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SC Paderborn gegen FC Schalke 04 im Livestream am 15.09.2019
Sonntag, 15. September 2019

Die Geschichte beginnt am 18. April 2017. Mit der TSG Sprockhövel spielt Christopher Antwi-Adjei im Halbfinale des Westfalenpokals in Paderborn - und trotz einer 1:2-Niederlage überzeugt er die SC-Macher derart, dass er einen Vertrag beim Drittligisten erhält.

Im selben Stadion steht Antwi-Adjei, den sie "Jimmy" nennen, nun knapp zweieinhalb Jahre und zwei Aufstiege später vor einem großen Tag. Seinem größten bisher? "Nun, wir haben hier auch schon im Pokal gegen die Bayern gespielt", blickt der 25-Jährige auf das 0:6 im Viertelfinale 2017/18 zurück, "aber es ist neben den vielen anderen Spielen in der Bundesliga für mich schon ein besonderes, ja." Denn für den nächsten Gegner Schalke schwärmte der in Hagen geborene und aufgewachsene Sohn ghanaischer Eltern als Junge. "Mein altes Schalke-Trikot liegt wahrscheinlich noch bei uns zu Hause. Lincoln fand ich damals ganz cool." Jetzt geht es im "richtigen" Trikot mit dem SCP gegen seine "Jugendliebe" - mit dem Tempo, das ihm in die Wiege gelegt wurde. "Die Geschwindigkeit, das haben wir in den ersten Spielen gesehen, ist unsere Stärke", weiß der flinke Rechtsfuß, den Steffen Baumgart links vorne einsetzt. "Sonst würde ich ihn seiner Möglichkeiten berauben", begründet es der Trainer. "So kann Jimmy stets auch mit seinem stärkeren Fuß ins Zentrum ziehen." Es gehört zur rasanten Spielweise des Aufsteigers, dass dann etwa Verteidiger Jamilu Collins in den freien Raum vor ihm stößt.

Allein: Die Effizienz fehlt. Dem Team, aber auch Antwi-Adjei selbst, der noch ohne Scorerpunkt dasteht. "Wir müssen uns für unseren Aufwand auch belohnen. Die Chancen dazu gab es. Wir konnten jeden Gegner vor Probleme stellen." Mit der Anpassung gibt es keine Probleme mehr. "Die große Aufmerksamkeit, die vollen Stadien" beflügeln ihn zusätzlich, erzählt Christopher Antwi-Adjei. "Die Bundesliga war immer mein Ziel. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen." Am Sonntag, gegen Schalke, wird ihm das noch ein Stück bewusster werden.

Man tritt Alexander Nübel nicht zu nahe, wenn man ihn als Landmensch bezeichnet. Noch heute kann man den 22-Jährigen manchmal dabei beobachten, wie er in seinem Heimatdorf in unmittelbarer Nähe zu Paderborn mit dem Fahrrad durch die Gegend fährt, sich mit den alten Kumpels trifft und die Stille fernab der Stadt genießt. Am Sonntag jedoch wird es weniger ruhig, wenn der S04-Keeper - zu dessen Zukunft über den Sommer 2020 hinaus es weiter keine Neuigkeiten gibt - an den Ort seiner Jugend zurückkehrt.

Beim Aufsteiger SC Paderborn, für den Nübel zehn Jahre lang spielte, erwartet Schalkes Nummer 1 nicht nur viele bekannte Gesichter im Stadion, sondern vor allem auch: viel Arbeit. "Paderborn", sagt Nübel, "ist offensiv sehr stark. Sie haben vor zwei Jahren damit angefangen, so zu spielen, und machen damit auch in der Bundesliga gnadenlos weiter." Es könne deshalb durchaus sein, dass "ein bisschen was draufkommt auf mein Tor".

In der Vergangenheit konnte Nübel diesem Spielstil viel abgewinnen. Zahlreiche Spiele der Paderborner schaute er sich im vergangenen Zweitligajahr an, und das "sehr gerne". Daran habe sich bis heute grundsätzlich nichts geändert. Aber: "Sie sind jetzt unsere Konkurrenten. So gerne man da zuguckt, am Wochenende will man die drei
Punkte holen."

Für Schalke wäre es nach dem 3:0-Heimerfolg über Hertha BSC der zweite Dreier in Serie - das gab es zuletzt am 17. und 18. Spieltag der Vorsaison noch unter Trainer Tedesco. Es wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in die Normalität. Nach der Chaos-Saison 2018/19 ist unter dem neuen Trainer David Wagner sportlich zwar Ruhe eingekehrt. Doch eine Garantie dafür, dass das auch so bleibt, können nur die richtigen Ergebnisse liefern.

Da hilft es, wenn - wie in der Länderspielpause geschehen - die personellen Möglichkeiten vielfältiger werden. Mit dem monatelang verletzten Mark Uth steht ein "gefühlter Neuzugang" (Wagner) für die Offensive in den Startlöchern, mit Ozan Kabak ein neuer Leistungsträger für die Defensivzentrale. Und dann wäre da noch der jüngst vom FC Barcelona ausgeliehene Linksverteidiger Juan Miranda, der am Dienstag sein Debüt in der spanischen U-21-Nationalmannschaft feierte und bei den Königsblauen mittelfristig den Druck auf Bastian Oczipka erhöhen soll.

TSG Hoffenheim gegen SC Freiburg im Livestream am 15.09.2019

Seinen Spielstil wird er nicht ändern. Benjamin Hübner ist nun mal Verteidiger aus Leidenschaft. Rücksicht aufs eigene Wohl ist da nicht vorgesehen. Und so wird der 30-Jährige seinen Körper auch weiter in höchster Not als letzte Blockade zwischen den Schützen und das eigene Tor werfen. Es wird scharf geschossen im Profibereich. Da fliegen Hübner die Schüsse zuweilen nicht nur um die Ohren. Meist hinterlassen Körpertreffer nur kurz schmerzende Erinnerungen. Hübner dagegen wurde zuletzt zweimal so schwer angeschossen, dass der Innenverteidiger wochen-, gar monatelang aussetzen musste.

Nach einem Kopftreffer verpasste er vor einem Jahr fast die komplette Hinrunde, weil neben einer Gehirnerschütterung auch hartnäckige Schwindelgefühle blieben. Unmittelbar vor dem Beginn dieser Saison traf Hübner im wahrsten Sinne des Wortes der nächste Nackenschlag. Das erneut im Training abgefeuerte Geschoss traf Hübners hintere Halswirbelsäule und hinterließ eine bis in den Schulterbereich ausstrahlende Prellung. "Es ist absolut ärgerlich, wenn du dich wochenlang in der Vorbereitung reinhaust und dann doch zuschauen musst. Aber wenn ich eins gelernt habe: Zurückblicken und mit der Situation hadern kostet nur unnötige Energie", weiß auch Hübner. "Mein Blick richtet sich nach vorn - positiv, fokussiert und kämpferisch." Hoffenheims Führungsspieler, immerhin Vizekapitän, nutzte die Länderspielpause zur persönlichen Aufholjagd und drängt nun mit Macht auf seinen verspäteten Saisonstart und zurück in die Startelf. "Ich bin selbstbewusst und froh, wieder beim Team zu sein. Letztlich entscheidet der Trainer, aber ich wäre bereit für mein Comeback gegen Freiburg."

Stellt sich die Frage: Wen lässt Trainer Alfred Schreuder außen vor? Kapitän Kevin Vogt kaum. Also Ermin Bicakcic oder Stefan Posch? Doch der Bosnier vertrat Hübner als linkes Glied der Dreierkette sehr gut und überzeugte im letzten Heimspiel zudem mit einem Kopfballtreffer. Aber auch der Österreicher sammelte Argumente für sich. Oder verzichtet Schreuder auf beide und spielt mit Viererkette? Hübner dürfte es egal sein, solange er sich endlich wieder mit vollem Körpereinsatz bewähren darf. Gewissermaßen ist er jetzt wieder zum Abschuss freigegeben.

Ende Juni erkundigte sich Jochen Saier zum wiederholten Male bei seinem Hoffenheimer Manager-Kollegen Alexander Rosen, ob es denn doch eine Chance für den SC Freiburg gebe, Vincenzo Grifo zu verpflichten. Als Antwort erhielt er: ein klares Nein. Wenige Tage später schlossen Saier und Sportdirektor Klemens Hartenbach mit der Verpflichtung von Chang-Hoon Kwon (Dijon FCO) die Akte Neuzugänge.

Der Plan für die offensiven Außenbahnen, wo seit 2017 nur Leihspieler Grifo in der abgelaufenen Rückrunde (sechs Tore, fünf Vorlagen) auf dem gewünschten Niveau performte, sah wie folgt aus: Roland Sallai und Brandon Borrello sowie die südkoreanischen Sommerzugänge Kwon und Woo-Yeong Jeong (19, FC Bayern II) sollten um die beiden Plätze im in Freiburg gewohnten 4-4-2 konkurrieren. Yoric Ravet, Marco Terrazzino und Florian Kath, die in der Vergangenheit nicht reüssierten und daher schlechte Einsatzchancen haben, sollten noch abgegeben werden. So weit die Theorie.

Die Realität stellt sich Anfang September jedoch so dar: Die sieben Genannten sind nach wie vor SC-Profis und durften am letzten Tag der Wechselperiode noch einen neuen Kollegen begrüßen: Grifo. Während die unverhoffte Rückkehr des Standardspezialisten in Verein und Umfeld große Freude auslöste, dürften bei den Außenbahn-Kollegen gemischte Gefühle vorherrschen. Sie wissen, was der SC-Rekordeinkauf (sieben Mio. Euro) bedeutet. Im Normalfall ist Grifo neben dem Sturmpaar Nils Petersen/Luca Waldschmidt gesetzt. Im 4-4-2 gibt es also noch einen, im an den ersten drei Spieltagen von Trainer Christian Streich favorisierten 3-4-3-System mit Waldschmidt auf einer Seite gar keinen Platz mehr.

Hartenbach, der auch Ravet - er betrieb mit zwei Toren im Test gegen Aarau (4:2) und guten Fitnesswerten Eigenwerbung - wieder voll im Rennen sieht, stellt das Positive in den Vordergrund: die neue Kaderbreite. "Wir haben das erste Mal seit Jahren wenige Verletzte und das Gefühl, jeden ordentlich ersetzen zu können." Aber auch der Gefahren, die ein 29 Mann starkes Aufgebot mit sich bringt, ist sich der Sportdirektor bewusst: "Es wird mehr Enttäuschungen geben. Das macht es im Handling nicht einfacher für das Trainerteam." Seine Schlussfolgerung: "Wie die Spieler und wir Verantwortlichen mit dieser neuen Situation umgehen, wird entscheidend sein dafür, in welcher Tabellenregion wir am Ende landen." Der beim SC traditionell ausgeprägte und wichtige Zusammenhalt steht vor einer großen Herausforderung.

RB Leipzig gegen Bayern München im Livestream am 14.09.2019
Samstag, 14. September 2019

Mit Beginn der englischen Wochen nimmt die Bundesliga mächtig Fahrt auf. Am Samstagabend (18.30 Uhr) schaut die Fußballnation nach Leipzig, wenn Tabellenführer RB am 4. Spieltag den Double-sieger aus München zum Spitzenspiel empfängt. Zwei Punkte Vorsprung hat die mit drei Siegen gestartete Mannschaft des neuen Trainers Julian Nagelsmann, mit einem Erfolg könnte eine Kluft zwischen beiden Teams in der Tabelle entstehen. "Wenn die Bayern das ganze Jahr an ihr Top-Niveau kommen, sind sie auch in diesem Jahr der Top-Favorit, weil sie einfach einen sehr guten Kader haben - mit sehr vielen erfahrenen Spielern, die schon zahlreiche Titel gewonnen haben", bleibt Nagelsmann verbal eher ungewohnt defensiv. Bayern sei der Primus und werde es auch in den nächsten Jahren bleiben.

Schon forscher klingen die Töne aus München. "Unser Ziel ist es, mit einem Sieg die Tabellenführung zu übernehmen", sagt Karl-Heinz Rummenigge. Ein Zwischenfazit will der Bayern-Boss unabhängig vom Ausgang aber nicht ziehen, "das sollte man frühestens nach dem 10. Spieltag tun". Derzeit könne man keine seriöse Aussage treffen, ob die Sachsen seinen Bayern sportlich näher gekommen sind, Respekt aber bekundet Rummenigge durchaus: "Grundsätzlich finde ich, dass Leipzig schon seit dem Aufstieg eine Bereicherung für die Bundesliga darstellt." Der FCB-Boss rechnet auch in den kommenden Jahren mit sportlichem Widerstand aus Sachsen: "Wir sind beim FC Bayern immer an Konkurrenz interessiert, denn nur so entstehen Spannung und Emotionen im Fußball. RB Leipzig ist sicher einer der Klubs, die sich in den kommenden Jahren in der Spitze der Liga etablieren und dadurch auch für Spannung sorgen werden."

Rang 3 hinter Real Madrid und dem FC Barcelona in der Ewigen Tabelle der Champions League zeigt: Der FC Bayern gehört zu den Giganten des europäischen Fußballs, auch wenn vergangene Saison bereits im Achtelfinale gegen den FC Liverpool Schluss war. National sind die Münchner ohnehin seit Jahrzehnten das Nonplusultra. 28 Meisterschaften seit dem Bundesligaaufstieg 1965, dazu jene von 1932 bedeuten einsamen Rekord. Aktuell spielt der FC Bayern seine 55. Bundesligasaison, nur Werder Bremen toppt dies (56). An 782 seiner 1843 Spieltage grüßte der FCB von der Tabellenspitze.

Leipzig ist im Vergleich zum Branchenprimus ein echter Novize. Die Sachsen absolvieren derzeit ihre vierte Erstliga-Saison, und die Begegnung mit den Bayern wird ihre 106. Partie in der Beletage des deutschen Fußballs sein. An der Spitze des Klassements stand RB in seiner noch jungen Bundesliga-Historie bislang erst viermal, einen Titel haben die Leipziger bis dato noch nicht einheimsen können. In den bisherigen acht Duellen mit den Bayern in Liga und Pokal konnte RB lediglich einen Sieg davontragen: Am 18. März 2018, dem 27. Spieltag der Saison 2017/18, gab es in der heimischen Arena ein 2:1 gegen den Rekordmeister. Das jüngste Pokalfinale entschied Bayern mit 3:0 für sich.

Trotz der Dreifachbelastung leistet sich der FC Bayern mit 22 Profis den quantitativ kleinsten Kader der Liga, qualitativ ist er hochwertig wie gewohnt besetzt. Die 2845 Bundesliga-
Spiele an Erfahrung im Kader hat kein anderer Klub aktuell vorzuweisen, 829 Länderspiele ebenfalls nicht. Durch den Umbruch im Sommer ist der Kader deutlich jünger geworden, aktuell beträgt das Durchschnittsalter 25,76 Jahre. Mit 23,89 Jahren hat Leipzig dagegen das jüngste Team der Liga, mit 1330 Bundesliga-Partien haben die Leipziger Akteure weniger als die Hälfte der Spiele der Bayern-
Profis. Die RB-Spieler haben bis dato 23 Meistertitel errungen, die der Bayern stattliche 81. Was die Anzahl der Nationalspieler angeht, befand sich der Emporkömmling in der zurückliegenden Länderspielphase jedoch schon auf Augenhöhe. RB stellte ebenso 16 Akteure für internationale Einsätze ab wie die Münchner. In Timo Werner, Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann standen am vergangenen Montag beim 2:0-Sieg in Nordirland erstmals drei Leipziger in der Startelf der Nationalmannschaft. Mit Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Serge Gnabry waren es vier Münchner, so wenige wie zuletzt 2017.

RB-Torjäger Timo Werner ist von seiner Spielanlage ein anderer Stürmertyp als Robert Lewandowski. Werner ist weniger der Kombinierer und zentrale Angreifer, seine hervorstechende Eigenschaft ist sein enormer Speed, weswegen er extrem gefährlich ist, wenn er in die Tiefe geschickt wird. In seinen bislang drei Jahren in Leipzig hat der 23-Jährige in 96 Ligaspielen 55 Treffer erzielt, 22-mal brachte er sein Team damit in Führung. Werner ist ein Schnellstarter, er trifft besonders gern in der ersten Viertelstunde beider Halbzeiten (jeweils 10 Tore) und auch zwischen der 61. und 75. Minute (11 Tore). In seiner Bilanz stehen bislang elf Doppelpacks sowie ein Spiel mit drei Treffern: am vergangenen Spieltag in Mönchengladbach (3:1). Während er jedoch 139 Minuten pro Tor benötigt, reichen Lewandowski nur 99 Minuten. Der viermalige Gewinner der Torjägerkanone traf exakt doppelt so oft wie Werner zur Führung (44-mal), am effizientesten ist er in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit und den letzten 15 Spielminuten mit je 27 Toren. In seiner Vita stehen sechs Dreierpacks sowie die legendären fünf Treffer gegen den VfL Wolfsburg im September 2015. Aktuell steht Werner schon bei fünf Toren, Lewandowski als Fünfter der Ewigen Torschützenliste (208 Tore) bei sechs. Zuletzt hatten mit Halil Altintop (Kaiserslautern) und Roy Makaay (Bayern, je 6 Tore) in der Spielzeit 2005/06 zwei Profis nach drei Spieltagen
mindestens fünf Treffer geschossen.

Niko Kovac holte als Spieler (2003) und als Trainer mit Bayern München den Meistertitel, dies gelang zuvor nur Franz Beckenbauer. Doch der 47-Jährige toppt den Kaiser sogar, er ist die einzige Person, die als Spieler und als Trainer das Double gewann. Dabei musste der ehemalige kroatische Nationaltrainer (WM-Teilnahme 2014) in seiner ersten Saison viele Widerstände überwinden, bis zuletzt galt er nicht als unumstritten. Auf seiner vorherigen Station rettete der gebürtige Berliner Eintracht Frankfurt 2016 vor dem Abstieg und ging 2018 als Pokalsieger - mit einem 3:1 gegen den neuen Arbeitgeber FC Bayern. Als Trainer stand der 83-malige Nationalspieler Kroatiens bisher an 13 Spieltagen auf Tabellenrang 1 - immer mit Bayern - zuletzt am 34. Spieltag der Vorsaison.

Julian Nagelsmann gilt als eine der großen Trainer-Hoffnungen in Fußball-Deutschland. Der 32-Jährige war selbst nie Profi, er war aktiv beim FC Issing, dem FC Augsburg und bei 1860 München. Aufgrund von Knieproblemen beendete er 2007 seine Laufbahn. Als Bundesliga-Trainer steht Nagelsmann erstmals mit seinem Team an der Spitze. Auch deshalb wird die Partie gegen die Bayern für ihn "schon ein besonderes Spiel, weil wir jetzt als Tabellenführer in die Partie gehen und das den Bayern bestimmt nicht ganz so gut gefällt. Von daher ist noch mal ein wenig mehr Brisanz drin". Nagelsmanns Hochachtung gegenüber dem Branchenführer ist ungebrochen. "Bayern München ist eine Mannschaft, die eigentlich nie lockerlässt, die 90 Minuten Druck aufbaut. Das unterscheidet sie von anderen Teams. Gegen viele andere hast du oft das Gefühl: Jetzt hast du sie gepackt, es geht etwas Luft aus dem Spiel … Bei Bayern ist das anders. Wir haben im Januar 2018 mal mit Hoffenheim nach 16 Minuten 2:0 in München geführt. Jedes andere Team wäre wohl nicht mehr zurückgekommen, aber Bayern hat 5:2 gewonnen." Deswegen lautet der Arbeitsauftrag an seine Mannschaft: "Wir werden am Samstag 90 Minuten gefordert sein, ständig aktiv zu sein und den Gegner unter Druck zu setzen."

Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen im Livestream am 14.09.2019

Mit dem an Marco Reus gerichteten Hinweis, dass "alle Beteiligten gut daran tun, sich auf die gerade laufende Saison zu konzentrieren", hat Michael Zorc erst einmal die Luft aus der Personalie Kai Havertz genommen. Nach dem überraschenden Bekenntnis des Kapitäns, er werde "alles versuchen", um Havertz nach Dortmund zu holen, hat der Sportdirektor Reus indirekt ermahnt, Äußerungen zu sensiblen Themen in der Öffentlichkeit zu meiden. Nicht dementiert hat Zorc, dass auch die Borussia dem Hochbegabten aus Leverkusen ein neues Betätigungsfeld bieten könnte, wenn er im nächsten Sommer eine Veränderung plant.

Im Raum steht, dass Havertz 2020 eine neue Herausforderung suchen wird und niemand in Dortmund sich mit dem Automatismus anfreunden kann, dass der 20-Jährige dann die Säbener Straße in München in sein Navigationssystem eingibt. Aus der Sicht der Westfalen wäre es grob fahrlässig, nicht alle Möglichkeiten abzuklopfen, Havertz selbst zu verpflichten - trotz einer vermutlich gewaltigen Ablösesumme, die Leverkusen aufrufen wird und mit 100 Millionen Euro Rekordhöhen erreichen könnte.

Mit einiger Sicherheit handelt es sich bei den Reus-Äußerungen weder um einen Scherz noch um ein Missverständnis, und erst recht nicht um einen Alleingang des Dortmunder Anführers. Dass der BVB Mittel und Wege sucht, die Belegschaft mit einem weiteren Edelkicker aufzuwerten, ist jedenfalls nicht komplett aus der Luft gegriffen.

Auf einem anderen Blatt steht, ob es reichen wird, dass Reus in der Anbahnung eines solchen Transfers sein "Bestes" geben will, wie er in der vergangenen Woche ankündigte. 100 Millionen Euro liegen auch bei den wirtschaftlich kerngesunden Dortmundern nicht in der Ecke. Und nach Möglichkeit gestalten sie ihre Transferaktivitäten ausgeglichen wie in diesem Sommer: Die 127,5 Millionen Euro an Ablösesummen für fünf Neue wurden sauber gegenfinanziert.

Eine neue Situation würde sich 2020 durch einen Verkauf Jadon Sanchos ergeben, der die Einkäufer der größten Klubs Europas längst elektrisiert hat. Doch selbst wenn der Engländer ähnlich viel Geld in die Kassen spülen würde wie Ousmane Dembelé (bisher 125 Millionen Euro vom FC Barcelona) - müssten die Bosse abwägen, ob sie die Mannschaft durchgreifend auf mehreren Positionen verstärken wollen (was Havertz extrem unwahrscheinlich machen würde) oder eben nur auf einer. Erst einmal hoffen sie beim BVB jetzt darauf, dass Havertz an diesem Samstag nicht so in die Trickkiste greift wie im Februar, damals noch gemeinsam mit seinem besten Kumpel Julian Brandt. 30 Minuten verging den Dortmundern wegen dieser beiden Hören und Sehen. Am Ende gewann der BVB doch, mit 3:2.

FSV Mainz gegen Hertha BSC im Livestream am 14.09.2019

Auch nach der Niederlagenserie an den ersten drei Spieltagen wird bei Mainz 0 5 ruhig und konzentriert weitergearbeitet. Von Gelassenheit will Danny Latza vor dem Kellerduell aber nichts wissen. "Ich bin nicht gelassen, ich kann die Situation ganz gut einschätzen. Wir tun gut daran, jetzt die ersten Punkte zu holen. Gerade zu Hause, wo uns die Fans immer nach vorne peitschen. Am Samstag muss von der ersten Minute an zu spüren sein, dass es Hertha bei uns ganz, ganz schwer haben wird", sagt der Kapitän und ergänzt: "Wir stehen schon stark unter Druck, weil wir endlich Erfolg haben wollen. Wir haben nach drei Spielen null Punkte, aber Hertha ist auch in Zugzwang. Ich gehe davon aus, dass es ein enges Spiel wird, mit viel Leidenschaft und vielen Zweikämpfen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden."

Wie seine Kollegen, kommt auch der 29-Jährige bislang nicht an das Niveau der vergangenen Saison heran. In Freiburg und gegen Gladbach waren die Mainzer lange Zeit am Drücker, bevor sie nach Gegentoren leistungsmäßig einbrachen. In dieser Verfassung standen sie zuletzt beim FC Bayern natürlich auf verlorenem Posten, wie das Resultat von 1:6 dokumentiert. "Von Negativerlebnissen im Spiel, die immer mal vorkommen können, dürfen wir uns nicht mehr runterziehen lassen. Das müssen wir abschütteln und weiter eine gute Körpersprache und Emotionen auf den Platz bringen", betont Latza.

Zur Wende könnte nun Routinier Adam Szalai beitragen, der nach seinem Kurzdebüt in München den Finger in die Wunde legte und kritisierte, dass die Spieler auf dem Platz zu wenig Eigencoaching betreiben. "Adam kann aufgrund seiner Erfahrung viele Impulse geben", findet Latza, der die Art des Ungarn ausdrücklich begrüßt: "Er hat schon viele Dinge angesprochen - positive und negative." Der 31-jährige Szalai soll die junge Mannschaft mit führen.

Mit seiner eigenen Leistung ist der neue Mainzer Kapitän unzufrieden. Dass es mit der gestiegenen Verantwortung als Nachfolger von Niko Bungert zusammenhängen könnte, glaubt er nicht: "Gerade beim Torabschluss muss ich mich steigern, ein Treffer würde mir Auftrieb geben. Aber mein Engagement und meinen Einsatz kann man mir nicht absprechen. Insgesamt spüre ich nicht mehr oder weniger Druck, weil ich jetzt Kapitän bin. Auch wenn es momentan nicht so läuft, werde ich mich nicht kleiner machen, als ich bin."

Ein "anderes Gesicht von der Mentalität her" fordert Abwehrchef Niklas Stark am Samstag in Mainz: "Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und das zeigen, was uns letzte Saison stark gemacht hat." Hertha, vor der Länderspielpause mit einer schmerzhaften Bauchlandung auf Schalke (0:3), habe die beiden Trainingswochen "gut genutzt", betont Coach Ante Covic. Er erwartet in Mainz eine Reaktion seines Teams - und wird wohl auch personell etwas verändern.

Dortmund-Leihgabe Marius Wolf hat nach starken Trainingsleistungen gute Chancen auf ein Startelf-Mandat. Aktuell steht er bei 49 Bundesliga-Einsätzen, der Rechtsaußen hätte bei seinem 50er-Jubiläum bereits für vier Klubs gespielt (Hannover, Frankfurt, Dortmund, Hertha). In der Bundesliga war nur Marcel Ndjeng beim Erreichen dieser Marke für mehr Klubs aktiv, für fünf: Bielefeld, Gladbach, HSV, Augsburg und Hertha.

Neben Wolf hofft auch ein anderer Neuzugang, der vom Namen und seinem Naturell her Biss verspricht, auf die Startelf-Premiere. Eduard Löwen, für den Hertha sieben Millionen Euro Ablöse an Absteiger 1. FC Nürnberg zahlte, fühlt sich bereit: "Ich kann reinen Gewissens sagen, dass ich fit und in der Lage bin, zu spielen." In München (2:2) und auf Schalke blieb Löwen draußen, gegen Wolfsburg (0:3) kam er nach 75 Minuten in die Partie. Covic bescheinigt dem 22-Jährigen einen deutlichen Trend nach oben: "Edu kam wegen der U-21-EM später zu uns und war anfangs in einem Loch. Sein Spiel lebt von der Physis. Er ist auf einem guten Weg und dicht dran."

Körperlich sieht sich der 1,88 Meter große und 91 Kilogramm schwere Löwen, der bei der EM ohne Einsatz blieb, auf der Höhe: "So viel nachzuholen war nicht, weil ich wegen der EM länger trainiert und gespielt habe als die anderen. Aber das, was nachzuholen war, habe ich nachgeholt." Jetzt will er "so schnell wie möglich" in Herthas Startelf: "Man ist immer ungeduldig - und zwingt sich andererseits, geduldig zu sein." Um dem Mittelfeldspiel einen physischeren Akzent zu geben, könnte Covic Vladimir Darida opfern - und in Mainz Löwen loslassen oder auf die Routine von Per Skjelbred setzen. Der Norweger ist nicht so spielstark wie Löwen, dafür aggressiver in der Balleroberung. "Ich bin froh, dass ich beide habe", sagt Covic. "Ich beobachte beide sehr genau."

FC Augsburg gegen Eintracht Frankfurt im Livestream am 14.09.2019

Nach nur einem Punkt aus drei Spielen hatte der FC Augsburg in der Länderspielpause Zeit, die Defizite aufzuarbeiten, die in den ersten Pflichtspielen offensichtlich waren. Zum einen die mangelnde Abstimmung in der neu formierten Abwehr, zum anderen Form und Fitness von Leistungsträgern wie Rani Khedira, Philipp Max und Alfred Finnbogason, die zum Start nicht bei 100 Prozent waren.

Die spannendste Frage vor dem Spiel gegen Frankfurt lautet: Wann lässt Martin Schmidt Finnbogason wieder stürmen? Nach einer Sehnenoperation im April wurde der Isländer mit Kurzeinsätzen gegen Union und Bremen herangeführt. Nun muss Schmidt entscheiden, ob er Augsburgs Toptorjäger (32 Treffer in 69 Bundesliga-
spielen) erneut als Joker bringt, oder ihn zusammen mit Florian Niederlechner auflaufen lässt. Der Neuzugang aus Freiburg ist nach einem Tor und zwei Vorlagen aktuell gesetzt.

Gegen den FC Schaffhausen (1:1) testete Schmidt vergangene Woche eine Doppelspitze mit Niederlechner und Finnbogason. Die Erkenntnisse aus dem recht zähen Test waren für den FCA-Coach allerdings nur bedingt aussagekräftig, weil sich der Schweizer Zweitligist mit Fünferkette und drei Sechsern verbarrikadierte: "Dadurch hatten wir keine Tiefe, das passiert uns in der Bundesliga fast nie."

Finnbogason sei "eine Option" von Beginn an, sagt Schmidt, schränkt aber ein: "Man sieht, dass er noch nicht da ist, wo er war. Wir wissen um seine Wirkung in der Startelf, aber auch um seine Wirkung als Joker." Es stellt sich die Frage, wie viel Risiko Schmidt von Anfang an eingehen möchte. Um Frankfurts Dreierkette hoch anzulaufen, bräuchte Niederlechner Unterstützung. Die könnte von einem zweiten Stürmer kommen oder von Zehner Michael Gregoritsch. Der müsste wohl auf die Bank, wenn Finnbogason spielt. Im April setzte Schmidt bei seinem Debüt als FCA-Trainer gegen Frankfurt auf ein 4-3-3, Augsburg gewann mit etwas Glück und dank guter Umschaltaktionen mit 3:1. Möglich, dass es Schmidt erneut mit dieser Ausrichtung
versucht.

Ein Blick auf den Kader, mit dem Frankfurt 2015/16 beinahe abgestiegen wäre, verdeutlicht die tolle Entwicklung des Klubs. Seinerzeit kamen Profis wie Aleksandar Ignjovski, Yanni Regäsel, Constant Djakpa, Slobodan Medojevic oder Marc Stendera regelmäßig zum Einsatz. Im aktuellen Kader säßen sie wohl nicht mal auf der Bank. Man kann sogar noch weiter gehen: Selbst die aktuelle B-Elf hätte in den Relegationsspielen gegen Nürnberg 2016 gute Chancen gehabt, den Abstieg zu verhindern.

Mit dem ursprünglich als Nummer 1 geholten Frederik Rönnow, Relegations- und Pokalheld Mijat Gacinovic, Fernandes oder dem 2014er-Weltmeister Erik Durm sorgen zahlreiche aktuelle und frühere Nationalspieler für eine konkurrenzfähige Mischung. Besonders deutlich wird die gestiegene Qualität am Beispiel Jonathan de Guzmans. Der niederländische Ex-Nationalspieler (14 Länderspiele) stand 2018 im Pokalfinale gegen den FC Bayern in der Startelf, nun hat er es nicht mal in den Kader für die Europa League geschafft. Der Achter, der am Freitag seinen 32. Geburtstag feiert, hat sich nichts zuschulden kommen lassen, fällt aber den Nebenbuhlern im Mittelfeld zum Opfer. Das trifft auch auf Sechser Lucas Torro zu, der vergangene Saison noch beim 2:1-Sieg in Marseille getroffen hatte, bevor ihn einige Wochen später eine Schambeinentzündung langfristig außer Gefecht setzte. De Guzman und Torro müssen nun auf Einsätze in der Liga und im DFB-Pokal hoffen - auch das wird nicht einfach.

Einen noch schwereren Stand hat Nicolai Müller, der 2018/19 in der Hinrunde noch sporadisch zum Einsatz gekommen war, bevor er zur Winterpause auf Leihbasis zum späteren Absteiger Hannover 96 wechselte. Dem 31-Jährigen wurde in diesem Sommer ein Transfer nahegelegt, doch Müller entschied sich zum Verbleib. Passiert nichts Außergewöhnliches, wird er wie auch Marian Cavar keine Minute mehr für die Eintracht spielen. Auch am Teamtraining werden sie nicht immer teilnehmen können, denn Hütter betont: "Ich werde sicherlich nicht mit 30 Spielern trainieren." Mag die Situation für einige Spieler aus der zweiten oder dritten Reihe frustrierend sein, die Eintracht kann von der neuen Breite im Kader nur profitieren. Angesichts von 31 Pflichtspielen allein bis zur Winterpause werden die meisten Profis gebraucht.

FC Köln gegen Mönchengladbach im Livestream am 14.09.2019

Eigentlich hatte Nico Schlotterbeck nur das gemacht, was alle anderen auch gemacht hätten. Der Kopf signalisierte "abspielen", der Körper leistete Folge mit einer Bewegung nach links. Auch Simon Terodde hatte angesichts des fulminanten Solos von Ellyes Skhiri diesen Gedanken: "Ich dachte schon: Wann spielt er denn endlich den Ball ab?" Doch Skhiri spielte nicht ab. Er nutzte den Raum, den der düpierte Schlotterbeck ihm ließ und zog weiter Richtung Tor: "Ich habe gesehen, dass sich die Tür geöffnet hat. Ich wollte eigentlich zu Tony spielen, bin dann aber weitergelaufen und habe einfach geschossen."

Gut so, denn mit diesem Schuss entschied er ein Spiel, das bereits richtungsweisenden Charakter besaß für den Aufsteiger. Mit null Punkten in die Duelle mit Mönchengladbach und dem FC Bayern, "da wäre", so Anthony Modeste, "das Kopfkino wieder angegangen". Und dieser schlechte Film wäre während der Länderspielphase richtig lange gelaufen. Die drei Punkte machen die Köpfe freier und dienen als Bestätigung, denn der Sieg war kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis einer Weiterentwicklung. Achim Beierlorzer lobte: "In der Halbzeit haben wir umgestellt und anschließend den gegnerischen Aufbau mit drei Spielern attackiert." Dies sei der Schlüssel gewesen, "dadurch hatten wir mehr Ballbesitz und mehr Aktionen".

Die Probleme in der Rückwärtsbewegung wurden reduziert, Freiburg verlor zunehmend die Kontrolle über das Spiel, und die Kölner entwickelten mit jedem Schritt mehr Ehrgeiz, der Hitze zum Trotz. Beierlorzer: "Ich bin überglücklich, dass die Mannschaft diese Mentalität auf den Platz gebracht hat und den Sieg unbedingt wollte." Vor allen Dingen Skhiri entpuppte sich als Musterbeispiel in Sachen Moral: Vor seinem 50-Meter-Solo zum 2:1 war er bereits knapp zwölfeinhalb Kilometer gelaufen, deutlich mehr als jeder Kollege auf dem Rasen, seine 63 Ballaktionen bedeuteten ebenfalls Bestwert der Kölner Elf.

Freiburg ist Geschichte, das Derby gegen Borussia Mönchengladbach Zukunftsmusik. Am Mittwoch geht es für die Kölner zunächst in Eindhoven weiter. Das Testspiel beim PSV findet auf Wunsch der Holländer allerdings in kompletter Isolation statt, weder Fans noch Journalisten sind zugelassen. Eine weitere Folge der Serie "Wenn der Fußball zum Selbstzweck verkommt".

Schließlich bringt Julian Nagelsmann bei RB zwar neue Ansätze ein, er hält aber auch an vielen bewährten Dingen fest. Im Vergleich dazu fallen die Veränderungen, die Marco Rose in Gladbach vornimmt, gravierender aus. Das Kräftemessen mit einer Topmannschaft der Liga taugte deshalb als gute Standortbestimmung, wie weit die Elf schon ist. Fazit der Borussen: "Abgesehen vom Resultat haben wir den Test bestanden. Nicht nur die ersten 35 Minuten waren gut, sondern unser ganzes Spiel. Es gibt viele Dinge, die mich positiv stimmen", sagte Yann Sommer. Denis Zakaria schloss sich der Meinung des Torhüters an. "Das war definitiv unsere beste Saisonleistung. Wir haben mit viel Tempo dagegengehalten, aber leider die Tore nicht gemacht. Es war wieder ein Schritt nach vorne."

Rose war mit einem großen Wunsch ins Spiel gegangen. Die Mannschaft solle bitte schön "die Handbremse lösen", forderte der Trainer. Er hatte in den ersten Pflichtspielen erkannt, dass sich die Spieler zu sehr mit dem Umsetzen der neuen Vorgaben beschäftigen würden und fortan mehr ihrer Intuition folgen sollten. Speziell die Startphase, als seine Elf den Leipzigern ordentlich zusetzte und auch spielerisch mit einigen schönen Kombinationen zu gefallen wusste, stellte Rose überaus zufrieden. Das teilte er der Mannschaft auch direkt nach dem Abpfiff mit. "Ich habe ihnen schon in der Kabine gesagt: So stelle ich mir Fußball vor. Es macht Spaß, so ein Spiel zu coachen."

Bis auf das Ergebnis natürlich, schränkte Rose ein. Ab jetzt sei die Vorstellung gegen Leipzig auch der Gradmesser für die Zukunft, betonte der 42-Jährige: "Es war insgesamt ein gutes Spiel von uns. Wir haben die Messlatte gelegt für das, was wir in den nächsten Wochen spielen wollen. Da wollen wir auf gar keinen Fall mehr drunter kommen, sondern eher in Teilbereichen noch drüber."

Union Berlin gegen Werder Bremen im Livestream am 14.09.2019

Er zähle "schon die Tage runter, bis wir nach Berlin fahren", verriet Leonardo Bittencourt am Mittwoch. Auch auf dem Trainingsplatz ist Werders Last-Minute-Neuzugang der Tatendrang anzumerken. Als Bittencourt nach der Einheit am Dienstagnachmittag noch einen Elfmeter in die Maschen drischt, kann sich Florian Kohfeldt einen lockeren Spruch freilich nicht verkneifen: "Bei uns schießt Davy (Klaassen, die Redaktion)", frotzelt der Coach, "wenn du letztes Jahr gekommen wärst, hätte ich dich vielleicht genommen …"

Ein liebevoller Seitenhieb, weil der Bremer Wunschspieler im Sommer 2018 noch der TSG Hoffenheim den Vorzug gegeben hatte. Tatsächlich ist Kohfeldt in dieser Angelegenheit jedoch alles andere als nachtragend. Die Freude darüber, dass Bittencourts Verpflichtung mit Verspätung doch noch gelang, spricht aus jeder Silbe, die der Fußballlehrer über den Offensivmann verliert: "Leo bewegt sich unheimlich gut in den Zwischenräumen, schlägt schnelle Haken, die Geschwindigkeit mit Ball zeichnet ihn aus." Dazu komme eine Qualität, die man mit dem schmächtigen 1,70-Meter-Dribbler nicht auf den ersten Blick verbinden würde: "Er ist ein richtig guter Zweikämpfer gegen den Ball", urteilt Kohfeldt, "im Gegenpressing extrem gut."

Folgerichtig firmiert Bittencourt laut Trainer am Samstag bei Union explizit "als Kandidat für die Startelf". Gleichwohl stellt sich bei näherer Betrachtung die Frage: Wohin mit dem 25-jährigen Werder-Debütanten in spe? Als Achter bleiben Klaassen und Maxi Eggestein gewiss gesetzt. Bittencourt wäre somit für eine offensive Außenposition im Dreier-Angriff prädestiniert. Doch ergibt sich hier ein Problem mit der Statik.

Denn: Der zuletzt überragende Yuya Osako hat deutlich formuliert, seine Stärken nur in zentraler Rolle voll entfalten zu können. Sprich als Zehner. Folglich bliebe nur noch Platz für eine zweite Spitze neben dem formstarken Mittelstürmer Niclas Füllkrug. Diesen Posten nahm gegen Augsburg Joshua Sargent erfolgreich ein. Auch Johannes Eggestein wäre dort ideal
aufgehoben. Bittencourt mit dieser Rolle zu betrauen, wäre zumindest ein kleines Experiment. Näher liegt, ihn als Joker in der Hinterhand zu behalten - um nachlegen zu können, wenn Osako nach seiner Länderspielreise mit Japan müde wird. Zum entscheidenden Faktor könnte Bittencourt auch so auf Anhieb werden.

Bundesliga Konferenz im Livestream 4.Spieltag am 14.09.2019

Sportlich hatte sich Rekordmeister FC Bayern beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im Pokal äußerst schwergetan, dafür aber Sympathiepunkte gesammelt, weil sich die Superstars viel Zeit für Selfie- und Autogrammwünsche genommen hatten. Drochtersens Kapitän Sören Behrmann verriet der Bild, dass ein Weltmeister ihm sogar das Trikot regelrecht hinterhergetragen hat. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Behrmann Mats Hummelsnach einem Trikottausch gefragt. Der habe ihn gebeten, zu diesem Zweck in die Bayern-Kabine zu kommen. Doch dort wartete Hummels vergeblich, da Behrmann noch lange bei Freunden und Familie auf dem Platz verweilte. Also ging der Münchner Verteidiger wieder ins Stadion und fragte sich in der Menschentraube bis zum "Tauschpartner" durch. Behrmann: "Eine super Aktion von ihm, mir war das total unangenehm." Nachts bedankte er sich nochmals via Instagram bei Hummels und erhielt prompt eine Antwort: "Sehr gerne! Ihr habt uns das Leben echt schwer gemacht." Und der Trikottausch war nicht wesentlich einfacher.

Vor vier Jahren spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel, nach seinem Doppelpack im Pokal beim Karlsruher SC steht der Hannoveraner nun vor seinem Bundesliga-Debüt. 96 will den 23-Jährigen in der Öffentlichkeit schützen und lässt ihn deshalb bislang noch nicht zu Wort kommen - die Erwartungen geschürt haben die Niedersachsen aber dennoch: Weil der Angreifer auf den sozialen Kanälen der Sportschau fälschlicherweise als "Weynandt" betitelt wurde, twitterten die Hannoveraner: "Nichts für Ungut, liebe Sportschau, aber der Gute heißt Weydandt. Bestimmt hören wir seinen Namen aber demnächst auch des Öfteren." Auf die Antwort, bis zum kommenden Wochenende hätten sie den Namen drauf, setzte 96 mit einem Augenzwinkern noch nach: "Spätestens nach der dritten Bude!" Somit ist Weydandt trotz auferlegtem Spechverbot auch jetzt schon in aller Munde

Nach Dominik Kaiser im Sommer geht nun auch der letzte Aufstiegsheld, der den Weg von RB Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitgemacht hat: Fabio Coltorti beendet seine Karriere. Für den 37-jährigen Schlussmann hatte es bis zuletzt die Option gegeben, bei einem Abgang von Marius Müller erneut um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch gegen eine Fortsetzung der Karriere und für seine Familie, die in Marbella lebt. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick reagierte mit Verständnis und kündigte direkt einen großen Bahnhof an - wie Kaiser im Mai dieses Jahres soll Coltorti einen Tag nach dem Saisonfinale gegen Werder Bremen ein Abschiedsspiel bekommen.

14.09.2019 15:30 Uhr: Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen
14.09.2019 15:30 Uhr: FSV Mainz gegen Hertha BSC
14.09.2019 15:30 Uhr: FC Augsburg gegen Eintracht Frankfurt
14.09.2019 15:30 Uhr: FC Köln gegen Mönchengladbach
14.09.2019 15:30 Uhr: Union Berlin gegen Werder Bremen

Fortuna Düsseldorf gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 13.09.2019
Freitag, 13. September 2019

Gemeinsam haben sie im kommenden Sommer mehr als 20 Fortuna-Jahre auf dem Buckel. Sie sind Führungsfiguren, logisch, aufgrund großer Reife nicht mehr 30 oder 34 Spiele pro Saison am Ball. Aber unverzichtbar für das große Ganze. Zwei, die den Laden zusammenhalten. Adam Bodzek (34), seit Januar 2011 bei der Fortuna, als eisenharter, manchmal überharter Aufräumer, der zudem mit feinen Diagonalbällen das Spiel aufziehen kann. Dazu Kapitän Oliver Fink, der 2009 nach Düsseldorf kam, meist etwas offensiver im Zentrum postiert, taktisch geschickt, auch mit 37 noch einer der Spieler mit den besten Ausdauerwerten im Team, zudem mit gutem Auge und feinen Pässen.

Jüngst in Frankfurt, als Friedhelm Funkel seine Mannschaft trotz des 1:2 für den "bisher stärksten Auftritt in dieser Saison" lobte, bildeten Bodzek und Fink gemeinsam mit Alfredo Morales das Herzstück im Mittelfeld. Ein "altbewährtes Team" wolle er beisammenhaben gegen die erwartete Offensivpower der Eintracht, "und alle drei haben einen guten Job gemacht", befand Funkel. Gegen Wolfsburg wird er nicht mit diesem Zentral-Komitee antreten können: Morales, gerade so richtig in Schwung, zog sich im Länderspiel der USA gegen Mexiko (0:3) einen Faserriss im Adduktorenbereich zu und fällt drei bis vier Wochen aus. Die beiden anderen, die alten Meister, dürften aber im Zentrum wieder am Ball sein, als Stabilisatoren einer Mannschaft, die in der neuen Saison nur in Ansätzen überzeugte.

Der Knackpunk: Das im ersten Jahr nach dem Aufstieg so gefürchtete Umschaltspiel kommt noch nicht so recht in Gang. Regisseur Kevin Stöger absolviert zwar mittlerweile die ersten Laufeinheiten, fällt aber mit Kreuzbandriss bis zum Ende des Jahres aus. Lewis Baker, Leihgabe des FC Chelsea, zeigte im Zentrum schon gute Ansätze, übertrieb es jedoch gegen Leverkusen mit seiner Aggressivität und wurde gelb-rot-gefährdet vorzeitig ausgetauscht.

Von seinen Routiniers erwartet Funkel eine bessere Dosierung ihres Engagements im Zweikampf. Gut möglich, dass beide gegen Wolfsburg starten, denn nicht nur wegen Morales’ Verletzung ergibt sich ein gewisser Engpass in der Zentrale. Pausieren muss auch Aymen Barkok (Schulter-OP), Marcel Sobottka fehlt nach seinem Faserriss im Adduktorenbereich weiterhin.

Bodzek jedenfalls wird am Freitag zur Startelf gehören, das verriet Funkel vorab. "Das", so der Trainer, "ist kein Geheimnis. Adam hat es in Frankfurt sehr gut gemacht. Man hat sofort gemerkt, dass da jemand ist, der strategisch denkt, der klug die Bälle verteilt und Zweikämpfe gewinnt." Des Trainers Resümee über den alten Meister: "Er ist und bleibt ganz wichtig für uns, auch in dieser Saison."

 
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