

Uwe Koschinat pflegt nachhaltig zu arbeiten. Je sieben Jahre war er Trainer bei der TuS Koblenz und bei Fortuna Köln. In Sandhausen hat der Coach bis 2020 unterschrieben. Sowohl er als auch Präsident Jürgen Machmeier bekräftigten, auch bei einem Abstieg das Arbeitsverhältnis nicht zu beenden. Beide sind aber überzeugt, dass der SVS auch im "verflixten siebten Jahr" in Liga 2 bleibt.

"Unsere Mannschaft ist nicht schwächer als zehn andere Zweitligisten", erklärt Machmeier. Der Unternehmer kann sich vorstellen, dass es nicht beim Vierkampf um den Klassenerhalt bleibt. Er macht eine Kampfansage: "Wir wollen durch einen Sieg im Derby Darmstadt mit in den Abstiegsstrudel ziehen, und auch der FC Erzgebirge Aue, der im übernächsten Heimspiel an den Hardtwald kommt, ist noch nicht in Sicherheit."

Um Johannes Wurtz war es zu Jahresbeginn bei den Lilien ruhig geworden. Gegen den FC St. Pauli saß der Offensivmann 90 Minuten auf der Bank, in Duisburg stand er nicht einmal im Kader. Beim 1:2 gegen Heidenheim wechselte Trainer Dirk Schuster den 26-Jährigen eine Viertelstunde vor Schluss ein und sorgte damit für einen der wenigen Lichtblicke: Erst staubte Wurtz zum Anschlusstreffer ab, dann verpasste er per Kopf haarscharf sein zweites Tor.

Die Aktien des Ex-Bochumers, bisher meist als hängende Spitze eingesetzt, sind gestiegen: Will man bei Rückstand neben dem gesetzten Serdar Dursun eine zweite kopfballstarke Spitze bringen, hat Wurtz nun bessere Karten als in der Hinrunde, weil Terrence Boyd den Verein verlassen hat - und der Einsatz von Felix Platte (Prellung) für das Sandhausen-Spiel gefährdet ist.

SC Paderborn gegen FC Köln im Livestream am 15.02.2019

Am 17. November verkündete der FC die Verpflichtung von Anthony Modeste und erklärte, dass der Franzose, der im August seinen Vertrag bei Tianjin Tianhai (China) gekündigt hatte, "ab sofort der Profi-Mannschaft zur Verfügung" stehe. Spielen durfte der Mittelstürmer seitdem noch nicht für Köln. Zuletzt weil der chinesische Verband, der wie Modestes Ex-Klub die Kündigung nicht als rechtens ansieht, Ende Januar den Kölner Antrag auf Spielberechtigung ablehnte. Die FIFA verlangte daraufhin von den Chinesen eine Begründung, warum Modeste nicht für den FC spielen dürfe. Die Frist dafür läuft am Donnerstag ab. Jetzt erwartet man beim FC, dass die FIFA eine vorläufige Spielberechtigung erteilt, allerdings frühestens am Freitag.

Dass der Fall dann vor dem CAS landet, gilt als sicher. Doch wäre der FC aus seiner Sicht nicht betroffen, würde der Internationale Sportgerichtshof doch nur klären, ob die Kündigung rechtens war. Wenn ja, hätte Modeste Schadensersatzansprüche wegen ausstehender Vergütungen - wenn nicht, die Chinesen gegenüber Modeste, der 2017 für 35,6 Millionen Euro nach China gewechselt war und ablösefrei, weil vertragslos, zum FC zurückgekehrt ist. An der Spielberechtigung würde das Urteil aber nichts verändern, sind sich die Kölner sicher. Und für unbegründet halten sie auch die Zweifel, die besagen, dass Modeste keine Spielberechtigung erhalten könnte. Sonst wäre es unverantwortlich gewesen, mit Serhou Guirassy den einzigen Angreifer neben Simon Terodde und Jhon Cordoba im Winter abzugeben. Fehlt so doch eine Alternative zu den 33-Tore-Stürmern. "Den Eins-zu-eins-Wechsel haben wir nicht", weiß Markus Anfang, der bei seiner Zustimmung zum Guirassy-Deal fest mit Modeste rechnete. Weshalb der Trainer erwägt, Modeste für den Fall der erteilten Spielberechtigung nach Paderborn nachreisen zu lassen: "Tony könnte nachkommen, weil wir am Abend spielen."

Darf Modeste nicht mitmischen, sieht Anfang eine Variante mit einem offensiven Mittelfeldspieler (Drexler), der als zweite Spitze fungiert, als Lösung, falls ein Stürmer ersetzt werden müsste. Rechtsaußen Christian Clemens im Zentrum wäre nur eine Variante, falls man abhängig vom Spiel auf Konter setzen könnte. Zudem bliebe die Rückkehr zum von Anfang bis zum 12. Spieltag favori-
sierten 4-1-4-1, da im Winter mit Florian Kainz der Linksaußen geholt wurde, der dafür fehlte. Die beste Option wäre aber die mit Modeste. Platz wäre im Kader. Fällt mit Mittelfeldspieler Niklas Hauptmann (Meniskusverletzung) doch der nächste FC-Akteur aus.

Hamburger SV gegen Dynamo Dresden im Livestream am 11.02.2019
Montag, 11. Februar 2019

Auf einen Aspekt legt Hannes Wolf besonderen Wert. Der erfolgreiche Pokalabend vom Dienstag bescherte dem HSV nicht nur das Viertelfinale, sondern dazu eine für den Aufstiegskampf wertvolle Erkenntnis: Auch in der Abwesenheit offensiver Hochkaräter wie Pierre-Michel Lasogga, Aaron Hunt und Hee-Chan Hwang kann der Spitzenreiter bestehen: "Wir hatten eine Mischung aus wenigen erfahrenen und vielen jungen Spielern", sagt der Coach. Und in den kommenden Wochen wird seine Startelf noch jünger.

Mit Gotoku Sakai fehlt der am Dienstagabend zweitälteste Profi hinter Lewis Holtby (28) in den kommenden beiden Partien gesperrt und wird durch Josha Vagnoman ersetzt. Der erst 18-Jährige ist einer von mehreren Hoffnungsträgern aus der ganz jungen Garde. Berkay Özcan (20) deutet in seinen ersten Tagen in neuer Umgebung auf Anhieb an, dass er eine Bereicherung und ein kurzfristiger Hunt-Ersatz sein kann; Fiete Arp ist zwar unverändert unglücklich im Abschluss, machte hinsichtlich seiner körperlichen Präsenz aber zuletzt einen klaren Schritt nach vorn und ist zumindest wieder auf dem Weg zur Alternative, wenn Lasogga, der auf seinen Einsatz am Montag gegen Dresden hinarbeitet, fehlt.

Orientieren sollen sich die Youngster an einem, der den Schritt zum Hoffnungsträger bereits eindrucksvoll vollzogen hat: Bakery Jatta. Den 20-Jährigen hatte Wolf angesichts der vielen Ausfälle als Musterbeispiel für die Talente in der zweiten Reihe genannt, mittlerweile ist der Gambier über den Status der Alternative hinaus: Jatta ist mit seiner Wucht, seinem Tempo und den unverkennbaren fußballerischen Fortschritten aktuell nicht aus Hamburgs Startelf wegzudenken. "Es ist Wahnsinn, wie Baka immer wieder Eins-gegen-eins-Situationen sucht, wie viele Sprints er anzieht", sagt Sportvorstand Ralf Becker, und Holtby schwärmt: "Er stellt die Gegner immer wieder vor große Aufgaben. Ich weiß nicht, was ich als Gegenspieler denken würde, wenn der immer wieder auf mich zukommt und einfach nicht kaputtzukriegen ist."

Eigentlich wollte Dynamo im Testspiel gegen Carl Zeiss Jena Selbstvertrauen tanken. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit setzte es am Mittwoch jedoch ein herbes 0:3 gegen den Drittligisten. Zwar fehlten sechs angeschlagene Stammkräfte (Hartmann, Ebert, Müller, Schubert, Koné, Hamalainen), als Ausrede darf dies dennoch nicht gelten. Wiederholt mangelte es an Spielwitz und Cleverness vor dem gegnerischen Tor. Nachwuchsspieler Vasil Kusej und auch Osman Atilgan vergaben beste Chancen.

Trainer Maik Walpurgis kritisiert indes die schwierigen Trainingsverhältnisse. Aufgrund des Schneefalls der vergangenen Tage sind weder die gewohnten Trainingsplätze noch der Rasen im Stadion bespielbar. Deshalb sollen sich die Profis nun auf dem Kunstrasen der Nachwuchsakademie auf das Spiel gegen den HSV vorbereiten. "Ich hoffe, dass wir am Wochenende noch Einheiten auf Naturrasen durchführen können," sagt Walpurgis.

Kreative Momente erhoffen sich die Sachsen von Dzenis Burnic. Die Leihgabe aus Dortmund spielte gegen Jena auf der linken Seite, soll künftig aber als Sechser eingesetzt werden. Walpurgis zeigt sich von den "guten technischen Lösungen" des 20-Jährigen im Aufbauspiel angetan.

Fortuna Düsseldorf gegen VfB Stuttgart im Livestream am 10.02.2019
Sonntag, 10. Februar 2019

Die Rückrunde ist zwar noch nicht allzu weit fortgeschritten, aber schon jetzt stehen Fortuna Düsseldorf zwei richtungsweisende Wochen im Kampf um den Klassenverbleib bevor. Am Sonntag kann sich der Aufsteiger in seiner Partie vor eigenem Publikum gegen den VfB Stuttgart in der Tabelle noch weiter vom derzeitigen Drittletzten distanzieren - auf zehn Punkte. Im darauffolgenden Heimspiel, dazwischen liegt die Aufgabe bei Bayer Leverkusen, gastiert der Vorletzte Nürnberg in Düsseldorf. Bereits jetzt beträgt der Vorsprung auf den Mitaufsteiger satte zehn Zähler.

Schon in den beiden nächsten Heimspielen kann sich die Fortuna der größten Abstiegssorgen entledigen. Eine ideale Konstellation für eine noch komfortablere Position im Kampf gegen den Abstieg ergibt sich, wenn man bedenkt, dass die Düsseldorfer auch noch das Heimspiel-Ass gegen Hannover 96 im Ärmel haben - sollte es doch noch bis zum finalen Spieltag spannend bleiben. Die Hinrunden-Bilanz gegen Stuttgart (0:0), Nürnberg (0:3) und Hannover (1:0) gestaltet sich jedenfalls ausgeglichen. Der erste Schritt ist nun, sich weiter abzusetzen von den Stuttgartern, die am Sonntag den größeren Druck verspüren dürften. Der VfB ist übrigens Düsseldorfs Lieblingsgegner vor eigener Kulisse. Nur gegen Stuttgart holte die Fortuna schon zwölf Heimsiege, nur gegen Stuttgart schoss sie bereits 48 Heimtore.

Wut, Enttäuschung und Zerrissenheit prägen das Bild des Vfb Stuttgart. Der Traditionsklub steckt in einer überaus bedrohlichen Krise. Im März ist es so weit. Dann wird in der Stuttgarter Staatsgalerie eine auf Leinwand gesprühte Version des Banksy-Kunstwerks "Mädchen mit Ballon" ausgestellt; die Arbeit des Street-Art-Künstlers, die weltweite Berühmtheit erlangte, weil sie sich direkt nach der Versteigerung durch einen im Rahmen eingebauten Schredder teils selbst zerstörte. Viele Stuttgarter freuen sich auf die Schau. Gleichzeitig fürchten viele, dass bis dahin auch ihr VfB in den Reißwolf geraten könnte. Der Traditionsklub gibt kein gutes Bild ab. Auf allen Ebenen.

Die Mannschaft kommt nicht aus der Krise. Die Erfahrenen laufen ihrer Form hinterher, die Jungen sind mit der Situation überfordert. So wiederholen sich Fehler und schlechte Leistungen. Die Zahlen sind beängstigend. Vier Siege und drei Remis nach 20 Spielen sind die schwächste Bilanz der Klubgeschichte. 17 Tore stehen nach 20 Spielen zu Buche - weniger waren es in diesem Zeitraum nur in der Vorsaison, als 16 VfB-Tore zu bejubeln waren. 44 Gegentore wurden nur in der Abstiegssaison 1974/75 überboten, da waren es 45 nach 20 Spielen. Schon zehnmal blieb Stuttgart torlos - nur 2014/15 gab’s das öfter, nämlich elfmal. Die Spieler erwecken - entgegen aller Beteuerungen - nicht immer den Eindruck einer verschworenen Einheit, die sich gegenseitig hilft und füreinander einsteht; einigen ist die bedingungslose Leistungsbereitschaft nicht anzumerken. Undiszipliniertheiten wie bei Pablo Maffeo, Borna Sosa oder Anastasios Donis sind keine Seltenheit, kosten Energie, schwächen Teamgeist und sogar des Trainers Arbeit.

Der Trainer versucht, mit Konsequenz und Disziplin gegen die vielen Missstände anzukämpfen. Auch mit dem Mut zu unpopulären Entscheidungen. So wurde beispielsweise Maffeo wegen fehlender Leistungsbereitschaft suspendiert und Mario Gomez angesichts der taktischen Ausrichtung (mehr Tempo statt Ballbesitz) auf die Bank gesetzt. Mittel, die logisch und richtig erscheinen, die Markus Weinzierl aber auch Probleme bereiten. Der 44-Jährige muss aufpassen, ja sogar fürchten, (weitere) Teile der Profis zu verlieren. Eine Pleite in Düsseldorf, und auch der Coach dürfte angezählt werden. Die Führung versucht unterdessen, Ruhe und Zuversicht auszustrahlen. Doch hinter den Kulissen liegen die Nerven blank. Aufsichtsrat Guido Buchwald wurde nach dem 2:2 gegen Freiburg offen von seinem Gremiumskollegen Winfried Porth massiv angefeindet. Woraufhin der Weltmeister von 1990 zurücktrat. Das Umfeld hat für sich längst die Hauptschuldigen ausgemacht. Immer öfter und immer lauter werden Präsident Wolfgang Dietrich und Sportvorstand Michael Reschke (vor allem) von Seiten der Ultras kritisiert und zum Rücktritt aufgefordert.

Werder Bremen gegen FC Augsburg im Livestream am 10.02.2019

Die Liste der vergebenen Punkte ist lang. Und darauf stehen vor allem die Namen von Klubs aus dem Souterrain der Tabelle. Ein Heim-Remis gegen den Letzten Hannover, gleich zwei Punkteteilungen gegen den Vorletzten Nürnberg, Niederlagen beim Drittletzten Stuttgart und dem Elften Mainz, dazu auch nur ein Zähler beim Dreizehnten in Freiburg - die Sehnsucht nach einer Signalwirkung durch den Pokaltriump vom Dienstag ist fast greifbar in Bremen. Für Florian Kohfeldt geht es bei den kommenden Aufgaben vor allem um Cleverness.

Werders Coach wird nicht müde zu betonen, dass es seinen Profis nicht an der entsprechenden Einstellung mangele. Die Leistung in Dortmund sieht er dafür als Beleg. "Ich war beeindruckt. Weil wir es dieses Mal geschafft haben, Leidenschaft und Cleverness zusammenzubringen." Und genau darin sieht er den Schlüssel, um dem vorhandenen Potenzial entsprechend endlich aus dem tabellarischen Niemandsland auszubrechen: "Jeder hat gesehen, welche Siegermentalität in dieser Mannschaft steckt, jeder sieht auch unsere fußballerischen Möglichkeiten. In Dortmund fragten mich auch wieder ganz viele Beobachter: Ihr spielt so guten Fußball und seid Zehnter. Was ist denn bei euch los?" Er hat diese Antwort darauf: "Was wir dazu brauchen, ist einfach diese Cleverness. Das ist der entscheidende Schritt, den wir gehen müssen."

Gleich die nächste Bundesliga-Aufgabe gegen den FC Augsburg, der nächste Gegner aus dem Keller, wird Hinweise geben, wie viele Schritte vorwärts der Krimi vom Dienstag das Werder-Team tatsächlich gebracht hat. "Dass es uns in Dortmund gelungen ist, unserem Spiel die Cleverness hinzuzufügen, war für uns ein ganz wichtiger Schritt", sagt Kohfeldt und ist sicher, dass es den jüngsten Dämpfer in Nürnberg mit dieser jetzt gezeigten Mixtur nicht gegeben hätte: "Mit Cleverness hätten wir auch in Nürnberg gewonnen." Aber er weiß auch, dass es kein Automatismus ist, beide Komponenten direkt wieder abzurufen: "Das sagt für das nächste Spiel nichts aus."

Seine Profis teilen die Gedankengänge ihres Trainers vollumfänglich. "Das Erlebnis vom Dienstag", erklärt Nuri Sahin, "muss uns einen Schub geben. Jeder hat gesehen, dass diese Mannschaft kein Mentalitätsproblem hat. Wenn uns das nicht weiterbringt, dann weiß ich auch nicht." Maximilian Eggestein pflichtet ihm bei: "Wir haben uns gegen große Gegner schon oft leichter getan, aber auch häufig nicht belohnt. In Dortmund nun ist uns das endlich gelungen." Der nächste notwendige Schritt für den Mittelfeldmotor ist deshalb dieser: "Wir müssen es jetzt auch schaffen, uns gegen die vermeintlich kleineren Gegner nicht so schwerzutun."

Die Frage nach der Besetzung des Abwehrzentrums stellte sich für Manuel Baum lange nicht. Bis zum 15. Spieltag standen Jeffrey Gouweleeuw und Martin Hinteregger immer auf dem Platz, bei Bedarf ergänzte Rani Khedira das Duo zu einer Dreierreihe. Inzwischen spielt Hinteregger für Frankfurt, Gouweleeuw plagt sich mit Adduktorenbeschwerden herum, seine Rückkehr ist schwer absehbar. Der Gewinner des notwendigen Umbaus heißt Kevin Danso. Der 20-Jährige stand in den jüngsten sechs Pflichtspielen in der Startelf - mit wechselnden Nebenleuten. Gegen Mainz half Allrounder Khedira aus, im Pokal gegen Kiel gab Reece Oxford sein Debüt in der Startelf.

Mit Blick auf die Zukunft setzt Augsburg vor allem auf Danso und Gouweleeuw, beide verlängerten ihre Verträge im Januar vorzeitig bis 2024. Mit welchen Innenverteidigern der FCA über das Saisonende hinaus noch plant, ist ungewiss. Die Verträge von Jan-Ingwer Callsen-Bracker (34) und Christoph Janker (33) laufen aus. Intern werden die beiden Routiniers als Teamplayer und Persönlichkeiten geschätzt, Einsätze bekommen sie aber kaum. Offen, wie es im Sommer weitergeht. Das gilt auch beim bis Saisonende ausgeliehenen Oxford. Laut Guardian soll der FCA zwar eine Kaufoption besitzen, der 20-Jährige dürfte aber teuer werden. Als Gladbach Oxford halten wollte, rief West Ham in der Vorsaison deutlich über zehn Millionen Euro auf. Ob sich Augsburg das leisten kann und will, dürfte auch davon abhängen, ob sich ein Käufer für den verliehenen Hinteregger findet. Der steht noch bis 2021 unter Vertrag und kostete einst stolze 6,5 Millionen Euro Ablöse.

Für Marvin Friedrich, der im Januar 2018 zu Union Berlin wechselte und dort Stammkraft ist, hat Augsburg im Sommer eine Rückholoption, die bei rund einer Million Euro liegen soll. Zwischen Friedrich und dem FCA gab es seit einem Jahr jedoch keinen Kontakt, der 23-Jährige will nicht zurück nach Augsburg, wo er nur Regionalliga spielte. Unter diesen Umständen hat ein Rückkauf sportlich wohl keinen Sinn.

Bayern München gegen FC Schalke 04 im Livestream am 09.02.2019
Samstag, 9. Februar 2019

Man muss im Archiv lange zurückblättern, um herauszufinden, wann der FC Bayern zum bislang letzten Mal in einer Rückrunde so schlecht dastand wie aktuell mit dem 3. Platz. Die Auflösung: Nach dem 22. Spieltag der Saison 2011/12, auch damals übrigens hinter den beiden Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach. Seinerzeit durfte sich der Rekordmeister anschließend mit Schalke messen, gewann 2:0 und zog an Mönchengladbach vorbei, musste als Vizemeister aber am Saisonende die Schale Dortmund überlassen.

Ob sich Geschichte sieben Jahre später wiederholt? Sie tut es insofern, als dass am Samstag erneut Schalke in der Allianz-Arena zu Gast ist. Um am Saisonende nicht komplett als Plagiatsschreiber entlarvt zu werden, sprich, die Minimalchance auf den siebten Titel in Folge zu wahren, muss Niko Kovac seinem Team ganz schnell den Schlendrian austreiben.

Bei der Ursachenforschung für sieben Zähler Rückstand auf den Tabellenführer und bereits 23 Gegentore in 20 Bundesligapartien ist die zweite Halbzeit ins Visier des Bayern-Trainers geraten. "Da entwickeln wir nach einer Führung das Gefühl, heute reicht das so, wir müssen vielleicht einen Tick weniger machen. Das funktioniert aber nicht, wir müssen egal gegen wen in der Bundesliga 90 Minuten defensiv arbeiten", schreibt er seiner Mannschaft ins Stammbuch. Vor allem das Umschaltspiel nach hinten offenbare Verbesserungspotenzial.

Die Statistik gibt Kovac recht. In einer Tabelle der ersten 45 Minuten plus Nachspielzeit befände sich der amtierende Meister klar auf Kurs Titelverteidigung bei acht Zählern Vorsprung auf Dortmund und Leipzig. Im Ranking der zweiten 45 Minuten aber sieht es anders aus, da holten die Münchner sechs Punkte weniger als der BVB und drei weniger als Mönchenglad-
bach - Platz 3. Kein Wunder, kassierten sie 15 ihrer 23 Gegentreffer doch nach der Halbzeitpause.

Ein Dorn im Auge ist Kovac, dass sein Team inklusive des 3:3 in der Champions League bei Ajax Amsterdam bereits fünfmal drei Tore einstecken musste: "Das ist definitiv zu viel, das darf in dieser Form nicht passieren." In Dortmund führten die Bayern bei Halbzeit mit 1:0 und verloren 2:3, gegen Düsseldorf verspielten sie eine 3:1-Führung, auch zuletzt in Leverkusen sah es - wie damals in Amsterdam beim Halbzeitpfiff und einer 1:0-Führung - trügerisch beruhigend aus. "Kompakt stehen, den Gegner im Tempo anlaufen, unter Druck setzen: Das fehlt uns in der zweiten Halbzeit in vielen Spielen", bemängelt Kovac. Für den Trainer eine Frage der Einstellung und absoluten Bereitschaft. "Wir müssen alle gemeinsam angreifen und gemeinsam verteidigen, das ist der springende Punkt. Und vor allem müssen wir in der zweiten Halbzeit genauso gut verteidigen wie in der ersten."

Wo dem Rekordmeister früher eine Führung Sicherheit gab und er so oft wie schnell das zweite und dritte Tor folgen ließ, verspielte er aufgrund des Schlendrians bereits zwölf Punkte, die in der Endabrechnung wohl bitter fehlen werden. "In der Fülle" sei das einzigartig beim FCB, vermutet Kovac, dem die Führungen zeigen, "dass wir gut ins Spiel kommen und Vorgaben umsetzen". Das Muss ab sofort: es über 90 Minuten zu tun.

SC Freiburg gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 09.02.2019

Das Gefühl ist ihm nicht neu, seit Sommer aber ungewohnt. Luca Waldschmidt musste das 2:2 in Stuttgart komplett von der Bank aus verfolgen. Über Waldschmidt sprach nach dem dramatischen Landesduell niemand. Dabei gibt es so viel zu erzählen über die erste SC-Saison des U-21-Nationalspielers. Nur am 5. Spieltag beim 1:0 gegen Schalke war er auch ganz außen vor. Sonst hat Waldschmidt den äußerst ungeliebten, in Hamburg und Frankfurt zuvor aber oft zugeteilten Bankplatz gegen eine aktive Rolle eingetauscht. Mit Erfolg. 18 Einsätze, zehn in der Startelf, 13 mit mehr als 30 Minuten Spielzeit sowie fünf Tore und drei Vorlagen stehen in seinem Arbeitsnachweis.

Endlich ist der hochveranlagte Techniker am richtigen Ort, an dem er durch Ruhe im Umfeld und Vertrauen des Trainerteams sein Potenzial regelmäßig entfalten kann. Das gilt weiterhin, auch nach Ansicht der Verantwortlichen, obwohl Waldschmidt seine erste Leistungsdelle erlebt. Der Rückrundenstart missglückte. Nach einer schwachen Halbzeit in Frankfurt und einem ordentlichen Joker-Einsatz gegen Hoffenheim (2:4) verzichtete Trainer Christian Streich ganz auf seinen Kreativgeist. "Luca hatte vor dem Sommer keinerlei Rhythmus. Uns war klar, dass er jetzt nicht ein Jahr in vollem Rhythmus durchspielen kann", sagt Sportdirektor Klemens Hartenbach und meint damit auch Reaktionen des Körpers. So sorgten zuletzt etwa Patellasehnenprobleme dafür, dass Waldschmidt das eine oder andere Training verpasst hat.

Große Sorgen machen sich die Bosse deshalb aber nicht. Sie sehen einen normalen Prozess. Zumal sich Waldschmidts Defensivverhalten bereits wesentlich verbessert habe. "Unsere Offensivleute müssen jetzt auch nicht wie Abwehrspieler verteidigen. Nur bei der Bereitschaft, für die Mannschaft Verantwortung zu übernehmen, machen wir keine Kompromisse", sagt Hartenbach: "Dass dann nicht immer alles gelingt, was geschicktes Zweikampfverhalten oder Stellungsspiel betrifft, ist klar." Waldschmidt scheint also nicht weit weg von der Startelf. Nach einer guten Trainingswoche könnte er schon gegen Wolfsburg wieder beginnen. Stimmt dann auch die Leistung, wäre die Delle schnell vergessen.

Aus seinen Ambitionen macht Koen Casteels kein Geheimnis. Im nächsten Jahr, sagt der Torwart, würde er gerne international spielen. Mit dem VfL Wolfsburg hat er aktuell gute Aussichten im Kampf um Europa, zwangsläufig zieht es den Belgier jedoch zu einem dauerhaft international vertretenen Klub. "Das", sagt sein Berater Nico Vaesen, "wäre der logische nächste Schritt." Casteels spielt wie im Vorjahr eine Topsaison. "King Koen" wird auf Sicht zu stark und zu groß für den VfL.

Während Wolfsburg nach schweren Jahren gerade wieder dabei ist, sich in der oberen Tabellenhälfte zu behaupten, gehört der Torwart längst zu den Besten seiner Zunft. Top auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung, ebenso im Spiel mit dem Ball am Fuß. Casteels kommt wie das Paradebeispiel des modernen Torhüters daher, seine Ruhe und Sicherheit geben dem VfL großen Halt. "Koen ist extrem komplett", sagt Trainer Bruno Labbadia. "Er ist ein fantastischer Torwart und kann sehr gut Fußball spielen." Das belegen auch die Zahlen. 978 Ballkontakte hatte Casteels bisher in dieser Saison, nur Gladbachs Schlussmann Yann Sommer (1032) hat mehr. 76,6 Prozent seiner Pässe brachte Casteels an den eigenen Mann - ein Spitzenwert. Labbadia: "Koen passt super zu unserer Art, wie wir spielen wollen. Er geht in diesem Spiel noch mehr auf, man sieht noch besser, wie gut er als Torwart ist. Es ist klasse, dass er bei uns ist."

Die Frage ist nur: Wie lange noch? "Koen fühlt sich sehr wohl in Wolfsburg", erklärt Berater Vaesen. "In dieser Saison läuft es für den VfL deutlich besser. Wir werden ganz ruhig schauen, was im Sommer auf dem Tisch liegt. Zunächst reden wir ohnehin mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer." Längst aber haben namhafte Klubs den Torwart auf dem Radar. In der Vergangenheit gab es Gerüchte über Interesse aus Barcelona und vom FC Arsenal, verbrieft ist eine Kontaktaufnahme im vergangenen Jahr seitens des FC Chelsea. Vaesen: "Wir wissen, dass ihn einige Klub intensiv beobachten, das ist ganz normal."

Es zeichnet sich ab: Nach dem Transfer von Kevin de Bruyne, der 2015 für 75 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, hat der VfL den nächsten Großtransfer in Aussicht. Denn auch auf dem Torhütermarkt sind die Preise explodiert. Chelsea investierte schließlich 80 Millionen Euro in Keeper Kepa aus Bilbao, weil Casteels-Landsmann Thibaut Courtois die Londoner für 40 Millionen zu Real Madrid verließ. Der FC Liverpool zahlte für Alisson 72,5 Millionen an AS Rom. Gut für den VfL: Manager Schmadtke hat eine gute Verhandlungsposition - Casteels’ Vertrag bis 2021 ist ohne Ausstiegsklausel.

Hannover 96 gegen FC Nürnberg im Livestream am 09.02.2019

Zum Wochenbeginn ließ Thomas Doll seinen Worten nach dem Leipzig-Spiel (0:3) Taten folgen. Strammes Krafttraining, intensive Spielformen, um die vom neuen Trainer vermisste Wettkampfhärte zu erlangen. Seine Gleichung: Ohne Power kein Zug zum Tor. "Das Spiel nach vorne hat nicht stattgefunden. So ehrlich müssen wir sein."

Doll mischt die Karten neu. Inhalte, Ansprache und Abläufe geben auch jenen Hoffnung, die sich zuletzt im Konkurrenzkampf außen vor sahen. Mit dem "guten Gefühl aus einer guten Trainingswoche", so Manager Horst Heldt, will es Hannover angehen. "Ich hoffe am Samstag auf einen Brustlöser, doch das wird sicher kein Selbstläufer. Nürnberg ist nicht gefestigt - aber wir sind es auch nicht …"

In der Tabelle erscheint wenigstens der vier Punkte entfernte Relegationsplatz 16 noch realistisch. Mut macht die eigene Geschichte. 1971/72 trug 96 nach der Hinrunde ebenfalls mit - aufs Drei-Punkte-System umgerechnet - elf Zählern die berüchtigte rote Laterne, schob sich mit schließlich 33 aber noch an Dortmund und Arminia Bielefeld vorbei auf den drittletzten Rang. Auch 2009/10 gelang noch direkt der Klassenerhalt, da war der Abstand zum rettenden Ufer aber nie größer als vier Punkte. Vage Hoffnung muss auch wieder aufkeimen, wenn das besonders von Verletzungen (zuletzt Noah Sarenren Bazee, Syndesmoseriss) dezimierte Personal wächst. Der Japaner Genki Haraguchi kehrte vom Asien-Cup zurück, mit Edgar Prib steht nach Kreuzbandrissen bald ein weiterer Routinier zur Verfügung. Manager Heldt: "Er tut der Mannschaft gut." Ob es mit Niclas Füllkrug (Knie) in dieser Saison noch einmal klappt, ist sehr fraglich. Aber mit Linton Maina (Knie) rechnet Heldt noch im Februar, mit Ihlas Bebou (Oberschenkel) im März. Beide sind wichtig für besagten Zug zum Tor. Denn, so merkt Verteidiger Kevin Akpoguma an: "Wir müssen uns spielerisch besser in Aktion bringen, damit unsere Stürmer in der Box zum Abschluss kommen."

Probleme erkannt, Lösungen in Arbeit. "Und dann", schärft Thomas Doll die Sinne fürs Wochenende, "wissen wir alle, wie wichtig dieses Spiel ist - Letzter gegen Vorletzter …" Aus 96-Sicht müssen die Punkte zwölf bis 14 gebucht werden. "Wir sind teilweise zu lieb auf dem Platz, nicht robust genug", klagt Torwart Michael Esser. Auch das muss sich ändern. Mit der von Doll ersehnten Power. "Einfach mit allem, was irgendwie zu mobilisieren ist", so Horst Heldt. Und zur Not widerlich. Besser als wieder nicht.

Der Mittwoch begann für die Profis des 1. FC Nürnberg mit einer langen Besprechung. Die war nach dem ganz schwachen 0:1-Pokalaus beim Hamburger SV auch bitter nötig. "Wenn wir am Samstag so eine Leistung abrufen, dann gibt es ein böses Erwachen", mahnt Torhüter Christian Mathenia vor dem Kellerduell bei Hannover 96.

Wer den Club nach dem dezenten Leistungsaufschwung beim 1:2 in Mainz und dem verdienten 1:1 gegen Bremen auf dem richtigen Weg wähnte, der musste sich am Dienstagabend als Opfer einer Täuschung vorkommen. Die Frage lautet nun, welches Gesicht die Mannschaft in Hannover zeigen wird. "Wenn wir das Spiel gewinnen, sieht die Welt schon wieder besser aus", sagt Hanno Behrens, "wir haben eine große Chance, die Saison mit einem Sieg nochmals in eine andere Richtung zu lenken." Zweckoptimismus oder mehr? Fakt ist, dass die wohl einzige Chance des FCN in der schwachen Konkurrenz liegt. Normalerweise kann man mit zwölf Punkten zu diesem Zeitpunkt getrost für die kommende Zweitligasaison planen, doch Hannover und der VfB Stuttgart lassen dem Club die Tür zum Klassenerhalt offen. Noch.

Köllner wartet mit seinem Team seit mittlerweile 14 Partien auf einen Dreier. Der bislang letzte Bundesligatrainer, der mehr sieglose Spiele am Stück bei einem Verein verzeichnete, hieß Mike Büskens, der 2012/13 beim Lokalrivalen Greuther Fürth eine Durststrecke von 17 überstand.

Gegen Hannover gelang den Franken beim 2:0 im Hinspiel einer von zwei Saisonsiegen, eine Wiederholung ist nun fast zwingend. Es dürfte beinahe die letzte Chance sein, auch aus psychologischem Blickwinkel. "Man darf wegen des Spiels jetzt nicht alles umwerfen", sagt Köllner mit Blick auf das Pokalaus. Seine personellen Möglichkeiten sind allerdings ohnehin begrenzt. In der Viererkette bangt er um Tim Leibold (Gehirnerschütterung) und Georg Margreitter (muskuläre Probleme), Sechser Ondrej Petrak fehlt gelbgesperrt.

Warum Köllner den Tschechen in Hamburg trotzdem brachte und nicht einen der Vertretungskandidaten, bleibt sein Geheimnis. Die infrage kommenden Eduard Löwen, Patrick Erras und Simon Rhein haben zuletzt kaum oder gar nicht gespielt.

2010 rettete sich der Club übrigens letztmals, als er nach 20 Spieltagen auf Platz 17 stand. Unter Dieter Hecking kletterte er noch auf Rang 16 und besiegte den FC Augsburg in der Relegation. Der ist mittlerweile in fast allen Belangen enteilt und steht sechs Punkte vor dem Club auf Platz 15. Stand Februar 2019 wäre das Erreichen der Relegation schon ein Erfolg.

Mönchengladbach gegen Hertha BSC im Livestream am 09.02.2019

Die Ausnahme heißt Borussia Dortmund. Einzig dem BVB ist es gelungen, die Gladbacher Defensive seit dem 13. Spieltag zu überwinden, der Tabellenführer siegte 2:1 zum Jahresabschluss 2018. Ansonsten: In sechs von sieben Spielen stand die Null bei den Fohlen. Auch das ist ein entscheidender Grund, warum sich die Elf von Trainer Dieter Hecking schon klar vom 5. Tabellenplatz abgesetzt hat und Kurs auf die Champions League nimmt.

Bollwerk Borussia. Und verantwortlich für diese Entwicklung zeichnen nicht nur Torhüter Yann Sommer und Abwehrchef Matthias Ginter, sondern insbesondere auch Nico Elvedi. Der Schweizer legte einen Top-Start ins Jahr 2019 hin, und womöglich ist es kein Zufall, dass die Gladbacher Hintermannschaft in Dortmund zwei Gegentore kassierte, als Elvedi wegen einer Gehirnerschütterung pausierte.

Immer reifer. Immer besser. Immer wichtiger. In Elvedi ist der nächste Innenverteidiger für die Zukunft gefunden. Das Vertrauen von Borussias Verantwortlichen hat der Nationalspieler mit seinen starken Leistungen in den zurückliegenden Monaten absolut gerechtfertigt. "Er hat noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht", lobt Hecking und führt aus: "Nico hat ein super Stellungsspiel und kommt fast immer ohne Foul aus. Er kann mit seiner Schnelligkeit gefährliche Situationen bereinigen. Außerdem spielt er sehr abgeklärt." Starke Szenen zeigt Elvedi aber auch in der Spieleröffnung: In Leverkusen beim Rückrundenauftakt war es sein perfekter 35-Meter-Vertikalpass auf Lars Stindl, der das 1:0-Siegtor einleitete.

Als im Sommer der Wechsel von Jannik Vestergaard zum FC Southampton Gestalt annahm, war die Nachfolgersuche für Sportdirektor Max Eberl und Hecking ruckzuck beendet. Das Duo legte sich direkt auf Elvedi fest, der die vergangenen Jahre hauptsächlich auf der rechten Außenbahn zu Hause war. Mit dieser personellen Veränderung wurde das Tempo in der Innenverteidigung signifikant erhöht, einer von vielen Fortschritten im Vergleich zur vergangenen Spielzeit.

"Es war ein kluger Schachzug", sagt Elvedi über seinen Rollentausch und freut sich über die Rückkehr auf seine Stammposition aus der Jugendzeit. "Diese Position ist wie für mich gemacht, da habe ich das ganze Spiel vor mir. Läuft er in der öffentlichen Betrachtung weiterhin etwas "unter dem Radar" (O-Ton Hecking), gilt das nicht für die zahlreichen ausländischen Scouts, die den Reifeprozess des Verteidigers mit größtem Interesse verfolgen. Gut für Gladbach: Das Defensivjuwel hat sich bis 2021 an die Borussia gebunden.

Die Österreicher warben seit Wochen, Hertha wog ab - und stimmte zu: Stürmer Muhammed Kiprit (19), 2018 Deutscher A-Jugend-Meister, soll nach einer guten Hinrunde in Herthas U 23 (sechs Tore in 16 Regionalliga-Einsätzen) auf Leihbasis bei Wacker Innsbruck den nächsten Schritt gehen. Der Zehnte der österreichischen Liga erhält keine Kaufoption.

Bei Kiprit hoffen die Berliner ebenso wie bei den verliehenen Talenten Maximilian Pronichev (21, Hallescher FC) und Sidney Friede (20, Royal Excel Mouscron/Belgien), dass in der Fremde die nächste Stufe in der Entwicklung genommen wird. Wie das im Idealfall geht, zeigt das Beispiel von Nils Körber (22). Die Leihe des Keepers zum VfL Osnabrück, entpuppte sich für alle Seiten als Gewinn. Sollte der VfL in die 2. Liga aufsteigen, sind die Berliner grundsätzlich zu einer Verlängerung der Ausleihe bereit. Auch um Körbers Zukunft geht es in diesen Wochen bei Hertha BSC, das Personaltableau für 2019/20 nimmt Konturen an. Wegen der zukünftigen Besetzung der Torwartposition haben sich Manager Michael Preetz und Torwarttrainer Zsolt Petry inzwischen ausgetauscht.

Klar ist: Rune Jarstein (34, Vertrag bis 2021) bleibt die Nummer 1. Dahinter entwickeln sich die Dinge gerade. Die Verträge von Thomas Kraft (30) und Jonathan Klinsmann (21), Sohn des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann, laufen zum 30. Juni aus. Nach Medien-Informationen will Hertha Kraft noch im Februar ein Vertragsangebot unterbreiten. Trainer Pal Dardai und Petry sind mit der Rolle und dem Auftreten Krafts, der 2011 vom FC Bayern kam, sehr zufrieden und wollen auch künftig hinter Jarstein Erfahrung im Portfolio haben. Kraft, der sich in Berlin wohl und geschätzt fühlt, ist grundsätzlich bereit dazu. Damit könnte für Klinsmann, der im November erstmals zum US-Nationalteam eingeladen wurde, das Kapitel Berlin im Sommer zu Ende gehen. Denn hinter Jarstein und Kraft und neben Körber und dem von einem Kreuzbandriss genesenen Marius Gersbeck (23, Vertrag läuft aus) steht mit Dennis Smarsch (20, 2021) ein weiteres Talent im Kader, dem intern eine positive Entwicklung und viel Potenzial bescheinigt wird.

 
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