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VfL Bochum - SV Darmstadt im Livestream am 12.11.2018
Montag, 12. November 2018

Schon sicher geglaubte Siege in der Nachspielzeit noch aus der Hand zu geben, ist dem VfL Bochum in den vergangenen Wochen mehrfach passiert. Die dabei verspielten Punkte hätten ausgereicht, sich auf den Top-Tabellenplätzen festzusetzen. Extern wurden zahlreiche Erklärungsansätze angeboten, intern bleiben die Bochumer aber lieber pragmatisch. "Es fehlt uns die Konstanz über 90 Minuten", sagt der Geschäftsführer Sport, Sebastian Schindzielorz, "wir sollten mal die gute erste Halbzeit von Fürth über einen längeren Zeitraum anbieten."

Auch Trainer Robin Dutt möchte aus den Gegentoren in der Nachspielzeit kein Mysterium machen. Er sieht eher handwerkliche Fehler, die es zu analysieren und abzustellen gilt: "Diese Nachspielzeit-Problematik darf keinen großen Raum einnehmen. Ich kann die Mannschaft auch nicht explizit auf mögliche Geschehnisse in der 92. Minute vorbereiten. Nicht der Zeitpunkt hat die Gegentore fabriziert."

Immerhin: Die Punktverluste haben dazu geführt, dass Dutt nun vor dem Heimspiel gegen Darmstadt 98 einen gewissen Druck wahrnimmt. "Das ist aber gar nicht so schlecht", sagt Bochums Trainer, "denn unter Druck hat meine Mannschaft bisher nicht so schlecht gespielt." Dem Vergleich mit Darmstadt schreibt Dutt sogar eine Schlüsselspiel-Rolle zu. "Ich möchte das jetzt nicht zu sehr dramatisieren, aber es ist ein Spiel, in dem wir uns mit einem Sieg eine gefestigte Position im ersten Tabellendrittel erarbeiten können, aber bei einer Niederlage im breiten Mittelfeld der Liga festhängen."

Viel ärgerlicher als Punktverluste in der Nachspielzeit ist für den Coach aktuell das Verhalten des südkoreanischen Fußballverbandes. Dessen portugiesischer Trainer Paulo Bento bestand darauf, dass Mittelfeldspieler Chung-Yong Lee bereits an diesem Montag zur Nationalmannschaft reist und damit gegen Darmstadt fehlt. Das Kuriosum dabei: Die Südkoreaner spielen in Brisbane gegen Australien. Für die Socceroos wurde VfL-Angreifer Robbie Kruse nominiert und dessen Nationaltrainer Graham Arnold hat kein Problem damit, dass sich Kruse erst am Dienstag in den Flieger setzt. Zwar bewegen sich die Koreaner mit ihrem Verhalten im Rahmen der Statuten, doch Dutt muss feststellen: "Wie wichtig Lee für uns ist, hat man in den vergangenen Wochen gesehen. Es tut weh, dass er nicht zur Verfügung steht." Allerdings: In sieben Partien servierte der 30-Jährige bereits zu vier Treffern.

Drei Spiele ohne Niederlage, zwei Siege in Folge, weit weg von den Abstiegsplätzen: Darmstadt 98 ist nach einem Zwischentief auf einem guten Weg zu einer sorgenfreien Saison. Das war von Anfang an das Ziel. An diesem Montag können die Lilien mit einem Sieg in Bochum gar die Zähler 18 bis 20 einfahren und damit bereits jetzt die Hälfte der 40-Punkte-Marke knacken. Trotz des jüngsten Aufwärtstrends fordert Trainer Dirk Schuster in zwei Bereichen aber noch den nächsten Schritt.

Zum einen erwartet er im Offensivspiel mehr Präzision: "Beim 3:1 gegen den FCM haben wir in der ersten Hälfte schlampig gespielt. Wir müssen selbst nach vorn agieren und genauer kombinieren." Die Defensive um Torwart Daniel Heuer Fernandes dagegen ruft kontinuierlich gute Leistungen ab. Denn nun arbeitet die gesamte Mannschaft wieder nach hinten (zwei Gegentore in den vergangenen drei Spielen).

Dennoch: Der Anteil der hohen, weiten und selbst für den kantigen Serdar Dursun schwer zu verarbeitenden Bälle aus der Abwehrreihe heraus ist noch groß. Die Aufgabe bleibt, über die Innenverteidiger das zentrale Mittelfeld (Slobodan Medojevic, Tobias Kempe) zu bedienen. Dieses wiederum soll neben Dursun die schnellen Außen (Marcel Heller, Joevin Jones) einsetzen können.

Zum anderen wünscht sich Schuster noch mehr Cleverness von seinem Team. "Ich denke, da können wir psychisch besser werden." Denn immer wieder machen sich seine Mannen das Leben selbst schwer. Schuster erinnert nicht nur an das Magdeburg-Spiel, als der SVD bei 2:0 und Überzahl zu wackeln begann, sondern auch an das 1:4 in Dresden. "Da sind wir zu naiv nach vorn gerannt." Ähnlich verhielt es sich beim 2:4 in Kiel. Die Cleverness "müssen wir uns Woche für Woche erarbeiten". Am besten schon diesen Montag in Bochum auf den Platz bringen.

Eintracht Frankfurt gegen FC Schalke 04 im Livestream am 11.11.2018
Sonntag, 11. November 2018

Große Gefühlsregungen sind nicht unbedingt die Sache von Evan Ndicka. Ruhig, beinahe stoisch lässt er die Medienrunde mit Frankfurter Journalisten über sich ergehen, antwortet höflich, aber bestimmt. Es ist wie auf dem Fußballplatz: Aus der Ruhe bringen lässt sich der 19-Jährige nur schwer. Trotz seines jungen Alters besticht der Franzose seit seinem Wechsel vom Zweitligisten AJ Auxerre mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit. „Wenn ich auf dem Platz stehe, blende ich alles andere aus und stelle mir keine zusätzlichen Fragen“, sagt Ndicka: „Ich versuche, meinen Job zu erledigen, und mache mir keinen großen Kopf, was drumherum alles passiert.“

Große Anpassungsprobleme an das Bundesliga-Neuland zeigt er auch deswegen nicht. „Er hat sich alles angeschaut, hat jeden Tag fleißig und hart trainiert und zugehört“, erzählt Trainer Adi Hütter von der Anfangszeit des Talents in Frankfurt. Das funktionierte bestens: Derzeit einer der besten Innenverteidiger der Liga, Stammspieler ohnehin. Seine Qualitäten zeigt ein Blick auf die Zahlen: 194 Sprints sind Topwert für Verteidiger, überhaupt scheint es für ihn nur zwei Geschwindigkeiten zu geben, 61,5 Prozent seiner Distanz geht er, 5,3 Prozent sprintet er – beachtliche Werte im Ligavergleich. Und an seinen Schwächen arbeitet Ndicka gewissenhaft. Assistenzcoach Christian Peintinger zeigt ihm in individuellen Video-Analysen immer wieder verbesserungswürdige Details auf, der aufmerksame Schüler setzt sie um.

Fielen dem Trainerteam vor allem beim schwachen Auftritt im Spiel bei Borussia Dortmund die verhaltenen Offensivbemühungen des Youngsters auf, hat sich das geändert. „Inzwischen sehen wir, wie er den Ball treibt und gute Aktionen nach vorne hat“, lobt Hütter. Ein Tor gegen Hannover und eine Vorarbeit gegen Limassol zeugen davon. Seine Passquote von nur 79,9 Prozent zeigt aber auch, dass da noch viel Luft nach oben ist – ebenso die für einen Innenverteidiger schwache Zweikampfquote von nur 50,6 Prozent gewonnener Duelle. „Das sind Entwicklungsschritte, die junge Spieler machen müssen“, urteilt Hütter und glaubt: „Sein Weg wird in Frankfurt nicht zu Ende sein, wenn er so weitermacht.“ Die Ablösesumme zwischen fünf und sechs Millionen Euro hat sich schon jetzt rentiert. Nur eines bereitet dem aufmerksamen Schüler Ndicka Probleme: die deutsche Sprache. „Es ist immer noch so schwierig“, sagt Ndicka, und dabei huscht ihm sogar ein verlegenes Grinsen übers Gesicht.

Der Schnupperkurs dauerte zweieinhalb Wochen. Intensive Tage zum Beispiel mit dem Startelfdebüt in der Bundesliga gegen Bremen (0:2), mit der heißen Premiere in der Champions League in Istanbul (0:0), mit einem Pokalsieg im Elfmeterschießen in Köln. „Eine geile Zeit“, findet Alexander Nübel, der gemäß der Absprache nun wieder Platz macht. In Frankfurt wird Stammkeeper Ralf Fährmann wieder im Schalker Kasten stehen.

„Ralf wird am Sonntag spielen. Das ist von vornherein intern so besprochen worden. So gut Alex es gemacht hat: Ralle ist unser Kapitän, unsere Nummer 1“, bestätigt Trainer Domenico Tedesco den Schichtwechsel. Und lobt den Ersatzmann, der gezeigt hat, dass er ein starker Vertreter des Schalker Dauerbrenners Fährmann ist, der wegen Adduktorenbeschwerden hatte passen müssen. „Was Alex gezeigt hat, war tip-top“, urteilt Tedesco, und auch Sportvorstand Christian Heidel betont: „Das war ohne Fehl und Tadel.“

Selbst in den heißen Spielen wie etwa in Istanbul blieb der U-21-Nationalkeeper ruhig und gelassen, ist überdies ein ausgezeichneter Fußballer und in diesem Bereich sogar stärker als Fährmann. „Er bleibt ruhig, selbst wenn zwei Leute auf ihn losstürmen“, lobt Heidel den 22-Jährigen, „Alex ist eben auch fußballerisch hervorragend ausgebildet.“ Und er hat tolle Erfahrungen gemacht in der Phase als Fährmann-Vertreter. „Die Stimmung war wieder überragend, ich hatte Gänsehaut, als die Fans losgelegt haben“, erzählte Nübel nach dem 2:0 gegen Galatasaray, als er einen ruhigen Abend verlebte. Und: „Ich habe alle Spiele genossen. Natürlich bringt es eine Menge, mal auf diesem hohen Niveau dabei zu sein.“ Ideal auch, weil er zeigen konnte, dass auf ihn jederzeit Verlass ist.

RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen im Livestream am 11.11.2018

Als materielle Erinnerung seines Startelfdebüts in der Bundesliga sicherte sich Matheus Cunha einen der Spielbälle. Der Angreifer selbst hat beim Gastspiel von RB Leipzig bei Hertha BSC auch Eindruck hinterlassen. Durch etliche gute Aktionen, vor allem aber durch sein Tor zum 3:0-Endstand. „Matheus hat gezeigt, was in ihm steckt“, bewertete Coach Ralf Rangnick die Darbietung des 19-Jährigen, und auch Cunha sagt: „Ich bin sehr zufrieden.“

Dass der im vergangenen Sommer für 15 Millionen Euro vom FC Sion gekommene Offensivakteur erst am 10. Spieltag erstmals von Beginn an randurfte, heißt nicht, dass Cunha im Kader ein Hinterbänkler ist. Von den bisher 21 Leipziger Pfichtspielen absolvierte der Brasilianer 15 und stand dabei zehnmal in der Startformation. Dass er in der Liga vor der Partie in Berlin nur als Einwechselspieler zum Zug gekommen war, begründet er wie folgt: „Weil wir einen starken Kader haben. Wir haben große Auswahl.“

Auf ihn fiel Rangnicks Wahl bisher zuvorderst in der Europa League. In den sechs Qualifikationssowie den drei Gruppenspielen war Cunha von Anfang an dabei. Sechs Pflichtspieltreffer erzielte er bis dato und ist somit der drittbeste Leipziger Torschütze nach Timo Werner (8), Jean-Kevin Augustin und Yussuf Poulsen (je 7). Cunhas Zug zum Tor ist neben seiner Technik eine seiner Qualitäten, nicht umsonst hat er mit 40 nach Werner (60) die bislang zweitmeisten Torschüsse aller RB-Akteure abgegeben. Alle 22 Minuten visiert der 1,84 Meter große Stürmer das gegnerische Gehäuse an – ein guter Wert.

Dass er in seinem Alter noch nicht ausgereift ist, ist klar. So stürzt sich Cunha zwar häufig in Zweikämpfe (16 pro 90 Minuten, die drittmeisten bei RB), aber es mangelt ihm noch etwas an Cleverness. Mit 25 hat er nach Innenverteidiger Ibrahima Konaté (26) die zweitmeisten Fouls begangen, und 32,1 Prozent gewonnener Duelle sind keine tolle Quote. Sturmkollege Poulsen etwa hat 46,5 Prozent gewonnen. Mit 19 hat Cunha jedoch noch Zeit, sich zu entwickeln, und Rangnick ist sicher: „Wenn er so weitermacht, werden wir in den nächsten Wochen noch viel Freude an ihm haben.“ Cunha wiederum sagt: „Ich arbeite daran, immer zu spielen.“ Die nächste Möglichkeit besteht an diesem Donnerstag in Glasgow.

Er war schon abgeschrieben. Vor drei Wochen musste man weit zurückblicken, um das letzte Hoch von Karim Bellarabi ausfindig zu machen: Ende der Saison 2015/16 hatte der Flügelstürmer zuletzt groß aufgetrumpft, als Bayer per furiosem Endspurt noch auf Platz 4 stürmte. Danach ging es bergab: Im September 2016 legte ihn ein Muskelbündelriss bis zum Jahresende lahm. Es folgte ein mühsames Comeback unter Ziehvater Roger Schmidt. Nach dessen Demission verlor Bellarabi unter Tayfun Korkut seinen Stammplatz, den er unter Heiko Herrlich auch nur in den ersten Spielen der vergangenen Saison innehatte. Danach stand Bellarabi im Schatten von Shootingstar Leon Bailey, wurde oft nur eingewechselt. Wenn überhaupt.

Diese Spielzeit begann noch schlechter. Erst erlitt Bellarabi nach seiner Auswechslung in einem Testspiel einen Hitzekollaps, dann zog er sich eine Kreuzbandzerrung zu. Schließlich handelte er sich am 3. Spieltag in München acht Minuten nach seiner Einwechslung eine überflüssige Rote Karte und vier Spiele Sperre ein. Der frühere Nationalspieler war auf dem tiefsten Punkt angekommen, aber offenbar nur, um sich von dort wieder nach oben zu katapultieren.

Ob ihm dies gelang, weil ihn Herrlich bei der Ehre packte, wie der Trainer kürzlich erklärte? Oder ob Bellarabi, lange das fünfte Rad am Wagen, allein den Dreh fand? Egal. Jetzt erlebt er den Lauf seines Lebens: In fünf Pflichtspielen in Folge hat er getroffen. Zuvor hatte er nie öfter als zwei Spiele in Serie ein Tor erzielt. Nun gelangen ihm in nur 271 Einsatzminuten sieben Treffer. Meist äußerst sehenswert. Fulminante Schüsse, teils aus schwierigem Winkel, technisch anspruchsvoll. Mit Bailey hat er wieder die Rollen getauscht. Bellarabi ist der Startspieler, Bailey wieder sein Back-up. Ein entscheidender Faktor für Bellarabis Auferstehung liegt aber in der Defensivarbeit. Diese erledigt er nun gewissenhaft. In der Europa League gegen Larnaka Anfang Oktober war dies noch anders. Da faltete Kevin Volland ihn lautstark zusammen, als der Mittelstürmer ihn im Sprint nach hinten überholte. Jetzt lobt Volland: „Er sieht ganz einfach, wenn er so ein Tempo und so eine Präsenz hat, dass er in die gefährlichen Räume kommt. Und gegen den Ball arbeitet er auch grandios. Das ist entscheidend. Das hat er, glaube ich, kapiert. Das ist schon ein Unterschied.“ Diesen soll Bellarabi, nach muskulären Problemen wohl einsatzbereit, in Leipzig wieder ausmachen, wenn Bayer vielleicht um seine letzte Chance auf die Champions League kämpft.

FC Magdeburg gegen Jahn Regensburg im Livestream am 11.11.2018

Beim Liganeuling läuten nach drei Niederlagen in Folge die Alarmglocken. Nachdem die Magdeburger punktgleich mit Sandhausen und Duisburg nur zwei Zähler von Platz 18 entfernt liegen, ist am Sonntag im Heimspiel gegen Regensburg die Mannschaft, vor allem aber Trainer Jens Härtel gefordert. Die Kritik an ihm wird lauter: So wetterte Christian Streich, DDR-Rekordnationalspieler und Vereinsikone, via Magdeburger Volksstimme, dass Härtel sich zu sehr ans Lehrbuch klammern würde und nichts Überraschendes in petto hätte.

Der Bonus ist nach viereinhalb Jahren und zwei Aufstiegen aufgebraucht. Auch zu starke Rotation in der Abwehr wird dem 49-Jährigen vorgeworfen. Doch auch gegen Regensburg muss er wieder umbauen, denn die beiden Sechser Dennis Erdmann und Björn Rother sind gesperrt. Die bisherige Bilanz gegen den Jahn ist auch wenig hilfreich. In der Drittligasaison 2016/17 gab es eine Heimniederlage. Die darf sich am Sonntag keineswegs wiederholen, ansonsten ist der einstige Erfolgscoach wohl nicht mehr zu halten. Härtel indes gibt sich kämpferisch, fast schon trotzig. „Ich brauche keinen doppelten Boden oder Rückhalt. Wenn die Vereinsführung der Meinung ist, dass es ein anderer besser machen kann, dann muss ich das akzeptieren. Das ist so, wenn du keinen Punkt holst.“

Die rechte Abwehrseite des SSV Jahn Regensburg ist in festen Händen: Benedikt Saller – im Sommer 2016 aus Mainz gekommen (dort 16 Bundesligaspiele/2 Tore) – hat sich zur Stammkraft entwickelt. Der 26-Jährige ist alleine schon deswegen auf dieser Position praktisch unverzichtbar, weil Oliver Hein seit mehr als eineinhalb Jahren wegen zwei schweren Verletzung ausfällt. Das Jahn-Urgestein (seit 2007 im Verein) dürfte jedoch spätestens nach der Winterpause wieder zur Verfügung stehen. In den ersten Monaten, damals in der 3. Liga, lief es für den gebürtigen Münchner in Regensburg aber alles andere als gut, unter Trainer Heiko Herrlich durfte er kaum spielen. „Ich bin damals in eine Mannschaft gekommen, die absolut funktioniert hat. Da war es auch schwierig, auf Einsatzminuten zu kommen“, erinnert sich Saller. Das ist Vergangenheit. Mittlerweile hat er sich beim Jahn fest etabliert und gehört zu den absoluten Dauerbrennern. Diese Saison bestritt er bislang neun Partien über 90 Minuten.

FC Ingolstadt gegen Arminia Bielefeld im Livestream am 11.11.2018

Für Konstantin Kerschbaumer ist die Partie am Sonntag gegen Bielefeld das, was man gemeinhin als kein gewöhnliches Spiel bezeichnet. Nach Stationen bei Rapid Wien, dem Vienna FC, St. Pölten und Admira Wacker Mödling nutzte der Österreicher das einjährige Leihgeschäft zwischen dem englischen Zweitligisten FC Brentford und der Arminia, um sich auf der Alm nachdrücklich für den deutschen Markt zu empfehlen.

Etliche Klubs waren nach seiner starken Saison in Bielefeld (acht Tore, sechs Vorlagen) an dem Mittelfeldallrounder interessiert. Am Ende machte der FC Ingolstadt das Rennen – auch weil der 26-Jährige noch im Juni davon „überzeugt“ war, „dass wir in der kommenden Saison eine gute Rolle in der 2. Liga spielen werden.“ Eine Prognose, die nach nur sieben Punkten aus zwölf Spielen und Platz 18 trotz der beiden Remis zuletzt inzwischen wie ein frommer Wunsch klingt.

Seine persönliche Bilanz liest sich besser: Auch wenn er noch nicht ganz so viel Einfluss nimmt wie bei der Arminia, wird er seiner Rolle als Mittelfeldmotor und Fixstern des FCI gerecht. Kerschbaumer fehlte nur am 7. Spieltag in der Startelf (Gelb-Rot-Sperre), treibt das Spiel der Schanzer sonst gewohnt laufstark (12,56 Kilometer pro 90 Minuten) und zielsicher (78,1 Prozent angekommene Pässe) an. Auch vier Torbeteiligungen (je zwei Treffer und Assists) können sich bisher sehen lassen.

Jeff Saibene ist ein sympathischer Mensch, ein Trainer, der in Bielefeld sehr beliebt ist. Vor eineinhalb Jahren bewahrte er den DSC Arminia vor dem Abstieg, in der vergangenen Saison führte er das Team auf den 4. Platz. Viel Kredit hat sich angesammelt, der allerdings langsam weniger wird. Der einfache Grund: Die Ergebnisse passen nicht mehr, die Leistungen auch nicht immer.

Die Bilanz: fünf Niederlagen am Stück in der Liga, Absturz auf Platz 14. Dazu die 0:3-Pleite im DFB-Pokal gegen Duisburg. „Wir sind vom Weg abgekommen“, sagt Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. „Die Fehler sind erkannt worden, jetzt heißt es, kurzfristig gute Ergebnisse zu erzielen.“ Zum einen heißt das: Wir wollen gemeinsam wieder da unten rauskommen. Zum anderen: Der Druck auf Trainer und Mannschaft steigt vor dem Spiel am Sonntag beim Tabellenletzten FC Ingolstadt. Saibene muss seine erste große Krise als Bielefelder Coach meistern. Es wird erwartet, dass er in den kommenden Begegnungen die Kehrtwende schafft. Mit möglichen Szenarien bei einer weiteren Niederlage beschäftigt sich bei der Arminia offiziell niemand. „Damit befassen wir uns nicht“, sagt Präsident Hans-Jürgen Laufer. „Die Mannschaft ist auf jeden Fall in der Lage, aus Ingolstadt etwas Zählbares mitzubringen. Wir müssen die Diskussionen im Umfeld ignorieren.“

Die Gründe, warum der DSC sich im Abstiegskampf wiederfindet, sind vielfältig. Der Kader wurde vor der Saison so verstärkt, dass alle Positionen doppelt besetzt sind. Und zwar mit gleicher Qualität. Das ist natürlich kein Fehler. Doch Jeff Saibene wollte allen Spielern möglichst viele Spielanteile geben. Es wurde viel rotiert, es kristallisierte sich keine Stammelf heraus. Das führte bei vielen Akteuren zu einer Verunsicherung. Wenn man noch tiefer geht, hat die Rotation sogar die Hierarchie im Team aufgebrochen. Führungsspieler fanden sich des Öfteren auf der Bank wieder, die Hackordnung auf dem Platz fehlte.

Mutmacher ist die Partie am vergangenen Sonntag gegen St. Pauli. „Da haben wir viele positive Dinge gesehen“, erklärt Samir Arabi. „Darauf müssen wir aufbauen.“ Arminia agierte mit Mut und Leidenschaft, und spielte sich jede Menge Torchancen heraus. Vielleicht hat Saibene trotz der unglücklichen 1:2-Niederlage endlich eine Stammformation gefunden, die nur noch punktuell verändert werden muss. Fakt ist, dass die Kehrtwende schnell geschafft werden muss. In den nächsten vier Partien geht es gegen aktuell drei Konkurrenten im Tabellenkeller: Ingolstadt, Duisburg und Sandhausen. Dazwischen fällt noch das Ostwestfalen-Derby in Paderborn. Die Gefahr des Scheiterns ist da. Für Saibene aber auch eine große Chance, den Kreditrahmen wieder zu vergrößern.

Union Berlin gegen Greuther Fürth im Livestream am 11.11.2018

Für neutrale Toto-Tipper ist der 1. FC Union fast schon eine sichere Bank. Sie könnten ihr Kreuz immer schön bei der Null machen, die für Unentschieden steht. Mit inzwischen acht Punkteteilungen sind die Eisernen die Remiskönige der Liga. Das wurmt Spieler und Fans gleichermaßen, weil die Tabellenführung schon mehrfach im Bereich des Möglichen lag. Am vergangenen Sonntag gab es mit dem 1:1 beim SSV Jahn Regensburg das vierte Remis hintereinander. Das fünfte soll es am Sonntag gegen die SpVgg Greuther Fürth auf keinen Fall geben. „Natürlich wollen wir zu Hause gewinnen und endlich mal wieder drei Punkte holen. Mit Unentschieden tappt man nur auf der Stelle“, weiß Innenverteidiger Marvin Friedrich genau.

Das Negative: Union kann derzeit die Gegner nicht knacken. Das Positive: Die Konkurrenten sind auch nicht in der Lage, die Köpenicker zu bezwingen. Als einzige Mannschaft der Liga ist Union nach zwölf Spieltagen noch ungeschlagen. Nimmt man noch die beiden letzten Partien aus der vergangenen Saison bei Dynamo Dresden (1:0) und zu Hause gegen den VfL Bochum (3:1) hinzu, haben die Berliner seit 14 Ligaspielen nicht mehr verloren. Das sorgt natürlich auch für Selbstvertrauen und lässt Ziele auf lange Sicht möglich erscheinen. „Man steht lieber auf dem 1. als auf dem 3. oder 4. Platz. Wichtig ist es jedoch, am Ende der Saison auf dem richtigen Tabellenplatz zu liegen“, erklärt Linksverteidiger Ken Reichel. Ein Plus ist und bleibt die Defensive. Mit lediglich acht Gegentoren stellt Union die mit Abstand stärkste Abwehr der Liga. Allzu viele Tore müsste die Mannschaft also gar nicht schießen, um zu gewinnen. In den vier Spielen zuletzt waren allerdings jeweils zwei Nullnummern und zwei 1:1-Unentschieden dabei. Könnte die Mannschaft wegen der Remis-Serie verkrampfen? „Das denke ich nicht. Natürlich wäre es mir auch lieber, das man mal ein Spiel verliert und dann zwei gewinnt. Dann hat man drei Punkte mehr“, rechnet Trainer Urs Fischer vor.

Torwart Rafa Gikiewicz hatte sich schon in Regensburg mächtig über die vielen Unentschieden aufgeregt, die Platz 1 und einen deutlichen Vorsprung auf die Konkurrenz verhindern würden. Fischer ist mit den Punkteteilungen ebenfalls unzufrieden: „Das Glas ist halbvoll, nicht halbleer. Aber das passt niemandem von uns. Die Möglichkeiten waren da, die Spiele für uns zu entscheiden Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. Aber die Spiele in der 2. Liga sind eng.“ Zu Hause ist Union übrigens seit dem 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg am 26. Januar dieses Jahres ungeschlagen. Es folgten 13 Spiele ohne Heimniederlage. Klingt richtig prima. Der Haken? Richtig, Unentschieden! Und zwar sieben an der Zahl.

Sportlich läuft es bei der SpVgg. Mit 20 Punkten haben die Fürther so viele Zähler eingesammelt wie in der Vorsaison nach dem 20. Spieltag. Damir Buric hat seine Stammelf gefunden. Fehlt kein Spieler, wechselte der Trainer zuletzt nur zwischen David Atanga und Fabian Reese die Startformation. Klar ist, dass sich in der zweiten Reihe Unzufriedenheit breitmacht.

Man nehme Roberto Hilbert, der momentan gewaltig Frust schiebt. Der 34-Jährige kam in der Liga in dieser Saison bislang auf drei Einsätze und auf insgesamt 231 Minuten, durfte zudem im DFB-Pokal gegen Dortmund ran – dort bot er eine starke Leistung. Nach einem Muskelfaserriss fand er nicht mehr in die Startelf und ist die meiste Zeit Bankdrücker. Gegen Bochum musste er sogar auf die Tribüne. „Ich gönne es jedem im Team zu spielen. Aber was mich betrifft, ist es einfach nur enttäuschend.“

Intern genießt Hilbert hohes Ansehen. „Ich bin der erfahrenste Spieler im Team. Da wo ich war, war hier noch keiner. Was ich sage, hat Hand und Fuß. Ich versuche immer, die Jungs zu pushen“, sagt Hilbert und warnt trotz tollem Start vor zu viel Selbstsicherheit: „Ich will den Teufel nicht an die Wand malen: Aber bei Braunschweig lief es anfangs auch sehr gut und dann sind sie direkt abgestiegen.“

Gerne würde der Ex-Nationalspieler selber einmal wieder mithelfen, Punkte zu sammeln. Nur schaut es aktuell danach nicht aus. Hilbert muss sich weiter hinter Maximilian Sauer anstellen. „Natürlich bin ich 34 und habe in 15, 16 Jahren als Profi ein paar Kilometer abgelaufen. Aber ich kann marschieren, bin bei 100 Prozent. Und ich kann Dinge tun, die andere im Team oder in der 2. Liga nicht können. Wenn einer besser ist als ich, geht das in Ordnung. Aus meiner Sicht ist das aber nicht der Fall“, sagt Hilbert.

Borussia Dortmund gegen Bayern München im Livestream am 10.11.2018
Samstag, 10. November 2018

Niko Kovac wünschte sich von diesem Champions-League-Spiel „Auftrieb“ für den Hit in Dortmund. Ob dieser zähe 2:0-Sieg gegen zweitklassige Athener diesen Schub bringen und die Selbstzweifel verscheuchen wird? „Souverän“, wie Kimmich gehofft hatte, geriet dieser Erfolg keinesfalls, sodass gewiss nicht der „Schwung“ davon ausgehen wird, den Müller gerne für Samstag gehabt hätte – weil er eine Ausstrahlung auf diesen Vergleich BVB-FCB vom internationalen Tun zur Wochenmitte allemal sieht.

Also legten sich die Dortmunder eine entsprechende Interpretation ihrer 0:2-Niederlage bei Atletico bereit. Geschäftsführer Watzke fand es „gut für uns, mal ein Spiel nicht erfolgreich zu gestalten“, so würden „die Sinne für Samstag geschärft“.

Tags zuvor hatte die Nullnummer in Madrid bei den bis dahin in 15 Pflichtspielen 2018/19 unbesiegten Dortmundern die Stimmung abgekühlt, ihr so flotter, forscher, furioser Fußball hatte nicht stattgefunden. Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, wählte sofort die psychologisierende Offensive und betonte, dass davon das Duell mit Bayern „nicht beeinträchtigt“ werde. Sportdirektor Zorc sieht „Grund genug, um selbstbewusst in dieses Spiel zu gehen“. Gerade die spektakuläre Last-Minute-Zuspitzung der Spiele in Leverkusen oder zu Hause gegen Augsburg stärken die Selbstsicherheit, die den Mia-san-mia-Bayern derzeit abgeht. Seit dem 1:1-Ausgleich gegen Augsburg (86.) ist in München nichts mehr, wie es war.

Die beim Rekordmeister in solchen Schwächeperioden übliche Unruhe hat sich längst breit- gemacht. Die Oberen können sich diesen abrupten Leistungsverfall nicht erklären. Analysen offenbaren defensive Nachlässigkeiten in den Zweikämpfen oder der Zuordnung sowie zu wenig Präsenz im Angriff rund um Lewandowski. Selbst bewährte Stützen wie Müller, Boateng, Hummels, Ribery, Robben sind austauschbar und verunsichert, den Führungsauftrag erfüllt kein FCB-Profi überzeugend. Trainer Kovac, neu, jung, unerfahren, gibt sich leutselig, will es jedem seiner Stars recht machen (Rotation), verdrießt sie aber (etwa James). Statt sich als Autorität zu positionieren, quält sich Kovac ein stetes Lächeln ab und fordert vehement familiären Zusammenhalt ein.

Favre hingegen ist hoch angesehen in seiner Mannschaft, die er als väterliche Respektsperson mit hoher Fachlichkeit leitet. Erst errichtete er ein defensives Fundament, dann ließ er einen attraktiveren Stil zu. Alle Mitglieder in seinem XXL-Kader einigermaßen bei Laune zu halten, gilt als großes Verdienst Favres.

Beim Trainer Kovac wird – auch von Spielern – der klare Plan vermisst, vor allem das mannschafts-taktische Einstudieren von Offensivaktionen oder beim Pressing, nachdem die einstige Klasse der Individualisten nicht mehr sticht. Siege sollen Selbstvertrauen bringen. Im Vorfeld des Liga-Schlagers versucht es die Führung deshalb mit Kuscheln, nicht mit Knüppeln. Noch wollen sich die FCB-Gewaltigen zur Geduld zwingen, einen reibungslosen Umbruch hin zu mehr Jugendlichkeit hatte etwa Präsident Hoeneß ohnehin nicht erwartet.

Beim BVB ist dieser Personalaustausch schon fortgeschritten, dort wurde die Gelegenheit zur perspektivischen Wende genutzt, schneller als veranschlagt. Watzke und Zorc öffneten sich neuer Kompetenz, die Kehl sowie Matthias Sammer, von 2012 bis 2016 als FCB-Sportvorstand am Gewinn von elf Titeln beteiligt, als externer Berater einbringen. In dieser Gruppe wurden Schwachstellen des Kaders diskutiert und anhand verschiedener Kriterien (Mentalität, Physis, Tempo) beseitigt. Toptalente wie  Hakimi oder Bruun Larsen erhielten das Vertrauen, außerdem importierten gestandene Akteure wie Witsel oder Delaney die nötige Cleverness.

Beim Aufspüren von Talenten sind die Dortmunder schnell und mutig. 2010 ging es los, da entdeckten ihre findigen Scouts Kagawa, anschließend Aubameyang, Guerreiro, Dembelé oder Zagadou in Frankreich, Pulisic in den USA, Bruun Larsen in Dänemark, Sancho in England. Diesen Jungs wird Praxis gewährt, sodass sich im Sommer Hakimi für Dortmund entschied, obwohl ein Dutzend Vereine um ihn buhlte.

In München erteilten vor dieser Runde nach langem Abwägen die Chefs das Ja für ein weiteres Jahr mit Ribery-Robben. In Goretzka und Gnabry wurden zwei junge deutsche Nationalspieler geholt, Coman und Tolisso sind Akteure für die Zukunft, aber lange verletzt. Ein Weltmeister wie Griezmann (2014 für 30 Millionen auf dem Markt) wurde abgelehnt, weil nicht gut genug für Bayern, ebenso Giroud (im vorigen Winter), Keita (Liverpool) oder Malcom (jetzt Barcelona). Auch Asensio (Real) wurde offeriert. Da blieb manche Gelegenheit ungenutzt. Die Defizite im FCB-Scouting sind offenkundig.

Ein Sieg in Dortmund würde für die Münchner allenfalls die Wende für diese Saison bedeuten. Die personelle Neuausrichtung muss sich fortsetzen. Da sind die Borussen den Bayern voraus – genauso in der Tabelle, egal, wie der Hit enden wird. Watzke erkennt eine 50:50-Konstellation, „eine Entscheidung fällt da nicht“.

FC Nürnberg gegen VfB Stuttgart im Livestream am 10.11.2018

Zehn Spiele, 900 Minuten. Nur zwei Profis des 1. FC Nürnberg haben in der Bundesliga bislang die komplette Saison auf dem Rasen erlebt. Für Abwehrchef Georg Margreitter war eine solch tragende Rolle vorgesehen, an seiner Seite entwickelte sich Lukas Mühl hingegen ein wenig überraschend zum Dauerbrenner. Das Eigengewächs profitierte zu Saisonbeginn vom Ausfall Ewertons, nutzte die Chance und hat seinen Platz auch nach der Rückkehr des erfahrenen Brasilianers behauptet. Nur im DFB-Pokal saß der 21-Jährige kürzlich zunächst auf der Bank.

Mühls vor Saisonbeginn formuliertes Ziel, Stammspieler zu werden, wirkte angesichts des eingespielten Duos Margreitter/Ewerton ziemlich ambitioniert. Für den Moment hat der Youngster es erreicht, auch wenn es keine Garantie gibt, dass dies so bleibt. Schließlich ist Ewerton dabei, seinen Rückstand aufzuarbeiten.

„Für mich geht es darum, so viele Minuten wie möglich zu sammeln. Spielzeit ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Mühl, der bereits eine große Bandbreite an Erfahrungen machte. Sein erstes Tor per Kopf zum 2:2 gegen Augsburg war die freudigste, die Pleiten gegen Dortmund (0:7) und Leipzig (0:6) hingegen sehr bittere. „Jeder kleinste Fehler, taktisch wie technisch, wird in der Bundesliga bestraft“, hat Mühl lernen müssen. „Aber es gibt nichts Schöneres, als sich mit den Besten zu messen. Das macht es als Fußballer aus und zeigt mir, woran ich arbeiten muss.“

Dass Mühl fleißig an seinen Fähigkeiten feilt, sah man am Mittwoch, als er nach dem Training auf dem Platz blieb, um Ballmitnahme und Kopfbälle zu üben. „Ich will mich entwickeln und bin noch lange nicht am Ende. Da geht noch mehr“, sagt der Verteidiger. Seine Spieleröffnung mit links will er verbessern, am Ball auch unter Druck ruhiger werden

und bei Standards weiter an Torgefährlichkeit zulegen. Trainer Michael Köllner betreute den damals 13-jährigen Mühl bereits in der Ostbayern-Auswahl und fördert ihn nun bei den Profis. Auch Andreas Bornemann ist vom Weg und der Perspektive des Abwehrspielers überzeugt, wie er im Juni mit der Vertragsverlängerung bis 2021 dokumentierte. Während Mühl früher noch zu ängstlich am Ball gewesen sei und sich hin und wieder Aussetzer erlaubt habe, sei er inzwischen „viel wacher, körperlich stabiler und mutiger geworden“, findet Bornemann: „Lukas ist mittlerweile ein verlässlicher Faktor.“

Auch innerhalb der Mannschaft bringe sich der frühere Kapitän der deutschen U 20 ein. „Er ist kein Lautsprecher oder Entertainer, trotzdem ist er meinungsstark und spricht Dinge an, die ihm nicht passen“, sagt Bornemann. Auch vor dem Spiel gegen Stuttgart macht Mühl deutlich, worauf es ankommt: „Es ist nicht gut, wenn wir verhalten und passiv agieren. Wir müssen Betrieb machen, den Weg nach vorne suchen wie gegen Frankfurt und nach der Pause in Augsburg. Diesen Vollgas-Fußball müssen wir konstant hinbekommen.“

Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC im Livestream am 10.11.2018

Tumulte und Jubelszenen. Spieler, die sich in Sicherheit bringen, Fans, die den Rasen fluten. Das bisher letzte Aufeinandertreffen mit Hertha BSC ist den Düsseldorfer Anhängern noch in bleibender Erinnerung. Mit dem 2:2 am 15. Mai 2012 sicherte sich Zweitligist Fortuna nach dem 1:0 im Hinspiel die Rückkehr in die Bundesliga, begleitet von chaotischen Szenen und Freudentaumel.

Am Samstag wird wohl kein Düsseldorfer Fan im Überschwang der Gefühle den Elfmeterpunkt als Andenken aus dem Rasen schneiden wie damals. Historisches wird nicht passieren, gleichwohl steigt für den Aufsteiger ein Schlüsselspiel: Die siebte Niederlage in Folge würde vor der Länderspielpause den Platz im Keller zementieren, wo Fortuna mit mageren fünf Punkten aus zehn Spielen vor allem deshalb noch nicht abgeschlagen ist, weil Konkurrenten wie Stuttgart oder Hannover ebenfalls durchhängen.

Zuletzt sechs Niederlagen mit 2:20 Toren legen den Schluss nahe, dass die Mannschaft überfordert ist in der Liga, auch wenn sie punktuell durchaus mithalten kann, wie gegen Hoffenheim (2:1), in Leipzig und Stuttgart (1:1 bzw. 0:0) gezeigt. Dann muss aber alles passen, dann dürfen vermeintliche Leistungsträger nicht schwächeln, dann muss vor allem die angedachte Achse funktionieren, die zuletzt aber keineswegs als Halt eines arg zerrupften Teams fungierte.

Als einzige Ausnahme überzeugt bisher Michael Rensing mit stabilen Leistungen. Kaan Ayhan, dem am ehesten der Sprung in die Bundesliga zugetraut wurde, war in Mönchengladbach ziemlich von der Rolle, beim 1:7 in Frankfurt hatte sich der Abwehrchef immerhin sehr selbstkritisch schon als „Totalausfall“ bezeichnet. Marcel Sobottka als im Aufstiegsjahr äußerst stabiler Aufräumer vor der Abwehr wurde zuletzt schmerzlich vermisst; wegen Beschwerden an der Patellasehne wird er wohl auch das Hertha-Spiel verpassen. Seine Form hatte sich zuletzt stabilisiert, nachdem er zuvor einige Probleme gezeigt hatte, sich an Tempo und Beanspruchung der Bundesliga zu gewöhnen.

Weiter mit dem Zentralkomitee: Zur Achse der Erfahrenen sollte auch Rouwen Hennings gehören, der auch enorm fleißig arbeitet, bisher aber erst ein Elfmetertor beisteuerte, während Zweitliga-Torschützenkönig Marvin Ducksch sogar leer ausging. Zur Entlastung der Angreifer sei allerdings auch festgehalten, dass der Job in vorderster Reihe enorm fordernd ist, weil weitgehend die Unterstützung aus dem Mittelfeld fehlt. Probleme also vorne wie hinten. Nur phasenweise gelingt es, einen Gegner zu kontrollieren. Über

90 Minuten wird meist der Druck so groß, dass limitierten Spielern zwangsläufig Fehler unterlaufen.
7,2 Chancen lassen die Rot-Weißen im Schnitt pro Spiel zu, das ist nach Stuttgart der schlechteste Wert der Liga. Auf der anderen Seite fehlt nicht unerwartet auch die Kreativität: Nur vier Chancen arbeiten die Fortunen pro Spiel heraus; das ist nach Mainz ebenfalls schlechtester Wert der Liga. Laut Statistik bedeutete übrigens ein Rückstand gleichzeitig auch, dass für Fortuna nichts mehr zu erben ist: Siebenmal lag die Mannschaft 0:1 hinten, siebenmal verlor sie dann auch das Spiel. Und wenig zu sehen ist auch davon, dass Fortuna, wie gefordert, „mehr investiert“ als die Kontrahenten, um ein „möglichst ekliger Gegner“ zu sein: Zwar gewannen die Fortunen 51 Prozent ihrer Zweikämpfe (Platz sechs!), spulten aber mit 113,3 ligaweit die wenigsten Kilometer ab. Eine Zahl, die allerdings auch trügen kann: Der bisher deutlich erfolgreichere Gegner Hertha kommt auch nur auf 114 Kilometer pro Spiel. Und klar ist auch: Wer tief steht, der muss auch keine so weiten Wege bewältigen.

SC Freiburg gegen FSV Mainz im Livestream am 10.11.2018

Die Anerkennung seines Trainerkollegen Niko Kovac nahm Christian Streich höchst erfreut auf. „Wir mussten immer wieder aufpassen, weil die Freiburger mit ihren Stürmern vorne sehr gefährlich waren. Sie haben Leute gehabt, die die Bälle auch halten können, damit die Mitspieler nachrücken“, hatte der Bayern-Coach nach dem 1:1 gegen Freiburg gelobt. „Und der Niko“, betonte Streich, als er darauf angesprochen wurde, „der Niko weiß Bescheid, Niko kennt alle von uns. Und er ist immer fair: Wenn der Gegner es gut macht, lobt er den Gegner.“ In der Tat hatte es der Gegner, also der SC, in München gut gemacht. Die Stürmer waren

viel unterwegs, versuchten den Spielaufbau des Rekordmeisters früh zu stören und bei Gegenstößen für Entlastung zu sorgen. Zudem sorgte einer der beiden kurz vor Ende der Partie mit dem Ausgleichstreffer für den Punktgewinn in München. Das Überraschende nur: Nicht der Paradeangriff aus Nils Petersen und Florian Niederlechner lief auf, sondern die zweite Sturmreihe, bestehend aus Lucas Höler und Tim Kleindienst. „Ich denke, wir haben einen breiten Kader, da kann jeder für den anderen einspringen. Es ist natürlich bitter, dass Florian und Nils verletzt sind, aber wir haben das auch ganz ordentlich gemacht“, urteilte Höler, der zuletzt zwei Tore in zwei Spielen erzielte.

Wie so oft beim SC wurde im Vergleich zu einigen Bundesliga-Konkurrenten fehlende individuelle Qualität durch Mentalität und taktische Disziplin kompensiert. Da Niederlechner auch am Samstag gegen seinen Ex-Klub Mainz fehlen wird und Petersen noch fraglich ist, könnte erneut die Stunde des vermeintlichen Zweitligasturms – Höler kam aus Sandhausen, Kleindienst spielte vorher auf Leihbasis in Heidenheim – schlagen. Für Höler kein Problem: „Der Trainer weiß, dass er auf mich setzen kann, wenn er mich braucht.“ Gute Nachrichten gab es zudem von Amir Abrashi und Caleb Stanko. Die beiden Mittelfeldspieler sind nach ihren schweren Knieverletzungen (Abrashi hatte einen Kreuzbandriss erlitten, Stanko nach einer OP weiter Probleme gehabt) ins Mannschaftstraining eingestiegen und erhöhen bald die Optionen in der Zentrale.

An Flexibilität im Mittelfeld mangelt es dem 1. FSV Mainz 05 nicht. Was die Grundordnung und die personelle Besetzung angeht, hatte die Mannschaft an den ersten zehn Spieltagen viele Varianten zu bieten. Dabei spielte Danny Latza bis vor Kurzem wegen seines Verletzungspechs keine große Rolle. Ein Einriss im Bauchmuskel und eine Leisten-OP setzten ihn außer Gefecht.

Gegen Werder Bremen und zuvor gegen Bayern hielt der 28-Jährige bis in die Schlussphase durch. „Ich habe so viele Kilometer gemacht, wie man es von mir gewohnt ist. Irgendwann lässt die Kraft natürlich nach, aber es wird von Spiel zu Spiel besser“, sagt er. Seine Laufleistung lag bis zur Auswechslung in der 83. beziehungsweise 84. Minute bei 11,65 und 11,70 Kilometern, womit er bereits wieder zu den laufstärksten Mainzern zählt. Trainer Sandro Schwarz schätzt an dem Routinier besonders dessen „Zielstrebigkeit und Dynamik“ sowie Intuition: „Danny hat einen guten Instinkt für die zweiten Bälle, das hat man gegen Bremen gesehen.“ Latza leitete viele gefährliche Szenen ein und hatte in der 33. Minute das 2:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor nur knapp. Mit 80 Balleroberungen, davon 25 in der gegnerischen Hälfte, lagen die Mainzer deutlich über dem Saisonschnitt. 123,8 gelaufene Kilometer bedeuteten den Spieltagsbestwert.

„Wenn wir jede Partie so bestreiten, werden wir weiter punkten. Der Trainer hat uns in dieser Woche noch einmal vermittelt, dass wir in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen müssen. Dann werden wir auch belohnt – und selbst wenn es mal nicht der Fall sein sollte, kann man trotzdem erhobenen Hauptes vom Platz gehen“, findet Kämpfer Latza und gibt die Marschroute für den Auftritt in Freiburg, wo es die schwache Auswärtsbilanz zu verbessern gilt, und die kommenden Wochen aus. Obwohl die Mainzer auch vor dem 2:1 gegen Bremen gute Spiele abgeliefert hatten, fehlten die Ergebnisse, das Team war sieben Pflichtspiele ohne Sieg. Schwarz hat in den vergangenen Wochen mehrere Einzelgespräche geführt, so auch mit Jean-Philippe Mateta und Jean-Philippe Gbamin, die eine Leistungssteigerung zeigten und mit ihren Toren sogar zu Matchwinnern wurden.

„Der Sieg hat richtig gutgetan. Nach so einer langen Durststrecke waren die drei Punkte sehr wichtig. Wir haben Selbstvertrauen getankt und fahren mit breiter Brust nach Freiburg“, sagt Latza. Das letzte Aufeinandertreffen hat er in guter Erinnerung. Nicht nur, weil es sein letztes Spiel ohne Verletzungsbeschwerden war: „Ohne das 2:0 gegen Freiburg am 30. Spieltag wäre es sehr eng geworden. Der kuriose Elfmeter, als wir schon fast zur Halbzeit in der Kabine waren, war damals so etwas wie der Dosenöffner.“

 
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