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Bayern München gegen FSV Mainz 05 im Livestream am 17.03.2019
Sonntag, 17. März 2019

Wenn Uli Hoeneß nach Neuzugängen gefragt wird, flicht der Präsident des FC Bayern oft diesen Hinweis in seine Antwort ein: "Wir haben auch noch Corentin Tolisso." Der 15-malige französische Nationalspieler und Weltmeister stellt den Typus des zwischen den Strafräumen aktiven, zudem torgefährlichen Achters dar, Hoeneß sieht in diesem Top-Profi im Bedarfsfall ebenso einen Sechser.

Im dritten Ligaspiel gegen Leverkusen Mitte September handelte sich Tolisso einen Kreuzbandriss plus Kollateralschäden ein. Derzeit befindet er sich weiter im individuellen Aufbautraining, mit Ball kann er schon in hoher Intensität seine Übungen absolvieren. Sein Knie zeigt bislang keinerlei Reaktionen: keine Wärmebildung, keinen Erguss. In zehn bis zwölf Tagen soll er ins Mannschaftstraining integriert werden. Bei weiter positivem Verlauf zeichnet sich ein Comeback Tolissos noch in dieser Spielzeit - so die interne Planung - ab.

Bei Arjen Robben fehlt diese klare Perspektive. Die ursprüngliche Zielsetzung sah dessen Rückkehr beim zweiten Achtelfinale gegen Liverpool vor, als offensive Alternative auf der Bank. Doch dann gab es diesen Rückschlag, als er nach der Einheit mit dem Team vor acht Tagen nach einem Positionsspiel plötzlich ein Ziehen in der Wade verspürte. Der diagnostizierte Muskelfaserriss verurteilt ihn zu einer erneuten Zwangspause von rund drei Wochen. Seinen letzten Auftritt hatte Robben am 27. November 2018, beim 5:1-Sieg gegen Benfica Lissabon, inklusive der Treffer zum 1:0 und 2:0. Derzeit ist nicht seriös abzusehen, ob er in zehn, zwölf, vierzehn Tagen oder noch später zurückkehren wird. Dann wäre der März vorbei, die Saison läuft anschließend noch zwei Monate. Es wäre schon jammerschade, wenn dieser verdiente Akteur und vorbildliche Profi, der beim FC Bayern eine Ära geprägt hat, ohne echtes Comeback abtreten müsste - nach zehn Jahren höchst erfolgreicher Zusammenarbeit.

Derweil sind die FCB-Macher emsig mit der Nachfolge Robbens wie auch der von Franck Ribery beschäftigt. Vom FC Chelsea soll unbedingt Supertalent Callum Hudson-Odoi (18) kommen, doch der von Sportdirektor Hasan Salihamidzic wegen seiner feinen Technik, Geschwindigkeit, Dribbelstärke und Torgefährlichkeit höchst geschätzte Engländer ist weiterhin auch mit englischen Topklubs im Gespräch. Zudem möchte ihn der FC Chelsea, wo sein Vertrag bis 2020 gilt, halten.

Eine Alternative ist Nicolas Pepé (23). Dem Außen, der für die Elfenbeinküste in zehn Länderspielen drei Treffer erzielte, gelangen für Lille in 28 Liga-Einsätzen 2018/19 beachtliche 17 Tore. Ihn befähigen enorme Offensivqualitäten, allerdings fragt man sich beim FCB, ob er der ideale Mann ist, wenn es auf den letzten 30 Metern vor des Gegners Tor eng wird. FCB-Scout Laurent Busser beob-
achtete ihn erneut vor knapp drei Wochen in Straßburg.

Eintracht Frankfurt gegen FC Nürnberg im Livestream am 17.03.2019

Die perfekt abgestimmte Frankfurter Triangel der bisherigen Spielzeit aus Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller scheint Zuwachs bekommen zu haben, Paciencia gelingt derzeit die Quadratur dieses Dreiecks. Gegen Hoffenheim erzielte er den vielumjubelten Siegtreffer in der Nachspielzeit, gegen Düsseldorf das 1:0, den zweiten Treffer durch Haller bereitete der Portugiese sehenswert vor: "Ich habe mich gut gefühlt und immer mehr Selbstvertrauen. Das Tor und die Vorlage runden das natürlich ab."

Für seinen Trainer Adi Hütter kommt das nicht überraschend. "Er hat die Qualität. Das hat er schon im Sommer gezeigt, und jetzt sehe ich in jedem Training, dass er Tore macht", urteilt der Österreicher: "Er schießt mit links und rechts, ist mit dem Kopf gefährlich und hat eine ausgesprochen gute Technik im Eins-gegen-eins." Also, so das Fazit für Hütter, sei er nicht nur eine neue Option, sondern "ein Stürmer, bei dem es Spaß macht, zuzuschauen".

Dabei lief die Anfangszeit in Frankfurt gar nicht gut für den für drei Millionen Euro vom FC Porto gewechselten Angreifer. Zwar traf er beim Erstrunden-Pokal-Aus in Ulm zum (zu) späten Anschlusstreffer, Mitte September zog er sich dann aber im Training einen Einriss des Außenmeniskus zu und fiel einige Monate aus. Einer aber glaubte immer an ihn: Domingos Paciencia, Ex-Nationalspieler, Stürmerlegende des FC Porto - und Vater von Goncalo. "Er hat eine großartige Mentalität, ist psychisch sehr stark und gibt niemals auf", lobt der 51-Jährige, inzwischen Trainer und Fußball-Experte.

Mit diesen sportlichen und mentalen Qualitäten bereichert er die Eintracht. Denn hinter dem überragenden Trio fehlte in der Hinrunde ein vierter Mann, der für Offensiv-Druck von der Bank sorgen konnte. Bei zusammen 37 Bundesliga-Treffern des Dreiecks ist das ein Stück weit Jammern auf hohem Niveau, angesichts der Doppelbelastung und des Ausfalls von Ante Rebic zeigt sich nun aber, wie wertvoll ein weiterer treffsicherer Stürmer ist.

Zumal offen ist, wie viele Seiten des Dreiecks auch in der kommenden Saison noch in Frankfurt spielen. Und Paciencia, da ist sich sein Vater sicher, wird noch stärker werden: "Diese Spielzeit ist ein Jahr der Anpassung an eine neue Liga, ein neues Leben und als Lernsaison für ihn sehr wichtig. Ich bin sicher, dass er ein anderer und noch besserer Spieler wird, wenn er komplett angekommen ist."

Enrico Valentini ist einen weiten, mühsamen, sehr lohnenswerten Weg gegangen. Von der Regionalliga hat er sich Liga für Liga hochgekämpft, bis sich mit 29 Jahren und dem Aufstieg im Sommer der Traum von der Bundesliga für den Außenverteidiger erfüllt hat. Nun hat er nach 15 Partien zumindest vorerst ausgeträumt. Beim 1:2 in Hoffenheim erlitt der Deutsch-Italiener schon zum zweiten Mal in dieser Spielzeit eine Sehnenverletzung im Oberschenkel, gleichbedeutend mit dem Saison-Aus. Da am Sonntag in Frankfurt mit Tim Leibold (Gelbsperre) auch der zweite gesetzte Außenverteidiger ausfällt, muss sich Interimstrainer Boris Schommers etwas einfallen lassen. Kevin Goden ist nach einer Muskelverletzung noch kein Thema, also bleibt mit Robert Bauer nur eine von vier Fachkräften für zwei offene Stellen. "Es gibt viele Möglichkeiten, Robert ist für beide Seiten eine Option", wollte sich Schommers nach dem Mittwochstraining nicht in die Karten schauen lassen. Ob er mit dem Silbermedaillengewinner von Rio 2016 links oder rechts plane, werde er von der Besetzung der zweiten Planstelle abhängig machen.

Wer das Mandat bekommt, wird sich in den kommenden Tagen herauskristallisieren. So könnte Lukas Mühl aus der Innenverteidigung - in die Georg Margreitter zurückdrängt - nach rechts rücken, Bauer dann links spielen. Oder Schommers wählt die mutige Variante mit Fabian Nürnberger aus der zweiten Mannschaft. Der 19-Jährige stand dort in allen 24 Saisonspielen der Regionalliga links hinten auf dem Platz, erzielte ein Tor und darf im Training für sich werben. "Wir haben mit ihm einen guten Spieler in der U 21, ich werde ihn mir genauer anschauen", sagt Schommers. Schenkt er Nürnberger das Vertrauen, rückt Bauer nach rechts. Weitere Optionen wären Lukas Jäger und Eduard Löwen, der eine Lücke im Mittelfeld reißen würde.

Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen im Livestream am 17.03.2019

Möchte man als Bundesligist in die Champions League einziehen, sollte man über einen Kader verfügen, der sich möglichst auf allen Positionen über dem Liga-Durchschnitt bewegt. Doch so erfolgreich Peter Bosz mit sechs Siegen aus acht Spielen seit Jahresbeginn auch arbeitet, so schwierig gestaltet es sich für Leverkusens neuen Trainer, eine ideale Besetzung links in der Abwehrkette zu finden.

Anfangs schenkte der Coach dem Brasilianer Wendell das Vertrauen, der sogleich einen Leistungsaufschwung verzeichnete, nachdem er unter Heiko Herrlich am Ende nur noch die Ersatzbank gedrückt hatte. Doch der 25-Jährige, anfangs einer der Gewinner des Trainerwechsels, agierte taktisch nicht verlässlich genug. "Er hatte ein kleines Tief, hat aber das Potenzial, die Position auf höchstem Niveau spielen zu können", urteilt Sportdirektor Simon Rolfes. Zuletzt durfte wie zum Ende der Hinrunde Tin Jedvaj links verteidigen.

Der kroatische Nationalspieler wiederum, Rechtsfuß und eigentlich im Zentrum zu Hause, erledigte den Job auch nicht besser. "Das ist nicht seine 1a-Position, er kann aber, das ist seine besondere Qualität, alle Positionen in der Viererkette spielen", erklärt Rolfes. Doch beim 2:3 in Dortmund patzte Jedvaj beim zweiten Gegentor. Nach solidem Auftritt gegen Freiburg sah er beim 3:2 in Hannover bei beiden Gegentreffern schlecht aus und offenbarte wie schon zuvor Schwächen.

Rolfes sieht freilich nur ein Form- und kein Qualitätsproblem, er sagt: "Grundsätzlich können Tin und Wendell die Position auf höchstem Niveau spielen. Steigerungsmöglichkeiten sind natürlich vorhanden - das wird man in den kommenden Wochen sicher auch sehen." Muss man auch, wenn die Aufholjagd gen Platz 4 glücken soll. Dass grundsätzlich Handlungsbedarf besteht, ist aber klar. Als im Sommer der auf beiden Außenverteidigerpositionen einsetzbare Nationalspieler Benjamin Henrichs nach Monaco verkauft wurde, verzichtete Bayer auf Ersatz und verständigte sich darauf, es links mit dem Spezialisten Wendell sowie den beiden vielseitigen Jedvaj und (dem dann lange verletzten) Panagiotis Retsos als Back-ups zu versuchen. Der Plan ging nicht auf. Außenverteidiger, möglichst mit der Fähigkeit, eine zweite Position bekleiden zu können, standen schon bald auf der Suchliste für die nächste Saison. Daran hat sich nichts geändert. Rolfes sagt: "Wir schauen in allen Bereichen." Einer ist der wunde Punkt.

Grundsätzlich sollte das Saisonziel "Europa" durchaus dazu dienen, den Druck hochzuhalten. Auf der Zielgeraden ist Trainer Florian Kohfeldt nun bemüht, diesen nicht noch weiter zu steigern. Vor Leverkusen, dem nächsten Schlüsselduell mit einem Konkurrenten, sagt der Coach: "Wir sind neun Spieltage vor Schluss wirklich noch dabei, müssen den Anspruch nicht künstlich aufrechterhalten. Das freut uns. Wir wollen Spiele gewinnen - und dann schauen, was rauskommt."

Der Ansatz, den der von Kohfeldt häufig erwähnte Teampsychologe Dr. Andreas Marlovits mit erarbeitet haben dürfte: Ungeachtet aller Ambitionen sollen Max Kruse und Kollegen tunlichst nicht überfordert werden (was Kohfeldt vor Kurzem auch ausdrücklich ansprach). Zugrunde liegt die zentrale Erkenntnis: Selbst wenn das Team sein Potenzial voll ausschöpft, ist Werder kein zwangsläufiger Europacup-Kandidat. "Wir haben immer gesagt, dass bei uns alles perfekt laufen muss und andere schwächeln müssen", betont Kohfeldt. "Doch jetzt punkten alle wahnsinnig gut." Was, wie der 36-Jährige flugs nachschiebt, "uns aber nicht entmutigt".

Gut mitgespielt hat Werder gegen die Top 6 der Tabelle mehrfach, gewonnen bisher nur gegen Frankfurt. Und das am 2. Spieltag, als sich die Eintracht noch nicht als Spitzenelf gefunden hatte. Also erklärt Kohfeldt: "Wir können gegen diese Teams bestehen, das macht den Reiz aus." Und hält andererseits fest: "Leverkusen hat den besten Kader nach Bayern. Es kann keiner erwarten, dass wir da als Favorit hinfahren." Anders als vorm Hinspiel. Da schwebte Werder nach 17 Punkten aus acht Partien auf Wolke 7 (beziehungsweise auf Platz 3). Doch dann triumphierte Bayer als 13. mit 6:2. Damals, so Kohfeldt, "herrschte in ganz Bremen Euphorie pur. Heute laufen wir nicht Gefahr, Hurrafußball zu spielen und naiv irgendwo reinzurennen." Überhaupt sei Werder reifer geworden: "Wir brauchen weniger, um zu punkten, etwa in Berlin oder gegen Augsburg. Das ist auch eine Qualität."

Hertha BSC gegen Borussia Dortmund im Livestream am 16.03.2019
Samstag, 16. März 2019

Jordan Torunarigha eilte los, beim Zwei-gegen-zwei im Vormittagstraining war Tempo gefragt. Leider aber war der Abwehrspieler schneller als der Ball. Das Resultat: Torunarigha stolperte, landete auf dem Rasen, sehr zur Freude seiner Mitspieler. Unter dem Gelächter der Teamkollegen stand er wieder auf, und das passt zu seiner bisherigen Karriere als Profi von Hertha BSC.

Mehrmals setzten den 21-Jährigen Verletzungen außer Gefecht, oft zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Beispielsweise wenn eine Verletzung der Platzhirsche Niklas Stark und Karim Rekik den Weg für einen Platz des Jungprofis in der Startelf geebnet hätte, Torunarigha dann aber selber ausfiel. Sein Pech brachte der frühere Chemnitzer vor Kurzem in den sozialen Medien mit dem Kommentar auf den Punkt: "Why always me?"

Damit es künftig nicht immer ihn erwischt, will sich der talentierteste Innenverteidiger im Kader der Berliner den Rat seiner Vorgesetzten zu Herzen nehmen. Manager Michael Preetz hatte Torunarigha unlängst empfohlen, "den Schlüssel" zu "mehr körperlicher Stabilität" zu finden, Trainer Pal Dardai ergänzte damals: "Die Fitness wird über Jordans Karriere entscheiden. Alle großen Spieler sind immer fit." Hinweise, die der U-21-Nationalspieler verstanden hat: "Der Trainer hat schon recht, ich muss mehr arbeiten", sagt Torunarigha, der sich bei der "Schlüsselsuche" auf dem richtigen Weg sieht. "Ich habe mich schon verbessert, auch was die Ausdauer betrifft. Anfangs habe ich in den Spielen oft gepumpt, aber jetzt halte ich jedes Spiel durch", sagt er.

Zuletzt, beim 1:2 in Freiburg, tat er das erst als linker Innenverteidiger in einer Dreierabwehrkette. Nach der Umstellung auf eine Viererkette dann als linker Außenverteidiger - und als Vorbereiter des zwischenzeitlichen 1:1 durch Vedad Ibisevic. In seiner dritten Saison in der Bundesliga bringt es Linksfuß Torunarigha bereits auf je zwei Tore und Vorlagen - und das bei lediglich 13 Einsätzen. Mehr verhinderten insbesondere wiederkehrende Achillessehnenprobleme, die auch dank Schuh-
einlagen überwunden sein sollen. "Die Sehne hält zum Glück. Ich bin fit", sagt Torunarigha.

Durch die Verletzungsprobleme erklärt sich auch, dass der große und schnelle Abwehrspieler am Samstag vor einer Premiere steht. Trotz seiner inzwischen 33 Bundesliga-Einsätze hat Torunarigha noch nie gegen Borussia Dortmund gespielt. Je einmal zählte er in der Liga und im DFB-Pokal zum Aufgebot, kam aber nicht zum Zug. Beim 2:2 in der Hinrunde fehlte er verletzt. Diesmal "sieht es gut aus", sagt Torunarigha, "aber der Trainer entscheidet". Und sein Körper.

Dem Freund der schönen Fußball-Künste missfiel, wie der Gegner sein Spiel in Dortmund anlegte. "Stuttgart", stellte Lucien Favre nach der Partie mit einem unüberhörbaren Ausdruck des Bedauerns fest, "hat einen gigantischen Bus vor dem eigenen Tor geparkt."

Richtung Berlin wird der BVB-Trainer an diesem Wochenende auch nicht in der Erwartung eines offenen Matches mit reichlich Raum für sein Team fahren. "Die Hertha", sagt Abwehr- und Mittelfeldmann Julian Weigl, "ist ein sehr unangenehmer Gegner." Unbequem, aggressiv und deshalb genau der richtige Prüfstein, um zu sehen, ob die Borussia ihre mit dem Verlust der Tabellenführung bestrafte Durststrecke mit dem schwer erkämpften 3:1 über den VfB tatsächlich überwunden hat.

Nach Berlin macht die Liga Pause. Zeit, die Borussia Dortmund zu einem Test beim Zweitligisten
SC Paderborn nutzen wird - aber nicht, wie in der Öffentlichkeit seit Monaten vermutet worden war, um den Vertrag mit Favre schon zu verlängern. Bei dieser Personalie gilt: immer mit der Ruhe. Das am 22. Mai vergangenen Jahres besiegelte Arbeitspapier des Trainers läuft noch bis 2020 (ohne Option) und soll um voraussichtlich ein Jahr ausgedehnt werden. Doch alles zu seiner Zeit. Zu einem späteren Punkt der Saison. Und ohne Eile. Sicher ist, dass Favre nicht ohne neuen Vertrag in die Spielzeit 2019/20 gehen soll.

In bisher 35 Pflichtspielen coachte der 61-Jährige den BVB, nur fünf gingen verloren (23 Siege, sieben Unentschieden), einmal fehlte er wegen Krankheit. Sein Punkteschnitt von 2,33 in der Liga ist der beste aller bisher in Dortmund beschäftigten Trainer, sogar besser als die äußerst erfolgreichen Kollegen wie Thomas Tuchel, Jürgen Klopp oder Ottmar Hitzfeld, deren Werte aber für einen deutlich längeren Beschäftigungszeitraum gelten. "Favre hat es geschafft, der Mannschaft eine klare Struktur und einen Wiedererkennungswert zu verpassen", sagt Sportdirektor Michael Zorc, "er hat von der ersten Minute an versucht, seine Vorstellungen von Fußball auf dem
Trainingsplatz zu vermitteln."

Was Favre nie werden wird: ein sprachgewandter Kommunikator im Umgang mit den Medien, ein schlagfertiger Entertainer oder mitreißender Motivator. Wo Favre draufsteht, ist auch Favre drin. Selbst in der Schwächephase vor Stuttgart mit nur einem Sieg in acht Pflichtspielen blieb sich der unaufgeregte Fußballlehrer treu, "sehr ruhig und analytisch", wie Zorc feststellte. Favre
flegt einen sachlich-fachlichen, keinen emotionalen Ansatz. Das Fehlen großer Aufgeregtheiten habe ihn "nicht daran gehindert, viele Punkte zu holen", bemerkt Zorc. Dass bei Favres Ansprachen an die Mannschaft auch einmal der Putz von der Wand bröckelt und die Trommelfelle scheppern - unvorstellbar.

Der Sportdirektor charakterisiert den leitenden Angestellten als "sehr authentisch", Favre entwickele sich weiter, verändere sich aber "nicht grundlegend". Er mache die Spieler besser und sei der Schöpfer des attraktiven Fußballs, der die Borussia über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hat. Logische Konsequenz: den Trainer mit einer Vertragsverlängerung zu belohnen. "Wir werden natürlich mit ihm sprechen", bestätigt Zorc. Nur nicht jetzt sofort. Gut Ding will Weile haben.

Die nächsten Wochen und das Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Bayern werden spannend genug. Meister zu werden ist längst kein Tabuthema mehr. Favre freilich hält sich weiter bedeckt und denkt lieber "von Spiel zu Spiel".

VfL Wolfsburg gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 16.03.2019

Die Würfel sind gefallen. Noch bevor der April begonnen hat. Jenem Monat, in dem sich Jörg Schmadtke und Bruno Labbadia zusammensetzen und die Zukunft besprechen wollten. Wolfsburgs Trainer jedoch torpedierte die Absprache und stellte seinen Vorgesetzten am Dienstag vor vollendete Tatsachen. Beim turnusmäßigen Treffen mit der sportlichen Führung teilte er gemeinsam mit seinen Assistenten den Entschluss mit, die im Sommer auslaufenden Verträge nicht verlängern zu wollen. Anschließend setzte der Coach auch seine Mannschaft, die er vor dem Abstieg rettete und aktuell auf Rang 7 führte, kurz und knapp in Kenntnis seines baldigen Abschieds. "Der Zeitpunkt für so etwas", räumt Labbadia ein, "ist nie der richtige." Jetzt aber habe der Klub immerhin Klarheit, was seine Personalie betrifft.

Schmadtke zeigte sich in der VfL-Pressemitteilung "überrascht" vom Zeitpunkt des Trainerentschlusses. Die Tatsache an sich, dass es mit Labbadia nicht weitergeht, hat den Geschäftsführer freilich nicht unvorbereitet getroffen, vermieden zuletzt doch beide Seiten intern wie öffentlich ein Bekenntnis zueinander. Die Trennung ist deshalb nur folgerichtig. Als Grund verwies Labbadia auch am Mittwoch auf den Satz, den er am Tag zuvor verlauten ließ: "Eine weitere Zusammenarbeit wäre für den VfL nur zielführend und sinnvoll, wenn ein konsequenter fachlicher Austausch zwischen den sportlich Verantwortlichen über die gesamte Saison gegeben wäre." Die Kommunikation zwischen Manager und Fußballlehrer war bekanntermaßen arg eingeschränkt. Was jedoch nicht nur Schmadtke zuzuschreiben ist. "Dass es zwischen uns nicht stattgefunden hat", erklärte Labbadia, "ist schade, das bedauern wir beide. Aber es ist nun mal so, das ist auch nichts Verwerfliches." Der Coach betont zudem: "Es gibt kein einziges schlechtes Wort gegenüber Jörg."

Auch Schmadtke hält sich zurück - und kann sich nun noch konkret auf die Trainersuche begeben. Dass Salzburgs Marco Rose hoch im Kurs steht, ist verbrieft. Jedoch herrscht auf dem Markt, dessen sind sich die Wolfsburger bewusst, ein großer Kampf um die Gunst des Salzburger Trainers, sodass sich der VfL-Manager mit mehreren Optionen beschäftigen muss. Während Ex-Huddersfield-Coach David Wagner bislang kein Thema ist, genießt auch Oliver Glasner vom Linzer ASK ein hohes Ansehen. Bei ihm betont Schmadtke jedoch, dass es keine Kontaktaufnahme gegeben habe.

Für Wolfsburg spricht beim Werben um den begehrten Rose außer der Nähe zu Leipzig, der Heimatstadt des 42-Jährigen, dass beim VfL nach Jahren im Chaos wieder Stabilität eingekehrt ist. Dank Schmadtke und dem ihm auch im "Fall Labbadia" inhaltlich nahestehenden Sportdirektor Marcel Schäfer. Und auch dank des scheidenden Trainers. Der wünscht sich, "dass wir am Ende alle Gewinner sind". Es liegt nun an ihnen.

FC Augsburg gegen Hannover 96 im Livestream am 16.03.2019

Es sei die Kunst eines Trainers, jeweils "das Richtige für den Moment zu finden", sagt Manuel Baum. Um zu veranschaulichen, was er meint, wählte der Coach des FC Augsburg kürzlich einen schönen Vergleich: "Du musst dich immer an die Situation anpassen. Im Winter renne ich ja auch nicht mit der Badehose rum."

Nachdem beim 1:5 in Freiburg ein heftiges Unwetter über den viel zu leicht bekleideten FCA hinweggefegt war und in den folgenden Spielen gegen Dortmund und Leipzig die nächsten zerstörerischen Stürme heraufzuziehen drohten, entschied sich Baum für Thermo-Unterwäsche und einen gefütterten Wintermantel. Es war eine gute Wahl. Das tiefe Verteidigen in einem 4-5-1-Bollwerk brachte vier Punkte gegen die beiden Spitzenteams und war das krasse Gegenteil zum unentwegt hohen Pressing, mit dem Augsburg in der Hinrunde gegen BVB und RB angetreten war.

Nun aber stellt sich die Frage nach der passenden "Kleidung" für das Heimspiel gegen Hannover. Reicht da eine luftige Übergangsjacke? Oder sollte man sich doch wieder dick einpacken, um sich nicht zu verkühlen? "Jedem ist bewusst, dass es ein anderes Spiel wird, also ist auch der Ansatz ein anderer als gegen Dortmund oder Leipzig", sagt Baum. Der FCA, der die Außenseiterrolle so liebt, geht als Favorit in die Begegnung mit dem Vorletzten, entsprechend verändern sich die Aufgaben. Augsburg wird mehr Ballbesitz haben, muss selbst die Initiative ergreifen und zugleich die wuchtigen 96-Stürmer Jonathas und Hendrik Weydandt möglichst vom Tor fernhalten. Baum muss genau abwägen, wie viel Risiko er eingeht und wie viel Absicherung nötig ist. Zum Rückrundenstart ließ sich der übereifrige FCA beim 1:2 gegen Düsseldorf wie so oft in dieser Saison naiv auskontern, beim 3:0 gegen Mainz zwei Wochen später stimmte die Mischung zwischen stabiler Defensive und schlagkräftiger Offensive.

Wie der Plan im wegweisenden Spiel gegen Hannover aussieht, "hat auch mit den Spielern zu tun, die auf dem Platz stehen. Wir müssen ihre Stärken einsetzen und die Strategie danach ausrichten", sagt Baum, der zuletzt zwölf Ausfälle kompensieren musste. Nun scheint sich die Lage zu verbessern, Alfred Finnbogason, Jeffrey Gouweleeuw und Jan Moravek trainierten zu Wochenbeginn wieder, Dong-Won Ji stieg am Mittwoch ein. Doch auch in Sachen Aufstellung muss der Trainer Chancen und Risiken abwägen: Wer ist fit und bereit für ein Comeback gegen Hannover? Bei wem ist die Gefahr eines Rückschlags zu hoch?

Rauswurf? Rücktritt? Einvernehmliche Trennung? Freistellung von seinen Aufgaben? Alles scheint in diesen Wochen wahrscheinlicher, als dass Horst Heldt seinen bis 2021 laufenden Vertrag in Hannover über die aktuelle Saison hinaus erfüllt. Eine Saison, an deren Misslingen auch der Manager Schuld hätte. "Mein Anteil ist vorhanden", räumt Heldt unumwunden ein. "Ich kann ja nicht sagen, ich habe damit nichts zu tun." Dass der Kader nach dem Abgang einiger Hochkaräter schlecht neu gestaltet wurde, ist der Kernvorwurf von 96-Boss Martin Kind. Kevin Wimmer und Bobby Wood, Wunschspieler des Ex-Trainers André Breitenreiter, funktionierten als Sané- und Harnik-Ersatz so wenig wie die Ideen mit Genki Haraguchi und Walace als neue Motoren im Mittelfeld, aus dem Felix Klaus abwanderte.

"Vielleicht hätte ich fordernder sein müssen", sagt Heldt heute Richtung Kind über eine Transferphase, in der die glückliche Hand fehlte, sich zudem Pläne mit Vincenzo Grifo (Gladbach, wählte lieber Hoffenheim), Branimir Hrgota (Frankfurt, wollte Einsatzgarantien) oder Jhon Cordoba (blieb lieber in Köln) nicht realisierten, auch mangels Geld. Bitter: Für Niclas Füllkrug hatte Heldt mühsam 18 Millionen Euro Ablöse ausgehandelt - ehe er in die Absage an Gladbach einstimmen musste.

Das Seuchenjahr nahm für Heldt, selbst mit dem Makel der "Fluchtversuche" aus Hannover (Köln, Wolfsburg) behaftet, mit dem Zuspitzen der Krise im Herbst 2018 Gestalt an. Der Klub hatte sich schon seit November auf das Szenario eines eventuellen Trainerwechsels vorbereitet, sich dann aber allein auf neue Leihspieler verständigt, ehe André Breitenreiter zunehmend unglücklich agierte. Sportliche Pleiten gingen im Januar einher mit den Peinlichkeiten rund um das vorzeitige Bekanntwerden der Trainerentlassungs-Pläne.

Pannen pflasterten den Weg bei den Winter-Nachverpflichtungen - auf dem Platz (Verletzungspech mit Abwehr-Stabilisator Kevin Akpoguma) wie auf dem Markt. Dort wollte der Manager wie schon im Sommer den vertragslosen Alex Meier als Sturmergänzung holen. Als der Ex-Frankfurter erst im Training bei Breitenreiter vorturnen sollte, schnappte St. Pauli zu. Und als am späten Vorabend des Transfer-Schlusstages Signale aus Dortmund eingingen, Spielmacher Shinji Kagawa sei nach gescheiterten Gesprächen in Monaco zu haben, klappte zu vorgerückter Stunde eine telefonische Abstimmung zwischen Heldt und Kind nicht. Am nächsten Morgen hatte Besiktas den Japaner in einen Privatjet gesetzt. Ehe 96 handlungsfähig war, befand sich Kagawa schon im Anflug auf Istanbul.

VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 16.03.2019

Sein Wesen will irgendwie so gar nicht zu seinem Auftreten als Fußballer passen. Ruhig und zurückhaltend gibt sich Steven Zuber im persönlichen Gespräch, forsch und tatendurstig auf dem Rasen. Der 27-Jährige, der im Winter für eine Leihgebühr von 600 000 Euro aus Hoffenheim nach Stuttgart kam, kennt keine Verwandten, wenn es um den Erfolg geht. Erst recht keine Neutralität, die ihm als Schweizer in die Wiege gelegt wurde. Wenn der Mittelfeldspieler jetzt mit seinem aktuellen gegen seinen früheren Klub spielt, geht’s nur ums Hier und Jetzt. Bis zum Ende seiner Leihe im Juni werde er "alles für den VfB geben". Danach sieht man weiter. "Alles ist möglich."

Und abhängig von vielen Faktoren. Wer folgt in Hoffenheim als Trainer auf Julian Nagelsmann? Bleibt Markus Weinzierl in Stuttgart? Bleibt der VfB in der Liga? Zubers Zukunft, sein Vertrag bei der TSG endet 2020, liegt erst einmal im Kraichgau. Eine Kaufoption hat der VfB nicht. "Ich bin froh, dass wir ihn geholt haben", sagt Weinzierl. "Steven ist ein Spieler, der täglich alles gibt und in den letzten Spielen belohnt wurde." In den letzten vier Partien erzielte er vier Treffer, dazu bereitete er einen vor. Für diese Zahl an Toren hatte er vor seinem Wechsel nach Stuttgart 52 Spiele gebraucht. 82 Partien waren es insgesamt für die TSG (sieben Tore, acht Assists), bisher acht für den VfB. Sein Trainer ist sehr angetan vom ehrgeizigen Profi. "Er ist ein Arbeiter, der sehr gut spielen kann und vor dem Tor auch noch abgeklärt ist", so Weinzierl, der eine weitere Steigerung erwartet. "Es wird immer besser in den Abläufen." Für die Zuber ein "wichtiger Faktor ist, zum Beispiel beim Anlaufverhalten für den ganzen Defensivverbund".

Der Offensivmann, der in einem 3-5-2 in Ballbesitz über links antreibt und gegen den Ball halblinks neben Santiago Ascacibar die Räume schließt, ist der neunte Schweizer Nationalspieler im VfB-Trikot. Zwei, Ludovic Magnin (103 Spiele für den VfB) und Marco Streller (55) wurden 2007 Meister, Sebastien Fournier (11) 1997 Pokalsieger. Erfolge, von denen aktuell geträumt wird. In dieser Saison geht es für die Schwaben nur um den Klassenerhalt. Mindestens über die Relegation, am liebsten ohne diesen Umweg. "Es ist noch nichts verloren. Wir haben alles selbst in der Hand", sagt Zuber, der am Samstag zwischen den Stühlen sitzt. Siegt der VfB, muss Hoffenheim um den Europapokal bangen. Verliert er, wird es im Abstiegskampf eng. Neutralität kann er sich jedenfalls nicht
leisten.

Es herrschte stabiles Hochdruckwetter, als Reiss Nelson vergangenen Sommer wie ein Vorbote der aktuellen Sturmtiefs von der britischen Insel kommend die Bundesliga durcheinanderwirbelte. Sechs Tore schoss dieser dribbelnde Irrwisch in seinen ersten sieben Spielen für Hoffenheim. Lange her. Je instabiler die Wetterlage, desto ruhiger wurde es um den 19-jährigen Wunderknaben. Zehn torlose Kurzeinsätze kamen für die Leihgabe des FC Arsenal seither hinzu, am vergangenen Samstag strich ihn Trainer Julian Nagelsmann als "erzieherische Maßnahme" aus dem Kader für das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg (2:1). Offenkundig ließ die Trainingseinstellung zu wünschen übrig.

In Nürnberg hatte Nelson in der Hinrunde noch geglänzt und zum 3:1-Sieg seinen ersten Doppelpack beigesteuert. Und danach gegen Stuttgart sein bislang einziges Spiel über 90 Minuten gemacht. Beim VfB am Samstag muss Nelson um seinen Kaderplatz bangen.

"Die Tore hat er zu Beginn der Saison geschossen, jetzt muss er weiterarbeiten an sich und den Dingen, die noch nicht so gut funktionieren", mahnt Nagelsmann. Grundsätzlich schleppt dieses unbekümmerte Talent noch zu viele taktische Defizite vor allem in der Defensiv-Disziplin mit sich herum. Deshalb kam er erst in den meist ohnehin turbulenten Schlussphasen.

"Für einen jungen Spieler ist es wichtig zu spielen. Diese Möglichkeit bekomme ich hier, wofür ich Hoffenheim sehr dankbar bin", gibt sich Nelson demütig und verspricht: "Ich werde in der entscheidenden Saisonphase alles daransetzen, dem Verein zu helfen." Womöglich bekommt er nach dem jüngsten Schuss vor den Bug an diesem Wochenende die Chance auf Wiedergutmachung.

FC Schalke 04 gegen RB Leipzig im Livestream am 16.03.2019

Wert und Bedeutung eines Spielers werden bekanntlich oft dann besonders offensichtlich, wenn der Betreffende nicht zur Verfügung steht. Wie am vergangenen Samstag, als RB Leipzig ohne den wegen Wadenproblemen erstmals in dieser Bundesliga-Saison pausierenden Yussuf Poulsen gegen Augsburgs Abwehr-Bollwerk über ein mageres 0:0 nicht hinauskam. "Yussi", sinnierte danach Kapitän Willi Orban, "ist für uns unheimlich wichtig als Abnehmer von hohen Bällen."

Tatsächlich ist der dänische Nationalstürmer wichtiger denn je für die Sachsen, weil er inzwischen nicht nur als Rackerer, Raumöffner und Pressingmaschine überzeugt. Sondern weil er seit dieser Saison auch als Vollstrecker glänzt. Mit zwölf Treffern hat Poulsen schon jetzt seinen Rekord aus der Zweitliga-Saison 2014/15 überboten und führt die klubinterne Torschützenliste vor Timo Werner (11) an. Poulsen benötigt noch einen Scorerpunkt, um die Marke aus seiner Leipziger Premierensaison zu egalisieren. Damals traf er in der 3. Liga gegen Unterhaching, Osnabrück oder die Zweitvertretungen von Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart - und es war nicht abzusehen, dass aus dem für rund 1,3 Millionen Euro von Lyngby BK geholten Angreifer mal ein gestandener Bundesliga-Torjäger werden könnte. "Ich war nie das größte Talent in Dänemark. Ich war nie derjenige, bei dem alle gesagt haben: Der wird Profi", verriet Poulsen kürzlich in einem Interview auf bundesliga.de. Und weiter: "RB ist der Verein, der mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin. Deswegen hängt mein Herz an diesem Verein."

Wie es aussieht, wird Poulsen noch lange der dienstälteste Profi und Vorreiter im RB-Kader bleiben. Vorletzte Woche reiste sein Berater Poul-Erik Petersen nach Leipzig, um über die Verlängerung des bis 2021 datierten Arbeitspapiers seines Klienten zu verhandeln. Nach Medien-Informationen haben sich beide Seiten auf die Modalitäten für eine Vertragsverlängerung verständigt, die Verkündung des Vollzugs steht unmittelbar bevor. Das neue Arbeitspapier beinhaltet gegenüber der letzten, im September 2017 vorgenommenen Anpassung naturgemäß eine deutliche Gehaltssteigerung. Schließlich ist Poulsen nicht nur Leistungsträger, sondern auch Identitätsfigur und Sympathieträger, der regelmäßig in Talksendungen eine gute Figur abgibt.

"Yussuf ist ein Musterbeispiel, was passieren kann, wenn man sich dem Weg verschreibt, den wir hier gehen", sagt Ralf Rangnick. Was der Trainer/Sportdirektor damit ausdrücken will: Poulsen ist mit jedem Aufstieg mitgewachsen, hat sich vom Rohdiamanten zum Sturmjuwel entwickelt. Schnell laufen, hoch springen und um jeden Meter kämpfen konnte Poulsen schon bei seiner Ankunft in Leipzig. Rangnick betont: "Aber jetzt kommen auch die technischen Möglichkeiten dazu, dass er gute Abschlüsse hat." Die Fortschritte lassen sich auch statistisch belegen. Poulsen kommt in seinen bislang 24 Einsätzen auf 51 Torschüsse, in den insgesamt 30 Spielen der Vorsaison waren es 39. Er benötigt 4,3 Torschüsse und 163 Minuten für einen Treffer. In der vergangenen Saison, als er 9,8 Torschüsse und 416 Minuten für einen Treffer auswies, war er weitaus ungefährlicher und ineffizienter. Für Rangnick liegt der Schlüssel für Poulsens Leistungssteigerung in dessen Einstellung: "Da hat er auf einer Skala von 1 bis 10 eine klare 10." Auch deshalb war ihm die frühzeitige Vertragsverlängerung so wichtig.

Bundesliga Konferenz im Livestream 26.Spieltag am 16.03.2019

Sportlich hatte sich Rekordmeister FC Bayern beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im Pokal äußerst schwergetan, dafür aber Sympathiepunkte gesammelt, weil sich die Superstars viel Zeit für Selfie- und Autogrammwünsche genommen hatten. Drochtersens Kapitän Sören Behrmann verriet der Bild, dass ein Weltmeister ihm sogar das Trikot regelrecht hinterhergetragen hat. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Behrmann Mats Hummelsnach einem Trikottausch gefragt. Der habe ihn gebeten, zu diesem Zweck in die Bayern-Kabine zu kommen. Doch dort wartete Hummels vergeblich, da Behrmann noch lange bei Freunden und Familie auf dem Platz verweilte. Also ging der Münchner Verteidiger wieder ins Stadion und fragte sich in der Menschentraube bis zum "Tauschpartner" durch. Behrmann: "Eine super Aktion von ihm, mir war das total unangenehm." Nachts bedankte er sich nochmals via Instagram bei Hummels und erhielt prompt eine Antwort: "Sehr gerne! Ihr habt uns das Leben echt schwer gemacht." Und der Trikottausch war nicht wesentlich einfacher.

Vor vier Jahren spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel, nach seinem Doppelpack im Pokal beim Karlsruher SC steht der Hannoveraner nun vor seinem Bundesliga-Debüt. 96 will den 23-Jährigen in der Öffentlichkeit schützen und lässt ihn deshalb bislang noch nicht zu Wort kommen - die Erwartungen geschürt haben die Niedersachsen aber dennoch: Weil der Angreifer auf den sozialen Kanälen der Sportschau fälschlicherweise als "Weynandt" betitelt wurde, twitterten die Hannoveraner: "Nichts für Ungut, liebe Sportschau, aber der Gute heißt Weydandt. Bestimmt hören wir seinen Namen aber demnächst auch des Öfteren." Auf die Antwort, bis zum kommenden Wochenende hätten sie den Namen drauf, setzte 96 mit einem Augenzwinkern noch nach: "Spätestens nach der dritten Bude!" Somit ist Weydandt trotz auferlegtem Spechverbot auch jetzt schon in aller Munde

Nach Dominik Kaiser im Sommer geht nun auch der letzte Aufstiegsheld, der den Weg von RB Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitgemacht hat: Fabio Coltorti beendet seine Karriere. Für den 37-jährigen Schlussmann hatte es bis zuletzt die Option gegeben, bei einem Abgang von Marius Müller erneut um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch gegen eine Fortsetzung der Karriere und für seine Familie, die in Marbella lebt. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick reagierte mit Verständnis und kündigte direkt einen großen Bahnhof an - wie Kaiser im Mai dieses Jahres soll Coltorti einen Tag nach dem Saisonfinale gegen Werder Bremen ein Abschiedsspiel bekommen.

16.03.2019 15:30 Uhr: FC Schalke 04 gegen RB Leipzig
16.03.2019 15:30 Uhr: VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim
16.03.2019 15:30 Uhr: FC Augsburg gegen Hannover 96
16.03.2019 15:30 Uhr: VfL Wolfsburg gegen Fortuna Düsseldorf

Mönchengladbach gegen SC Freiburg im Livestream am 15.03.2019
Freitag, 15. März 2019

Ab und zu fällt er auch mal in der Nähe des gegnerischen Strafraums auf. Wie am Samstag in Mainz, als er mit seinem Pass das Tor des Tages durch Nico Elvedi einfädelte. Querpass? Oder doch eher Querschläger? "Natürlich war das Ding einstudiert", versichert Tobias Strobl zunächst schmunzelnd. Und gibt dann zu: "Ein bisschen Glück gehört auch mal dazu."

Ein Assist also wird hier notiert für den Mittelfeldmann, der ansonsten, wie er selbst mal anmerkte, "häufig unter dem Radar" fliegt. Der seine Arbeit im Maschinenraum verrichtet, eher unspektakulär. Es fällt eher dann auf, wenn er mal nicht dabei ist. Beim Versuch, stabiler zu stehen, womöglich auf Kosten der Spielentwicklung, setzte Dieter Hecking wieder auf den robusten Kämpfer und ließ Christoph Kramer zunächst auf der Bank. Weltmeister Kramer ist sicher der bessere Stratege, der ein Spiel ordnen und aufbauen kann. Strobl ist robuster, gewieft im Zweikampf, kompromisslos. Und enorm wichtig für seine Mannschaft, wie die Zahlen belegen. Bemerkenswert: In der Rückrunde absolvierte Strobl sechs Spiele, fünf von Beginn an, vier davon gewann Borussia ohne Gegentor. Wie jetzt in Mainz, als sie dem Gegner in der gesamten Begegnung nur eine einzige Torchance erlaubte.

Die Stabilität ist zurück, die Abteilung Attacke ist sicher noch ausbaufähig, wenn sich Borussia im Kampf um einen Platz in der Champions League positionieren will. "Wir müssen natürlich im Spiel nach vorne noch zulegen, das können wir sicher besser", gibt Strobl zu. "Aber wenn wir unsere Hausaufgaben machen, ist alles in Ordnung."

Der Ex-Hoffenheimer ist eine der Überraschungen dieser Saison, weil im Sommer kaum damit zu rechnen war, dass er so viele Spielanteile haben würde. "Diese Skepsis", sagt der 28-Jährige rückblickend und auch selbstbewusst, "bin ich ja schon gewöhnt, das war praktisch in jedem Jahr so. Ich bleibe ruhig und weiß, dass es doch ganz anders kommt." Irgendwann wird der Stabilisator halt doch gebraucht.

Nun erhoffen sich Strobl und seine Borussen am Freitag gegen Freiburg den nächsten Schritt gegen einen Gegner, der sicher nicht viele Räume anbieten wird. Und peilen die Trendwende im Borussia-Park an. Kurios: Erst fegten die Fohlen alle Gegner zuverlässig aus dem Stadion, zuletzt gab es daheim gegen Hertha, Wolfsburg und die Bayern drei Niederlagen mit insgesamt
Toren 1:11 Toren. "Eine ErgebnisDelle hast du immer mal wieder bei 34 Spieltagen", versicherte Strobl, "jetzt hoffen wir natürlich, dass wir die kleine Krise überwunden haben."

Ein bisschen Boden hat Borussia jüngst verloren, in einem Punkt aber gehört Gladbach weiter zur Spitzengruppe: Elfmal blieben die Borussen ohne Gegentor, nur Leipzig schaffte das häufiger (zwölfmal). Eine starke Borussen-Bilanz - auch dank Stabilisator Strobl.

Die Anspannung steigt im Hause Schlotterbeck, respektive in der Wohnung. Eine solche teilen sich die Brüder Keven (21) und Nico (19) in Freiburg. Von dort aus fahren sie oft zum Training der SC-Profis - als Teilnehmer. Wenn an diesem Donnerstag das Team Richtung Gladbach aufbricht, sind wohl beide dabei und werden am Freitag auch im 18er-Aufgebot stehen. Ein Novum.

Aufgrund drei fehlender Innenverteidiger kommt Christian Streich eigentlich nicht vorbei an den Schlotterbecks. Mindestens einer der Linksfüßer dürfte in der Abwehr sein Startelfdebüt geben. Ihre Feuertaufe im Profigeschäft in jeweils kniffligen Situationen bestanden beide - bemerkenswert unaufgeregt. Am 20. Spieltag stand Keven ab der 38. Minute wegen Manuel Guldes Muskelfaserrisses plötzlich beim Derby in Stuttgart auf dem Rasen und lieferte beim 2:2 eine solide Leistung. Danach saß er noch viermal in Folge auf der Bank, am Samstag gegen Hertha tauchte dort jedoch überraschend sein jüngerer Bruder auf. Nico profitierte ausgerechnet von seiner Gelbsperre in der Regionalliga. In der U-23-Abwehr wurde er am selben Tag in Balingen vom großen Bruder vertreten, der laut Streich wieder Wettkampfpraxis sammeln sollte. Wie bei Kevens Kaderpremiere verschaffte eine Kollegenverletzung (Philipp Lienhart) auch Nico direkt eine unerwartete Einwechslung. Weil er das siegbringende Eigentor zum 2:1 von Vedad Ibisevic durch seinen guten Einsatz provozierte, schnitt Nico, der noch eine Gelbe Karte kassierte und eine durch einen beherzten Antritt zog, ein wenig besser ab.

Ein Traum bisher - für beide, die erst seit Sommer 2017 beim SC spielen. Keven kam vom Verbandsligisten Backnang und wurde überraschend Stammkraft in der Regionalliga (35 Einsätze). Der Lohn: ein Profivertrag. Nico ist zwar schon länger im System Leistungsfußball, wurde in Aalen und dann zwei Jahre beim KSC ausgebildet, startete aber auch erst in Freiburg durch. Als Leistungträger (7 Ligatore) und Pokalsieger mit der A-Jugend durfte er schon im Sommer 2018 statt des damals verletzten Bruders mit den Profis ins Trainingslager. Nicos offizielle Heimat ist jedoch die U 23. Dort kommt er bislang auf 19 Saisoneinsätze, Keven auf elf. Beide sind durchaus unterschiedliche Typen, laut Streich "in ihrer Spielweise aber nicht unähnlich". Spannend, für wen er sich entscheidet. Der Ältere dürfte die Nase leicht vorn haben - Karriere können sie aber beide machen.

 
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