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TSG Hoffenheim gegen FC Schalke 04 im Livestream am 23.09.2017
Samstag, 23. September 2017

Zuletzt brach bei der TSG Hoffenheim jeweils nach einem gutem Start der Schlendrian durch. In Mainz entdeckte die Mannschaft aus dem Kraichgau gleich von Beginn an diese Unart für sich. Ungewöhnlich emotions- und körperlos ließ man die druckvollen Gastgeber gewähren, die dankend auf 2:0 stellten. Dass es am Ende noch zu einem Sieg reichte, hatten die Kraichgauer nicht zuletzt Sandro Wagner zu verdanken. Und nicht nur wegen dessen zwischenzeitlichem 2:2. Dabei hatte Julian Nagelsmann bereits vor dem Spiel betont: „Acht Punkte gegen diese Gegner in der Liga hätte ich sicher vorher unterschrieben.“ Immerhin hatte sein Team unter anderem die Bayern bezwungen. International aber, so betonte der Trainer, wisse man, dass man Punkte brauche. In der Gesamtbewertung „muss man unterscheiden zwischen Ergebnis und Leistung. Es gibt Spiele, wo man als Trainer zufrieden sein kann ohne das richtige Ergebnis, wie zu Hause gegen Liverpool.“ Da hatten die Kraichgauer trotz starken Auftritts mit 1:2 verloren.

Mainz fiel in die Kategorie: durchwachsene Leistung, gutes Ergebnis. Nagelsmann gelingt es bislang, die ungewohnte Mehrfachbelastung gut auf verschiedene Schultern zu verteilen. Seit der Länderspielpause begann neben Oliver Baumann lediglich Havard Nordtveit in allen vier Partien. In Mainz sollte der Neuzugang aus der Premier League (West Ham) bei den beiden ersten Mainzer Treffern keine gute Figur machen. Beim 0:1 köpfte er Danny Latza den Ball vor die Füße, beim 0:2 ließ er sich im Doppel mit Kevin Vogt von Yoshinori Muto düpieren. Das 1:2 gegen Braga und das 1:1 gegen die Hertha – jeweils nach Führung – hatten der TSG ein klares Aufgabenprofil hinterlassen: Dominanz auch in Punkte zu verwandeln ohne Konzentrationspausen. „Wir spielen gut, dominieren die Gegner – aber wir müssen es über 90 Minuten halten, sonst wirst du bestraft“, forderte Sandro Wagner. In Mainz gelang das. Auch dank ihm, der kurz vor der Pause das 2:2 erzielte. Ausgerechnet nach einer Ecke von Lukas Rupp, den er Minuten vorher noch durchgeschüttelt hatte. Die Worte „der schläft“ gingen dem Stürmer dabei deutlich über die Lippen. Nach dem Tor, das Hoffenheim wachrüttelte, gab’s trotzdem den gewohnten Drücker und Dank für den Vorbereiter.

Ausnahmslos erkannten die Schalker an, dass sie sich dem FC  Bayern sportlich geschlagen geben mussten. „Wir haben uns einige Chancen erarbeitet und hätten mit einem Treffer, egal zu welcher Zeit, für ein kleines Erdbeben sorgen können, haben aber verdient verloren“, sagte etwa Trainer Domenico Tedesco. Der bittere Beigeschmack nach den turbulenten Ereignissen der ersten Hälfte blieb. Auch eine Stunde nach dem Abpfiff hatte sich die Wut bei Ralf Fährmann noch nicht gelegt. Er konnte seinen Standpunkt in Wort und Gestik zwar deutlich ruhiger vortragen als um die 25. Minute herum auf dem Feld gegenüber Schiedsrichter Marco Fritz, inhaltlich hatte sich an der Kritik des Torwarts aber rein nichts geändert. „Ich will unsere Niederlage nicht an dieser Szene festmachen“, betonte er, „und dem Schiedsrichter kann man keinen Vorwurf machen, er hatte ja eigentlich richtig entschieden.“

Der Kapitän nahm vielmehr den Video-Assistenten in die Verantwortung und stellte den Vergleich mit einer ähnlichen Szene aus der Partie neulich bei Hannover 96 an, als Salif Sané der Ball im Strafraum an die Hand sprang – und auf Ecke entschieden wurde. „Da haben wir nicht groß protestiert, weil uns in einer Regelschulung erklärt worden war, dass es kein Elfmeter ist, wenn der Ball von einem anderen Körperteil an die Hand fliegt“, sagte Fährmann. Diesmal prallte der Ball bei James’ Schuss von Naldos Fuß an dessen Arm. „Natürlich war ich mit der Hand dran“, sagte der Schalker, der die Meinung derer aber nicht teilen konnte, die behaupten, es sei eine unnatürliche Hand-/Armhaltung gewesen. „Das hat damit nichts zu tun, wenn man grätscht. Außerdem habe ich dem Schiedsrichter gesagt, dass der Ball von meinem Fuß an die Hand gesprungen ist“, erklärte Naldo, der damit das entscheidende Argument auf seiner Seite zu haben glaubte und sich in Erwartung des Bayern-Eckballs bereits entsprechend positionierte. Fritz folgte aber dem Einwand des Video-Assistenten. „Das zeigt, dass auch der Videobeweis nicht frei von Fehlern ist“, schlussfolgerte Naldo. Die Laune seines Trainers Tedesco war ebenso von Empörung geprägt, mit dem Hinweis auf besagte Schulung klagte der 32-Jährige: „Aus meiner Sicht ist es kein Elfmeter. Mittlerweile bin ich aber raus bei dem Thema. Ich weiß nicht mehr, was Hand ist und was nicht.“ Damit ist er nicht allein.

RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt im Livestream am 23.09.2017

Am Mittwochmittag kehrte der Leipziger Tross nach Sachsen zurück. Nach der zweiten Saison- niederlage liegt der Fokus bei RB auf der Frankfurter Eintracht, die am Samstag in Leipzig aufkreuzt. Abseits des Vorfalls mit Daniel Baier gibt es für Ralph Hasenhüttl auch sportlichen Bedarf, das Gastspiel in Augsburg aufzuarbeiten. Dabei verteidigt der Coach seine personellen Maßnahmen. „Wenn das Spiel gewonnen worden wäre, wäre alles wunderbar gewesen“, sagt der 50-Jährige, der die Rotation in den englischen Wochen „alternativlos“ nennt. Hasenhüttl weiter: „Ich tue das nicht, weil mir langweilig ist, sondern weil es eine Notwendigkeit war.“ Eigentlich habe er nicht so viel wechseln wollen, so der RB-Trainer. Er musste jedoch den gesperrten Naby Keita ebenso ersetzen wie Angreifer Jean-Kevin Augustin (Probleme mit dem Zehengelenk) und Verteidiger Dayot Upamecano (leichte muskuläre Beschwerden).

Zudem räumt Hasenhüttl Lukas Klostermann Pausen ein, weil der Rechtsverteidiger nach einem Kreuzbandriss im September 2016 lange Zeit keinen WettkampfRhythmus hatte. Bei RB schiebt man die Niederlage denn auch nicht auf die Rotation. Was Hasenhüttl speziell in der ersten Halbzeit „ein bisschen zu wenig emotional“ fand, fasst Diego Demme in prägnantere Worte: „Wir verpennen es einfach.“ Die Partie zeigte aber erneut: Ein Fußballer wie Keita ist nicht zu ersetzen, ebenso wenig Emil Forsberg, Torjäger Timo Werner und Forsbergs Pendant auf der halbrechten Zehnerposition, Marcel Sabitzer. Fehlen einer oder gar meh rere dieser Spieler, ist RB ein gutes, aber eben ein gewöhnliches Team. Gegen Frankfurt wird Keita noch fehlen. Er wurde nach dem Platzverweis gegen Gladbach für drei Spiele gesperrt. Augustins Einsatz ist fraglich. Unabhängig vom Personal formuliert Kapitän Willi Orban das Gebot der Stunde: „Wir müssen mal wieder zu null spielen. Das muss unser Anspruch sein, dass wir hinten die Null stehen haben, nach vorne zwingender sind und uns mehr Chancen erspielen. Wir müssen zu Hause eine klare Reaktion zeigen.“

Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen hat sich Eintracht Frankfurt zum Schreck des Westens entwickelt. Dem 1:0-Sieg am Niederrhein bei Borussia Mönchengladbach ließen die Hessen nun den Erfolg ein paar Kilometer entfernt im Rheinland folgen. „Wir hatten das Quäntchen Glück, das uns bisher zu Hause gefehlt hat“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Wir hatten die besseren Chancen, haben sie nur leider nicht genutzt“, ergänzte Timothy Chandler, der sich dabei vor allem auf die Kontermöglichkeiten bezog, die sich mit zunehmender Dauer der Partie häuften. Trainer Niko Kovac hatte sich vorher gewünscht, dass es seiner Mannschaft „wie in Mönchengladbach gelingt, dem Gegner früh den Zahn zu ziehen und in Führung zu gehen“. Den Zahn zog die Eintracht dem Gegner mit dem 1:0 nach 22 Minuten nicht gleich, verursachte durch den unrechtmäßigen Foulelfmeter wohl aber derbe Schmerzen bei den Kölnern. „Den Strafstoß muss man nicht geben“, sagte Bobic, während Kevin-Prince Boateng hübsch verpackte, dass auch er als Schiedsrichter nicht zwingend auf den Punkt gezeigt hätte. Sein Statement lautete: „Schiedsrichter-Entscheidungen kommentiere ich nie, da habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Die Entscheidung müssen wir dem Schiedsrichter überlassen. Wir haben Videobeweis und alles“, dies müsse reichen. Dass er gar nicht zum Strafstoß hätte antreten dürfen, interessierte Sebastien Haller herzlich wenig. Er nahm die Fehlentscheidung dankbar an und schob abgeklärt ein – Frankfurts Sieben-Millionen-EuroZugang, der bereits den Siegtreffer durch Boateng in Mönchengladbach vorbereitet hatte, dürfte sein Debüttor für Frankfurt Selbstvertrauen verliehen haben. Ein weiterer Faktor für den Erfolg war die taktische Grundordnung – wieder weg vom Dreierverbund, hin zum Viererriegel. „Inklusive des Spiels gegen den FC Arsenal hat Köln in den fünf vorherigen Partien immer gegen Viererketten gespielt und alles verloren“, sagte Kovac, der bei der Umstellung auf sein „Bauchgefühl“ hörte. Warum die Eintracht daheim nicht zu Rande kommt, dafür in drei Auswärtsspielen aber bereits sieben Zähler (ohne Gegentor!) einsackte, verwundert selbst die Frankfurter. „Wir wissen auch nicht, warum das so ist“, sagte Chandler. Es wird ihnen nach den Erfahrungen der bisherigen Saison nur recht sein, dass sie gleich wieder eine Partie in der Ferne bestreiten müssen – am Samstag bei RB Leipzig. Der Schreck des Westens will nun auch zum Ost-Schreck werden. Nach NRW kommen die Frankfurter erst wieder im März. Dann wartet Borussia Dortmund.

Jahn Regensburg gegen Eintracht Braunschweig im Livestream am 23.09.2017

Drei Spiele innerhalb einer Woche. Da blieb gerade noch Zeit, das 0:2 gegen Dresden aufzuarbeiten. In Düsseldorf erwartete die Regensburger eine Ausgangsposition, die ihnen deutlich besser schmeckt. Eine Heimmannschaft, die gefordert ist, das Spiel machen und nach vorne spielen muss. Eine Situation, wie sie der Jahn hofft, gegen Braunschweig vorzufinden. Doch zurück zum Spiel in Düsseldorf: Da hat Beierlorzer wie angekündigt mit Marc Lais, Jonas Nietfeld und Benedikt Saller frische Käfte in die Startelf beordert. Die Neuen spielten ordentlich, waren jedoch nicht in der Lage, dem Offensivspiel mehr Gefahr zu verleihen. Insgesamt war der Jahn zu harmlos und durfte sich bei Torwart Philipp Pentke bedanken, dass es am Ende nur 0:1 stand. Somit werden gegen Braunschweig wohl wieder Sebastian Nachreiner, Albion Vrenezi und Sargis Adamyan in die Startelf rotieren. Dann gilt es, die Heimmisere mit drei Pleiten in den vergangenen drei Spielen zu beenden.

Es bleibt dabei, die Eintracht ist die einzige ungeschlagene Mannschaft der 2. Liga. Der Unterschied: Dieser an sich bereits positive Umstand fühlt sich nun deutlich besser an. Gegen Fürth setzte es nach fünf Unentschieden in sechs Spielen endlich wieder den ersehnten Dreier – einen hochverdienten, überzeugenden noch dazu. Das mit dem Auf-der-Stelle-Treten ist nunmehr also vorbei. Einer, der gegen Greuther Fürth etwas daran ändern sollte, spielte endlich mal von Anfang an. Zwei Spiele musste sich Özkan Yildirim gedulden. Der Last-Minute-Neuzugang gab seine Startelfpremiere für die Löwen. Und das auf der Zehn, seiner Lieblingsposition. In Berlin hatte Trainer Torsten Lieberknecht noch auf Onel Hernandez im Zentrum vertraut. Yildirim hatte bereits nach seiner Einwechslung beim 1:1 gegen Sandhausen angedeutet, dass er eine Qualität mitbringt, die in Braunschweig nicht im Übermaß vorhanden ist. Spielfreude, gepflegtes Passspiel, die eine oder andere überraschende Idee – das sind die Stärken des 24-Jährigen. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Neuzugang dauerhaft ein belebendes Element für die Eintracht sein kann. In den vergangenen drei Jahren hat er nur 23 Pflichtspiele für Düsseldorf und Werder Bremen II absolviert. Eines davon in der Bundesliga. Und das für Bremen. Gegen Fürth kam Yildirim kaum zur Geltung, hatte wenige nennenswerte Ballaktionen und musste nach 69 Minuten verletzt raus. Den zweiten Saisonsieg besorgten andere: Der formstarke Salim Khelifi und der lauffreudige Christoffer Nyman mit seinem dritten Saisontor leiteten einen ungefährdeten 3:0-Sieg ein. Mit elf Zählern liegt Braunschweig jetzt mit drei Punkten Abstand wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Und genau dort, will der Dritte der Vorsaison ja hin.

Arminia Bielefeld gegen FC Heidenheim im Livestream am 23.09.2017

Nach zwei Niederlagen mit jeweils vier Gegentoren ist Bielefeld wieder in der Spur. Mit dem 2:0 in Dresden setzt sich die Arminia im oberen Tabellendrittel fest – vor allem dank einer starken Defensivleistung des gesamten Teams. Trainer Jeff Saibene hatte sich vor der Partie gewünscht, dass man den Ball in gewissen Situationen auch mal „klar auf die Tribüne“ haut. Damit die Mannschaft wieder zur alten Stabilität zurückfindet und weniger Gegentore kassiert. Das Ziel: die Schießbude dichtmachen. Das Ergebnis: Der Plan ist voll aufgegangen – dank einer taktisch hervorragenden Vorstellung und eines Wechsels in der Innenverteidigung. Stephan Salger kam für Brian Behrendt ins Team und wurde zum besten Spieler der Ostwestfalen.

Unaufgeregt und souverän löste er jede brenzlige Szene vor und im ei genen Strafraum, er brachte die gewünschte Stabilität zurück. „Ich bin einfach nur glücklich, dass wir die lange Rückfahrt mit dem Bus mit drei Punkten im Gepäck antreten“, sagte Salger. „Jetzt können wir uns in Ruhe voll auf das Heimspiel gegen Heidenheim fokussieren.“ In der Defensive passte es, da war es nicht so schlimm, dass in der Offensive nicht alles klappte. In den richtigen Momenten nutzten Andreas Voglsammer und Patrick Weihrauch die Fehler beziehungswweise die totale Offensive der Dresdner eiskalt aus. „Wir sind sehr kompakt gestanden, der Sieg ist auf jeden Fall verdient“, freute sich Voglsammer. Die zweite Veränderung war die Hereinnahme von Tom Schütz. Der 29-Jährige ersetzte Konstantin Kerschbaumer und kam so zu seinem Startelfdebüt in dieser Saison.

In Bochum konnte der 1. FC Heidenheim den Negativtrend beim 2:1-Auswärtssieg stoppen. Dabei konnte Trainer Frank Schmidt wieder auf eine wichtige Säule bauen: Kevin Kraus. Der Innenverteidiger klagte nach der Partie allerdings über die „Krämpfe seines Lebens“. Deshalb sagte Schmidt vor dem Spiel gegen Darmstadt: „Ich glaube nicht, dass Kevin in der englischen Woche alle Spieler über die volle Distanz gehen kann.“ So kam es denn auch. Gegen die Hessen kam Kraus nicht zum Einsatz. Trotz einer couragierten Leistung verpasste es die Elf von Schmidt, sich mit dem zweiten Dreier in Folge zu belohnen. Beim 2:2 konnte man den Heidenheimern im bislang besten Saisonspiel nur mangelnde Chancenverwertung vorwerfen. Der spielerische Aufwärtstrend des FCH hält also an. Damit es in Bielefeld am Samstag wieder zu drei Punkten reicht, wird wohl Kraus wieder in die Innenverteidigung zurückkehren und Maximilian Wittek ins defensive Mittelfeld.

FC St. Pauli gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 23.09.2017

Das historische Heimdebakel gegen Ingolstadt hatte Fragezeichen hinterlassen, zumal schon die vorangegangenen Siege wenig überzeugend waren – täuscht die ordentliche Punkteausbeute womöglich darüber hinweg, dass St. Pauli den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt? In Kiel gelang eine Antwort, in vielerlei Hinsicht. Die Profis von Olaf Janßen schüttelten ein 0:4 aus den Knochen, trotzten der Verletzungsmisere – und den schockierenden Vorkommnissen vor der Partie, als vermummte Kieler den Platz gestürmt hatten. „Nach einem Spiel wie gegen Ingolstadt kann keiner erwarten, dass spielerisch ein Rädchen ins andere greift“, sagt Bernd Nehrig, „aber wir wollten den Fans und auch uns selbst zeigen, dass wir es anders können.“

Dieser selbst formulierte Auftrag wurde erfüllt – und im Mittelpunkt standen Protagonisten, die schwere Wochen hinter sich haben: Lasse Sobiech, Johannes Flum und Richard Neudecker. Sobiech hatte vier Wochen nach seiner schweren Gehirnerschütterung bereits vergangenen Samstag ein Teilzeit Comeback gegeben, in Kiel kehrte er von Beginn an in die Innenverteidigung zurück und ragte auf Anhieb wieder heraus. „Lasse“, schwärmte Janßen, „muss ich ein riesiges Kompliment machen, weil er nach der Pause direkt Turm in der Schlacht war.“ Und weil er nachwies: So ausgeglichen die Verantwortlichen den Kader auch besetzt haben, der Abwehrchef ist auf St. Pauli dauerhaft nicht ersetzbar. Von diesem Status war Johannes Flum in den zurückliegenden Monaten ein gutes Stück entfernt, erst durch den Bänderriss von Christopher Buchtmann kehrte der ExFrankfurter in die Startelf zurück. Dienstag agierte er in vorgezogener zentraler Rolle, wurde zum Matchwinner – und dies bereits zum zweiten Mal: Schon gegen Heidenheim hatte Flums 1:0 den Sieg beschert, insgesamt sicherte er nun bereits sechs Punkte und frohlockt: „Für uns war das ein ganz wichtiger Schritt.“ Begünstigt wurde dieser außerdem von Vorlagengeber Neudecker, der auch aufgrund einer langen Verletzungshistorie am Millerntor bislang nur eine Nebenrolle gespielt hat. „Jetzt“, sagt Janßen, „ist er in einer körperlichen Verfassung wie vielleicht noch nie.“ Und damit in der Lage, ebenfalls Antworten zu geben.

Die Fortuna ist nicht das Bayern München der 2. Liga. Dass die Mannschaft nicht durch die Liga marschieren würde, war im Umfeld und der sportlichen Führung auch klar. Was bei der 1:3-Schlappe am vergangenen Wochenende in Fürth das Umfeld so beunruhigte, war der starke, kollektive und völlig unerklärliche Leistungsabfall gegenüber den Vorwochen. Der Einbruch warf die Frage auf: War die Niederlage ein Ausrutscher oder hat der gute Saisonstart geblendet? Fünf von denen, die in Fürth mit ihrer Leistung daneben- gelegen hatten, konnten darauf keine Antworten geben. Friedhelm Funkel krempelte das Team gegen Regensburg mächtig um. Mit Adam Bodzek, Lukas Schmitz, Andre Hoffmann und Rouwen Hennings wechselten neben Jean Zimmer vier erstligaerprobte Akteure vom Rasen auf die Bank. Auch taktisch griff Funkel gegen die Oberpfälzer zu Alternativen. Eine Viererabwehrkette, in der die Außen Julian Schauerte und Niko Gießelmann bei Ballbesitz hoch standen, waren die Antwort auf die aggressive Spielweise der Gäste. Die beiden Spitzen Havard Nielsen und Emir Kujovic sollten die Regensburger Deckung gemeinsam mit dem flinken Benito Raman beschäftigen.

Das gelang phasenweise und dann fast immer über den fleißigen Nielsen oder den lauffreudigen Raman. Nach einem Foul an dem kleinen Wirbelwind und dem fälligen Freistoß fiel der Ball dem bis dahin blassen Kujovic vor die Füße, der zum entscheidenden 1:0 eindrückte. Die Fortuna brillierte nicht im Stil einer Spitzenmannschaft, zeigte aber Moral, erkämpfte sich ein Chancenübergewicht und schließlich auch mehr Spielanteile. Insbesondere die Abwehr war gegenüber der Pleite gegen Fürth nicht wieder zu erkennen. Robin Bormuth und Kaan Ayhan behaupteten sich regelmäßig in Kopfballduellen, Gießelmann sorgte regelmäßig für Entlastung. Den Fortunen war nach dem Spiel die Erleichterung in den Gesichtern abzulesen. Es sei wichtig gewesen, hinten die Null zu halten und nach der Fürth-Schlappe sofort mit einem Sieg zu kontern, betonte Nielsen. „Heute hatten wir viel Kampf und Leidenschaft im Spiel und elf Mann, die sich voll reingehängt haben“, ergänzte der starke Gießelmann. „Die Mannschaft hat ihre Lehren gezogen“, bilanzierte Funkel zufrieden. In der Mannschaft steckt also Leben. Damit ist die Frage, ob es sich in Fürth um einen Ausrutscher handelte, beantwortet.

FC Bayern München gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 22.09.2017
Freitag, 22. September 2017

Dieses Traumtor ließ sogar beim gerne stoischen Carlo Ancelotti die Fäuste vibrieren. Sohn Davide sprang dem Papa auf den Rücken zum Jubel-Huckepack. Dieses 3:0 – Lupfer von James plus Direkt- abnahme Vidals – war ein Kunstwerk und die Entscheidung auf Schalke. Nach dem 4:0 gegen Mainz stand es binnen vier Tagen 7:0 für Bayern. Und 7:0 für Ancelotti. Für diesen vermeintlich komplizierten Auswärtsauftrag hatte sich der Fußballlehrer eine mutige Startelf ausgedacht. Nach dem Ausfall der Säulen Neuer und Robben verzichtete Ancelotti noch auf Boateng, Hummels, Thiago, Vidal, Ribery. Das Vierer-Zentrum Martinez-Süle-Tolisso-Rudy erlebte seine Premiere und hielt – trotz Lücken – den Laden dicht. 1:0 für Ancelotti. Insgesamt blieben noch fünf Akteure von jener Elf, die gegen Mainz begonnen hatte. Mit dieser umfassenden Rotation schonte der Trainer physische Kräfte mit Blick auf den Hit in Paris am Mittwoch, zudem schafft er so ein Gleichgewicht der Befindlichkeiten: Jeder wird gebraucht. 2:0 für Ancelotti. Zum Dank boten die Stellvertreter starke Auftritte. Der Trainer weiß nun, dass er sich auf Süle verlassen kann. Der umsichtige Rudy servierte seinem Chef seine beste Saisonleistung. 3:0 für Ancelotti.

Besonders auffällig präsentierte sich James. „Er hat mit dem Team und für das Team gespielt“, sagte der Trainer über seinen Wunschspieler, der aufgrund mangelnder Geschwindigkeit intern und extern eine gewisse Skepsis widerlegen muss. „Es fehlt noch etwas“, sagte James. „Aber das kommt jetzt Schritt für Schritt.“ Der Neuzugang hat einen verheißungsvollen Anfang gemacht. 4:0 für Ancelotti. Franck Ribery saß wie gegen Mainz beim Anpfiff auf der Bank, dieses Mal bis zum Abpfiff. Der Chef sanktioniert dessen Ausraster gegen Anderlecht – der Franzose feuerte nach seiner Auswechslung sein Trikot auf die Bank – ohne große Worte. Seine Konsequenz gegen einen Superstar wird von der KlubFührung gutgeheißen und im Kader registriert: Der Trainer verschafft sich so Respekt. 5:0 für Ancelotti. Profiteur ist Kingsley Coman, der bislang in sämtlichen Pflichtspielen aktiv werden durfte. Der schnelle und gewandte Franzose muss aber nach seinen Dribblings torgefährlicher und präziser beim letzten Pass werden, wirbt aber generell für sich. Sein Trainer erfüllt mit dieser Personalie die Forderung der Bosse, mehr die jungen Spieler zu fördern. 6:0 für Ancelotti. Das Trio Ancelotti plus Co-Trainer Willy Sagnol plus Sportdirektor Hasan Salihamidzic sitzt Seite an Seite auf der Bank. Während des Spiels holt der Chefcoach die schnelle Analyse seines – im Gegensatz zum stets hibbeligen Salihamidzic – ruhigen Assistenten ein, in eiligen Fällen auf Italienisch, sonst auch auf Englisch oder Französisch. Vor dem Mainz-Spiel tauschten sich die drei im Trainingslager entspannt beim Rotwein aus, den Sagnol aus seinem Weinkeller mitgebracht hatte. Sagnol, anfangs mit Vorbehalt von Ancelotti empfangen, spürt inzwischen das Vertrauen seines Vorgesetzten. 7:0 für Ancelotti.

Nach dem Schlusspfiff saßen die mächtigen Männer noch eine ganze Weile auf der VIP-Tribüne und starrten regungslos auf den Rasen. Volkswagen-Chef Matthias Müller, der sich einen grün-weißen Wolfsburg-Schal um den Hals geknotet hatte, war schon gegangen, VfL-Aufsichtsratsboss Francisco Javier Garcia Sanz und seine Gremiumskollegen Hans-Gerd Bode und Bernd Osterloh verharrten noch. Zwischen ihnen Ex-Profi Frank Greiner, auf dessen Einschätzungen Wert gelegt wird. Sie alle hatten gehofft, dass nach der Entlassung von Trainer Andries Jonker die Wende gelingt. Vergeblich. Dabei sah es zunächst gut aus. Martin Schmidt, der vierte VfLTrainer binnen eines Jahres, dirigierte das Team im wahrsten Sinne des Wortes zunächst zu den besten 45 Minuten dieser Saison, musste aber nach der Pause auch machtlos zusehen, wie wieder das Leben und jegliche Qualität aus seiner Mannschaft wich. „Ein Punkt für die Moral“, analysierte der Schweizer hernach. Ansichtssache. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Schmidt, der in Mainz vom Amateur- zum Profi- trainer aufgestiegen war, die Europa League erreichte, nach zwei Jahren gehen musste.

Nach dem trotz des Klassenverbleibs gescheiterten Experiment mit dem Niederländer Jonker, der ein Kontrollfreak war, aber selbst zunehmend unkontrollierbar wurde, ist der 50-Jährige nun der zweite Trainer, den Olaf Rebbe aussuchen durfte. Das Wolfsburger Umfeld ist sich einig: Es dürfte die letzte Patrone des Sportdirektors sein. Gelingt ihm mit Schmidt und seinem neuformierten Kader die sportliche Wende, hat er in Wolfsburg eine Zukunft. Scheitert jedoch auch dieser Versuch, dürfte Schluss sein. Das würde entweder die Absetzung des Managers oder die Versetzung in die „zweite Reihe“ bedeuten. Dort aber hat, das ist der Plan, spätestens ab Sommer 2019 Marcel Schäfer nach seiner Rückkehr aus den USA das Sagen – sein Vertrag als künftiger Sportlicher Leiter ist bereits unterzeichnet. Der Name Dietmar Beiersdorfer, der zuletzt diverse Auslandsengagements ablehnte und bereits bei Red Bull Konzernerfahrung sammelte, fällt ebenso wie der von Christian Nerlinger, dessen Managementkarriere einst beim FC Bayern startete und der zuletzt als Berater arbeitete.

MSV Duisburg gegen Holstein Kiel im Livestream am 22.09.2017

Borys Tashchy brachte den MSV Duisburg drei Tage nach dem 1:6-Debakel gegen Nürnberg in Ingolstadt zurück in die Spur. Der Stürmer erzielte beim 2:2 gegen den FCI beide Tore für den Aufsteiger. Der Ukrainer, der nun vier Saisontore auf dem Konto hat, freute sich, dass sein Team beim Bundesliga-Absteiger ein Zeichen setzen konnte: „Es war schwierig, aber jeder Punkt für uns ist wichtig, um unser Ziel zu erreichen.“ So sieht es auch Trainer Ilia Gruev, der die Leistung in Ingolstadt als Beleg dafür sah, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Auch ohne den am Spieltag erkrankten Mittelfeldregisseur Fabian Schnellhardt präsentierte sich der MSV als eine kompakte Einheit, die vor allem in der Defensive deutlich stabiler auftrat. Sieben ihrer acht Punkte sammelten die Zebras auf gegnerischen Plätzen ein – auch weil es dem Team derzeit leichter fällt, auf offensiv ausgerichtete Heimmannschaften zu reagieren. Am Freitag gegen Kiel im heimischen Stadion befürchtet Gruev nun, dass es mehr bedarf als einer guten Defensivarbeit: „Es wird deutlich mehr gefragt sein.“ So steht der MSV nun unter Zugzwang, selbst das Spiel zu machen und den ersten Heimsieg zu verbuchen.

Das 0:1 gegen St. Pauli war in mehrerer Hinsicht kein gewöhnliches Spiel. Zunächst war es vor der Partie zu einem Platzsturm einiger Kieler Ultras in Richtung Gästekurve gekommen. „Das hat uns als Mannschaft nicht groß beschäftigt“, fasste sich Rafael Czichos diesbezüglich kurz. Das Sportliche betreffend fand Kiel mit den tief stehenden und kompakt verteidigenden Gästen, die so das Kieler Offensivspiel unterbanden, eine ungewohnte Situation vor. „Man hat in dieser Liga halt nicht immer die Gelegenheit, die Räume zu bespielen und auszunutzen“, analysierte Alexander Mühling. Es habe kaum ein Durchkommen gegeben, drückte es der von St. Pauli an Kiel ausgeliehene Toptorjäger Marvin Ducksch (fünf Treffer) aus. Markus Anfang ordnete die Partie anschließend sachlich ein. „Wir haben uns nicht so viele Torchancen herausgespielt wie zuletzt“, so der Trainer, „aber ich muss die Mannschaft in Schutz nehmen. Wir sind Neuling in der Liga.“ Im Hinblick auf die kommenden Partien sah der Coach jedoch auch Positives in der ersten Heimniederlage: „Es ist gut, dass die Jungs kennenlernen, dass es kein Selbstläufer ist und wir nichts geschenkt bekommen.“

Erzgebirge Aue gegen SV Sandhausen im Livestream am 22.09.2017

Aue-Trainer Hannes Drews sah nach dem 2:0 in Kaiserslautern so geschafft aus, als wäre er selbst 90 Minuten auf dem Platz auf und ab gerannt. Kurz: erledigt, aber glücklich. „Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen“, so Drewes. Sein Team hat in der Pfalz fast schon aufreizend geduldig auf seine Chancen gewartet und sie dann in Form von Sören Bertram genutzt. „Ich muss der Truppe ein Riesenkompliment machen, wie sie nach dem 0:3 am Freitag gegen Kiel hier aufgetreten ist“, sagte er. „Wir haben aus unserer Kompaktheit erfolgreich Nadelstiche gesetzt, hatten aber auch in der zweiten Hälfte das Glück des Tüchtigen, dass wir alles verteidigen konnten.“ Am Freitag kommt der Senkrechtstarter aus Sandhausen nach Aue. „Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich an das Spiel noch nicht zu 100 Prozent denke“, sagte Drews direkt nach der Partie auf dem Betze. „Es geht jetzt erstmal nur um die Regeneration.“ Damit hat Aue noch in der Nacht angefangen, ist in der Pfalz geblieben und erst gestern heimgekehrt. So konnten die Kicker besser entspannen. „Nach der Ankunft steht noch ein lockerer Lauf an, dann die Einheit am Donnerstag und dann ist Spiel“, so Drews.

Punkteschnitt 2,0, pro Spiel rund 0,7 Gegentore und mit 5 Gegentoren die beste Defensive der Liga – so lesen sich Spitzenwerte im Schnelldurchlauf. Anders ausgedrückt: Der kleine SVS trumpft auf und avanciert zur großen Überraschung. Wobei, stopp, so groß ist die Überraschung nicht. Die Sandhäuser hatten schließlich mit einer sehr starken Vorbereitung angedeutet, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Vom Etikett „Spitzenteam“ wollen sie aber trotz des besten Starts in ihrer fünfjährigen Zweitliga-Geschichte nichts wissen. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt“, betont Kenan Kocak, nachdem seine Elf am Dienstag zunächst die Tabellenführung übernommen hatte. Die Bescheidenheit macht Sinn, doch es gibt gute Gründe dafür, dass der Höhenflug nicht nur eine kurze Episode ist. Erstens: Spielerisch haben die Sandhäuser enorm zugelegt. Die Zeiten von Kick and Rush sind weitgehend vorbei. Zweitens: Der Kader ist breiter aufgestellt. Mit Kapitän Stefan Kulovits, Korbinian Vollmann und Torjäger Andrew Wooten werden Leistungsträger seit Wochen problemlos ersetzt. Drittens: Der Trainer kann zwischen mehreren Systemen variieren. Das 5-2-1-2 gegen Berlin kam den offensivstarken Außenverteidigern Philipp Klingmann und Leart Paqarada zugute – Letzterer hat vor dem Union-Spiel bis 2020 verlängert. Beide waren am 1:0 beteiligt, beide haben zwei Saisontreffer erzielt. Die elf Tore verteilen sich auf sieben Schützen. Die vormals große Abhängigkeit von Wooten ist somit deutlich kleiner geworden, und der SVS somit für die Gegner schwerer auszurechnen. Hinzu kommt, dass der Kader im Kern seit Jahren zusammen ist, die Rädchen also bestens ineinandergreifen. Nicht zu vergessen die „Willensstärke“ der Mannschaft, wie Präsident Jürgen Machmeier lobt. Auf die Frage, wohin der Weg führen wird, antwortet er diplomatisch: „Ich bin sicher, wir werden in dieser Saison viel Spaß haben.“

FC Nürnberg gegen VfL Bochum im Livestream am 21.09.2017
Donnerstag, 21. September 2017

Vor allem in der Rückrunde war sie lang, die Verletztenliste beim FCN. Hauptsächlich deswegen sind die Franken beinahe noch in die Abstiegsbredouille geraten. Kein Wunder, dass den sportlichen Verantwortlichen Andreas Bornemann und Michael Köllner im Sommer mit „vom Verletzungspech verschont bleiben“ unisono ein Wunsch über die Lippen kam. Zuletzt in Duisburg erfüllte sich dieser nicht. Die Krankenakte war üppig, mit Kevin Möhwald, Georg Margreitter und Ondrej Petrak kamen kurzfristig noch drei Hochkaräter dazu. Wer unter diesen Voraussetzungen dann ein 6:1 hinlegt, auch wenn das Ergebnis über den Spielverlauf hinwegtäuscht, muss für ordentlich Qualität in der Breite gesorgt haben. Ohne die langfristigen Ausfälle beläuft sich die Kadergröße auf 25, was man gemessen an ZweitligaErfordernissen groß nennen kann. „Man hat gesehen, dass sich der breite Kader auszahlt und alle wichtig sind“, sagt Köllner. Dafür nimmt es der Trainer auch in Kauf, „schlaflose Nächte zu haben“, wenn alle fit sind und es gilt, fast eine Handvoll an Tribünenplätzen zu vergeben.

Fürs anstehende Duell gegen den VfL droht ihm dies nicht. Margreitter und Petrak haben zwar ihren Infekt überstanden, doch es wird eng für den Donnerstag. Das Gleiche gilt für Möhwald, für seine Oberschenkelmuskulatur dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen – am Sonntag in Fürth dürfte dieses Trio wieder zur Verfügung stehen. Für Bochum bedeutet dies, dass Patrick Erras erneut von Beginn an auflaufen dürfte. Gegen den MSV konnte der 22-Jährige aufgrund der Folgen einer schweren Knieverletzung erstmals in dieser Runde in der Startelf stehen – und lieferte als Taktgeber im Mittelfeld angesichts seiner langen Pause eine starke Leistung ab. Und, nicht minder erfreulich für den Club: Er steckte, abgesehen von einem kleinen Muskelkater, die Belastung gut weg. Sein Trainer bleibt dennoch vorsichtig, will das große Talent behutsam aufbauen. Und so denkt Köllner auch laut darüber nach, Erras gleich gegen den VfL eine Pause zu verordnen – wahrscheinlich ist es nicht. Vielmehr dürfte für Erras am Donnerstag die Devise lauten „So lange die Kräfte reichen“. Und wenn dies früher als in Duisburg der Fall sein sollte, da ging er nach 83 Minuten vom Feld, auch kein Problem, der Kader hat sie ja, die Breite.

Mit der Art, wie seine Mannschaft Fußball spielt, könne er sich identifizieren, sagte Bochums Trainer Ismail Atalan nach dem 1:2 gegen Heidenheim. Womit sich an der Castroper Straße jedoch niemand identifizieren konnte, war die Punkteausbeute. Zum zweiten Mal nach der Niederlage in Bielefeld stand der Revierklub trotz klarer Überlegenheit ohne Punkte da. Sechs Zähler, die den Bochumern auf dem angestrebten Weg zurück in die Bundesliga bitter fehlen und sie bis auf Platz 14 abrutschen ließen. „Wir werden daran gemessen, dass wir das Spiel gegen Heidenheim verloren haben, und nicht an der Attraktivität unseres Spiels“, macht Atalan deutlich, dass er heute in Nürnberg mehr verlangt als nur Komplimente. Die Gründe für die dritte Saisonpleite waren offensichtlich. Zum einen scheitern die Bochumer an der Defensivschwäche bei Standardsituationen, zum anderen an der ungenügenden Effektivität in der Offensive.

Da könne Nürnberg sogar als positives Beispiel dienen, sagt Atalan: „Mit sechs Torschüssen sechs Tore zu erzielen wie Nürnberg in Duisburg – das ist bei uns im Moment Wunschdenken.“ Ein Wunschdenken, das Spielführer Felix Bastians beim Club in die Realität transportieren will. „Wir müssen noch zielstrebiger werden, dominanter vor dem Tor und dann die Chancen auch reinmachen“, so seine Forderung. In den Spielen gegen Lieblingsgegner Nürnberg war man meistens sehr effektiv. Von zehn Zweitligaduellen gewann der VfL bei einem Torverhältnis von 20:9 acht, nur zweimal durfte sich der FCN zumindest über einen Punkt freuen. Mit Patrick Fabian erhält Bastians in der Innenverteidigung einen neuen, altbewährten Partner. Tim Hoogland zog sich am Dienstag im Training eine Knöchelverletzung zu und fällt für Nürnberg definitiv aus. Ob Atalan weitere Umbesetzungen plant, ließ er am Tag vor dem Spiel noch offen. Neuzugang Robert Tesche steht jedenfalls zum ersten Mal im Kader und könnte sein Debüt feiern.

 
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