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FC Schweinfurt gegen FC Schalke 04 im Livestream am 17.08.2018
Freitag, 17. August 2018

Seit Wochen werden die Schalker mit dieser einen Frage konfrontiert, ob von eigenen Fans oder neutralen Beobachtern: Wie wollt ihr die Vizemeister-Saison bloß toppen? Dann lächeln Spieler und Vereinsverantwortliche meistens und gestehen: Tja, das wird schwer.

"Die Erwartungshaltung ist nun wahnsinnig groß", sagt Ralf Fährmann, "davon wollen wir uns aber nicht beeinflussen lassen." Generell dürfe man "nicht so blauäugig sein und sagen, dass es für uns nun weiter stetig nach oben geht. Es wird auch Rückschläge geben." Entscheidend dabei für den Kapitän des FC Schalke: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Lage sind, Rückschläge und Misserfolge zu verkraften. Denn wir sind mittlerweile eine gewachsene, homogene Gruppe."

Es sei "das erste Mal seit Jahren, dass ein Umbruch auf Schalke wirklich so gefruchtet hat, wie wir uns das alle erhofft haben", sagt Fährmann. Er freut sich, "nun mit einem Trainer auch in die neue Saison starten zu dürfen, der uns innerhalb weniger Monate schon unglaublich viel beigebracht hat". Der 29-Jährige wird konkret: "Domenico Tedesco hat uns eine Identität gegeben, durch die wir Rückschläge besser werden wegstecken können. Mit Identität meine ich nicht nur unsere stabile Spielweise, die von einem guten Pressingverhalten geprägt ist, sondern vor allem auch Dinge wie Demut und Willensstärke, wofür unser 4:4 in Dortmund als Paradebeispiel dient."

Fährmann bedient sich einer Metapher: "Der Keller ist fertig, jetzt wollen wir das Erdgeschoss bauen." Wie hoch das Haus wird oder ob es überhaupt jemals fertigestellt werden kann, vermag der Schlussmann nicht zu prognostizieren, "da es im Fußball gemeinhin nicht dieses eine Ziel gibt. Wenn wir es schaffen, über mehrere Jahre hinweg konstant oben mitzuspielen, hätten wir schon viel erreicht." Die meisten Menschen bei Schalke 04 schlagen ähnliche Töne an wie der Kapitän. Es gehe nicht darum, erneut Vizemeister zu werden, sondern um Kontinuität.

FC Magdeburg gegen SV Darmstadt im Livestream am 17.08.2018

Erneute Pokalchance für Keeper Alexander Brunst. Gegen Darmstadt 98 soll der 23-Jährige von Beginn an im Magdeburger Tor stehen. Während der Saisonvorbereitung lieferten sich Brunst und der neun Jahre ältere Neuzugang Jasmin Fejzic ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende entschieden nur Nuancen und die größere Erfahrung für Fejzic, der die ersten beiden Zweitligaspiele das FCM-Tor hütete.

Im Premierenspiel gegen den FC St. Pauli (1:2) kassierte der Bosnier einen unhaltbar scheinenden Freistoß, beim folgenden 0:0 in Aue sah er nicht in allen Szenen souverän aus. Nun erhält Brunst, der im Sommer 2017 aus Wolfsburg an die Elbe wechselte, absprachegemäß seine Chance im DFB-Pokal. Im Vorjahr debütierte der gebürtige Neumünsteraner beim 0:5 im Pokal gegen Borussia Dortmund und absolvierte zum Saisonende noch fünf Drittligaspiele mit nur zwei Gegentoren. Mit einem fehlerfreien Auftritt könnten die Chancen für Brunst auf das Zweitligadebüt etwas größer werden.

Wehen Wiesbaden gegen FC St. Pauli im Livestream am 17.08.2018

Die Aufgabe eines Abwehrspielers besteht vor allem darin, gegnerische Stürmer nicht vorbeizulassen. Hin und wieder muss man aber auch die eigenen Mitspieler bremsen. Nach dem späten Ausgleich zum 3:3 gegen Braunschweig in der Nachspielzeit zeigte Joker Kofi Kyereh wie schon nach seinem Siegtreffer in Aalen erst einen Salto wie Miroslav Klose zu besten Zeiten, ehe sein Jubellauf in den Armen von SVWW-Verteidiger Sascha Mockenhaupt endete. Das Besondere: Mockenhaupt war diesmal Ergänzungsspieler. Während der "englischen Woche" zuvor hatte er nicht sonderlich glücklich agiert. "Solche Phasen gibt es", sagt Trainer Rüdiger Rehm, um gleich anzufügen: "Mocke ist ganz wichtig für uns."

Mockenhaupt hat bessere Karten als manch andere Stammkraft der erfolgreichen Vorsaison. Vereinslegende Alf Mintzel  etwa hatte jahrelang Angriff um Angriff jüngerer Herausforderer abgewehrt: Alexander Nandzik, Michael Vitzthum, Sertan Yegenoglu und Dominik Nothnagel kamen alle an ihm nicht vorbei. Derzeit betreibt er Job-Sharing mit dem fast 14 Jahre jüngeren Marc Wachs und verfolgte die Braunschweig-Partie ebenfalls von der Bank aus.

Für Niklas Dams und Steven Ruprecht blieben zuletzt nur Tribünenplätze. Verletzungen während der Vorbereitung bzw. zum Saisonauftakt warfen sie zurück. "Es haben sich in der Vorbereitung andere empfohlen", erklärt Rehm. Unterm Strich ist aber durch diese Personalien der Umbruch doch größer, als es zu erwarten war. Unterm Strich stehen neun Gegentore; Liga-Höchstwert und eine deutliche Verschlechterung gegenüber der Vorsaison, als der Vierte der Abschlusstabelle diesen Wert erst am 14. Spieltag erreichte. Einzig Moritz Kuhn ist aus der Vorjahres-Viererkette weiterhin gesetzt, während an seiner Seite sowohl Wachs als auch Giuliano Modica und Sören Reddemann Licht und Schatten zeigten.

Das Pokalspiel gegen St. Pauli kommt nun gerade recht, da der Erwartungsdruck nicht sehr hoch ist. "Da sind wir nicht der Favorit", so Rehm. "Wenn wir eine Leistung hinlegen wie vor einem Jahr gegen Aue (2:0-Sieg, Anm. d. Red.), dann kann es wieder hinhauen", ist Kapitän Sebastian Mrowca zuversichtlich.

FC Köln gegen Union Berlin im Livestream am 13.08.2018
Montag, 13. August 2018

Schlaflose Nächte bereitet ihm die Heimpremiere nicht, doch Kölns Geschäftsführer Armin Veh gesteht ein, dass "eine gewisse Anspannung" vor dem Spiel gegen Union Berlin zu verspüren ist. Kein Wunder, denn knapp drei Monate nach dem Abstieg aus der Bundesliga ist diesem sportlichen Fall zum Trotz wieder Euphorie um den 1. FC Köln deutlich spürbar in der Stadt. Das Stadion in Müngersdorf wird ausverkauft sein (einige Karten wurden aus Sicherheitsgründen nicht verkauft, weshalb keine 50 000 Fans da sein können) und: Bereits am 2. Spieltag hat der FC etwas zu verteidigen. Beispielsweise einen Vorsprung auf die Konkurrenz aus Hamburg.

Auch Markus Anfang gibt für einen kurzen Augenblick seine defensive Grundhaltung in Sachen Öffentlichkeit auf und stuft für sich die Partie "als etwas Besonderes" ein, er freue sich auf dieses Heimspiel, eben auch "weil es das erste Spiel für mich in Köln ist. Ich hoffe, dass wir eine gute Leistung abliefern." Wer Anfang in diesen Tagen erlebt, registriert diese Worte als Zeichen der Vorfreude. Ansonsten lässt der Trainer dem Beobachter wenig Möglichkeiten, in sein Seelenleben zu blicken, verfährt lieber nach der Maßgabe, nach der die Mannschaft alles bedeutet und der Einzelne nicht wirklich entscheidend ist. Ob Trainer, ob Spieler.

Ein kluger Grundgedanke, gerade bei diesem Kader. Nur so kann der Trainer Spielern, die überraschend auf der Bank sitzen, vorleben, dass zuallererst die Gruppe zählt. Lasse Sobiech musste dies ebenso erfahren wie Simon Terodde - zwei Zweitliga-Größen, die in Bochum zu Beginn auf der Bank saßen.

Während Innenverteidiger Sobiech wegen Jorge Merés Sperre fest mit einem Startplatz rechnen kann, wird Terodde wohl erneut zunächst auf der Bank sitzen. Konkurrent Jhon Cordoba habe in Bochum und auch den folgenden Trainingseinheiten "viele gute Aktionen gehabt und sich reingehängt", lobt Anfang. Er wisse um sein Luxusproblem und hoffe deshalb, "immer die richtige Entscheidung zu treffen".

Dies gilt auch für das defensive Mittelfeld. Hier könnte Kapitän Jonas Hector (zuletzt mit Magenproblemen aus dem Training genommen, am Montag aber aller Voraussicht nach fit) wie in Bochum die Sechserposition einnehmen und mit Ball- und Passsicherheit für mehr Stabilität sorgen.

Köln war bislang für den 1. FC Union noch nie eine Reise wert. 2002/03 (0:7), 2012/13 (0:2) und 2013/14 (0:4) setzte es in drei Spielen drei Niederlagen ohne eigenen Torerfolg. "Was gewesen ist, ist gewesen. Was mich interessiert, ist die Gegenwart", sagt Union-Trainer Urs Fischer.

Im Training heizte er den Konkurrenzkampf an. Am Freitag in der letzten öffentlichen Einheit vor dem Auftritt in Köln schienen in einem längeren Übungsspiel in voller Mannschaftsstärke drei Positionen vakant zu sein. Gegenüber dem 1:0 über Aue agierte vorn auf der rechten Außenbahn Simon Hedlund anstelle von Akaki Gogia in der voraussichtlichen Startelf. Auf zwei anderen Positionen wurde fleißig hin- und hergetauscht. In der Innenverteidigung wechselten sich Michael Parensen und Florian Hübner ab. Hübner musste gegen Aue noch wegen Oberschenkelproblemen passen. Das könnte sich bald ändern. "Florian hat sehr gut trainiert. Er kommt immer besser in den Rhythmus. Es ist eine weitere Alternative", sagt Fischer. Für Hübner, der aus Hannover kam, wäre es das Pflichtspiel-Debüt im Trikot der Eisernen. Parensen steht dagegen vor seinem 200. Zweitligaspiel für Union.

Im Mittelfeld duellieren sich der ehemalige Kölner Marcel Hartel und Ex-Kapitän Felix Kroos. Am Freitag tauschten beide zeitweise alle zwei Angriffe das gelbe Leibchen der A-Elf miteinander. Kroos war gegen Aue nur eingewechselt worden, weil er nach einer Leistenverletzung erst zum Ende der Vorbereitung wieder voll belastbar war. Mit seinem entscheidenden Freistoßtor untermauerte der 27-Jährige seine Anwartschaft auf die Stammelf. Sein Trainer hält sich bedeckt, sagt lediglich, "dass Standards eine Waffe sein und die Differenz ausmachen können".

Fischer weiß aber auch, was für den U-21-Nationalspieler Hartel spricht, der an alter Wirkungsstätte besonders motiviert sein dürfte. Der Coach dazu: "Er bringt den Spaß und das Kreative mit."

Eintracht Frankfurt gegen Bayern München im Livestream am 12.08.2018
Sonntag, 12. August 2018

In der Innenverteidigung kann der Trainer zwischen Mats Hummels, Niklas Süle und Jerome Boateng wählen, "dreimal Weltklasse", wie er sagt. Letztgenannter wird ihm zur Verfügung stehen, nachdem Boateng am Dienstag Manchester Uniteds Trainer José Mourinho persönlich abgesagt hat. Der Startrainer wollte den Fußballer des Jahres 2016 unbedingt verpflichten, doch die sportliche Perspektive überzeugte den 29-Jährigen nicht.

Ihm bleibt die Option Paris St. Germain, die für Boateng reizvoll ist, weil dort die Chance auf einen zweiten Champions-League-Gewinn nach 2013 größer ist und ihn mit Thomas Tuchel ein deutscher Trainer möchte. Aber auch ein Verbleib beim FC Bayern, für den er seit 2011 spielt, ist nicht ausgeschlossen. Kovac möchte Boateng behalten, das teilte er ihm in einem ausführlichen Vier-Augen-Gespräch mit. Der Nationalspieler ist vom neuen Trainer angetan, er merkt, dass Zug drin ist in der täglichen Arbeit. Und nicht zuletzt hat er mitbekommen, dass Kovac in Frankfurt seinen Bruder Kevin-Prince gegen alle Zweifel hinbekommen hat und zu diesem ein gutes Verhältnis pflegte.

Eine Entscheidung könnte sich bis Ende August hinziehen, wenn das Transferfenster auch in Frankreich schließt. PSG müsse erst noch einige Dinge beim Financial Fair Play regeln, heißt es, dann werde es einen neuen Vorstoß geben. Offen, ob es dann zu einer Einigung zwischen den drei Parteien kommt, verscherbeln werden die Münchner Boateng nicht.

Zurück zum Supercup: In den Testspielen ließ Kovac meist im bewährten 4-3-3 spielen. Die von ihm ins Spiel gebrachte Dreierkette scheint aktuell noch keine Alternative zu sein. Die Mannschaft setzt das Gegenpressing bereits gut um, Chancen sollen vor allem über die Flügel herausgearbeitet werden. Dort sollten zunächst die Platzhirsche Franck Ribery und Arjen Robben einen Vorsprung haben, beide machen einen fitten und agilen Eindruck. Im Mittelfeld wird sich Neuzugang Leon Goretzka wohl zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen müssen.

Erzgebirge Aue gegen FC Magdeburg im Livestream am 12.08.2018

Es war der Transferhammer in dieser Woche zwischen den beiden sächsischen Zweitligisten: Dynamos Publikumsliebling Pascal Testroet stürmt künftig für Aue. Der 27-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2021.

"Paco ist der Typ, der im Strafraum dorthin geht, wo es wehtut. Solch einen Spieler brauchen wir", freut sich Trainer Daniel Meyer auf den Stürmer. "Er ist heiß, das habe ich vom ersten Gespräch an gemerkt. Er will beweisen, dass er ein guter Zweitligastürmer ist."

Testroet hat in Dresden in der Vorbereitung alle Trainingseinheiten mitgemacht, steht voll im Saft. "Ich bin bereit, bin bei Kräften", so der Torjäger. Bei Dynamo war er aufs Abstellgleis geraten, da Trainer Uwe Neuhaus andere Stürmertypen bevorzugt.

Daher entschloss sich "Paco" zum Wechsel. "Nach den Gesprächen mit Trainer, Geschäftsführer und Präsident war relativ schnell klar, dass ich das machen möchte. Wir haben mit Dresden alles sehr ordentlich hinbekommen. Jetzt bin ich froh, dass es geklappt hat."

So überraschend der Startelfeinsatz von Michel Niemeyer bei Magdeburgs Zweitligadebüt gegen den FC St. Pauli war, so unglücklich verlief er auch für den 22-Jährigen. Das Eigengewächs erwischte nach längerer Zwangspause keinen guten Tag.

Bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz nach einem Muskelfaserriss war der Außenbahnspieler an beiden Gegentoren beteiligt: Vor dem 0:1 klärte der links in der neu formierten Viererkette spielende Musterschüler von Trainer Jens Härtel die Situation nicht resolut genug, sodass Christopher Buchtmann zum Schuss kam. Den umstrittenen Freistoß zum 1:2 durch Kunstschütze Marvin Knoll verursachte er ebenfalls.

"Da müssen wir uns schnell dran gewöhnen. Das ist eben 2. Liga. Wenn du ein paar Situationen zulässt, wirst du direkt bestraft", stellte Härtel danach fest und nimmt Niemeyer in die Pflicht: "Michel hängt beim ersten Gegentor mit drin." Härtel hatte den gebürtigen Salzwedler bereits als A-Jugendspieler bei RB Leipzig unter seinen Fittichen, holte ihn 2015 zurück an die Elbe. Seine besten Leistungen zeigte Niemeyer seitdem als Offensivspieler auf der linken Außenbahn.

Holstein Kiel gegen FC Heidenheim im Livestream am 12.08.2018

Beim 1:1-Auftakt gegen Bielefeld hat es nur Niklas Dorsch von den Neuzugängen in die Startelf geschafft. Das könnte am Sonntag in Kiel anders sein, wobei der Grund kein erfreulicher ist. Innenverteidiger Mathias Wittek hat sich beim Auftakt eine Außenbandruptur im Knie zugezogen und wird einige Wochen fehlen. Da der etatmäßige zweite Innenverteidiger, Timo Beermann, drei Wochen der Vorbereitung wegen Adduktorenproblemen verpasst hatte und gegen die Arminia fehlte, dürften sich die beiden Ex-Dortmunder Patrick Mainka und Oliver Steurer um den Platz neben Norman Theuerkauf (31) streiten.

Der Routinier war wie erwartet ins defensive Zentrum zurück gerückt. Steurer spielte gegen Bielefeld als linker Außenverteidiger solide, da Arne Feick noch angeschlagen war. Kehrt Feick zurück, dürfte er spielen und das Duell wäre eröffnet. Kann er noch nicht, hätte Trainer Frank Schmidt die Option, beide spielen zu lassen - nebeneinander. Vielleicht wirft er auch den jungen Tobias Reithmeir ins kalte Wasser.

SV Sandhausen gegen Hamburger SV im Livestream am 12.08.2018

Beim SV Sandhausen ist die Vorfreude auf das erste Heimspiel gegen den großen Hamburger SV getrübt. Stürmer Karim Guédé hat sich bei der 1:3-Niederlage am Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth einen Innenbandanriss im linken Knie zugezogen und fällt sechs Wochen aus. Und nun kam eine weitere Hiobsbotschaft hinzu. Nejmeddin Daghfous, der nach einer Muskelverletzung die Vorbereitung fast komplett verpasst, aber bereits wieder mit der Mannschaft trainiert hatte, hat sich am Mittwoch im Training das Kreuzband gerissen und fällt lange Zeit aus.

Auch die Auftaktniederlage drückt auf die Stimmung. "Wir haben bis auf die letzten zwölf, dreizehn Minuten ein gutes Auswärtsspiel gezeigt und dann den Faden verloren", klagte Vizekapitän Denis Linsmayer über drei Gegentore in der Schlussphase.

Auch Jürgen Machmeier ärgerte sich: "Mit einem Auftaktsieg im Rücken wäre es gegen den HSV etwas leichter gewesen." Der Präsident hofft auf eine Steigerung: "Wir müssen daraus lernen, und der Trainer hat viele Alternativen." Mit dem Ausfall von Guédé und Daghfous sind es nun allerdings schon zwei weniger geworden.

Einen Innenverteidiger braucht der HSV am allernötigsten. Das hat die 0:3-Auftaktniederlage am vergangenen Freitag gegen Holstein Kiel deutlich gezeigt. Mit Rick van Drongelen verfügen die Hamburger nach den langfristigen Ausfällen von Kyriakos Papadopoulos und Gideon Jung (beide Knorpelschaden) aktuell nur über einen tauglichen gelernten Innenverteidiger. Neuzugang David Bates, der von den Glasgow Rangers kam, ist vom Zweitliganiveau noch ein gutes Stück entfernt. "David hat es in der Vorbereitung anständig gemacht. Aber Ligaspiele sind noch mal etwas anderes. Der Druck ist viel größer", weiß auch HSV-Sportchef Ralf Becker. Aktuell hat er in Sachen Innenverteidigersuche aber "nichts zu vermelden". Sicher ist nur: "Wir werden einen holen."

Ermin Bicakcic wird es nicht sein. Die HSV-Verantwortlichen haben in den vergangenen Tagen noch mal Kontakt mit der TSG Hoffenheim aufgenommen. Bicakcic soll allerdings verkauft werden. Und eine Ablösesumme von vier bis fünf Millionen Euro ist für den klammen HSV nicht zu stemmen. Die Suche nach einem Innenverteidiger, der möglichst nur eine geringe oder im besten Fall gar keine Gebühr kostet, geht mit Hochdruck weiter.

Trainer Christian Titz wird am Sonntag in Sandhausen wohl entweder Youngster Jonas David (18) in der Innenverteidigung neben van Drongelen aufbieten - oder sogar auf Albin Ekdal zurückgreifen. Der schwedische Nationalspieler will den HSV eigentlich verlassen. Sampdoria Genua soll starkes Interesse haben, den 29-Jährigen zu verpflichten. "Noch ist aber nichts perfekt. Albin könnte am Sonntag in Sandhausen auch für uns spielen", betont Becker.

Ebenfalls auflaufen könnte Orel Mangala, den der HSV vom VfB Stuttgart ausgeliehen hat. Becker: "Er ist ein Spieler mit viel Potenzial, aggressiv und kampfstark. So ein Spielertyp hat uns noch gefehlt." Auch eine Erkenntnis des Fehlstarts gegen Kiel. Der HSV muss für den 20-jährigen defensiven Mittelfeldspieler, der am Mittwochabend bereits mit der Mannschaft trainierte, keine Leihgebühr nach Stuttgart überweisen - der Belgier passt (finanziell) also genau ins Beuteschema.

Auch in puncto Stürmersuche gibt es keinen neuen Stand. Jairo, der am Dienstag wegen muskulärer Probleme im Training fehlte, wird im Sturmzentrum vermutlich keine zweite Chance erhalten. Er könnte durch Pierre-Michel Lasogga ersetzt werden, neben ihm könnte in Sandhausen Neuzugang Khaled Narey stürmen. Diese Variante hatte Titz in dieser Woche im Training schon getestet.

Keine Hoffnung besteht mehr, dass Aaron Hunt bis zum Spiel am Sonntag wieder fit wird. Ein MRT am Mittwoch hat ergeben, dass der Kapitän einen Einriss in der Faszie erlitten hat und damit weiterhin ausfällt.

Arminia Bielefeld gegen Dynamo Dresden im Livestream am 11.08.2018
Samstag, 11. August 2018

Laufen, laufen, laufen - Manuel Prietl hat gleich da weitergemacht, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat. 12,18 Kilometer spulte der 27-Jährige in Heidenheim ab, der laufstärkste Akteur der abgelaufenen Spielzeit landete damit am ersten Spieltag in dieser Kategorie in den Top 5.

Trainer Jeff Saibene weiß, was er an Prietl hat, deshalb hat das Laufwunder auch seinen Stammplatz behalten. Der Nebenmann war aber neu: Nils Seufert gab auf der Doppelsechs sein Arminia-Debüt und zeigte eine ordentliche Leistung. Nach 63 Minuten wurde er von Tom Schütz ersetzt. Bleibt abzuwarten, ob der erst 21-jährige Seufert auch gegen Dresden in der Startelf steht oder ob der erfahrene Schütz seinen Platz zurückerobert hat. Prietl ist gesetzt und nimmt den ersten Dreier ins Visier: "Den Punkt aus Heidenheim nehmen wir mit und am Samstag wollen wir zu Hause dann den Sieg einfahren." Der Österreicher möchte erneut mit einer starken Laufleistung überzeugen und mal wieder ein Tor erzielen. Seinen bislang einzigen Zweitligatreffer hat Prietl im November 2016 erzielt. In Heidenheim hatte er Pech mit einem Pfostenschuss.

Auf diese Situation hätte er gern verzichtet: Nach dem ersten Saisonspiel muss Kapitän Marco Hartmann wieder passen. Er zog sich in der Partie gegen Duisburg kurz vor der Pause beim Sprint ohne Fremdeinwirkung einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu. "Der verletzungsbedingte Ausfall von Harti direkt im ersten Saisonspiel ist natürlich bitter. Ich bin mir aber sicher, dass wir diesen Verlust als Mannschaft auffangen werden, wenn wir dort weitermachen, wo wir alle zusammen am Montagabend gegen Duisburg aufgehört haben", sagt Trainer Uwe Neuhaus.

Die Verletzungshistorie von Hartmann schmerzt. Aufgrund zweier Muskelfaserrissen und einer Innenbanddehnung fehlte der Kapitän in der vergangenen Saison in insgesamt 16 Partien. Auch in den Jahren davor - mit Ausnahme der Spielzeit 2015/2016 - warfen ihn langwierige Verletzungen immer wieder zurück. In dieser Saisonvorbereitung zwang ihn bereits eine Knieprellung zur vorzeitigen Abreise. Auf dem Platz ist der 30-Jährige sicher ersetzbar, etwa durch Neuzugang Jannis Nikolaou. Schwieriger wird es den Charakter und die Präsenz des Kapitäns zu ersetzen.

MSV Duisburg gegen VfL Bochum im Livestream am 11.08.2018

Der MSV verpatzte mit einem 0:1 in Dresden den Saisonstart und steht vor dem Revierderby gegen Bochum am Samstag bereits unter Druck. In Dresden setzte Ilia Gruev auf ein neues Spielsystem mit einer Fünfer-Abwehrkette und drei Mittelfeldspielern. Obwohl Duisburg durch einen Abwehrfehler die Partie verlor, verteidigte der Coach sein neues System: "Insgesamt haben wir gut verteidigt, in einigen Situationen fehlte aber die Konzentration." 4-4-2 oder 5-3-2: Gruev macht die Wahl der Taktik vom Gegner abhängig. Gegen forsche Bochumer könnte der Trainer erneut die Fünferkette favorisieren, zumal die neue Formation im Ligabetrieb durch Spielpraxis Stabilität gewinnen soll.

Die neue Variante geht auf Kosten der Flügelspieler. Die Arbeit auf den Außenbahnen müssen die Verteidiger Kevin Wolze und Andreas Wiegel verrichten. Die klassischen Flügelspieler Joseph-Claude Gyau, Cauly Oliveira Souza und Ahmet Engin saßen in Dresden auf der Bank, während sich Moritz Stoppelkamp in einer neuen Rolle hinter den Spitzen wiederfand. "Wir müssen das Spiel genau analysieren und gegen Bochum drei Punkte holen", unterstreicht dieser.

Gegen Köln ein gutes Spiel gemacht, den Titelanwärter mehr als eine Halbzeit lang beherrscht, aber nach 90 Minuten das Spielfeld ohne einen einzigen Punkt verlassen. Nicht am Auftreten und der Spielweise, aber am Ertrag will der VfL Bochum im Revierderby am Samstag beim MSV Duisburg etwas ändern.

"Jetzt gilt es, in Duisburg die ersten drei Punkte zu holen", blickte Rechtsverteidiger Jan Gyamerah bereits unmittelbar nach dem Abpfiff auf die nächste Partie. Dass die Bochumer schon unter Druck stehen, wollte Sportvorstand Sebastian Schindzielorz nicht bestätigen, dazu sei es in der Saison noch zu früh. "Dies ändert aber nichts daran, dass wir nach Duisburg fahren, um dort die drei Punkte zu holen", setzt auch Schindzielorz beim bisher ebenfalls punktlosen MSV ganz auf den ersten Saisonerfolg. Gyamerah geht nicht davon aus, dass die Auftaktniederlage Spuren hinterlassen hat. "Auf gar keinen Fall hat die Moral unter der Niederlage gelitten", ist der 23-Jährige davon überzeugt, dass sein Team auch in Duisburg dominant auftreten wird.

Wenn sich der VfL diesmal für den hohen Aufwand belohnen möchte, muss sich vor allem die Chancenverwertung verbessern. Robbie Kruse hatte in der Auftaktpartie gleich drei Großchancen, den Führungstreffer zu erzielen. "Wir haben uns gegen Köln so viele Chancen herausgespielt, haben sie aber nicht weggemacht", ärgerte sich auch Youngster Maxim Leitsch stellvertretend für Kruse und die Mannschaft. Gute Nachrichten gibt es derweil von Danilo: Der Brasilianer absolvierte nach seiner gegen Köln erlittenen Rippenprellung bereits am Dienstag wieder das komplette Trainingsprogramm.

 
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