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SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt im Livestream am 10.11.2019
Sonntag, 10. November 2019

Den einzigen größeren Dämpfer der Saison kassierte der SC Freiburg am 19. Oktober, als man Union Berlin fast chancenlos 0:2 unterlag. Nils Petersen dürfte die Partie noch ein wenig schwerer im Magen gelegen haben, hatte er doch zum vierten Mal in Serie nicht gut gespielt. Zu den ersten drei Siegen aus vier Spielen steuerte der Stürmer zwei Tore und eine Vorlage bei. Gegen Augsburg (1:1) und in Düsseldorf (2:1) schwächelte Petersen. Auch deshalb verzichtete Trainer Christian Streich gegen Dortmund erstmals seit Sommer in der Startelf auf den Torjäger. Nach seiner späten Einwechslung holte der SC zwar noch ein 2:2, jedoch ohne direkten Petersen-Einfluss. In Berlin blieb er, zur Pause gekommen, wirkungslos.

Eine Schwächephase, die inzwischen so wirkt, als sei sie ewig her. Seit dem 2:2 in Bremen reitet Petersen wieder ganz oben auf der SC-Erfolgswelle. Nach seinem Jokertor beim 2:1 gegen Leipzig gelang ihm bei Ex-Klub Werder sein zehnter Bundesliga-Doppelpack, der seine Stärken und seine Weiterentwicklung widerspiegelt. Vor dem ersten Tor lief er Bremens Keeper Jiri Pavlenka entschlossen an, blockte dessen Schuss und versenkte den steil herabfallenden Ball technisch stark per Dropkick aus spitzem Winkel. "Erst der Wille und dann die Ruhe, das war überragend vom Nils", lobt Streich. Vor der Freistoßflanke zum 2:2 spielte Petersen mit der Abseitsgrenze und köpfte dann am langen Pfosten so, dass Pavlenka den Ball in den Winkel lenkte. Natürlich wieder ein Torwartfehler - der aber erneut mit hoher Qualität provoziert wurde.

Es sind Handlungsmuster und Techniken, die sich Petersen über 300 Einsätze und 129 Tore in der 1. und 2. Liga angeeignet hat. Ob so einer noch Rat vom Trainer benötigt? "Der weiß doch viel mehr als ich. Ich habe das letzte Mal in der A-Jugend Mittelstürmer gespielt, in der zweithöchsten Klasse. Dem Nils brauche ich nichts sagen", sagt Streich über seinen Besserwisser: "Und er rennt auch noch viel gegen den Ball." Das musste der Trainer ihm zumindest zu Beginn der gemeinsamen Arbeit eintrichtern: "Jetzt macht er so ein Tor aus der Balleroberung." Petersen hat sich neben seinen Abschlussqualitäten schon länger zum laufstarken Pressing-Anführer gemausert. Auch deshalb kam er noch zu zwei A-Länderspielen im Jahr 2018 - und jagt Bestmarken. 22 Jokertore sind alleinige Bundesligaspitze. Zum SC-Rekordschützen Joachim Löw (83 Tore) fehlen ihm noch zwei Pflichtspieltore.

Trotz alledem ist Petersen natürlich kein klassischer Besserwisser. Seine große Beliebtheit speist sich vor allem aus seiner bemerkenswert bescheidenen und zurückhaltenden Art. "Ich hatte auch schon einige Durststrecken, aus denen ich gelernt habe, eine gute Balance zwischen Träumen und Demut zu finden", sagte Petersen auf den SC-Kanälen vor dem Spiel gegen Frankfurt. Das liefert die nächste Steilvorlage. Gegen die Eintracht hatte er bei seiner Freiburg-Premiere im Januar 2015 drei Tore zu einem 4:1-Sieg beigesteuert.

Als im Sommer nach den Verpflichtungen von Dominik Kohr und Djibril Sow auch Sebastian Rodes Rückkehr feststand, schien die Luft im Mittelfeld für Gelson Fernandes dünn zu werden. Der Routinier werde kaum über die Rolle des Teilzeitarbeiters hinauskommen, dachten viele.

Fernandes selbst erklärte Ende August: "Wir haben viele Partien, ich werde meine Spiele bekommen. Mit meinen 33 Jahren muss ich nicht mehr jedes Spiel machen, auch wenn ich das gerne würde. Nach einer guten Saison gehe ich nicht mehr zu Real Madrid." Und tatsächlich saß der Sechser in den ersten Spielen meist auf der Bank, Kohr hatte die Nase vorne. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, in sieben der vergangenen neun Pflichtspiele stand Fernandes in der ersten Elf.

Der Mittelfeldkämpfer bringt die Erfahrung aus 506 Profi-Einsätzen in sechs Ländern und 67 Länderspielen für die Schweiz mit. Wer so viel erlebt hat, ist der prädestinierte Führungsspieler, zumal Fernandes ein sehr offenherziger Charakter ist. "Gelson stopft die Löcher, hat die nötige Aggressivität in den Zweikämpfen und hilft der Mannschaft auch verbal unglaublich", lobte Trainer Adi Hütter jüngst nach dem 5:1 gegen die Bayern. Dass der auf Kap Verde geborene Schweizer sieben Sprachen spricht, hilft ihm beim Führen der Multikulti-Truppe.

Schon in Freiburg, wo Fernandes 2013/14 spielte, hat er bleibenden Eindruck hinterlassen. Sein früherer Mitspieler Julian Schuster schwärmte einst: "Gelson hat eine mitreißende Art an sich und bringt viel Leidenschaft und Einsatz mit. Er geht in jedem Training voll an die Kante."

VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen im Livestream am 10.11.2019

Mit großen Hoffnungen war er in die neue Spielzeit gestartet. Yunus Malli, der unter Bruno Labbadia in der vergangenen Spielzeit einen schweren Stand hatte, wollte nach einem Mut machenden Gespräch mit der Vereinsführung nicht aufgeben beim VfL Wolfsburg. Dabei war es schon fraglich, ob der feine Techniker zum intensiven Tempo- und Pressingfußball von Labbadia-Nachfolger Oliver Glasner passt. "Gute Fußballer", sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke dazu im Sommer, "kann jeder Trainer gebrauchen." Jedoch: Gebraucht wurde Malli bislang überhaupt nicht. Nach 15 Pflichtspielen ist die Bilanz für den Spielmacher, dessen bevorzugte Rolle es im Wolfsburger 3-4-3 in dieser Saison gar nicht gibt, niederschmetternd: null Minuten! Kein Einsatz, egal in welchem Wettbewerb.

Und so ist es ruhig geworden rund um Malli. Mal stand er im Aufgebot, mal saß er auf der Tribüne, darüber reden will er nicht. In den sozialen Medien verhielt er sich ebenfalls zurückhaltend. Bis zum Wochenbeginn. Da meldete sich der Türke bei Instagram nach zweimonatiger Posting-Pause zurück. Mit einem Foto von sich und einem Sanduhr-Symbol. Raum für Interpretationen. Läuft seine Zeit beim VfL ab, was naheliegend ist? Ist es nicht mehr lange hin bis zu seinem ersten Einsatz? "Die Uhr steht symbolisch für meine Situation beim VfL. Ich bin überzeugt, dass meine Zeit noch kommen wird und nicht abgelaufen ist." Der 27-Jährige gibt nicht auf.

Und doch ist es höchst unwahrscheinlich, dass Malli in Wolfsburg sportlich noch mal auf die Beine kommt, wenngleich ihm Trainer Glasner gleich zwei Positionen in Aussicht gestellt hatte. Zu Vorbereitungsbeginn spielte und überzeugte der 25-malige türkische Nationalspieler auf einer der beiden zentralen Mittelfeldpositionen, auch die offensive Halbposition hinter Sturmspitze Wout Weghorst könne er spielen, glaubte Glasner. Jedoch: Zeigen durfte sich Malli bislang lediglich in Testspielen. Und das, obwohl bedingt durch zahlreiche Verletzte durchaus die Möglichkeit für Einsätze geboten war. Doch weder der Knöchelbruch von Xaver Schlager noch das Fehlen von Admir Mehmedi (Muskelfaserriss im Oberschenkel) oder Daniel Ginczek (Rücken-Operation) spülten Malli auch nur eine Minute in die Mannschaft. Diese Spieler sind bald zurück - und Mallis Einsatzchancen damit noch geringer als ohnehin schon.

Fragen über seine Zukunft beantwortet der 20-Jährige derzeit eher ungern. Darauf weist der Klub bei Interview-anfragen immer wieder hin. Umso erstaunlicher ist es, dass sich der Hochbegabte nun in der spanischen Sportzeitung Marca recht klar zu seiner weiteren Karriere äußert: "Ich bin zuversichtlich, dass ich den Schritt ins Ausland machen und auch in Vereinen außerhalb Deutschlands spielen kann." Dass sich Ausnahmetalent Havertz ausgerechnet in einem spanischen Medium in Sachen Vereinswechsel positioniert, darf zumindest als dezentes Signal gewertet wissen in einer Zeit, in der öffentliche Äußerungen kaum noch zufällig, sondern meist gesteuert und sehr gezielt getätigt werden.

Dass sich die spanischen Topklubs mit ihm beschäftigen, ist selbstverständlich. Dass Bayer für sein Juwel, dessen Jugendzimmer mit Barca-Postern plakatiert war, nur für eine dreistellige Millionensumme ziehen lassen möchte, ist auch klar. "Joao Felix hat Atletico Madrid 126 Millionen Euro gekostet - und Kai Havertz sehe ich keinesfalls schlechter", betonte Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro im Interview mit der Rheinischen Post.

Summen dieser Dimension schrecken die Topklubs in Europa nicht ab. Natürlich spielt auch Bayern München eine Rolle in Havertz’ Überlegungen. Zumindest hält er sich diese Tür offen, wenn er sagt: "Wenn man in Deutschland ein Star werden will, liegst du mit Bayern sicher nicht falsch." Doch in Deutschland ist Havertz bereits ein Star.

Daran ändert auch nichts, dass er in dieser Bundesligasaison noch nicht die Torgefährlichkeit wie in der vergangenen Spielzeit ausstrahlt: Damals kam er alle 33, jetzt nur alle 54 Minuten zum Abschluss. Dafür liefert er öfter Torschussvorlagen, alle 37 statt alle 83 Minuten.

Die Interessenten wird die derzeitige schwächere, aber vor allem nicht so spektakuläre Phase von Havertz nicht abschrecken. Einen Wechsel im Winter, wie ihn angeblich Manchester United anstrebt, schließt Simon Rolfes aber kategorisch aus: "Nein, das ist nicht denkbar", sagt der Sportdirektor und fügt allgemein, aber auch auf das Interesse von ManUnited bezogen an: "Da gibt es noch nichts Konkretes." Das wird sich früher oder später ändern.

Mönchengladbach gegen Werder Bremen im Livestream am 10.11.2019

An den ersten Spieltagen fehlte nach seinem Schienbeinbruch Kapitän Lars Stindl, der als Zehner hinter einer Doppelspitze spielen oder als Neuner in einen Dreierangriff integriert werden kann. In Dortmund (0:1) am 8. Spieltag verletzte sich Alassane Plea am Oberschenkelmuskel und schaut seitdem zu. Breel Embolo erwischte es eine Woche später im Heimspiel gegen Frankfurt (4:2) am Muskel, und auch Raffael fällt seit einiger Zeit mit Adduktorenbeschwerden aus. Dennoch gelingt es dem Team bisher, die Ausfälle zu kompensieren. Vor allem, weil sich Marcus Thuram zum Torjäger vom Dienst aufgeschwungen hat und zuletzt mit sechs Treffern (sowie drei direkten Torvorlagen) in den vorigen sieben Pflichtspielen glänzte.

Der Dauereinsatz ist an Thuram allerdings nicht spurlos vorbeigegangen. Wegen Kniebeschwerden musste der Franzose am Dienstag mit dem Training aussetzen. Sein Einsatz im Europa-League-Spiel gegen AS Rom sollte wie auch am Sonntag gegen Werder Bremen zwar möglich sein, doch die Warnsignale sind da. "Es ist bei ihm eine Überlastungserscheinung. Wir müssen vorsichtig sein", sagt Trainer Marco Rose.

Bald sollte es so weit sein, dass der Coach auch Thuram mal eine Verschnaufpause gönnen kann. Plea befindet sich wieder im Mannschaftstraining. Die Rückkehr in den Kader ist nicht erst für Bremen, sondern schon fürs Rom-Spiel wahrscheinlich. "Es geht bei ihm ganz gut", erklärt Rose. Dass die Fohlen ihren Goalgetter sehnlichst zurückerwarten, steht außer Frage: Plea legte einen Traumstart hin und sammelte an den ersten acht Spieltagen satte neun Scorerpunkte (vier Tore, fünf Assists). Zeitnah steht zudem das Comeback von Raffael an, der schon ins Mannschaftstraining teilintegriert wurde; auch wenn Rose nichts überstürzen wird. Und nach der Länderspielpause wird wohl Embolo wieder zur Verfügung stehen. Dann wäre die "Abteilung Attacke" erstmals komplett.

Sicher hätte Milot Rashica gegen Freiburg "drei Tore mehr machen können", wie Florian Kohfeldt anmerkte, "dann wäre das Ding durch gewesen". Ernsthaft kritisieren wollte Werders Trainer den Kosovaren aber nicht, sondern nur beispielhaft herausstellen, warum sich der beim 2:2 verschenkte Dreier nicht allein Keeper Jiri Pavlenka in die Schuhe schieben lasse - vernünftig im Mannschaftssport. Doch lässt sich andererseits festhalten: Hätte jeder Bremer Profi seinen Part so erfüllt wie der Torschütze und Vorlagengeber Rashica, wäre ein Kantersieg gewiss gewesen.

Überhaupt: Schon seit Wochen hält Rashica, der vom 2. bis zum 5. Spieltag verletzt passen musste, Werder zumindest grob in der Spur. Mit fünf Torbeteiligungen trug der 23-Jährige zu den jüngsten fünf Remis bei, nur gegen Hertha (1:1) ging er leer aus. Vor Freiburg traf Rashica in Dortmund, Frankfurt und Leverkusen (jeweils 2:2), zudem im Pokal gegen Heidenheim (4:1). Wobei Kohfeldt "besonders freute, mit welcher Aggressivität Milot auch gegen den Ball gearbeitet hat".

An die starke Quote der vergangenen Rückrunde (acht Tore, vier Assists) knüpft Rashica also erfolgreich an, seine Konsequenz in der Defensive bedeutet einen weiteren Fortschritt auf dem Weg zu internationalem Format. Dass diese Entwicklung Begehrlichkeiten weckt, liegt auf der Hand. So berichtete die italienische Internetplattform calciomercatoweb, der AC Mailand wolle den Stürmer in der kommenden Transferperiode verpflichten. Reaktion von Berater Altin Lala: "Vielleicht haben sie Interesse. Aber ein Abschied im Winter ist kein Thema." Und, das lässt Lala unausgesprochen: ein Wechsel zum italienischen Tabellenelften erst Recht nicht. Der Plan, über den sich der Spieler und Werder einig sind, lautet: Wenn Rashica geht, dann zu einem Arbeitgeber aus dem Establishment der Champions League.

Dieser "nächste Schritt", prophezeit Werder-Manager Frank Baumann, "wird irgendwann kommen". Aber: "Definitiv nicht in diesem Winter." Und: "Es muss auch nicht schon im kommenden Sommer sein. Weder aus unserer Sicht noch für Milot." Parallel werde weiter über eine vorzeitige Verlängerung des aktuell bis 2022 laufenden Vertrags gesprochen. Derweil sagt Lala: "Milot ist ganz entspannt und konzentriert sich nur auf Fußball. Das ist wichtig, sonst kommst du von dem ab, was wirklich zählt. Für ihn geht es jetzt nur darum, noch fitter und noch besser zu werden." Auch für Werder wäre das der Optimalfall - selbst wenn Rashica sich dann kaum noch halten ließe.

Bayern München gegen Borussia Dortmund im Livestream am 09.11.2019
Samstag, 9. November 2019

Eine solche Serie gab’s noch nie: Kein Spieler traf häufiger gegen seinen Ex-Klub als Robert Lewandowski. Allein in den vergangenen fünf Duellen mit Borussia Dortmund erzielte der Pole zehn Treffer. Insgesamt kommt der 31-Jährige in zehn Partien gegen den BVB auf 14 Tore. Genauso viele stehen bereits in dieser Saison auf seinem Konto. Ebenfalls einzigartig: Er könnte mit einem weiteren Treffer der erste Spieler der Bundesliga-Geschichte werden, der sich in elf aufeinanderfolgenden Ligaspielen in die Torschützenliste einträgt.

Seit dem Pokalfinale gegen RB Leipzig (3:0), das er mit zwei Treffern neben Manuel Neuers starker Leistung mitentschieden hat, befindet sich der Stürmer auf Weltklasse-Niveau. Dass die zuletzt schwächelnden Bayern in dieser Saison nur vier Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aus Mönchengladbach vorweisen, liegt auch an Lewandowski. Der FCB ohne ihn? Aktuell undenkbar. Und doch könnte er kurzfristig ausfallen. Ein Eingriff an der Leiste ist nötig. Er werde am Sonntag mit den Ärzten sprechen und den günstigsten Zeitpunkt wählen. "Ich habe keine Schmerzen", sagt Lewandowski, "es ist nur ein kleiner Eingriff". Ein Netz soll eingesetzt werden, der Torjäger müsse mit "zwei Wochen" Ausfallzeit rechen.

Zur Wahl steht derzeit entweder die kommende Länderspielzeit - Polen ist bereits für die Europameisterschaft 2020 qualifiziert, Nationalcoach Jerzy Brzeczek gab bereits sein Okay - oder die fußballfreie Zeit im Winter. "Auch das ist eine Möglichkeit", sagt Lewandowski. Schade wäre, so betonte Interims-Coach Hansi Flick, wenn er seinen aktuellen Lauf unterbrechen müsste. Seine Hammer-Quote: 21 Tore in 17 Pflichtspielen. Bayern ohne Lewandowski - der vier Treffer benötigt, um mit Jupp Heynckes (220 Tore) in der ewigen Torschützenliste gleichzuziehen - ist derzeit auch nach dem Spiel gegen Dortmund beinahe undenkbar.

Sieben Tore und vier Assists sammelte Marco Reus in seiner Karriere bereits in den Spielen gegen den FC Bayern München. Kein anderer aktueller Bundesliga-Profi traf so oft gegen den Rekordmeister, kein anderer legte so viele Treffer gegen die Bayern auf. Ob am Samstag weitere Scorerpunkte hinzukommen, ist allerdings fraglich. Am Mittwochvormittag fehlte der BVB-Kapitän beim Spielersatztraining der Reservisten - wie auch der gegen Mailand ebenfalls nicht einsatzfähige Ersatzkeeper Marwin Hitz (Rückenprobleme). Reus’ im Spiel gegen Wolfsburg zugezogene Kapselverletzung am Sprunggelenk ließ eine Teilnahme an der Übung noch nicht zu, auch bei Hitz zwickte es noch. Ob das Duo in München mitwirken kann, entscheidet sich kurzfristig.

Reus und Hitz sind damit nicht allein, auch Jadon Sancho wechselte am Dienstagabend in den Krankenstand und steht für den Gipfel beim FC Bayern auf der Kippe. Der Dribbler, der Achraf Hakimis Siegtreffer mit einem perfekt getimten Pass in die Schnittstelle vorbereitet hatte, musste in der 82. Minute vom Feld genommen werden. Immerhin bestätigte sich nicht die erste Befürchtung, Sancho habe sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Die Diagnose ergab lediglich eine Zerrung im hinteren linken Oberschenkel. Ausgeschlossen ist sein Einsatz in München laut Klubangaben nicht, eine finale Entscheidung dürfte - wie bei Reus und Hitz - am Freitag vor der Abreise in die bayerische Landeshauptstadt fallen.

Stürmer Paco Alcacer dagegen, der in seinen bislang zwei Pflichtspieleinsätzen gegen den FC Bayern je einmal traf und die 0:5-Niederlage in München im vergangenen April verletzt verpasste, steht wieder als Alternative bereit - mindestens für einen 30-minütigen Einsatz wie gegen Mailand, als der Spanier keine 20 Sekunden benötigte, ehe er mit seinem ersten Ballkontakt den 2:2-Ausgleich durch Julian Brandt vorbereitete.

SC Paderborn gegen FC Augsburg im Livestream am 09.11.2019

Über ein Vierteljahr ist seit seinem Wechsel vom FC Metz vergangen. Nach der quälend langen Zeit des Wartens war es für Laurent Jans nun endlich so weit. Am vergangenen Freitag erfüllte sich für den Rechtsverteidiger mit dem ersten Bundesliga-Einsatz ein sportlicher Lebenstraum, wenngleich das chancenlose 0:3 mit dem SC Paderborn in Hoffenheim ansonsten wenig Anlass zur Freude bot.

Immerhin: Nach der Einwechslung des 27-Jährigen zur zweiten Halbzeit brannte in der Defensive der Ostwestfalen nichts mehr an. Freilich auch, weil die TSG sicher in Führung liegend einen Gang zurückschaltete. "Wir dürfen unsere Bewertungen nie an einzelnen Spielern festmachen. Wir müssen immer schauen, wie sich die Mannschaft im Spiel im Gesamtverbund verhält", sagt Martin
Przondziono mit ein paar Tagen Abstand über den Auftritt in Sinsheim zwar. Aber der Sport-Geschäftsführer des SCP deutet zugleich an: "Wir hatten auch in Hoffenheim drei Nationalspieler in der Viererkette …" Namentlich Nigerias Jamilu Collins und den Tunesier Mo Dräger auf den Außenpositionen, dazu den deutschen U-21-Mann Luca Kilian. "Klug verhalten haben wir uns aber vor allem in der ersten Halbzeit nicht wirklich."

In der Folge hatte Trainer Steffen Baumgart reagiert und den mit einem kleinen Leistungstief kämpfenden Dräger aus der Partie genommen. "Mo steht wie viele andere für den Aufschwung in Paderborn", betont Przondziono, der grundsätzlich die feste Verpflichtung der Freiburger Leihgabe im Blick hat. "Wir sind absolut von ihm überzeugt. Aber er hatte zuletzt auch einige Wackler in seinem Spiel."

Gleichzeitig empfahl sich Jans im Training mit Eindrücken, die ihm vielleicht bald einmal die große Chance in der Startelf ermöglichen. "Laurent hat mit seiner Erfahrung die Qualität eines Führungsspielers", lobt Przondziono, der den Spieler in Frankreich auf Leihbasis loseiste und für den kommenden Sommer eine Kaufoption vereinbarte. "Er dirigiert auf dem Feld und hat einfach eine gewisse Klasse, die uns sehr hilft." Womöglich ja schon am Samstag im richtungweisenden Heimspiel gegen Augsburg.

Die Tendenz mit Blick auf das sportliche Auftreten kann durchaus optimistisch stimmen. Die Tabellensituation an sich wirkt allerdings weiter bedrohlich. Der FC Augsburg steckt im Tabellenkeller fest. Mit sieben Zählern nach zehn Partien, identisch mit der Ausbeute zum gleichen Zeitpunkt der Saison 2012/13, in der in der Winterpause (neun Punkte) kaum jemand auf einen Klassenverbleib gewettet hätte. Auch diesmal ist das Ziel logischerweise dasselbe: drinbleiben! Für Trainer, Spieler und Macher geht es in eine vorentscheidende Phase - es wird also ernst.

Von den kommenden vier Partien warten in dreien direkte Kellernachbarn: in Paderborn, in Köln und gegen Mainz. Dazwischen kommt Hertha BSC, das ebenfalls als schlagbar eingestuft wird. "Wir haben gegen die vorderen Teams den einen oder anderen Punkt zu viel liegen lassen", beklagt Martin Schmidt. "In Paderborn kommt ein Spiel, das wir, ganz klar, gewinnen müssen. Das ist ein richtiger Kracher, in dem es um den Klassenverbleib geht." Die Zeit bis Weihnachten hat der Trainer somit schon mal eingeläutet.

Schmidt hat bereits vor längerer Zeit die nun anstehenden Duelle ins Bewusstsein seines Teams gerückt. Mit Blick auf eine veränderte Aufgabenstellung. "Statt gegen den Ball zu arbeiten und aggressiv zu sein, ist man plötzlich in der Rolle, dass man den Ball hat und spielen muss", weiß der 52-Jährige. "Wir trainieren seit zwei, drei Wochen den eigenen Ballbesitz, weil wir wissen, dass diese Spiele kommen." Dem Zufall soll keine Chance gegeben werden. "Jetzt gilt es zu punkten. Wenn wir denken, es wird leichter, dann werden wir eines Besseren belehrt."

Worte sind leicht gesagt, die Vergangenheit dagegen gnadenlos ehrlich. Und die stellt dem FCA gegen Tabellenletzte und Aufsteiger wie Paderborn kein gutes Zeugnis aus. Augsburg gewann keines seiner vergangenen vier Duelle mit einem Schlusslicht (je zwei Remis und Niederlagen), feierte nur zwei Siege in den vergangenen 19 Duellen mit Aufsteigern: 2017/18 ein 3:1 in Hannover, 2018/19 ein 2:1 in Düsseldorf. Die Bilanz schreit nach Verbesserung, und Daniel Baier redet den Kollegen deutlich ins Gewissen.

"Jetzt kommen die schwersten Spiele", sagt der Kapitän, mit dessen Rückkehr nach Wadenproblemen es auch mit den Teamleistungen aufwärts ging. "Gegen Teams, die unten stehen, bist du manchmal Favorit, der Druck ist hoch, es wird geschrieben, dass du gewinnen musst. Davon müssen wir uns freimachen. Paderborn ist ein gutes Team. Wir sind gewarnt." Denn anders als gegen Bayern, Dortmund & Co. stehen Spiele an, in denen tatsächlich viel zu verlieren ist.

FC Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 09.11.2019

Die Abwehr des FC Schalke präsentiert sich mit elf Gegentreffern bislang sattelfest, sie zählt gemeinsam mit der von Wolfsburg (acht), Gladbach und Leipzig (je zehn) sowie Borussia Dortmund (elf) zu den stabilsten der Liga. Ob das so bleibt? Denn urplötzlich kommt die Verteidigung in gravierendem Maße löchrig daher. Auf Schalke herrscht in der Abwehr Alarmstufe Rot. Zum Start in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Düsseldorf fehlten beim Training am Mittwochmittag fünf Feldspieler - neben Juan Miranda alle vier Innenverteidiger.

Bei zwei von ihnen war das keine Überraschung. Benjamin Stambouli brach sich im Revierderby einen Fußwurzelknochen, ihm droht das Hinrunden-Aus. Mittlerweile hat sich zudem die Befürchtung bestätigt, dass Salif Sané drei bis vier Monate ausfällt. Der Senegalese hatte sich gegen Augsburg in der 5. Minute am linken Knie verletzt, die Diagnose ergab nach Klubangaben einen Korbhenkelriss des Außenmeniskus. Der zweikampfstarke Abwehrspieler wurde bereits operiert. Sein Ausfall "ist sehr hart für uns", sagt Torwart Alexander Nübel, "Salif ist ein Eckpfeiler unserer Mannschaft, er war in Topform".

Trainer David Wagner steht seine bisherige Stamm-Innenverteidigung also nicht mehr zur Verfügung. Es wäre die ideale Gelegenheit für Matija Nastasic, den Part in der linken Innenverteidigung zurückzuerobern, doch ausgerechnet jetzt hat der Serbe wieder einmal Probleme mit der Achillessehne. Er dürfte am Samstag ausfallen, vielleicht noch länger. Ebenfalls nicht zum Kreis des Teams gehörte am Mittwoch Ozan Kabak. Er wurde allerdings nur geschont, teilte Schalke 04 mit. Die Hoffnung ist begründet, dass der Königstransfer des Sommers, der bislang kaum Spielpraxis erhielt, zentral verteidigt. Als sein Nebenmann bietet sich Weston McKennie an, er war bereits in Augsburg für Sané eingesprungen.

Clemens Tönnies wird das Spiel gegen Düsseldorf derweil vermutlich nicht live in der Arena verfolgen. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden endet die dreimonatige Amtssperre, in deren Rahmen er auch als Privatperson auf Stadionbesuche verzichtete, zwar an diesem Donnerstag, doch könnte ihm ein beruflicher Termin einen Strich durch die Rechnung machen. Am Mittwoch veröffentlichte die Klubführung ein Statement zum Comeback des 63-Jährigen, der Tenor war dabei eindeutig. Der Verein spricht von einer "Rückkehr, die die Gremien des Vereins ausdrücklich begrüßen".

An diese Sternstunde wird Friedhelm Funkel die Spieler in den nächsten Tagen sicherlich noch einmal erinnern: Im März stürmten die Fortunen die Veltins-Arena in Gelsenkirchen und feierten - angetrieben vom überragenden Benito Raman, dem heutigen Schalker - einen 4:0-Kantersieg. Es war nicht der einzige Paukenschlag, mit dem die Düsseldorfer in der vergangenen Saison für Aufsehen sorgten. Immer wieder überraschten sie mit unerwarteten Punktgewinnen, besonders gegen die Großen.

Auch jetzt sind sie bei der Fortuna wieder zuversichtlich, die Spitzenteams ins Stolpern bringen zu können. Nacheinander warten Schalke 04, der FC Bayern, die TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund und RB Leipzig - ein Hammerprogramm, das den Düsseldorfern jedoch keine Furcht einflößt. Lutz Pfannenstiel erklärt, warum er an eine Chance gegen die "etwas betuchteren Gegner aus der oberen Tabellenhälfte" glaubt. "Gegen Mannschaften, die höher eingeschätzt sind, müssen wir nicht das Spiel machen. Damit fühlen wir uns eigentlich sehr wohl. Wir stehen gerne etwas tiefer und spielen auf Konter", sagt Fortunas Sportvorstand. Pfannenstiel ist überzeugt: "Wir werden auch in diesen Spielen die nötigen Punkte holen."

Das Punktesammeln gelang in der vergangenen Saison gegen dieselben Gegner sogar ziemlich gut. Gegen kein einziges Team verloren die Düsseldorfer beide Spiele. Die Funkel-Truppe besiegte Schalke 4:0, holte ein 3:3 beim FC Bayern, schnappte sich gegen Hoffenheim vier Punkte (2:1, 1:1), schlug Dortmund 3:2 und erreichte ein 1:1 in Leipzig. Macht in Summe zwölf Zähler aus den insgesamt zehn Vergleichen - das kann sich sehen lassen.

Basis, um die Großen wieder ärgern zu können, wird eine stabile Defensive sein. Beim 2:0 im Derby gegen den 1. FC Köln blieb die Mannschaft zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer. Trotzdem ist damit nicht gesagt, dass Funkel in der Abwehr wie am Sonntag auf eine Viererkette setzt. Der Coach bleibt in der Systemfrage in dieser Saison flexibel, brachte, als er gegen Köln Oliver Fink vom Platz nahm, Andre Hoffmann und stellte mit ihm als zentralem Verteidiger auf Dreier- bzw. Fünferkette um. Eine Variante, die auch für Samstag infrage kommt.

FSV Mainz gegen Union Berlin im Livestream am 09.11.2019

Dieser führt den Neuling nun mit Mainz 05 zusammen, und Gentner blickt der Partie mit Zuversicht entgegen. Siege in Liga und Pokal gegen Freiburg (2:0 und 3:1), ein achtbarer Auftritt beim FC Bayern (1:2) sowie der Prestige-Erfolg gegen Hertha (1:0): Der Mittelfeldakteur sieht Fortschritte bei Union. "Die Mannschaft hat verinnerlicht, dass sie auch offensiv mit ein bisschen mehr Risiko agieren kann, ohne die Ordnung und Stabilität zu verlieren", sagt er. Grundlage für das Vorankommen sei die Ruhe gewesen, die nach der Negativserie von vier Niederlagen in Folge vom 4. bis zum 7. Spieltag geherrscht habe, so der 34-Jährige, der aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart auch andere Zustände kennt. Die Ruhe bei Union sei "keine Garantie, dass wir die Liga halten, aber ein großer Pluspunkt für uns".

Pluspunkte sammelte zuletzt auch Gentner. In den ersten Saisonwochen wirkte der fünfmalige Nationalspieler bei Union wie ein Fremdkörper, manche bezweifelten gar, ob er bei der Mission Klassenerhalt wirklich behilflich sein kann. Aber Gentner hat zugelegt. Und das nicht nur, weil er in den jüngsten Ligapartien in München (11,95 Kilometer) sowie gegen Hertha (11,75) laufstärkster Unioner war. Insgesamt wirkt das Spiel des Routiniers zielgerichteter und entschlossener (acht Torschüsse und fünf Torschussvorlagen in den vergangenen vier Ligaspielen), mit seinem Tor zum 3:1 im Pokal in Freiburg sowie dem herausgeholten Elfmeter vor dem 1:0 gegen Hertha gelangen Gentner zuletzt auch zwei entscheidende Aktionen. Er selbst hat sein "Spiel gegen Hertha weniger gut gesehen, als es in der Wahrnehmung vieler war. Ich habe ein paarmal im letzten Drittel die falsche Entscheidung getroffen". Über eigene Leistungen redet Gentner aber nicht gern. Er setzt auf das Vertrauen von Trainer Urs Fischer. "Wenn ich am nächsten Wochenende wieder spiele, weiß ich, dass nicht alles ganz so schlecht gewesen sein kann."

Hertha BSC gegen RB Leipzig im Livestream am 09.11.2019

Die 35-Millionen-Investition in neues Personal begründeten die RB-Bosse im Sommer vor allem damit, dass der Kader so aufgestellt werden muss, dass anders als in den beiden Vorjahren problemlos alle Wettbewerbe bestritten werden können. Der intensive Herbst mit englischen Wochen am Fließband bestätigt die Verantwortlichen in ihrer Strategie, den Kader binnen eines Jahres von 19 auf 24 Feldspieler aufzurüsten. Aktuell sind sechs Profis verletzungsbedingt nicht einsatzfähig, zuletzt meldete sich am Mittwoch Marcel Halstenberg ab. Eine MRT-Untersuchung ergab, dass sich der Nationalverteidiger im Champions-League-Gruppenspiel bei Zenit St. Petersburg einen kleinen Muskelfaserriss in der Hinterseite des linken Oberschenkels zuzog. Die voraussichtliche Ausfallzeit bezifferte der Verein auf zehn bis 14 Tage, womit Halstenberg wohl auch die EM Qualifikationsspiele gegen Weißrussland (16. November) und Nordirland (19. November) abschreiben muss.

Bundestrainer Joachim Löw hat auf der Linksverteidiger-Position noch einige Alternativen, Julian Nagelsmann hingegen gehen die Defensivkräfte aus. Der Coach muss sicher weiterhin auf Ibrahima Konaté verzichten, der frühestens nach der Länderspielpause wieder mitwirken kann. Auch ein Comeback von Willi Orban, der an einer Kniereizung laboriert, zeichnete sich am Mittwoch nicht ab. Marcelo Saracchi, der einzige gelernte Linksverteidiger neben Halstenberg, ist von einer schweren Grippe geschwächt. Der Uruguayer soll an diesem Donnerstag das Training wieder aufnehmen, ein Startelf-Kandidat ist er mit einer solch kurzen Aufbauphase sicher nicht. Nagelsmann muss sich daher etwas einfallen lassen. In St. Petersburg beorderte er nach Halstenbergs Auswechslung Allzweckwaffe Konrad Laimer auf die linke Seite der Viererkette. Der Österreicher hat schon fast alles gespielt, das war aber sogar für ihn Neuland - was man ihm aber nicht anmerkte. Im ersten Saison-Pflichtspiel, beim 3:2 im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück, musste er zwar schon einmal auf dem linken Flügel ran. Damals allerdings vor einer Dreierreihe und damit deutlich offensiver ausgerichtet.

Bundesliga Konferenz im Livestream 11.Spieltag am 09.11.2019

Sportlich hatte sich Rekordmeister FC Bayern beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im Pokal äußerst schwergetan, dafür aber Sympathiepunkte gesammelt, weil sich die Superstars viel Zeit für Selfie- und Autogrammwünsche genommen hatten. Drochtersens Kapitän Sören Behrmann verriet der Bild, dass ein Weltmeister ihm sogar das Trikot regelrecht hinterhergetragen hat. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Behrmann Mats Hummelsnach einem Trikottausch gefragt. Der habe ihn gebeten, zu diesem Zweck in die Bayern-Kabine zu kommen. Doch dort wartete Hummels vergeblich, da Behrmann noch lange bei Freunden und Familie auf dem Platz verweilte. Also ging der Münchner Verteidiger wieder ins Stadion und fragte sich in der Menschentraube bis zum "Tauschpartner" durch. Behrmann: "Eine super Aktion von ihm, mir war das total unangenehm." Nachts bedankte er sich nochmals via Instagram bei Hummels und erhielt prompt eine Antwort: "Sehr gerne! Ihr habt uns das Leben echt schwer gemacht." Und der Trikottausch war nicht wesentlich einfacher.

Vor vier Jahren spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel, nach seinem Doppelpack im Pokal beim Karlsruher SC steht der Hannoveraner nun vor seinem Bundesliga-Debüt. 96 will den 23-Jährigen in der Öffentlichkeit schützen und lässt ihn deshalb bislang noch nicht zu Wort kommen - die Erwartungen geschürt haben die Niedersachsen aber dennoch: Weil der Angreifer auf den sozialen Kanälen der Sportschau fälschlicherweise als "Weynandt" betitelt wurde, twitterten die Hannoveraner: "Nichts für Ungut, liebe Sportschau, aber der Gute heißt Weydandt. Bestimmt hören wir seinen Namen aber demnächst auch des Öfteren." Auf die Antwort, bis zum kommenden Wochenende hätten sie den Namen drauf, setzte 96 mit einem Augenzwinkern noch nach: "Spätestens nach der dritten Bude!" Somit ist Weydandt trotz auferlegtem Spechverbot auch jetzt schon in aller Munde

Nach Dominik Kaiser im Sommer geht nun auch der letzte Aufstiegsheld, der den Weg von RB Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitgemacht hat: Fabio Coltorti beendet seine Karriere. Für den 37-jährigen Schlussmann hatte es bis zuletzt die Option gegeben, bei einem Abgang von Marius Müller erneut um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch gegen eine Fortsetzung der Karriere und für seine Familie, die in Marbella lebt. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick reagierte mit Verständnis und kündigte direkt einen großen Bahnhof an - wie Kaiser im Mai dieses Jahres soll Coltorti einen Tag nach dem Saisonfinale gegen Werder Bremen ein Abschiedsspiel bekommen.

09.11.2019 15:30 Uhr: SC Paderborn gegen FC Augsburg
09.11.2019 15:30 Uhr: FC Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf
09.11.2019 15:30 Uhr: FSV Mainz gegen Union Berlin
09.11.2019 15:30 Uhr: Hertha BSC gegen RB Leipzig

FC Köln gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 08.11.2019
Freitag, 8. November 2019

Trainer Achim Beierlorzer ist mehr als angeschlagen. Am Dienstag sprachen die Gremien dem 51-Jährigen nur zum Mittel des Zeitgewinns das "Vertrauen" für das nächste Spiel aus. Nicht, weil sie davon überzeugt wären, dass der Trainer die Wende noch herbeiführen kann. Sondern vielmehr, weil der Vorstand und dessen sportliche Berater auch zur Einschätzung gekommen sind, dass es keinen großen Impuls für die Mannschaft bedeuten würde, wenn man Beierlorzer durch einen seiner Assistenten, André Pawlak oder Manfred Schmid, ersetzt hätte.

Das Festhalten an Beierlorzer, das mehr ein Aufschieben der Beurlaubung darstellt, bringt dem Vorstand um Präsident Werner Wolf zumindest etwas Zeit, einen Sportchef zu finden. Einen solchen benötigt der FC dringend, da Armin Veh, der vor drei Wochen dem Vorstand erklärte, dass er seinen 2020 endenden Vertrag als Geschäftsführer Sport nicht verlängern werde, eine Lame Duck ist, die keine Entscheidungen mehr treffen kann. Doch diese müssen her. Und zwar schnell. Auch in der Trainerfrage, die nun zu einem Machtkampf im Klub führte.

Veh hatte sein Schicksal explizit mit dem Beierlorzers verbunden, der in den Gremien allerdings keine Rückendeckung mehr genießt. Im Gegensatz dazu ist die Position von Alexander Wehrle unklar. So gibt es interne Quellen, denen zufolge der Geschäftsführer Finanzen für den Fall des Rauswurfs von Veh und Beierlorzer mit seinem Rücktritt gedroht habe. Eine Darstellung, die Wehrle dementierte: "Natürlich habe ich mich positioniert, aber ich hätte beide Entscheidungen mitgetragen. Ich würde doch keinen erpressen", so der 44-Jährige, der in Stefan Müller-Römer, dem Vorsitzenden des Mitgliederrats, einen Gegenspieler in den eigenen Reihen weiß.

Das Binnenverhältnis ist nicht nur auf dieser Ebene belastet. Die Signale aus dem Klub könnten nicht unterschiedlicher sein. Die eine Seite sagt, die Risse seien zu kitten, Wehrle stünde nicht zur Disposition. Die andere, dass man einzig aus finanziellen Gründen einen Bruch mit gleich beiden Geschäftsführern scheue.

Es knirscht. Auch in Sachen Finanzen. Das von Wehrle im September in Aussicht gestellte größere Minus in dieser Saison beläuft sich nach Medien-Informationen jetzt schon auf 15 Millionen Euro. Neben den zehn Millionen, um die das Transferbudget überzogen wurde, schlagen sich die von Profis wie Horn, Hector und Höger "gestundeten" Gehaltsanteile aus dem Zweitligajahr nieder, die nun die Ausgabenseite der laufenden Spielzeit belasten.Bei einer Entlassung Beierlorzers, Vehs, dessen Kaderplaners Frank Aehlig und womöglich auch noch Wehrles würde das Minus auf etwa 20 Millionen ansteigen. Wehrle dementiert die 15 Millionen ("Die Zahl stimmt nicht"), betont aber, dass der aufgenommene Kredit "kein Risiko" darstelle und über den erwarteten positiven Cashflow der kommenden Saison aufgefangen werde. Sprich: Der FC holte sich kurzfristig liquide Mittel. Bedrohlich ist dies für den Klub nicht, doch der künftige Handlungsspielraum ist deutlich eingeschränkt. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass hoch dotierte Verträge einiger Profis, die keine Stammkräfte mehr sind oder ihr Leistungsniveau schon seit geraumer Zeit nicht mehr erreichen, noch langfristig laufen.

Kölns neuer Sportchef wird keinen geordneten Klub vorfinden. Die Verpflichtung eines neuen Geschäftsführers Sport genießt oberste Priorität. Erst einen Trainer und dann einen Sportchef zu verpflichten, wird vom Vorstand als fataler Fehler angesehen. Beispiele wie der VfB Stuttgart, der 2016 erst Jos Luhukay als Trainer und danach Jan Schindelmeiser als Sportdirektor unter Vertrag nahm, stützen diese Einschätzung. Das Duo war in Kürze entzweit. In Köln soll so ein Szenario vermieden werden.

Horst Heldt (zuletzt Hannover), den Wehrle bereits im Herbst 2017 gerne beim FC gesehen hätte, steht nicht auf der Kölner Liste, die von einem Personalberater abgearbeitet wird. Gleiches gilt für Christian Heidel (früher Schalke und Mainz) und den ins Spiel gebrachten Berater Volker Struth, der ohnehin kein Interesse bekundete. Erik Stoffelshaus (48), zuletzt als Sportdirektor bei Lok Moskau und zuvor bei Schalke 04 tätig, gilt als ernsthafter Kandidat. Eine Lösung bis zum Wochenende wäre der Idealfall, ist aber unwahrscheinlich. Doch Entscheidungen müssen her, damit der unerquickliche Schwebezustand um Veh und Beierlorzer ein Ende hat - und es beim FC wieder um Fußball geht.

Die Szene erstaunte: Andrej Kramaric, nominiert für den 20er-Kader der TSG Hoffenheim gegen den SC Paderborn, saß während des zweiten Durchgangs auf der Bank, ein dicker Eisbeutel auf dem rechten Knie. Was logischerweise die Frage aufwirft, warum Trainer Alfred Schreuder den Kroaten überhaupt auf die Bank mitnimmt, wenn doch dessen Gelenk ganz offenbar Kühlung benötigt? Des Rätsels Lösung ist komplex, die Geschichte beginnt mit den Schmerzen im rechten Knie im Juli.

Einen Schaden, das zeigen diverse Untersuchungen, können die Mediziner offenbar frühzeitig ausschließen, doch ins Training einzusteigen kommt ob der Schmerzen nicht infrage. Lediglich lockere Läufe sind machbar. Erst ein Eingriff am Schleimbeutel Ende August in seiner Heimat Kroatien bringt Besserung. Am 8. Oktober absolviert der Vize-Weltmeister erstmals das volle Teamtraining, zwölf Tage später steht er in der Startelf beim 2:0 gegen Schalke. Schon da überrascht Kramarics Fitnesszustand nach monatelanger Pause. Denn in der Schlussphase dreht Kramaric richtig auf, als andere nach derlei langer Absenz vielleicht platt gewesen wären.

Diese Fitness, die der Offensivstar auch eine Woche später beim 3:2 gegen Hertha BSC demonstrierte, mag aber auch Teil der Problematik sein, die Kramaric nun möglicherweise zur nächsten Pause zwingt. Denn der 28-Jährige zeigt sich extrem ehrgeizig, neigt - vielleicht angetrieben durch die lange Abwesenheit - dazu, selbst im Training zu viel zu machen. Die Schmerzen kehrten nach dem Sieg in Berlin zurück. Daher saß er sowohl im DFB-Pokal in Duisburg als auch gegen den SCP 90 Minuten auf der Bank. "Es gab eine Reaktion", schilderte Schreuder nach dem 3:0 gegen Paderborn. "Er wollte selbst auch nicht anfangen. Wenn es nötig gewesen wäre, wäre er
reingekommen."

Allerdings trainierte Kramaric auch in dieser Woche bislang zumindest bei den öffentlichen Einheiten nicht mit der Mannschaft, sondern schob individuelle Schichten im Profikomplex. Deshalb ist der Techniker in Köln zumindest fraglich. Was für seine Einsatzfähigkeit spricht: Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic, dessen Team gegen die Slowakei das EM-Ticket sichern kann, hat Kramaric berufen, aller Voraussicht nach wird er die Einladung wahrnehmen.

Die aus Hoffenheimer Sicht gute Nachricht: Der operierte Schleimbeutel soll nach Medien-Informationen intakt, lediglich die Kapsel ob der Belastung gereizt sein. Ein Risiko wollen sie bei der TSG keinesfalls eingehen, zumal mit dem am Kreuzband operierten Ishak Belfodil ein weiterer Schlüsselspieler in der Offensive lange ausfällt.

 
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