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Dynamo Dresden gegen Hamburger SV im Livestream am 18.09.2018
Dienstag, 18. September 2018

Der Dienstag in Dresden bietet ausgezeichnete Möglichkeiten. In der Theorie. Mit einem Sieg im Nachholspiel könnte der HSV aus einem ordentlichen Start einen richtig guten machen. Doch in der Praxis lieferte insbesondere das 3:2 gegen Heidenheim mehr Fragen als Antworten. Ist der einstige Bundesliga-Dino tatsächlich im Unterhaus angekommen, weil er nachweist, dass sich die individuelle Qualität eben durchsetzt? Oder ist es nur eine Frage der Zeit, bis die immer noch zu vielen Fehler auch in der 2. Liga bestraft werden?

"Zwei Gegentore zu Hause in so einem Spiel", merkt Fiete Arp an, "können einem auch das Genick brechen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir offensiv unsere Chancen gut verwerten." Ein Satz, in dem viel Wahrheit liegt: Obwohl die Heidenheimer so tief verteidigten wie bislang kein Zweitligagegner, hatten sie am Ende ein Chancenplus, weil der HSV mit zunehmender Spielzeit die Ordnung verlor. Dass er seine Chancen eiskalt nutzte, lag allein an einem Mann: Pierre-Michel Lasogga. Und selbst diese Personalie wirft Fragen auf.

45 Minuten hatte Christian Titz den Torjäger nach zuvor vier Treffern in zwei Pflichtspielen auf der Bank gelassen. Seiner Auffassung nach hat der bullige Mittelstürmer seine Qualitäten, wenn der Gegner müde gespielt und die eigene Elf vermehrt im Strafraum ist. Hat er nun mit seiner Maßnahme also alles richtig gemacht? Oder Glück gehabt, dass der anfängliche Verzicht auf seine Torgarantie nicht bestraft wurde? Lasogga selbst demonstriert bei diesem Thema jene Geradlinigkeit, die ihn auch im Abschluss ausmacht. "Er kam nach dem Spiel zu mir und hat gesagt, dass er vier Tore gemacht hätte, wenn ich ihn von Beginn an gebracht hätte", verriet der Coach mit einem Augenzwinkern.

Doch Lasogga ist es durchaus ernst. "Natürlich bin ich nicht glücklich darüber, wenn ich auf der Bank sitze. Die Situation ist nicht so schön, und ich kann mich nur aufdrängen." Dass er dies am Wochenende ein weiteres Mal getan hat, unterstreicht er: "Ich weiß, wo das Tor steht, habe derzeit einen Lauf."

Die Kollegen ordnen seinen Wert ähnlich ein: "In der Box", schwärmt Kapitän Aaron Hunt, "ist Pierre eigentlich nicht zu verteidigen." Und selbst Sturmkonkurrent Arp sagt: "Ich habe mich bei meiner Vorlage zum 2:1 einfach darauf verlassen, dass Pierre da steht. Wir alle wissen, auf Pierre ist Verlass."

Nur, wie sehr verlässt sich der Trainer auf den 26-Jährigen? "Nichts ist in Stein gemeißelt", sagt Titz, "es wird gerade in den kommenden Spielen eine Rotation geben, er wird auch wieder zur Startelf gehören." Mit Hee-Chan Hwang ist der Konkurrenzkampf größer geworden, das deutete der Südkoreaner zunächst als Spitze und später auf der Außenbahn an. Dass er den HSV auf Anhieb besser machen kann, gehört zu den wenigen Dingen, die außer Frage stehen.

Der Kapitän ist zurück an Bord - und mit ihm auch der Erfolg. Wie schon am 1. Spieltag siegen die Dresdner, wenn Marco Hartmann auf dem Feld steht. Nach überstandenem Muskelfaserriss rückte der 30-Jährige in ungewohnter Position zurück in die Startelf. Gemeinsam mit Dario Dumic und Brian Hamalainen bildete der gelernte Sechser die Dreierkette. Hartmann, studierter Sport- und Mathematiklehrer, dirigierte seine Mitspieler in der hektischen Anfangsviertelstunde. Kampfbetont ging der Kapitän dabei wie immer voran: "Es ist eine Rolle, die zu meinen Fähigkeiten gar nicht so schlecht passt. Ich bin relativ kopfballstark, diese Sicherheit in der Luft hat uns zuletzt ein bisschen gefehlt."

Die Ruhe, die Dynamo ausstrahlte, provozierte den Jahn förmlich zu Fehlern. Sowohl der Führungstreffer durch Aias Aosman als auch Dumics 0:2 fielen nach Unachtsamkeiten inmitten Regensburger Drangphasen. Das unter Uwe Neuhaus oft kritisierte 3-4-3 schien an jenem Abend wie für Dynamo erdacht. Offensiv wurde individuell rotiert, defensiv gemeinsam geackert: "Ich musste viele weite Wege gehen. Nach vierzig Minuten hatte ich Krämpfe", so Aosman.

Was Wunder, dass sich Trainer Walpurgis bei seinem Debüt zufrieden zeigte: "Die Jungs haben alles rausgehauen. Das war das, was wir uns vorgenommen hatten." Dynamo tut gut daran, die Lasten des Neustarts auf mehrere Schultern zu verteilen. Am Dienstag gastiert der HSV zum Nachholspiel des 4. Spieltags in Dresden.

FC Magdeburg gegen Arminia Bielefeld im Livestream am 17.09.2018
Montag, 17. September 2018

Wegen einer Kniereizung wird Sven Schipplock Arminias Punktspiel beim 1. FC Magdeburg am Montag verpassen. Das wirft den 29-jährigen Stürmer, der seit dem Sommer in Bielefeld spielt, im Kampf um einen Stammplatz weit zurück. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Nach den Platzhirschen Andreas Voglsammer und Fabian Klos ist Neuzugang Prince-Osei Owusu klar die Nummer drei der Angreifer-Hierarchie. Mit Tendenz nach oben. "Prince ist nicht weit weg von der ersten Elf, er macht seine Sache derzeit sehr gut", sagt Trainer Jeff Saibene.

Nationalspieler darf sich jetzt Roberto Massimo nennen. Arminias Eigengewächs spielte erstmals für Deutschlands U 19 gegen die Schweiz und die Slowakei. Der offensive Außenbahnspieler wird im Oktober erst 18 Jahre alt. Ob Massimo in Magdeburg dabei ist, ist noch fraglich. Im Training zog er sich nach einem Zusammenprall eine Prellung zu, am Freitag steigt er wieder ins Training ein.

SC Freiburg gegen VfB Stuttgart im Livestream am 16.09.2018
Sonntag, 16. September 2018

Mit gemischten Gefühlen kehrte Luca Waldschmidt am Mittwoch nach Freiburg zurück. Mit Pascal Stenzel erlebte er eine erfreuliche Reise mit der deutschen U 21. Erst 3:0 gegen Mexiko gewonnen, dann gar 6:0 in der EM-Qualifikation in Irland. Aber die Einsatzzeiten der SC-Profis sorgen für Eintrübungen. Gegen die Mexikaner spielten beide eine Halbzeit, besonders Waldschmidt überzeugte auf der Zehn. Während Stenzel dann 90 Minuten auf der Bank saß, fehlte Waldschmidt in Irland ganz im Kader - eine von mehreren harten Entscheidungen von Stefan Kuntz im Zuge des engen Konkurrenzkampfes. Der Erfolg gibt dem Trainer recht.

Und im Verein? Während Stenzel rechts hinten vorerst gesetzt sein dürfte, ist Waldschmidt nicht unumstritten. Im Sommer holte der SC das Talent für fünf Millionen Euro vom HSV - vor allem, um die großen Probleme auf der offensiven Außenbahn zu beheben. Waldschmidt erfüllte zunächst die Hoffnungen, spielte sich dank einer guten Vorbereitung in die erste Elf. Durch zwei dürftige Auftritte im Pokal in Cottbus (5:3 i. E.) und zum Ligastart gegen Frankfurt (0:2) konnte er seinen Stellenwert jedoch nicht erhöhen. Beim 1:3-K.-o. in Hoffenheim setzte das Trainerteam rechts außen mit Lucas Höler auf eine defensivere Variante. Dieser patzte jedoch, und Waldschmidt konnte als Joker nichts mehr bewirken.

Die Analyse des Null-Punkte-Fehlstarts fördert also eine altbekannte Diagnose zutage: Flügel-Beschwerden. Da Waldschmidt einiges kostete und sich mittelfristig zum Leistungsträger entwickeln soll, wird er weitere Chancen bekommen. Aber wann? Während Allrounder Mike Frantz, meist links im Einsatz, bislang solide spielte, muss gegen den VfB auf der anderen Seite kurzfristig eine verlässliche Lösung her. Wer sind die Alternativen? Marco Terrazzino besitzt Spielwitz, konnte seit seiner Rückkehr im Sommer 2017 aber noch nicht die nötige Effizienz nachweisen. Pechvogel Yoric Ravet wäre eine Wunschbesetzung - Topform vorausgesetzt. Die konnte der Franzose Ende 2017 allerdings nur andeuten, nach seinem Muskelfaserriss in der Vorbereitung weist er noch Rückstand auf. Für eine Überraschung könnte Last-Minute-Zugang Roland Sallai sorgen. Der Ungar wird nach seiner Länderspielreise - er traf am Dienstag beim 2:1 gegen Griechenland - am Freitag jedoch erst das zweite Mal beim SC trainieren.

Da kommt Janik Haberer ins Spiel. Der flexible, pressingstarke U-21-Europameister ist von seinem Innenbandanriss im Knie kuriert und gilt im fitten Zustand als unverzichtbare Größe. Da sein Vertreter Jerome Gondorf bisher auf der Acht überzeugte, hätte Haberers Startelfmandat auf dem Flügel einen doppelten Reiz. Auch wenn seine Stärken im Zentrum besser zur Geltung kommen, zeigte Haberer in 21 seiner 65 Ligaspiele für den SC, dass auch auf der Außenbahn auf ihn Verlass ist.

Weltmeister Benjamin Pavard machte den Anfang, zusammen mit Chadrac Akolo. Beide stiegen am Mittwochmorgen als erste Länderspiel-Rückkehrer in Teile des Stuttgarter Trainings ein. An diesem Donnerstag wird mit dem Argentinier Santiago Ascacibar der letzte Nationalspieler zurückerwartet. Dann gehen die Schwaben komplettiert in die Vorbereitung auf zwei wegweisende Partien: am Sonntag in Freiburg, freitags darauf gegen Düsseldorf.

Dass weitere Misserfolge die Situation beim aufstrebenden Traditionsklub zuspitzen dürften, ist Tayfun Korkut klar. "Es gibt keinerlei Bonus, für niemanden", sagt der Trainer. "Egal, was man in der vergangenen Rückrunde geleistet hat." Das werde an jedem Wochenende allen Beteiligten knallhart vor Augen geführt. "Man sieht, dass es kein Wir-haben-das-so-gemacht-und-es-geht-jetzt-einfach-so-weiter gibt. Es gibt null Komma null Bonus. Für niemanden." Was den 44-Jährigen allerdings weder überrascht noch aus der Ruhe bringt. "Ich wusste das vorher, ich bin ja schon eine Weile dabei", betont der frühere türkische Nationalspieler. "Als Spieler ging es auch schon nur von Woche zu Woche. Daran ändert sich nichts." Auch heute müsse man sich "alles sehr hart erarbeiten. Jeder von uns, jeder Einzelne. Man bekommt heutzutage nichts geschenkt". Schon gar nicht drei Punkte, die der kommende Gegner Freiburg nicht weniger dringend benötigt. Und auch keinen Beifall, wenn man so auftritt wie zuletzt gegen den FC Bayern. Und auch Verständnis und Geduld der Anhänger, die langsam unruhig werden, nehmen ab. Der Blick zurück verbietet sich dennoch. "Das Bayern-Spiel ist abgehakt", sagt Korkut. "Wenn ich mich jetzt noch jeden Tag damit beschäftigen würde …" Würde er Stimmungsschwankungen nicht verhindern können. "Konzentration und Fokus liegen darauf, wie wir in Freiburg gewinnen können."

Neben der Frage nach der taktischen Ausrichtung geht’s auch ums Personal. Eine massierte Defensive wie gegen den Rekordmeister dürfte es nicht geben. Was wiederum für mehr als zuletzt nur zwei Offensivkräfte und gute Chancen für Nicolas Gonzalez spricht. Auch, weil Daniel Didavi wegen Problemen an der Achillessehne fraglich bleibt. Gonzalez konnte zuletzt Pluspunkte sammeln als Partner von Mario Gomez. Marc Oliver Kempf trifft es dafür doppelt hart. Der frühere Freiburger muss auf ein Wiedersehen mit den Ex-Kollegen verzichten, fällt mit Muskelfaserriss aus.

Werder Bremen gegen FC Nürnberg im Livestream am 16.09.2018

Nach seinen Joker-Einsätzen in den ersten zwei Saisonspielen schwärmt ganz Bremen von Claudio Pizarro - zu Recht. Die Präsenz des fast 40-Jährigen, seine Wirkung auf Kollegen und Gegner, ist mit Händen zu greifen. Und durch Zahlen zu belegen: Mit 20 Pässen bei insgesamt 56 Einsatzminuten ist Pizarro stark ins Kombinationsspiel eingebunden, seine Passquote von 90 Prozent herausragend. Auch die Zweikampfquote von 62 Prozent liegt deutlich über dem Schnitt der Werder-Offensive (42 Prozent).

Zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft, steht der ebenfalls zweimal eingewechselte Milot Rashica im Schatten des rund 18 Jahre älteren Peruaners. Dabei ließe sich trefflich darüber streiten, ob der Nationalspieler des Kosovo das Prädikat "Super-Joker" nicht sogar noch mehr verdient hätte als Pizarro. Rashica wirkte insgesamt zwar nur 47 Minuten mit, kommt aber auf ein Tor, einen Assist und drei Torschussvorlagen. Pizarros Ausbeute in diesen drei Kategorien: Null. Zugleich ist Rashicas Pass- und Zweikampfquote mit 71 bzw. 45 Prozent immerhin passabel.

Die jeweiligen Statistiken der beiden Angreifer bei der Frage nach dem höheren Wert gegenein-
ander aufwiegen zu wollen, wäre natürlich Unsinn. Schließlich belegen die Zahlen nicht zuletzt auch die unterschiedlichen Spielweisen. Um seine Schnelligkeit ausspielen zu können, sucht Rashica naturgemäß häufiger das Eins-gegen-eins auf der Außenbahn. Und seine im Idealfall folgenden Hereingaben von der Grundlinie führen fast zwangsläufig zu Abschlusssituationen.
Pizarro dagegen lebt in erster Linie von Ballsicherheit, Auge und Cleverness. Beim 2:1 in Frankfurt, das Rashica per Last-Minute-Freistoß mit einem Knalleffekt sicherstellte, brachte Routinier Pizarro sagenhafte 100 Prozent seiner Pässe an den richtigen Adressaten (neun von neun).

Die Frage "Rashica oder Pizarro?" lässt sich folglich am besten so beantworten: Trainer Florian Kohfeldt hat gleich zwei Asse im Ärmel, die eine Partie maßgeblich beeinflussen können. Umso mehr, wenn die gegnerischen Abwehrreihen bereits einen Tick müde gespielt sind. Für die beiden Profis selbst hat das indes auch eine Kehrseite. Denn was Kohfeldt jüngst über Pizarros Start-
elfchancen sagte ("Der Effekt, wenn er reinkommt, ist so stark, dass ich mir momentan nicht vorstellen kann, es anders zu machen"), dürfte tendenziell ebenso für Rashica gelten. Wie passend also, dass der 7,5-Millionen-Euro-Einkauf des vergangenen Winters am Mittwoch erklärte: "Auf der Bank zu sitzen motiviert dich, im Training und Spiel alles zu geben."

Erzgebirge Aue gegen FC St. Pauli im Livestream am 16.09.2018

Das ist eine gute Nachricht für den FC Erzgebirge: Torhüter und Kapitän Martin Männel trainiert wieder, er kann gegen St. Pauli spielen. Bei der 2:3-Niederlage in Ingolstadt fehlte er verletzt. "Ich habe beim Spiel in Köln bei einem Luftkampf mit Mitspieler Nicolai Rapp und Simon Terodde einen Schlag auf die Wade bekommen. Der Bluterguss saß richtig fest, daher musste ich in Ingolstadt passen", so Männel zu seinen Beschwerden.

Der 30-Jährige bekam daher Ruhe verordnet. Seit Dienstag trainiert Männel wieder, konnte alle Übungen mitmachen. "Ich hoffe, dass es auch so bleibt, Martin ist schon mit der wichtigste Faktor im Team", so Cheftrainer Daniel Meyer vor dem für Aue richtungsweisenden Spiel gegen den FC St. Pauli. Männels Vertreter Daniel Haas muss also wieder auf der Bank Platz nehmen. "Daniel hat in Ingolstadt seine Sache sehr gut gemacht, an ihm lag es nicht", lobte Meyer seine Nummer 2.

Der Auftrag an St. Paulis Profis ergibt sich allein aus der jüngsten Bilanz. Zwölf Gegentore in zuletzt drei Partien sind ein klarer Hinweis, welche Schwachpunkte auszumerzen sind. Das Problem für Markus Kauczinski: Direkte Veränderungen kann er nur an der Ausrichtung vornehmen, personell hat dem Trainer die Länderspielpause keine neuen Möglichkeiten eröffnet.

Seit zwei Ligapartien wird Christopher Avevor in der Innenverteidigung schmerzlich vermisst. Weil die von den Vereinsärzten diagnostizierte Prellung des Schienbeinköpfchens nicht besser wurde, war der 26-Jährige in der vergangenen Woche extra zu weiteren Untersuchungen nach München gereist. Dort erhielt er zwar aus medizinischer Sicht die Entwarnung, doch auch ein Einsatz in Aue kommt für ihn zu früh. Das bedeutet für Kauczinski: Er wird Marvin Knoll voraussichtlich wieder in der Viererkette aufbieten.

VfL Bochum gegen FC Ingolstadt im Livestream am 16.09.2018

Die VfL-Fans werden am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt zwei Spieler ihrer Mannschaft besonders im Blick haben. Der als zentrale Figur des VfL-Spiels eingeplante Sebastian Maier wird sein Startelfdebüt geben und Last-Minute-Neuzugang Chung-Yong Lee nach Auskunft von Cheftrainer Robin Dutt zum Wochenbeginn auf jeden Fall zum Spieltagskader gehören. Die Erwartungen an beide Fußballer sind enorm hoch, sollen sie doch der Bochumer Offensivabteilung endlich stabile Strukturen geben. Dafür ist zwar in erster Linie der aus Hannover gekommene Maier vorgesehen, doch die Erfahrung des Koreaners aus über 200 Spielen in den englischen Top-Ligen könnte für den VfL noch ziemlich nützlich werden. Die schnelle Eingewöhnung des 30-Jährigen ist notwendig, da mit Milos Pantovic und Thomas Eisfeld zwei Offensivkräfte in der Hinrunde wohl nicht mehr von Dutt eingeplant werden können.

Was lange währt, wird endlich gut, sagt ein deutsches Sprichwort. Auf Marco Knallers Zeit beim FC Ingolstadt trifft es zu. Nach zwei Torhüter-Rochaden ist der Österreicher ein Jahr nach seiner Ankunft zur Nummer 1 aufgestiegen. Im August 2017 kam der 31-Jährige inmitten heftiger FCI-Turbulenzen aus Sandhausen, mit Martin Hansen hatte sich der Stammtorwart zeitgleich verabschiedet. Knaller blieb dennoch die Reservistenrolle, Trainer Stefan Leitl zog Örjan Nyland vor, bei dem ein Wechsel ebenfalls im Raum stand. "Die letzte Saison war schwierig für mich. Ich saß draußen und musste auf meine Chance warten", erzählt Knaller. Wichtig war ihm eins: "Ich habe meine Arbeit gemacht und mich nicht hängen lassen."

In diesem Sommer die verblüffende Parallele: Mit Nyland geht vor dem ersten Spieltag erneut der Torwart (zu Aston Villa), der Weg für Knaller ist frei, auch weil der FCI mit Philipp Heerwagen keinen Konkurrenten, sondern einen Reservisten verpflichtet. "Ich bin mit dem Gedanken in die Vorbereitung gegangen, die Nummer 1 zu werden", wollte Knaller ohnehin den Kampf annehmen, "ich hatte den unbedingten Wunsch, ins Tor zurückzukehren."

Eine gelungene Vorbereitung Knallers dürfte den Verantwortlichen die Freigabe für Nyland erleichtert haben, "null Bauchschmerzen" habe er gehabt, bestätigt Geschäftsführer Harald Gärtner. Der Torwart bestätigt die positiven Eindrücke. Knaller ist zufrieden: "Bislang habe ich ordentliche Leistungen gezeigt, mit jedem Spiel kehren mehr Sicherheit und Stabilität zurück." Da Leitl Wert auf einen gepflegten Spielaufbau legt, in den der Torhüter einbezogen wird, musste sich Knaller etwas umstellen, diese Eigenschaft war bei Ex-Arbeitgeber Sandhausen weniger gefragt. "Fußballerisch habe ich mich noch mal weiterentwickelt." Seine große Stärke bleiben aber die starken Reflexe, vor allem im Duell Eins-gegen-eins.

Der Sonntag in Bochum könnte ein arbeitsreicher Tag werden, fünf Punkte aus vier Partien hält Knaller für ausbaufähig. "Ich möchte eine konstant gute Runde mit so vielen Zu-null-Spielen wie möglich absolvieren", lautet sein Ziel. Dann wird er die Nummer 1 bleiben. "Davon gehe ich aus."

FC Köln gegen SC Paderborn im Livestream am 16.09.2018

Es ist viel von der Offensivkraft des 1. FC Köln die Rede und dies durchaus nicht zu Unrecht. Das Feuerwerk gegen den FC St. Pauli ist in Köln immer noch ein Thema und nicht nur die fünf Tore vom Millerntor sprechen eine deutliche Sprache für Terodde, Drexler, Schaub und Co.

Bei seiner Arbeit, daraus macht Horn keinen Hehl, profitiert er in hohem Maße von Torwarttrainer Andreas Menger (46): "Bei ihm verliert man nie die Lust", so der Torwart, immer wieder lasse Menger Innovationen des Torhüter-Trainings in die tägliche Arbeit einfließen, "es wird nie eintönig, das kommt allen Keepern entgegen. Er lässt sich immer wieder neue Dinge einfallen, das bringt mich definitiv weiter." Timo Horn - ein treffendes Beispiel dafür, dass ein Fußballer sich auch in der 2. Liga weiterentwickeln kann. Was auch für die Arbeit mit dem Ball gilt. Der blonde Hüne hat sich auch fußballerisch in einem Maße verbessert, das verblüfft. Auch hier: alles Übungssache. So werden seine Laufwege abgestimmt auf die der Mitspieler, er selbst agiert deutlich offensiver. Ein mitunter riskantes Spiel, das weiß Horn: "Ich denke, da wird der eine oder andere Fehler noch passieren. Aber man kommt nach vorne hin in deutlich mehr Situationen, in denen man in Ballbesitz bleibt."

Dieser Ballbesitz - seit der Weltmeisterschaft ja ein wenig verpönt hierzulande - bedeutet für den FC den Schlüssel zum Erfolg. Mit 62 Prozent führt man diese Wertung knapp vor dem Hamburger SV (61% ) an. Der Liga-Durchschnitt liegt bei lediglich 50 Prozent. Deutlich im Plus auch der Passwert: Während der Liga-Schnitt bei 74 Prozent liegt, finden 84 Prozent der Kölner Pässe den eigenen Mann. Eine Quote, zu der auch Timo Horn einiges beiträgt.

Was lange währt, wird endlich gut, sagt ein deutsches Sprichwort. Auf Marco Knallers Zeit beim FC Ingolstadt trifft es zu. Nach zwei Torhüter-Rochaden ist der Österreicher ein Jahr nach seiner Ankunft zur Nummer 1 aufgestiegen. Im August 2017 kam der 31-Jährige inmitten heftiger FCI-Turbulenzen aus Sandhausen, mit Martin Hansen hatte sich der Stammtorwart zeitgleich verabschiedet. Knaller blieb dennoch die Reservistenrolle, Trainer Stefan Leitl zog Örjan Nyland vor, bei dem ein Wechsel ebenfalls im Raum stand. "Die letzte Saison war schwierig für mich. Ich saß draußen und musste auf meine Chance warten", erzählt Knaller. Wichtig war ihm eins: "Ich habe meine Arbeit gemacht und mich nicht hängen lassen."

In diesem Sommer die verblüffende Parallele: Mit Nyland geht vor dem ersten Spieltag erneut der Torwart (zu Aston Villa), der Weg für Knaller ist frei, auch weil der FCI mit Philipp Heerwagen keinen Konkurrenten, sondern einen Reservisten verpflichtet. "Ich bin mit dem Gedanken in die Vorbereitung gegangen, die Nummer 1 zu werden", wollte Knaller ohnehin den Kampf annehmen, "ich hatte den unbedingten Wunsch, ins Tor zurückzukehren."

Eine gelungene Vorbereitung Knallers dürfte den Verantwortlichen die Freigabe für Nyland erleichtert haben, "null Bauchschmerzen" habe er gehabt, bestätigt Geschäftsführer Harald Gärtner. Der Torwart bestätigt die positiven Eindrücke. Knaller ist zufrieden: "Bislang habe ich ordentliche Leistungen gezeigt, mit jedem Spiel kehren mehr Sicherheit und Stabilität zurück." Da Leitl Wert auf einen gepflegten Spielaufbau legt, in den der Torhüter einbezogen wird, musste sich Knaller etwas umstellen, diese Eigenschaft war bei Ex-Arbeitgeber Sandhausen weniger gefragt. "Fußballerisch habe ich mich noch mal weiterentwickelt." Seine große Stärke bleiben aber die starken Reflexe, vor allem im Duell Eins-gegen-eins.

Mönchengladbach gegen FC Schalke 04 im Livestream am 15.09.2018
Samstag, 15. September 2018

Eine Startelf ohne den neuen Rekordeinkauf? Ohne einen der Senkrechtsstarter der vergangenen Bundesligaspielzeit? Und ohne den Weltmeister? Dieter Hecking traf zum Saisonstart Personalentscheidungen, mit denen nicht zwingend zu rechnen war - und lag damit richtig. Vier Punkte können sich sehen lassen. Nach der Länderspielpause werden die Karten nun neu gemischt - die Härtefälle dürfen hoffen.

Der 23-Millionen Euro-Einkauf aus Nizza, Alassane Plea, der mit seinem Joker-Tor den Punkt in Augsburg (1:1) sicherte, steht unmittelbar vor der Startelf-Premiere. Plea hat die Punktspiel-Pause gutgetan, um sich körperlich weiter auf Top-Niveau zu bringen, er hat im Testspiel gegen Bochum (2:1) überzeugt. "Er hat alles angedeutet, was er draufhat", sagte ein zufriedener Hecking. Da auch gegen Schalke eine 4-3-3-Formation zu erwarten ist, wird Plea auf der Neuner-Position stürmen und den Job von Raffael übernehmen. Der Brasilianer macht Sorgen, fällt höchstwahrscheinlich aus. Die Wadenblessur, die er sich gegen Bochum zugezogen hat, stellt sich als hartnäckiger als anfänglich erwartet heraus, und ein Risiko werden die Borussen bei ihrem Offensiv-Star, der schon in der vergangenen Saison mit muskulären Geschichten zu kämpfen hatte, nicht eingehen. Am Donnerstag oder Freitag soll noch mal überprüft werden, ob es Raffael vielleicht doch für Schalke packen kann, sein Ausfall ist aber bereits einkalkuliert.

Gegen die physisch starken Schalker wird körperliche Robustheit gefragt sein - das steigert die Chancen für den Schweizer WM-Fahrer Denis Zakaria auf einen Platz in der Startelf. "Er bringt sich in Stellung", hatte Hecking schon vor Zakarias Abreise zur Nati einen Aufwärtstrend beim Mittelfeldspieler ausgemacht. Wegen der WM-Teilnahme war Zakaria später in die Vorbereitung eingestiegen, konnte sich nicht empfehlen wie Florian Neuhaus und Jonas Hofmann, die sich auf den Achterpositionen durchsetzten. Knifflig: Will Hecking Zakaria nun einbauen, muss er Neuhaus oder Hofmann opfern - nach deren bisherigen Leistungen droht der nächste Härtefall.

Anders als Zakaria, der intern eher als Achter im 4-3-3 gesehen wird, ist Weltmeister Christoph Kramer für die Sechserrolle eingeplant. Dort jedoch gibt Tobias Strobl mit seinen überzeugenden Leistungen Hecking keinen Anlass, Veränderungen vorzunehmen. Strobl macht seine Sache als Abräumer, Organisator und Ballverteiler auf die Außen oder hinter die gegnerische Abwehrkette richtig gut. Tendenz: Kramer bleibt auf der Bank und muss sich weiter gedulden.

Zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge unter Domenico Tedesco? Doch, die gab es, am 5. und 6. Spieltag der vorigen Saison, ein 0:3 gegen die Bayern, gefolgt von einem 0:2 bei der TSG Hoffenheim. Aber S04 bekam unter seinem neuen Trainer damals schnell die Kurve. Dem kleinen Durchhänger ließen die Königsblauen eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage folgen (5 Siege, 6 Unentschieden) und kletterten bis zur Winterpause auf Tabellenplatz 2.

Drei Bundesliga-Pleiten hintereinander gab es unter Tedesco übrigens noch nie, doch der Stolperstart mit den Niederlagen in Wolfsburg und gegen Hertha legt nahe, dass die Schalker nicht gerade als Favoriten zu den stark gestarteten Gladbachern fahren. Oder findet der Vizemeister schnell wieder zu alter Form und Stabilität? Die Probleme ziehen sich durch alle Mannschaftsteile, und gerade jetzt wartet ein Hammerprogramm mit sieben Partien in 21 Tagen. Kann Tedesco mit seinem Team schnell den Schalter umlegen?

Neben der Spur zeigte sich die Schalker Mannschaft beim Saisonstart, und diese Beschreibung passt auch auf einen Schalker Profi, der mit seinen individuellen Qualitäten enorm helfen könnte, derzeit aber nicht zu seiner Top-Form findet. Amine Harit, im Vorsommer vom FC Nantes nach Gelsenkirchen gewechselt, trumpfte gleich als belebender Faktor auf, war mit flotten Dribblings kaum zu stoppen. Bei einer von der DFL ausgerichteten Wahl wurde der marokkanische Nationalspieler von den Fans zum besten U-23-Neuling der Saison gewählt, doch derzeit
kommt Harit nicht in die Gänge.

Erst der Autounfall mit Todesfolge in Marrakesch, nun der Ärger mit Marokkos Trainer Hervé Renard, der Harit und seinen Team-Kollegen Hamza Mendyl aus dem Kader strich, weil die beiden Schalker die Abfahrt zum Training verpasst hatten: Die Mittelfeld-Hoffnung der Königsblauen schwächelt und kommt nur schwer wieder auf Touren. Beim Auftakt in Wolfsburg spielte Harit sehr dezent, gegen Hertha gehörte der 21-Jährige nicht zur Startelf und kam erst spät, gegen Ende der Vorsaison hing er ohnehin schon ein wenig durch. Nun sorgen sich die Schalker Verantwortlichen, ob Harit schnell seine Top-Form wiederfindet.

Diese Sorge besteht auch bei Breel Embolo, vor zwei Jahren für 22,5 Millionen vom FC Basel gekommen und immer noch teuerster Schalker der Vereinsgeschichte. Nur in Ansätzen hat der Schweizer Nationalspieler bislang gezeigt, warum er S04 so viel Geld wert war. Zwar verfügt er über eine gewisse Wucht und Schnelligkeit, bekommt aber den Ball häufig nicht richtig unter Kontrolle und rennt sich fest. Auch er - häufig neben der Spur, mit nur fünf Toren bei 30 Liga-Einsätzen für Schalke. "Natürlich sind die Erwartungen hoch", weiß der Offensivmann, "aber wenn ich fit bin, bringe ich auch Leistung."

Die will auch Omar Mascarell zeitnah zeigen. Der Spanier, zuvor zwei Jahre bei Eintracht Frankfurt und im Sommer für zehn Millionen von Real Madrid geholt, brennt nach einem Faserriss auf den ersten Einsatz. "Alles perfekt", signalisiert der Mittelfeldmann, der für eine aggressive Spielweise steht, die Schalke guttun könnte. "Es war eine harte Zeit als Zuschauer auf der Tribüne, aber jetzt bin ich bereit."

Fortuna Düsseldorf gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 15.09.2018

Nah dran war er vorher schon. Mittendrin in der Bundesliga aber ist Marcel Sobottka erst jetzt. Beim FC Schalke, wo er mit kurzer Unterbrechung von der Kindheit (2000) bis zum Männerbereich (2015) spielte, gehörte er häufiger zum Kader, schaffte den Sprung aber nicht ganz. Zum Wechsel von den Königsblauen nach Düsseldorf vor drei Jahren darf sich der kampfstarke Mittelfeldmann im Nachhinein beglückwünschen. "Bundesliga", sagt Sobottka, "ist das, wofür ich immer gearbeitet habe." Der 24-Jährige ist beim Aufsteiger zum Dauerbrenner geworden. Unumstritten, unauffällig, wertvoll.

"Marcel setzt sich auch in der Bundesliga durch, davon bin ich überzeugt", war sich Trainer Friedhelm Funkel frühzeitig sicher. "Er hat einen unglaublichen Willen und ist sehr klar im Kopf." Gegen Hoffenheim wird er in Abwesenheit der verletzten Kapitäne Oliver Fink und Adam Bodzek mit der Binde auflaufen: ein Anführer der ruhigen Art, selten laut, kaum spektakulär im defensiven Mittelfeld, aber äußerst wirkungsvoll als Balleroberer. Insofern war es für Fortuna-Boss Robert Schäfer eine Überraschung, dass sich kein Bundesligist ernsthaft um die Verpflichtung Sobottkas bemühte. "Er fliegt immer so ein bisschen unter dem Radar, spielt nicht sehr auffällig, aber wirkungsvoll", urteilt Schäfer. "Wir wissen jedenfalls, was wir an ihm haben."

Beim Auftakt gegen Augsburg spielte Sobottka zunächst im 4-4-2 neben Alfredo Morales vor der Abwehr, beim beachtlichen 1:1 in Leipzig war er der Mittelmann der Dreierkette vor der Abwehr in einem 3-5-2; das wird wohl auch die bevorzugte Formation gegen die offensivstarken Hoffenheimer sein. "Mit welchem System wir antreten, das finde ich gar nicht so wichtig", sagt der gebürtige Gelsenkirchener. "In Leipzig hatten wir zum Beispiel nominell nur zwei Offensive auf dem Platz und haben trotzdem sehr mutig gespielt. Das muss auch künftig unsere Marschroute sein."

Während Sobottka weiter fest eingeplant ist als Düsseldorfer "Ankermann", bleibt Neu-Erwerbung Diego Contento der Pechvogel. Der Ex-Bayern-Profi kam im Sommer mit wenig Spielpraxis von Girondins Bordeaux, spielte eine sehr unauffällige Vorbereitung und absolvierte an den beiden ersten Spieltagen keine einzige Minute für seinen neuen Arbeitgeber. Jetzt kam es knüppeldick: Der Linksfüßer zog sich ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu und fällt zumindest bis Ende des

Joelinton erzählt gerne grinsend, dass sein Deutsch ja eigentlich Österreichisch sei, schließlich hat er es ja insbesondere während seiner Ausleihe zu Rapid Wien gelernt. Nun spricht der Brasilianer natürlich keinen handelsüblichen Schmäh, aber tatsächlich erstaunlich gut für einen Südamerikaner, der erst seit 2015 in Mitteleuropa ist. Diesen in Wien forcierten Prozess findet Cesar Thier löblich: "Bei seiner Rückkehr waren wir positiv überrascht." Für den Teammanager der TSG Hoffenheim sind nicht nur 30 Scorerpunkte in zwei Jahren Rapid der Grund für die Entwicklung seines Landsmanns, sondern "auch die sprachlichen Fortschritte entscheidend. Das gab in Kombination mit dem sportlichen Erfolg eine breite Brust."

Die hat der 22-Jährige sowieso. 86 Kilo verteilt auf 1,92 Meter. "Eine furchtbare Kante", sagte Trainer Julian Nagelsmann salopp nach Joelintons Startelfdebüt im DFB-Pokal in Kaiserslautern, wo er drei Tore zum 6:1 beisteuerte. Dass er begann, war da keine Überraschung mehr, anders als noch zu Beginn der Vorbereitung, wo ihm längst nicht alle den nächsten Schritt im Kraichgau zutrauten. "Es war zunächst nicht sicher, ob ich bleiben kann", gibt der Angreifer zu. Aber: "In vielen Trainingssituationen und Freundschaftsspielen wurde ich gelobt, der Trainer sprach viel mit mir. Da habe ich schon gemerkt, dass ich Chancen habe - denn sonst würde der Trainer ja nicht so intensiv mit mir reden." So tankte "Joe", wie er teamintern genannt wird, "Woche für Woche mehr Selbstvertrauen". Anders als 2015, als er aus Recife mit 18 Jahren zur TSG kam: "Der Schritt war recht früh, es war schwierig - alles war anders. Ich hatte diese Möglichkeit früher als erwartet, bereut habe ich das nie."

Thier berichtet von damals: "Mit 18 prasselt einfach viel auf einen ein, man ist etwas unsicher, auch weil man die Sprache nicht versteht. Das schlägt sich manchmal auf dem Platz nieder." Auf dem Joelinton in Pflichtspielen in seiner Debütsaison ohnehin nur einmal zu sehen war, ehe es nach Wien ging. "Das hat mich erwachsen gemacht und unheimlich nach vorne gebracht - taktisch, in Sachen Erfahrung, Systeme."

Per Video-Fernstudium hielt ihn Nagelsmann inhaltlich auf dem Laufenden. "Daher wusste ich, was Julian von seinen Stürmern verlangt", erklärt Joelinton. Vor allem auch Defensivarbeit. "Das Spiel gegen den Ball fällt mir leicht. Ich mache das seit meiner Jugend." Es scheint, dass Joelinton nicht nur in Sachen Sprache alles andere als typisch vorgeht.

VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC im Livestream am 15.09.2018

Zwei Spiele, sechs Punkte - doch wie stark sind Wolfsburg und Hertha BSC wirklich? Zweiter gegen Dritter, ein vermeintliches Spitzenduell am 3. Spieltag. Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC wollen im direkten Aufeinandertreffen ihren Traumstart fortsetzen. Was ist möglich bei den Klubs, die niemand auf dem Zettel hatte?

Nach dem Fast-Abstieg geht es dem VfL um lange vermisste Stabilität. Im Verein, in der Führung, im Kader. Der Umbruch des Teams mit lediglich fünf Neuzugängen fiel kleiner als erwartet aus, die sportliche Führung wurde mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer komplett neu besetzt. Bruno Labbadia wurde als Trainer der Neustart anvertraut.

Nach Platz 10 im Vorjahr, als Hertha zeitweise auch der ungewohnten Doppelbelastung durch die Europa League Tribut zollte, ist das Ziel für 2018/19 ein einstelliger Rang. Mit Mitchell Weiser (Leverkusen) ging im Sommer nur ein Stammspieler, spektakuläre Transfers blieben aus. Liverpool-Leihgabe Marko Grujic überzeugte auf Anhieb. Mehrere Langzeitverletzungen (Darida, Selke, Pekarik, Leckie und Rekik) schwächten und schwächen den Kader.

DIE TRAINER: Labbadia übernahm den VfL im Februar nach dem Rücktritt von Martin Schmidt im größten Chaos und hatte Mühe, den Kader auf Kurs zu bringen und sich beim Anhang Respekt zu erarbeiten. Der Trainer geht gestärkt aus der Vorsaison hervor, seine intensive Vorbereitung trägt schon jetzt Früchte, seine positive Art wirkt ansteckend, das Team folgt ihm. Taktisch hebt er es auf ein neues Level.

Pal Dardai, im Februar 2015 als Nachfolger von Jos Luhukay installiert, hat sich mit seiner geradlinigen, authentischen Art profiliert. Im Herbst 2016 buhlte Wolfsburg nach der Trennung von Dieter Hecking erfolglos um ihn. Länger als der Ungar amtiert in der Liga nur Freiburgs Christian Streich. Die Saison-Platzierungen 7, 6 und 10 sprechen für Dardai. Der Auftrag der Bosse: mehr Flexibilität, mehr Attraktivität und die Förderung der Talente.

DIE MACHER: Schmadtke und Schäfer harmonieren prächtig. Der Ex-Kölner als übergeordnete Instanz, der Ur-Wolfsburger mit gesunder Nähe zur Mannschaft. Gemeinsam mit Labbadia gaben sie Richtlinien vor, an die sich jeder im Klub zu halten hat. Es geht um Werte, um Kommunikation. Disziplinlosigkeiten im Team, im Vorjahr an der Tagesordnung, werden weniger.

In Berlin amtiert Präsident Werner Gegenbauer seit 2008, Michael Preetz beerbte 2009 Dieter Hoeneß als Manager. Nach Jahren mit Irrungen, Wirrungen und zwei teuren Abstiegen (2010, 2012) ist Hertha sportlich längst wieder stabil und nach Zeiten, die einem Tanz am Abgrund glichen, auch finanziell dank des Einstiegs von US-Investor KKR 2014 in der Spur.

Das VfL-Spiel kommt variabler daher, Labbadia bevorzugt aktuell ein 4-3-3, arbeitet an Systemvariationen, testete nun ein 4-4-2 mit Raute und den beiden Angreifern Wout Weghorst und Daniel Ginczek gemeinsam auf dem Platz. Das Mittelfeld ist mit Ignacio Camacho und Maximilian Arnold bisweilen zu langsam, personell geht der VfL in diesem Bereich ins Risiko. Sollte Camacho nach der Verletzung von Josuha Guilavogui ausfallen, steht Labbadia ohne Sechser da.

Hertha hat im Sommer das 3-4-3 einstudiert - als wertvolle und inzwischen auch im Ernstfall erprobte Alternative zum 4-2-3-1. In der Offensive stehen mit Vedad Ibisevic, Salomon Kalou und Rückkehrer Davie Selke abgezockte Scorer; das Mittelfeld mit dem zuletzt auftrumpfenden Ondrej Duda, Neuzugang Grujic und Arne Maier bietet jetzt mehr spielerische Qualität und Vertikalität. Die Mannschaft ist eingespielt. Ein Manko ist weiterhin die Chancen-Armut. Zudem birgt die Vielzahl junger Spieler die Gefahr von Rückschlägen.

Es entsteht ein neues Wir-Gefühl, beschleunigt durch die Rückkehr von Fanliebling Schäfer. Skepsis aufgrund der Vorjahre bleibt aber noch bestehen, grenzenlose Euphorie und Europaträume bleiben noch aus: Für das "Spitzenspiel" am Samstag waren am Mittwoch noch reichlich Karten zu erhalten.

Die Eiszeit zwischen Klub-Führung und Ultras, der Zuschauerschwund in der Vorsaison, das zähe Ringen mit dem Berliner Senat um ein neues Stadion im Olympiapark, das Hertha 2025 beziehen will - an Themen mangelt es in der Hauptstadt nicht. Immerhin: Mit den neu aufgelegten Kieztrainings und einer neuen PR-Kampagne sendet der Klub die richtige Botschaft. Er will näher ran an die Berliner.

Wolfsburg darf auf eine sorgenfreie Saison hoffen und kann im optimalen Fall zu einer positiven Überraschung werden. Der Vorsprung auf die potenziellen Europacupkandidaten Leipzig, Schalke und Leverkusen beträgt bereits fünf bzw. sechs Punkte, nun stehen zwei Heimspiele gegen Berlin und Freiburg an. Der VfL hat die Chance, sich oben festzusetzen, noch in der Hinrunde könnte mit dem verletzten Felix Klaus eine Flügelverstärkung hinzukommen - und für den Winter steht noch Geld für Verstärkungen zur Verfügung.

Dass Hertha zum zweiten Mal überhaupt (nach 2016/17) mit zwei Siegen in die Liga startete, kann eine Welle erzeugen. Trotzdem gebietet der Blick auf die Qualität und den jungen Kader eine realistische Einschätzung: Dardais Team ist im Normalfall kein Kandidat für die Top 6.

 
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