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FC Schalke 04 gegen FSV Mainz im Livestream am 20.10.2017
Freitag, 20. Oktober 2017

Eindringlich hatte Schalke 04 den serbischen Verband darum gebeten, Matija Nastasic in der finalen Phase der WM-Qualfikation aufgrund eines Knochenödems nicht einzusetzen – der Verteidiger wurde dennoch aufgestellt. Die Gelsenkirchener äußerten bereits vor einer Woche ihren Unmut darüber, ihre Stimmung hat sich seither nicht aufgehellt. Nastasics internationaler Einsatz hat weitreichendere Folgen als zunächst befürchtet, er wird auch am Freitag gegen Mainz 05 fehlen. Seinen Platz auf der linken Abwehrseite wird Thilo Kehrer übernehmen, wie bereits beim 2:0-Sieg bei Hertha BSC. Die Lücke, die Kehrer somit rechts hinterlässt, kann Benjamin Stambouli füllen. Der Franzose hat sich inzwischen als gute Alternative für diese Po sition entpuppt, was umso bemerkenswerter ist, wenn man bedenkt, dass Schalke ihn im Vorjahr für stolze 8,5 Millionen Euro eigentlich als defensiven Mittelfeldspieler von Paris St. Germain in den Pott geholt hatte. Im Mittelfeldzentrum herrscht inzwischen auf Schalke aber ein Überangebot. Leon Goretzka ist hier gesetzt, die Rolle als dessen Partner beansprucht Nabil Bentaleb für sich.

Mit Weston McKennie hat sich in den vergangenen Wochen allerdings ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent nahezu aus dem Nichts in den Vordergrund gespielt, das Talent ist nach überstandendem Muskelfaserriss eine Option für Freitag. Mit seinem guten Auftritt als alleiniger Sechser gegen Hertha BSC ist plötzlich sogar Max Meyer eine Alternative für den Platz vor der Abwehr, speziell dann, wenn Schalke von der Spielanlage her auf viel Ballbesitz aus ist. Was gegen Mainz 05 erneut der Fall sein wird. Auch Kehrer verfügt über Qualitäten eines Sechsers. Stambouli profitiert inzwischen davon, dass er sich auf Anraten seines neuen Trainers Domenico Tedesco zum Abwehrspieler umschulen ließ. „Er hat mir gesagt, dass es gut wäre, wenn ich das gesamte Spiel vor mir hätte“, erklärt Stambouli, der als Rechtsverteidiger durchaus schon bewiesen hat, dass er etwas von Spielaufbau versteht. Die Weitsicht Tedescos, Stambouli ganz hinten zu installieren, macht sich inzwischen bezahlt. Unersetzlich ist der 27-Jährige gleichwohl noch lange nicht, bewusst betont Stambouli daher: „Bei uns gibt es aktuell keine Stammelf.“ Vor allem die überschaubare Kadergröße von nicht mehr als 20 Feldspielern erfordere, dass jeder Einzelne ständig für einen Einsatz gewappnet sein müsse, weiß Stambouli. Für ihn gilt dies in besonderem Maße.

Es wird gewiss ein besonderes Wiedersehen für Trainer Sandro Schwarz (Foto), das hat er am Mittwoch auf der Pressekonferenz deutlich betont. Schließlich hat ihn Schalke-Manager Christian Heidel zweimal beim 1. FSV Mainz 05 verpflichtet. „Christian war derjenige, der mich als Jugendspieler geholt und mir den ersten Profivertrag angeboten hat“, erzählt der seit Dienstag 39-Jährige, „und der mich nach meinen Stationen bei Eschborn und Wiesbaden als U-19-Coach wieder geholt hat.“ Mit viel Vertrauen in seine Qualität, galt Schwarz doch schon 2013 auf Sicht als potenzieller Trainer der Profis. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell am Freitag, obwohl „Schalke der haushohe Favorit ist“, wie Schwarz findet. Gerade in puncto Standards können die Königsblauen den Mainzern gefährlich werden. Kein Team erzielte in dieser Saison bislang mehr Tore nach ruhenden Bällen – sieben von insgesamt zehn. Und der FSV präsentierte sich bisher in der Verteidigung dieser eher schwach. Die letzten fünf Gegentreffer, insgesamt schon sieben, resultierten aus Standards. Nur der 1. FC Köln kassierte mehr. „Wir wissen, dass wir da Steigerungspotenzial haben“, sagt der Coach, der deshalb aber keine Wunderdinge im Training veranstalten wird. Vielmehr setzt Schwarz auf eine stetige Weiterentwicklung. Das Problem bei Standards besteht nämlich schon seit Längerem. Auch im Vorjahr gehörte Mainz zu den schwächeren Teams bei Standardsituationen. 18 Gegentore waren es in der Saison 2016/17. Ein Gegengift findet sich anscheinend schwieriger als gedacht. „Wir werden Schalkes Standards noch mal genau analysieren“, erklärt Schwarz in der Hoffnung, den ersten Schritt zu machen.

Fortuna Düsseldorf gegen SV Darmstadt im Livestream am 20.10.2017

Der Auftritt in Bielefeld soll als Vorbild dienen. Als Messlatte. Weil Fortuna Düsseldorf am Samstag beim 2:0 gegen die Arminia ein rundum gelungener Vortrag glückte. In der Offensive – erst recht aber beim erfolgreichen Versuch, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. „In den Spielen zuvor gab es immer mal Momente, wo wir das Glück auf unserer Seite hatten“, erinnert sich Trainer Friedhelm Funkel. „In Bielefeld war das Defensivverhalten über 90 Minuten gut, und gegen Darmstadt dürfen wir da keinen Deut nachlassen.“ Wie Düsseldorf erzielte der nächste Gegner nur 20 Tore, musste aber bereits neun Gegentreffer mehr schlucken als die Fortunen, die seit sieben Heimspielen ungeschlagen sind und mit einem Dreier ihre Spitzenposition verteidigen wollen. Als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive spielt vor allem Oliver Fink eine große Rolle und trumpft in einer Art und Weise auf, die ihm viele kaum noch zugetraut hätten. Hier zahlt sich die geballte Routine aus: Funkel ist mittlerweile 63 und der älteste Trainer der 2. Liga; Fink als dessen verlängerter Arm auf dem Feld und Kapitän ist 35, liefert aber immer noch mit die besten Ausdauerwerte. Hier der Trainer-Routinier, dort der routinierte Profi – das passt offensichtlich. „Ein klasse Typ, ganz wichtig für die Mannschaft“, lobt Funkel, „Oli ist ein Kilometerfresser mit Auge, sehr stark in der Balleroberung.“ In Bielefeld war Fink der ide ale Partner von Youngster Florian Neuhaus. Gemeinsam mit Marcel Sobottka dürften diese drei nun auch gegen Darmstadt wieder das zentrale Mittelfeld bilden. Oder doch nicht? „Eine unserer Stärken ist, dass wir in allen Mannschaftsteilen mehrere Möglichkeiten haben“, freut sich Funkel, „damit bleiben wir für den Gegner unberechenbar.“ Keine Rolle in Funkels Planungen spielt derzeit Michael Rensing, der nach seinem Rippenbruch weiter pausiert. Eine MRT-Untersuchung soll Aufschluss geben, wann der Stammkeeper wieder Torwarttraining absolvieren darf.

Anfällig ist Darmstadts Abwehr bereits seit fünf Spieltagen, so viele Tore wie gegen Nürnberg (3:4) hatte sie aber noch nicht kassiert. Die Zahl der Gegentreffer summiert sich inzwischen auf 19, ein extrem schlechter Wert für einen Bundesligaabsteiger. Energie Cottbus war vor acht Jahren die bisher letzte Mannschaft mit einer derart schwachen Zwischenbilanz. Nur vier Absteiger waren noch schlechter: der FC St. Pauli 2002/03 mit 27 Gegentoren sowie der VfB Leipzig 1994/95, der 1. FC Köln 1998/99 und Eintracht Frankfurt 2004/05 mit je 21. Bei Darmstadt waren gegen den Club erneut individuelle Fehler ausschlaggebend. Diesmal patzten vor allem Innenverteidiger Patrick Banggaard und Torhüter Joel Mall, der Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (Fingerbruch) vertrat. Diesen Freitag wird Trainer Torsten Frings vermutlich erneut umbauen müssen: Tobias Kempe, dessen Fuß wegen des Spielens mit einem gebrochenen Zeh dick angeschwollen ist, droht auszufallen, ebenso Sandro Sirigu (Risswunde am Bein). Ein klein wenig Hoffnung verbreiten indes die Startelf- aspiranten Jan Rosenthal und Felix Platte. Rosenthal scheint nach einem Eingriff am Knie vor fünf Monaten wieder hundertprozentig fit, Torschütze Platte sammelte gegen Nürnberg Selbstvertrauen, konnte damit aber auch nicht die zweite Saisonheimniederlage verhindern. „Wir wurden gnadenlos ausgekontert. Da müssen wir stabiler werden“, fordert Rosenthal. In Düsseldorf können die Lilien den Fokus mehr auf die Stabilität legen, beim Tabellenführer müssen sie nicht unbedingt das Spiel machen, was ihnen schwerfällt.

FC Ingolstadt gegen FC Heidenheim im Livestream am 20.10.2017

Es ist ruhig geworden um Romain Bregerie. Dabei verlängerte der Innenverteidiger nach dem Abstieg seinen ursprünglich bis 2018 laufenden Vertrag bis 2020 und sollte als Stammspieler und Leistungsträger kräftig mitanschieben, den Karren FCI wieder flott zu bekommen. Wie so oft widersprechen sich aber Theorie und Praxis. In den vergangenen fünf Partien spielte Bregerie keine Sekunde, fehlte zuletzt sogar komplett im Kader. „Wir haben ihn bewusst rausgenommen und ihm eine Verschnaufpause gegönnt“, erklärt Trainer Stefan Leitl.

Der Grund: In den ersten fünf Partien patzte Bregerie mehrmals, der Notenschnitt von 4,30 sagt alles. „Wir haben am Anfang der Saison auch individuell zu wenig gebracht, ich war einer dieser Spieler“, erzählt Bregerie. „Ich bin ehrlich zu mir selbst, ich hätte besser sein können.“ Bregerie fehlten die Gegenargumente: „Seit ich Fußball spiele, habe ich jede Entscheidung akzeptiert.“ Das Pech des 31-Jährigen: Ohne ihn lief es beim 4:0 auf St. Pauli prächtig, seitdem setzt Leitl innen auf Hauke Wahl als Partner von Marvin Matip. Doch Bregeries Ungeduld wächst, auch wenn er in klinisch sauberem Fußballsprech sagt: „Ich gebe jeden Tag Gas, fühle mich gut und bin bereit, wenn der Trainer mich wieder braucht.“ Leitl erwidert: „Für mich sind die Eindrücke im Training wichtig. Es liegt an ihm, und er ist auf dem aufsteigenden Ast.“ Die Vertragsverlängerung bereut Bregerie nicht. „Ich habe lange überlegt, was die beste Entscheidung für mich ist, zu der stehe ich. Das war auch ein Zeichen, dass ich zum Verein stehe.“ Auch in schweren Zeiten.

Die neunte Minute in der Partie gegen Holstein Kiel (3:5): Soeben war Marc Schnatterers 30-Meter-Geschoss unhaltbar zur Führung eingeschlagen. „Ich hoffe, dass mir das für mein Spiel wieder Auftrieb gibt“, so der Torschütze. Es war erst das erste Saisontor des 31-Jährigen, mit dem das Heidenheimer Spiel nach wie vor steht und fällt. Einen Freistoßtreffer, nicht minder schön, ließ er noch folgen. Doch – und das ist der Unterschied zu den vergangenen Spielzeiten – zu einem Sieg oder Teilerfolg reichte es trotz der Schnatterer-Gala nicht. Dennoch wollte er nicht alles schlechtgeredet haben: „Man hat auf jeden Fall gesehen, dass wir eine Mannschaft sind. Wir haben uns gewehrt, die Moral hat gestimmt.“ Nicht nur auf ihren Kapitän hoffen sie beim FCH, sondern auch, dass die Verletzung von Norman Theuerkauf nicht allzu schwer ist und er am Freitag in Ingolstadt spielen kann. Denn Mathias Wittek ist nach seiner Roten Karte für ein Spiel gesperrt.

SV Darmstadt gegen FC Nürnberg im Livestream am 16.10.2017
Montag, 16. Oktober 2017

Zu Beginn dieser Saison liebäugelte Immanuel Höhn mit einem Wechsel zur SpVgg Greuther Fürth, weil er in Darmstadt wenig Perspektive sah. Trainer Torsten Frings schob einen Riegel vor – mittlerweile ist der 25-Jährige Stammspieler. „Ich bin froh, dass ich viel auf dem Platz stehe. Das ist das Schönste und was am meisten Spaß macht, vor allem, wenn wir erfolgreich unterwegs sind“, sagt Höhn. Letzteres war zuletzt allerdings nicht durchgehend der Fall, es gab Kritik an der Defensivleistung, was auch ihn als Innenverteidiger unter Druck setzt. „Patrick Banggaard hat sehr gut trainiert in den vergangenen Wochen und wird sicher wieder einmal eine Chance bekommen“, orakelt Frings. Allerdings ist derzeit Aytac Sulu angeschlagen (grippaler Infekt). „Zuletzt haben die Big Points gefehlt, trotzdem war bei uns nicht alles schlecht“, betont Höhn, auch wenn die Mannschaft „zu viele Gegentore“ kassierte. Die emotionalen Ausschläge sind dem Defensivallrounder allerdings zu stark: „Zu Saisonbeginn war befürchtet worden, dass wir das neue Paderborn werden, dann wurde von Aufstieg geschrieben: Es ist alles immer sehr davon abhängig, wie man die letzten Spiele gestaltet hat. Wir müssen realistisch bleiben. Dass manche Fans vom Nonplusultra träumen, ist klar.“ Höhns Vertrag läuft zum Saisonende aus, ein neues Angebot gibt es noch nicht. „Ich lasse alles auf mich zukommen“, sagt der Spieler, für den es im Sommer auch eine Anfrage aus der englischen zweiten Liga gab. Die Gelassenheit ist nachvollziehbar: Die wenigen ablösefreien Wechsel werden heutzutage mit einem ordentlichen Gehaltsaufschlag dotiert.

Donnernder Applaus war Sportvorstand Andreas Bornemann bei der Jahreshauptversammlung gewiss, als er bei seiner Rede die vorzeitigen Vertragsverlängerungen von Hanno Behrens und Patrick Erras erwähnte und dies mit dem Appell versah, dass sich „andere daran hoffentlich ein Beispiel nehmen“. Mit „andere“ sind vor allem Tim Leibold (23), Kevin Möhwald (24), Cedric Teuchert (20) und Patrick Kammerbauer (20) gemeint, deren Verträge am Saisonende auslaufen. Letzteres gilt zum Beispiel auch für Laszlo Sepsi (30) und Miso Brecko (33), doch da stehen die Zeichen klar auf Abschied. Das Quartett indes möchte der Club noch weit über den nächsten Sommer hinaus in seinen Reihen sehen. Gespräche sind geführt, die Zahlen liegen auch auf dem Tisch, doch der FCN forciert die Verhandlungen nicht. Nur, ist die Zeit in diesem Fall der Freund des Vereins? Um die Frage im Stile des Orkals von Delphi zu beantworten: ein klares Ja oder Nein. Sollte sich die Mannschaft in den nächsten Wochen auf einen der ersten drei Ränge vorspielen und dort dann einnisten, könnte dies gerade für Leibold und Möhwald eine wichtige Anschubhilfe sein.

Die beiden werden zwar nicht müde zu betonen, wie wohl sie sich fühlen, anderseits wollen sie auch ihre Karriere vorantreiben: Ab dem nächsten Sommer soll es die Bundesliga sein. Das könnte man ja auch mit einer Aus stiegsklausel klären, die beiden Seiten gerecht wird, doch damit scheint sich der FCN getreu der Devise „ganz oder gar nicht“ nicht anfreunden zu können. Bornemann hat durchblicken lassen, dass es das Wintertransfenster gebe, sollte es bis dahin zu keiner Einigung kommen. Der Haken an dieser Option: Die Mannschaft verliert Qualität, und eine Ablöse wird dadurch gedrückt, dass die Spieler ein halbes Jahr später umsonst zu haben sind. Für den Club übrigens ist es eine Horror-Vorstellung, einen aus dem Quartett im Sommer nur mit einem Händedruck zu verab schieden. Deswegen dürfte die Variante, zu pokern und bis zum Frühjahr zu warten, keine sein. Im nächsten Jahr laufen aber nicht nur die Arbeitspapiere von Spielern aus, auch Bornemanns Kontrakt wie der seines Vorstandskollegen Michael Meeske enden. Offiziell mag dies niemand bestätigen, „zu Vertragslaufzeiten sagen wir nichts“, meint Dr. Thomas Grethlein, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Bei der Frage, ob das von ihm gelobte Vorstandsduo noch länger beim Club arbeiten werde, verriet er zumindest: „Wir sind da sehr entspannt.“

Werder Bremen gegen Mönchengladbach im Livestream am 15.10.2017
Sonntag, 15. Oktober 2017

Zu Beginn der Trainingswoche hatte Alexander Nouri am Dienstag verschiedene Torschussübungen auf die Agenda gesetzt. „Spaß und Sicherheit“ wollte der Coach seinen Schützlingen vermitteln, die an sieben Spieltagen erst dreimal jubeln durften. Dass es genügend Kandidaten gäbe, die Flaute zu beheben, dürfte der Fußballlehrer registriert haben. In Lamine Sané und Luca Caldirola taten sich sogar zwei Innenverteidiger hervor. Die entsprechenden Qualitäten sollen am Sonntag im Schlüsselspiel gegen Mönchengladbach indes vor allem Bremens Angreifer nachweisen. Und Nouri steht vor der Herausforderung, personell wie taktisch jenen Schlüssel zu finden, der die maximale Perspektive auf den ersten Saisonsieg eröffnet. Klar ist nach aktuellem Stand: Kapitän Zlatko Junuzovic kehrt als großer offensiver Hoffnungsträger in die Startelf zurück. Zugleich muss Nouri abwägen: Wie formiert er sein Team am sinnvollsten um den Österreicher herum? Die konservative Variante: Nouri bringt Junuzovic statt dessen Landsmann Florian Kainz als Achter, lässt 3-5-2-Formation und Ausrichtung ansonsten unverändert. Vorteil: Die Elf könnte sich auf ein eingespieltes Gebilde verlassen, das seit Wochen für defensive Stabilität steht, unabhängig davon, ob vor der Abwehr Philipp Bargfrede oder Maximilian Eggestein agiert. Jedoch: Mit der Ausbootung von Kainz, zuletzt regelmäßiger Aktivposten, würde Nouri auf individuelle Qualität verzichten, die Werder auch zusätzlich zu Junuzovic gut zu Gesicht stünde. Die mutige Variante: Nouri nimmt keinen Eins-zu-eins-Tausch im offensiven Mittelfeld vor, sondern opfert für Junuzovic seinen etatmäßigen Sechser (also Bargfrede bzw. Eggestein).

Dann würde das ÖsiDuo Junuzovic/Kainz gemeinsam Dampf machen, Thomas Delaney zentral vor der Abwehr aufräumen. Eine Veränderung, die auch dem Dänen zugute kommen könnte, der seit geraumer Zeit längst nicht mehr so dominant auftritt wie in seiner Bremer Anfangsphase. Zwar verortet sich Delaney selbst als Achter, das Gros seiner starken Spiele absolvierte er aber eine Position tiefer. Delaneys größte Stärke – Balleroberung und direktes dynamisches Umschalten – prädestinieren ihn fraglos (auch) als Sechser. Mit dieser Aufstellung könnte Nouri ein klares Signal für mehr offensive Wucht setzen – ohne damit die Balance fahrlässig aufs Spiel zu setzen. Die revolutionäre Variante: Nouri ändert sein System und setzt auf eine 4-2-3-1-Formation mit Junuzovic als Zehner hinter der Spitze Ishak Belfodil. Über die Flügel wirbeln könnten Fin Bartels und Kainz, der so auf seiner Idealposition eingesetzt wäre. Eine Doppel-Sechs aus Delaney plus Bargfrede oder Eggestein verspräche einen optimalen Mix aus Abräumer- und Aufbauqualitäten. Hinten links bliebe Ludwig Augustinsson gesetzt, rechts würde sich der defensiv stärkere Robert Bauer gegen Theo Gebre Selassie durchsetzen. Opfern müsste Nouri dann einen Innenverteidiger, nach Lamine Sanés Rückkehr träfe es wohl Milos Veljkovic. So würde Nouri unbedingten Siegeswillen ebenso klar demonstrieren wie die oft beschworene taktische Flexibilität, die in dieser Saison noch gar nicht zum Tragen kam. Allerdings: Nach Rückkehr der Nationalspieler dürfte die Zeit kaum reichen, diese Neuerung einzustudieren. Eher zu viel Risiko in einer Situation, in der Nouri wie Werder trotz des Fehlstarts doch noch einiges zu verlieren haben.

Er sprintet, er grätscht. Er flankt und schießt. Im Training drückt Ibrahima Traoré schon mächtig aufs Tempo. Keine Spur von Nachwirkungen des Muskelbündelrisses, der ihn wochenlang außer Gefecht gesetzt hatte. Das Comeback scheint zum Greifen nahe. „Es sieht gut aus“, bestätigt Traoré und blickt vorsichtig optimistisch auf das Bremen-Spiel: „Ich muss abwarten, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Wichtig ist, dass ich jetzt alle Einheiten mitmachen kann und beschwerdefrei bleibe. Dann sehen wir weiter.“ Sich penibel genau mit seinem Körper auseinandersetzen zu müssen, das ist für den flinken Außenbahnspieler zur Normalität geworden. Schon in der vergangenen Saison sorgte ein Muskelbündelriss für eine lange Pause. Traoré fehlte nicht nur zwischen dem 11. und 27. Spieltag; auf gerade einmal 839 Minuten summierten sich die insgesamt 14 Ligaeinsätze. Extrem wenig für einen Spieler, der mit seinen besonderen Fähigkeiten ein Alleinstellungsmerkmal im Kader besitzt und daher von besonderem Wert fürs Team ist. Es gab in den zurückliegenden Monaten viele Spiele, in denen Traorés Stärke im Eins-gegen-eins und seine Unberechenbarkeit im Tempodribbling gefragt gewesen wären.

Dass das Borussen-Spiel trotz der erreichten elf Punkte häufig noch zu statisch und uninspiriert wirkte, hing auch mit dem Fehlen des 29-Jährigen zusammen – vor der Verletzung, im DFB-Pokal in Essen (2:1) und im Derby gegen Köln (1:0), war Traoré bester Borusse und in beiden Spielen am Siegtreffer beteiligt. „Wenn man sich im Konkurrenzkampf durchsetzt und gut in die Saison reinkommt, ist es ärgerlich, von einer Verletzung sofort wieder gestoppt zu werden. Es ist nicht schön, aber Verletzungen gehören dazu. Man muss den Kopf oben behalten“, sagt Traoré. Wie viel Vorsicht Trainer Dieter Hecking bei seinem Dribbelkünstler walten lässt, muss abgewartet werden. Die Jokerrolle für Traoré sollte in Bremen zumindest drin sein. Genau die füllte mit Vincenzo Grifo zuletzt ein anderer Außenbahnspieler vortrefflich aus, als er gegen Hannover die entscheidende Aktion zum 2:1-Sieg initiierte. Möglich, dass nach überstandenem Kapselriss im Knie nun die Startelfpremiere auf den Neuzugang aus Freiburg wartet. Auf jeden Fall kann sich Hecking die Hände reiben: Mit Thorgan Hazard, Fabian Johnson, Patrick Herrmann, Jonas Hofmann sowie Traoré und Grifo kann er auf den Außenbahnen endlich aus dem Vollen schöpfen.

Bayer Leverkusen gegen VfL Wolfsburg im Livestream am 15.10.2017

Für Jonas Boldt war eine Nachtschicht angesagt. Am Mittwoch um 1.30 Uhr europäischer Zeit spielte Chile in Brasilien. Und Bayers Manager war gespannt, ob Charles Aranguiz im entscheidenden WM-Qualifikationsmatch mitwirken würde. Schließlich hatte Leverkusens Antreiber elf Tage zuvor einen Faserriss in der Wade erlitten und Bayer 04 danach eine dreiwöchige Pause prognostiziert. Was Boldt in tiefster Nacht sah, gefiel ihm nicht: Aranguiz, der am Sonntag noch nicht beschwerdefrei war, stand dennoch bis zur Halbzeit auf dem Platz. Obwohl die Klub-Ärzte streng davon abgeraten hatten. Zudem agierte der Chilene nicht wie gewohnt. Wenige Sprints, geringer Aktionsradius – so wie man eben spielt, wenn man verletzt ist. Also ist man bei Bayer bedient. Boldt („Wir haben im Vorfeld alles gesagt, was es zu sagen gab“), der mit Spieler und Verband kommuniziert hatte, möchte nur noch auf die Rückkehr von Aranguiz, dessen Bericht und die Diagnose der Ärzte warten. „Wir müssen erst herausfinden, warum er ausgewechselt wurde“, sagt Trainer Heiko Herrlich.

Aranguiz hatte dies nach dem 0:3 mit „Müdigkeit“ begründet. Müdigkeit? Beim Stand von 0:0 im entscheidenden Spiel? Die Skepsis bei Bayer ist nachvollziehbar. Gegen Wolfsburg dürfte Aranguiz, der später auch von Schmerzen sprach, fehlen. Herrlich schließt einen Einsatz zwar nicht explizit aus, geht aber davon aus, dass Aranguiz nicht fit ist. „Wir hatten ihn sowieso für das Spiel am Sonntag nicht auf dem Schirm. Doch vielleicht sagen unsere Ärzte ja, wenn sie ihn sich angesehen haben: Er kann am Sonntag spielen.“ Doch der Trainer fügt an: „Das glaube ich eher nicht.“ Wie auch Rudi Völler, der sich einen Einsatz des Chilenen „nicht vorstellen“ kann. Am Ende wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit heißen: Aranguiz: Für Chile fit genug – für Bayer nicht. Das ärgert den Sportdirektor. „Bis zu einem gewissen Punkt hat man Verständnis, aber …“, sagt der ehemalige DFB-Teamchef, der weiß: „Als Verein bist du da machtlos.“ Die Abstellungspflicht auch für verletzte Profis bleibt ein Streitpunkt. „Letztendlich ist der Spieler immer für sich selbst verantwortlich“, sagt Herrlich, der dennoch Aranguiz die Entscheidung über einen Einsatz am Sonntag abnehmen dürfte.

Für Andries Jonker war die Sache klar: Daniel Didavi oder Yunus Malli – im Spiel des Ex-Trainers gab es nur Platz für einen der beiden Wolfsburger Regisseure. In den vier Saisonspielen, die der VfL unter dem Niederländer absolvierte, stand das Kreativduo keine Sekunde gemeinsam auf dem Rasen. Viermal war Didavi für die Startelf nominiert, dreimal wurde er ausgetauscht – immer gegen Malli. Unter Martin Schmidt hat sich das Blatt gewendet: Malli, den der Trainer bestens aus Mainz kennt, verpasste in drei Partien keine Minute, Didavi hinge gen stand zweimal an der Seite seines Kollegen in der Startelf, wurde zweimal ausgewechselt und kam beim 2:2 in München von der Bank. Zwei bekennende Zehner, für die Schmidt, der nach drei Remis immer noch auf den ersten Dreier mit dem VfL wartet, die ideale Position finden muss. „Beide können gemeinsam auf den Platz“, sieht es Schmidt anders als Vorgänger Jonker, „es ist die Frage, wie wir spielen wollen.“

Deutlich wurde bislang jedoch eigentlich immer: Auf dem Flügel fühlen sich beide nicht sonderlich wohl, auf der Wunschposition kann aber im von Schmidt bevorzugten 4-2-3-1 immer nur einer spielen. Didavi machte dies bislang besser, ist mit drei Treffern und einer Vorlage der VfL-Topscorer, musste zuletzt gegen Mainz (1:1) jedoch nach einer halben Stunde für Malli auf den Flügel weichen – und wurde schließlich als Erster ausgewechselt. „Taktische Variabilität bringen beide mit“, sagt Schmidt, für den die Wünsche der Spieler eher zweitrangig sind. „Natürlich guckt man, wo sie am stärksten sind. Aber die Kabine ist kein Wunschkonzert. Manchmal muss ein Spieler auch im Dienst der Mannschaft eine Leistung erfüllen.“ Der Trainer ist überzeugt: „Wenn beide auf dem Platz sind, ist das für keinen Gegner eine schöne Geschichte.“ Ein Zehner oder zwei? Das sagen die Zahlen: Malli, der im vergangenen Winter aus Mainz kam, und Didavi standen bisher 603 Minuten lang gemeinsam auf dem Platz. Dem Deutsch-Türken gelang dabei weder ein Tor noch eine Vorlage. Didavi wiederum sorgte in dieser Zeit für zwei Tore und drei Assists. Mit beiden Regisseuren auf dem Rasen erzielte der VfL alle 75 Minuten ein Tor, nur mit Didavi alle 97 Minuten, nur mit Malli alle 126 Minuten. Kurioser Bestwert: In den 182 Minuten, in denen keiner der beiden Regisseure dabei war, traf Wolfsburg viermal – also rund alle 46 Minuten.

Jahn Regensburg gegen Union Berlin im Livestream am 15.10.2017

Am vergangenen Wochenende durften die Spieler des SSV Jahn Regensburg durchschnaufen. Achim Beierlorzer gewährte seinen Schützlingen zwei freie Tage, um Kräfte zu sammeln. Sargis Adamyan und Asger Sörensen waren derweil einmal mehr international im Einsatz. Sörensen mit der dänischen U-21-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation, Adamyan mit Armenien in der WM-Quali. Beim 24-Jährigen Adamyan soll allmählich auch in der 2. Liga der Knoten platzen. Der Offensivmann, den Beierlorzer in den vergangenen Partien von der Sturmspitze auf den linken Flügel beorderte, hatte zwar keinerlei Anpassungsprobleme im Fußball-Unterhaus, wartet aber noch immer auf seinen ersten Treffer. Gegen Union Berlin gilt es sich effizienter zu präsentieren, um die bis dato magere Heimbilanz aufzupolieren. Beim Personal gibt es wieder mehr Variationsmöglichkeiten. Marc Lais ist nach auskurierter Oberschenkelverhärtung wieder voll mit dabei im Mannschaftstraining. Auch Joshua Mees meldete sich nach Adduktorenproblemen zurück. Dafür fällt in der Innenverteidigung Asger Sörensen aufgrund einer Sperre nach einer Gelb-Roten Karte aus.

Fabian Schönheim lässt keine Zweifel daran, wie es ihm derzeit geht. „Ich fühle mich absolut gut“, sagt der Innenverteidiger von Union, „das hat auch damit zu tun, dass man das Gefühl hat, gebraucht zu werden und Stammspieler zu sein.“ Der 30-Jährige ist in dieser Saison wieder ein wichtiger Faktor bei den Eisernen. Seit dem 4. Spieltag gegen Bielefeld (1:1) ist Schönheim gesetzt – weil Zugang Marc Torrejon wegen einer Wadenblessur ausfällt und Schönheims Körper nicht mehr streikt. Hartnäckige Adduktoren- und Oberschenkelprobleme störten in den Saisons 2015/16 und 2016/17 seinen Rhythmus nachhaltig, in zwei Jahren bestritt Schönheim nur 21 Ligapartien. Derzeit ist er fit. „Ich habe ein gutes Gefühl für meinen Körper“, sagt Schönheim, „ich wusste, dass ich etwas ändern muss. Und wir haben viel versucht.“ In Extraschichten stabilsierte der Linksfuß die Muskelkette zwischen Rumpf und Beinen, zudem ging es „um Kleinigkeiten, die ich abstellen musste“. So ergaben Tests, dass Schönheim etwa eine Gluten-Unverträglichkeit hat und „ich noch ein, zwei andere Lebensmittel weglassen muss – etwa Ananas“. Der modifizierte Ernährungsplan und die Stabilisationsübungen zeigen Wirkung. „Seitdem ist alles in Ordnung“, sagt der 1,91 Meter große Verteidiger.

Auch sportlich. Schönheim spielt; und das ordentlich. Er merkt, dass ihm regelmäßige Praxis hilft. „Man bekommt das Gefühl für Selbstverständlichkeiten wieder, wenn man ein paar Spiele macht“, betont Schönheim, „du weißt genau, dass du den Pass so zu spielen oder zu laufen hast.“ Körperlich war er schon zum Rundenstart auf der Höhe, musste aber zunächst hinter Torrejon zurückstehen. Schönheim verhehlt nicht, „dass es die Gedankengänge mit Sicherheit mal gab“, sich vor dem Ende der Transferfrist vielleicht noch zu verändern, „nichtsdestotrotz ist es so, dass ich immer davon überzeugt war, was ich kann“. Konkurrenz sei nichts, „was mich wanken lässt“. Torrejon absolvierte am Mittwoch Teile des Teamtrainings, für Regensburg ist der Spanier aber noch keine Option. Schönheim hat also weiter die Möglichkeit, seinen Platz zu festigen. Union sieht er wieder auf Kurs. „Wir haben zuletzt wieder das Gesicht gezeigt, das wir zeigen wollen“, sagt er, „den Weg müssen wir kontinuierlich weitergehen.“ In Regensburg soll der nächste Schritt folgen.

Greuther Fürth gegen Erzgebirge Aue im Livestream am 15.10.2017

Zum 1000. Mal bestreitet die SpVgg ein Zweitligaspiel. Ein Sieg gegen Erzgebirge Aue wäre nicht nur eine schöne Randnotiz für die Geschichtsbücher, sondern auch überlebenswichtig im Kampf um den Klassenerhalt. Die SpVgg muss zeigen, dass sie die aktuelle sportliche Situation annimmt, wie sie ist. Noch ist der Abstand nach oben nicht zu groß. Trainer Damir Buric, der vor dem Spiel wieder geheim trainieren lässt, stehen mehr Alternativen zur Verfügung. Neben Neuzugang Roberto Hilbert sind Adam Pinter und Julian Green ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Keine Option ist weiterhin Nik Omladic, der sich mit hartnäckigen Problemen an der Fußsohle herumquält und individuell trai niert. Mit Hilbert und Pinter eröffnen sich Buric neue Möglichkeiten. Zwei erfahrene Spieler, die der anfälligen Defensive zu mehr Stabilität verhelfen und auch die Hierarchie in der Mannschaft auf ein anderes Level heben können. Führungspersönlichkeiten, die in schweren Spielphasen den Kopf nach oben heben und die Mannschaft pushen, waren bislang Mangelware. „Ich bin einer der Ältesten in der Mannschaft, bin mit am meisten rumgekommen. Wir wollen eine Mannschaft sein“, sagt Hilbert. Kämpferisch gibt sich auch Verteidiger Richard Magyar: „Wie sind nicht so schlecht, haben Potenzial. Im nächsten Spiel müssen wir um unser Leben rennen.“ Auch für die Geschichtsbücher.

Das ging alles so schnell. Am 2. September noch A-JuniorenTrainer in Kiel, eine Woche später schon 2. Liga mit dem FC Erzgebirge beim 2:1-Sieg in Ingolstadt. Fünf Partien in vier Wochen. Vollgas jeden Tag – und dabei das Neue schnell aufsaugen. In der Länderspielpause konnte Aue-Coach Hannes Drews mal kurz runterfahren. Er nutzte die Tage nach dem 1:2 gegen Union für einen Abstecher nach Hause, Ostseeluft schnuppern, alles mal sacken lassen. „Ich hatte tatsächlich in der letzten Woche mal Zeit, darüber nachzudenken was alles passiert ist. Das tat gut, um mal einiges zu verarbeiten“, lacht der 35-Jährige. „Es war mal wichtig, aus der Heimat einen Blick darauf zu werfen, mit Leuten zu re den, die nicht hier im Verein sind.“ Spätestens seit dem gelungenen Test gegen Dukla Prag (3:1) begann schon die Vorbereitung auf die Partie am Sonntag in Fürth. Und er verhehlt dabei gar nicht erst, dass in seiner Spielphilosophie noch ein bisschen Ex-Coach Domenico Tedesco steckt. „Da sind Sachen drin, die sind gut, die funktionieren bei uns. Man muss ein paar Dinge übernehmen, das habe ich gemacht. Jetzt versuche ich Stück für Stück meine Sichtweisen mit einzubringen. Das wird man wahrscheinlich nicht gleich sehen, aber das wird kommen“, erklärt er. Vielleicht schon in Fürth, einem wichtigen Spiel für die Veilchen, um im Tabellen-Mittelfeld zu bleiben.

FC Heidenheim gegen Holstein Kiel im Livestream am 15.10.2017

Zwei Wochen hatte der FCH nun Zeit, sich von dem erneuten Rückschlag durch das 0:2 gegen Dresden zu erholen und sich auf den fulminant in die Saison gestarteten Aufsteiger Holstein Kiel vorzubereiten. Der 4:1-Testspielerfolg gegen den Drittligisten Großaspach sei wichtig gewesen, sagte Trainer Frank Schmidt. Wichtig war er auch für Maximilian Thiel. In der Startelf gestanden, schnappte er sich selbstbewusst den Ball und verwandelte einen Elfmeter zum 1:0. Gegen Dresden saß er noch auf der Bank. Dass Thiel für einen Einsatz gegen Kiel bereit ist, zeigt nicht zuletzt auch diese Entschlossenheit. Heidenheim und Kiel standen sich bisher viermal in der 3. Liga gegenüber. Nachdem Holstein Kiel das erste Aufeinandertreffen in der Saison 2009/10 mit 1:0 für sich entscheiden konnte, folgten drei Niederlagen gegen den FCH, bei denen Kiel (0:3, 0:1 und 0:3) ohne eigenen Torerfolg blieb. Einer, dem das gleich sein dürfte, ist Kiels Topscorer Dominick Drexler. 2014/2015, damals noch im Trikot des Heidenheimer Erzrivalen Aalen, sorgte er mit seinem Tor für den 1:0-Derbysieg in der Voith-Arena. Sein Mitspieler beim VfR war übrigens der FCH-Außenverteidiger Arne Feick.

Im Gegensatz zum einen oder anderen Zweitligisten musste Holstein Kiel keinen seiner Akteure für Länderspiele in der WM-Qualifikation abstellen. Mit Noah Awuku ist derzeit dennoch ein Kieler auf internationalem Parkett unterwegs. Das Nachwuchstalent aus der eigenen Jugend nimmt aktuell mit der deutschen U-17-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Indien teil. Dort machte der 1,82 m große Offensivspieler im Auftaktspiel gegen Costa Rica am vergangenen Samstag auf sich aufmerksam, als er kurz vor Schluss den 2:1-Siegtreffer erzielte. Das Jahr geht aus Sicht des 17-Jährigen also so gut weiter, wie es angefangen hatte. Im April hatte er bereits einen bis 2021 datierten Vertrag unterschrieben und wird seitdem im Kieler Profikader gelistet. Zwar steht nach mehreren Testspieleinsätzen das erste Pflichtspiel für die Profis noch aus, doch Awukus Zeit wird sicherlich kommen. Generell beträgt das Durchschnittsalter der sechs im Kader stehenden Stürmer gerade einmal 21,6 Jahre. Jugend forscht also im hohen Norden – mit Erfolg: Mit 21 Toren stellt Holstein die beste Offensive der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Der 23-jährige Marvin Ducksch gehört mit fünf Treffern zu den besten Torjägern der Liga, und auch sein Konkurrent Aaron Seydel unterstrich seine Qualität. Beim 2:1-Testspielsieg gegen Werder Bremen II erzielte der 21-Jährige beide Tore.

 
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