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VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt im Livestream am 22.04.2019
Montag, 22. April 2019

Immer deutlicher zeichnet sich also ab, dass Oliver Glasner in der kommenden Saison auf dem Trainerstuhl in Wolfsburg Platz nehmen wird. Die Suche scheint beendet. Womöglich wird die Entscheidung für den 44-jährigen Österreicher, der aktuell noch den Linzer ASK coacht, schon in der kommenden Woche verkündet.

Noch etwas schneller geht es offenbar bei Kevin Mbabu. "Mit dem Spieler sind wir uns einig", bestätigt VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke kurz vor Ostern, was bereits vor einigen Tagen durchsickerte. Der 23-jährige Schweizer mit kongolesischen Wurzeln steht unmittelbar vor einem Wechsel nach Niedersachsen und unterschreibt dem Vernehmen nach einen Vertrag über drei Jahre, mit weiterführenden Inhalten. Mit dem abgebenden Klub Young Boys Bern, mit dem der viermalige Nationalspieler der Eidgenossen gerade vorzeitig die erfolgreiche Verteidigung des Meistertitels feierte, ist noch die Höhe der Ablöse zu klären. Sie wird sich auf etwas mehr als sieben Millionen Euro belaufen.

Während sich Mbabu im Anflug auf die Stadt des Automobils befindet, soll sein Außenverteidiger-Pendant auf der linken Seite, Jerome Roussillon, im Wolfsburger Nest bleiben. "Er hat so eingeschlagen, wie wir uns das vorgestellt haben", urteilt Schmadtke. "Er ist ein Gesicht dieser Mannschaft und ein wichtiger Baustein der Zukunft." Schmadtke lässt es relativ kalt, dass der 26-Jährige mit seiner guten Saisonleistung in den Fokus gerückt ist und heiß gehandelt wird - jedenfalls in der Gerüchteküche. "Mich haben bisher keine Anfragen anderer Klubs erreicht", so der Wolfsburger Macher, und weiter: "Ich kenne den Vertrag des Spielers und bin relativ entspannt." Der VfL hält das Heft des Handelns komplett in der Hand - und riefe im Fall der Fälle wohl eine so hohe zweistellige Millionensumme auf, dass diese zumindest Interessenten auf dem deutschen Markt einen Transfer schwer bis unmöglich machen würde. Vielleicht bleibt es auch deshalb national bei den Spekulationen, nach denen sich etwa der BVB und auch Bayer Leverkusen, das offenbar zwölf Millionen Euro für einen neuen Verteidiger zahlen will, mit Roussillon beschäftigt haben.

Ob englische, italienische oder spanische Klubs aktiv werden, ob es auch Roussillon wegzöge, wenn sein inniger Kumpel, Landsmann Josuha Guilavogui (Benfica Lissabon lockt), den VfL verlässt? "Auch da wird mehr gemutmaßt", winkt Schmadtke ab. "Es geht nicht nur darum, die Leute bei Laune zu halten, sondern es geht auch um Verträge." Bei Roussillon um einen, der noch bis 2022 läuft. Ohne Ausstiegsklausel.

Vergangene Saison ging Frankfurt in der Liga auf der Zielgeraden die Puste aus. Bis zum 28. Spieltag befand sich die Mannschaft auf Kurs in Richtung Königsklasse. Anschließend holten die Hessen aber nur noch einen Sieg und rutschten von Platz 4 auf Rang 8 ab.

Nach dem phasenweise vogelwilden Auftritt gegen Augsburg (1:3) am vergangenen Sonntag stellt sich die Frage: War das nur ein Ausrutscher? Klar ist: Im Kader steckt genügend Qualität, um einen Platz unter den ersten sechs zu verteidigen. Auch die Qualifikation für die Champions League ist trotz der schweren Auswärtsspiele in Wolfsburg, Leverkusen und München keineswegs utopisch.

Einfluss auf den Ausgang der Saison wird nicht zuletzt das haben, was sich zwischen den Ohren abspielt. Aus psychologischer Sicht ist das Spiel gegen Lissabon von großer Bedeutung. Schafft Frankfurt den Einzug ins Halbfinale, würde das für neuen Schwung und frisches Selbstvertrauen sorgen. Zur Erinnerung: Der 2:1-Sieg in Marseille am 20. September 2018 war einer der positiven Schlüsselmomente in dieser Saison. "Die Emotionen und solche Abende geben uns Kraft", sagt Gelson Fernandes.

Lucas Torro war damals noch ein fester Bestandteil der ersten Elf, seit dem 7:1 gegen Düsseldorf am 19. Oktober 2018 kam er jedoch keine Minute mehr zum Einsatz. Der vor der Saison vom spanischen Zweitligisten Osasuna verpflichtete Sechser musste sich einer Operation im Schambeinbereich unterziehen und wurde in den vergangenen Monaten behutsam aufgebaut. Zuletzt stand der 24-Jährige dreimal im Kader, auch gegen Benfica wird er zum Aufgebot zählen.

Beim Montagsspiel in Wolfsburg könnte er womöglich sogar in die Startelf zurückkehren. Als Spielertyp ist Torro eher geeignet, den gesperrten Abräumer Gelson Fernandes zu ersetzen als die filigraneren Jetro Willems und Jonathan de Guzman. Torros’ zu Saisonbeginn erreichte Zweikampfquote von 56,7 Prozent ist für einen defensiven Mittelfeldspieler sehr ordentlich. Die Frage wird sein, ob Adi Hütter dem kopfballstarken 1,90-Meter-Hünen bereits einen Einsatz von Anfang an zutraut. "Lucas trainiert seit einigen Wochen mit der Mannschaft und macht sich gut. Ich bin froh, dass er schmerzfrei ist",sagt der Coach.

Hertha BSC gegen Hannover 96 im Livestream am 21.04.2019
Sonntag, 21. April 2019

Kein Zögern, mehr Mut, mehr Risikobereitschaft - das hatte Hertha-Coach Pal Dardai bei seinem letzten Auftritt vor der Presse am vergangenen Montag gefordert. Nicht von seinem Arbeitgeber, der einen Tag später Nägel mit Köpfen machte und die Trennung vom Ungarn zum Saisonende vermeldete, sondern von seiner zuletzt in Hoffenheim (0:2) phasenweise zu zögerlich agierenden Mannschaft.

Die trifft am Ostersonntag im ersten von Dardais fünf Abschiedsspielen auf den Tabellenletzten aus Hannover. Die Berliner wollen dann nicht nur die Serie von fünf Niederlagen beenden, es geht auch darum, mit einem Erfolg etwas Ruhe einkehren zu lassen und Dardai die Aussicht auf einen vernünftigen sowie spannungsfreien Abschied zu eröffnen. Zuletzt hatten einige Profis den Eindruck erweckt, die Spielzeit austrudeln zu lassen und zu sehr mit der Klärung ihrer eigenen Zukunft beschäftigt zu sein. Hinzu kamen auch in Hoffenheim wieder mal große personelle Probleme angesichts von fast einem Dutzend fehlender Akteure.

Gegen Hannover kehren nun immerhin Topscorer Ondrej Duda und Mittelstürmer Vedad Ibisevic nach Gelb- beziehungsweise Rotsperre zurück. Auch Innenverteidiger Niklas Stark, der in Hoffenheim aufgrund eines Infektes nicht in der Berliner Notelf hatte mitwirken können, steht wieder zur Verfügung. Gleiches gilt vielleicht auch für Marko Grujic, der in der vergangenen Woche im Training umgeknickt war.

Während sich die seit Monaten immer wieder schwierige Personallage also entspannen sollte, werden sich die Fitnessdefizite, von denen beim Tabellenelften auch intern die Rede ist, in dieser Saison normalerweise nicht mehr beseitigen lassen. Das unter Dardai wiederkehrende Phänomen der zum Teil deutlich schlechteren Halbserien nach der Winterpause wird wie die Verletzungsmisere und die Stagnation in der Entwicklung einiger Profis (beispielsweise Marvin Plattenhardt oder Karim Rekik) in Berlin auch auf Mängel in der Athletikarbeit und eine zu niedrige Trainingsintensität zurückgeführt. Dardai kann stur sein, ihm wird nachgesagt, als Bauchmensch oft instinktiv zu handeln, zudem gilt er als nur bedingt empfänglich für Einflüsse etwa aus seinem Trainerstab. Bei Rückschlägen verfiel er oft (zu) schnell in alte Muster. Eine klare Linie auch in der Athletikarbeit sei nicht verfolgt worden, heißt es bei den Berlinern, die am Mittwoch die Vertragsverlängerung mit Ersatztorwart Thomas Kraft um ein Jahr bis 2020 bestätigten.

Vor acht Jahren um diese Zeit erlebte Hannover die erfolgreichste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte. Zwar kippte das Team von Trainer Mirko Slomka aus den Champions-League-Rängen, qualifizierte sich aber als Vierter der Abschlusstabelle 2011 souverän für die Europa League - mit 60 Punkten! Einer der Leistungsträger: Jan Schlaudraff, der nach der Saison einen heute wieder interessanten Satz über seine Spielweise sagt. "Man muss keine 14 Kilometer laufen, sondern im entscheidenden Moment den richtigen Pass spielen."

Womöglich taugt diese Maxime auch jetzt, wenn der 35-Jährige, offiziell seit dieser Woche im Amt, sein neues Aufgabenfeld im Klub beackert und dabei wieder punktgenau handeln muss. Ob als "Sportdirektor" oder als "Sportlicher Leiter" - wichtiger als die genaue Berufsbezeichnung ist für den Ex-Nationalspieler (drei Einsätze) nun, beim designierten Absteiger die Planungen für die kommende Saison mit gutem Know-how voranzutreiben. "Es stehen viele Entscheidungen innerhalb des Kaders und rund um das Team an", weiß er. In den vergangenen Wochen und Monaten schon hat er das Personal eng begleiten und unter die Lupe nehmen können.

Klar scheint: Auch im Sinne des von Vereinsseite propagierten Neuanfangs wird vom alten Stamm, der vor allem für Niedergang und Misserfolg steht, nicht viel übrig bleiben. Die wenigen funktionierenden Spieler wecken Begehrlichkeiten, Keeper Michael Esser beispielsweise wie berichtet in Düsseldorf. Gehen werden die derzeit verletzten Top-Offensivspieler Niclas Füllkrug (Poker mit Werder um die Ablöse) und Ihlas Bebou (Wolfsburger und Gladbacher Interesse).

Wünschenswert wäre, für eine Elf, die um den Aufstieg spielen kann, eine Achse zu erhalten, die mit Verteidiger Waldemar Anton beginnt und bei Angreifer Hendrik Weydandt endet. Dazwischen gibt es im Mittelfeld viel Ungewissheit: Pirmin Schwegler will weg, Walace und Genki Haraguchi sollen gehen, Leihgabe Nicolai Müller muss formal zurück nach Frankfurt. Um Talent Linton Maina wird Schlaudraff kämpfen und überlegen, ob er mit Kapitän Marvin Bakalorz und einem seiner Vorgänger, Rekonvaleszent Edgar Prib, zwei routinierte Ankermänner mit enger 96-Bindung weiter beschäftigt.

SC Freiburg gegen Borussia Dortmund im Livestream am 21.04.2019

Das 0:5 in Mainz wirkt noch nach, auch wenn der SC Freiburg zwischenzeitlich in Bremen besser spielte, aber erneut verlor (1:2). "Es ist noch nicht spurlos verschwunden", sagt Sportdirektor Klemens Hartenbach, der nach zwei Niederlagen aber noch keinen Trend sieht: "Davor haben wir einen Punkt gegen Bayern geholt. Unsere Leistungen machen mir keine Sorgen." Die Stimmung rund um das Team von Christian Streich ist ambivalent. Einerseits ist da das Elf-Punkte-Polster auf Rang 16, andererseits die eigenen Ansprüche - trotz der nächsten Gegner Dortmund und Leipzig. Hartenbach: "Wir wollen uns den Klassenerhalt mit Punkten selbst verdienen und nicht nur von den Niederlagen anderer profitieren."

Dennoch ist Hartenbach natürlich längst mit den Planungen für eine weitere Bundesligasaison beschäftigt - mit einer klaren Linie: "Es ist nicht geplant, jemanden abzugeben. Wenn wir das Team so lassen können und ein, zwei sinnvolle Ergänzungen holen, sind wir auf einem sehr guten Weg."

Ein durchaus nachvollziehbares Vorhaben. Aber ist es realistisch? Tatsächlich steht mit Vincenzo Grifo, der qua Leihvertrag nach Hoffenheim zurückkehren muss, bisher nur ein Abgang fest. Wie jedes Jahr kommen jedoch SC-Akteure für den nächsten Schritt in einem anderen Klub infrage. Der gesetzte Mittelfeld-Allrounder Janik Haberer (Vertrag bis 2020) gilt hier beispielsweise als Kandidat.

Und dann gibt es noch jene Akteure, die mit ihren Spielanteilen nicht zufrieden sind und deshalb einen Klubwechsel anstreben könnten. Marco Terrazzino, der in eineinhalb Jahren nicht überzeugen konnte, kam trotz heftiger Personalprobleme seit der Winterpause nur auf eine einzige Einsatzminute. "Er ist mit seiner integrativen Art und Verlässlichkeit in jedem Training sehr wichtig für uns, für ihn ist es aber keine befriedigende Situation. Bei ihm wären wir gesprächsbereit", sagt Hartenbach.

Bei Florian Niederlechner (bis 2020), der zuletzt überraschend häufig mit einer Reservistenrolle vorliebnehmen musste, liegt der Fall anders. Hartenbach: "Die Situation ist ungewohnt für Flo, aber es gibt Gespräche. Von unserer Seite geht es Richtung Vertragsverlängerung." Man darf gespannt sein, ob und wann das dem SC gelingt, hat der Stürmer doch bisher mit 25 Toren in 78 Ligaspielen für Freiburg eine gute Ausbeute vorzuweisen.

Borussia Dortmund wird in der zweiten Phase des 2018 ausgerufenen Neustarts nicht so tief ins Personalgefüge schneiden wie im vergangenen Sommer, als gleich sieben Neue für mehr als 75 Millionen Euro Ablöse verpflichtet wurden. In der nächsten Transferperiode, die in diesem Jahr erst am 2. September endet, werden die BVB-Kaderplaner mit höchster Priorität ein linkes Ding drehen: Die völlige Um- und Neugestaltung der linken Seite beginnt mit Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) und wird abgerundet durch einen Außenverteidiger, der Nico Schulz (Hoffenheim) heißen könnte.

Während die Zusage Hazards längst vorliegt und nur noch geklärt werden muss, ob der Belgier im Juli - oder ablösefrei erst ein Jahr später - wechselt, steht eine finale Entscheidung für die vakante Abwehrposition noch aus. Immerhin kristallisiert sich mit Schulz ein Favorit heraus. Sein Vertrag in Hoffenheim läuft noch bis 2021, eine Ausstiegsklausel soll darin nach
Medien-Informationen nicht enthalten sein. Schulz wäre also entsprechend teuer, Experten taxieren den 26-Jährigen auf einem Markt, der Linksverteidiger als besonders heiße Ware handelt, mit bis zu 30 Millionen Euro.

Was neben seiner Herkunft für den sechsmaligen deutschen Nationalspieler (zwei Tore, eine Vorlage) spricht: Er würde in das auf möglichst hohe Geschwindigkeit ausgerichtete Dortmunder System passen. Schulz bringt das Tempo mit, das weder Abdou Diallo noch Marcel Schmelzer in den Beinen haben. Gleichwohl löst der offensiv denkende Kandidat lebhafte Diskussionen über Viererketten-Tauglichkeit und defensive Kompetenz aus. Der Einschätzung, dass Schulz seine Vorzüge vor allem in vorgezogener Rolle - auf der linken Bahn vor einer Dreierkette - zur Geltung bringe und er deshalb in dem bei der Borussia fest verankerten System mit Viererabwehr keine Idealbesetzung sei, schließen sich die Mitglieder der aus Michael Zorc, Hans-Joachim Watzke, Sebastian Kehl, Matthias Sammer und Lucien Favre bestehenden Dortmunder Denkfabrik aber nicht an.

Der zuvor auch bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach beschäftigte Schulz gehört seit Sommer 2017 zur Hoffenheimer Belegschaft. Er stand seitdem 57-mal in einem Pflichtspiel in der Startelf (12-mal in einer Viererkette hinten links, 45-mal auf der linken Bahn). Nur in der aktuellen Saison kommt er auf 32 Startelfeinsätze für Hoffenheim (9-mal Linksverteidiger in der Viererkette, 23-mal linke Bahn).

Noch ist allerdings in der Schwebe, ob Schulz, der bei seinen vier Startelfeinsätzen für Deutschland von Joachim Löw dreimal links vor die Dreierkette beordert wurde, in Dortmund das Rennen macht. Mit Filipe Luis (33, Atletico Madrid, Vertrag läuft aus) hat er einen Konkurrenten, der sich weniger als dynamischen Anschieber auf der Seite, sondern als defensiven Stabilisator begreift, ein Außenverteidiger im besten Wortsinn. Dass sich der BVB auch mit ihm befasst, bestätigte Geschäftsführer Watzke am 7. April bei Sky: "Wenn du hörst, dass Filipe Luis ablösefrei ist, dann denkst du mal darüber nach. In diesem Stadium sind wir gerade." Es sei "nie verkehrt, auch mal einen Spieler dabei zu haben, der mehr Erfahrung hat". Junge Spieler zu verpflichten sei zwar oft zielführend, "wenn aber mal ein Älterer dabei sein sollte, wäre das auch kein Problem". Watzke weiter: "Wir haben nie gesagt, dass wir die jüngste Mannschaft Deutschlands haben wollen."

Für eine Verpflichtung Filipe Luis’ würde insbesondere der Faktor Zeit sprechen, den sich der BVB mit dem erfahrenen Linksverteidiger sichern würde: In aller Ruhe könnte die Borussia weiter nach einer langfristigen Lösung fahnden, während Filipe Luis kurzfristig den Bedarf deckt. Trotz seines fortgeschrittenen Fußballer-Alters gilt der im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina geborene Linksfuß noch immer als schnell genug, durchsetzungsstark und robust. Mit Chelsea wurde er Meister und Ligapokalsieger, mit Atletico Meister und Pokalsieger, gewann zudem zweimal die Europa League.

Ob Schulz oder Filipe Luis dann schon in diesem Sommer gemeinsam mit Hazard die linke Seite beackern werden, hängt vom Verhandlungsgeschick der Sportdirektoren ab. Die im Raum stehende Ablösesumme für Hazard (angeblich 40 Millionen Euro) bezeichnen Insider als "komplett realitätsfern". Nicht einmal im Ansatz sei der BVB bereit, diesen Betrag aufzubringen. Scheitern die Gespräche mit Gladbach, kommt Hazard 2020 zum Nulltarif. Auch für diese Variante soll er zugesagt haben.

FC Schalke 04 gegen TSG Hoffenheim im Livestream am 20.04.2019
Samstag, 20. April 2019

Dieter Heckings in Gladbach eingeläutetes Aus begründet Sportdirektor Max Eberl, der sich lieber für den zwölf Jahre jüngeren Marco Rose (42) entschied, mit einem Strategiewechsel. Vom Strategiewechsel im umgekehrten Fall könnte Hecking nun bei Schalke 04 profitieren. Nach Medien-Informationen ist der am Niederrhein scheidende 54-Jährige inzwischen ein Top-Kandidat auf den Posten
im Pott.

Nachdem sie ihren Weg mit dem als Überflieger gefeierten Profitrainer-Novizen Domenico Tedesco aus bekannten Gründen nicht weitergehen konnten, wollen sich die Königsblauen nun mithilfe eines erfahrenen, gestandenen Bundesligacoaches wieder stabilisieren und - den eigenen Ansprüchen entsprechend - in den Europapokalrängen etablieren. Im Zuge dieser Bestrebungen dachten die Bosse auch über Wolfsburgs Noch-Trainer Bruno Labbadia nach, die allgemeine Begeisterung soll sich aber in Grenzen gehalten haben. Nach Eberls Ankündigung Anfang April, Hecking im Sommer vorzeitig den Laufpass zu geben, rückte der ehemalige Bundesliga-Profi (sechs Spiele für Gladbach, 30 für den VfB Leipzig) stark in den Fokus der Schalker. Problem: Die Ebene der Entscheider ist nicht komplett, es fehlen noch ein Sportdirektor und ein Technischer Direktor.

Die Schalker finden, dass der fünffache Vater, der in Castrop-Rauxel unweit von Gelsenkirchen geboren wurde, vom Typ her zum Pottklub passen würde. Hecking gilt als meinungsstarker Macher, der Druck aushalten kann und um eine mitunter markant-kantige Art nicht verlegen ist. Zudem spricht sein Spielstil die Knappen an: Hecking favorisiert in Gladbach das 4-3-3, zeigt sich aber auch flexibel, wie er jüngst gegen Werder (1:1) bewies, als er die Bremer mit einer Dreierkette in der Abwehr überraschte.

Bei Schalke 04 würde Hecking auf Daniel Caligiuri treffen, der zu gemeinsamen Wolfsburger Zeiten 119 Pflichtspiele unter dem ehemaligen Torjäger bestritt. Beide gewannen 2015 mit dem VfL gegen Schalkes Revier-Rivalen Borussia Dortmund den DFB-Pokal, in der Liga wurden die Niedersachsen Vizemeister. Hecking hatte Wolfsburg zur Rückrunde 2012/13 als Tabellen-15. übernommen und im Laufe der Zeit bis in die Champions League geführt. Als er im Dezember 2016 bei Gladbach einstieg, dümpelte die Borussia auf Rang 14 herum, aktuell macht sich der Verein Hoffnungen auf die Königsklasse. Da wollen die Schalker, die nur einen Platz vor dem Relegationsrang stehen, auch wieder hin.

Auch in diesem Sommer wird die TSG Hoffenheim die für die langfristige Refinanzierung notwendigen Transfererlöse anstreben. Die dafür infrage kommenden Spieler im Kader haben sich in den letzten erfolgreichen Spielzeiten vermehrt, ob Kerem Demirbay, Florian Grillitsch, Joelinton, Ishak Belfodil oder andere. Der Klub ist in der Lage, die Qualitätsverluste zu dosieren. "Wir können auch mal Nein sagen", umschreibt Manager Alexander Rosen die komfortable Lage.

Im Falle von Nico Schulz wird das immer unwahrscheinlicher. Der Linksfuß hat sich auf der linken Außenbahn eine außergewöhnlich gute Marktposition erspielt. Das Interesse von Borussia Dortmund ist verbrieft, darüber hinaus hat sich der dynamische Schulz nicht zuletzt auch durch seine Auftritte in der deutschen Nationalmannschaft in den Fokus internationaler Topklubs gespielt. Gerade im Hinblick auf die Perspektive in der DFB-Auswahl dürfte es in Schulz’ Interesse liegen, sich einem (dauerhaft) in der Champions League vertretenen Großklub anzuschließen.

Und nach zwei Spielzeiten steiler Entwicklung könnte Schulz den Zwischen- und Entwicklungsschritt im Kraichgau nun als abgeschlossen betrachten. Ohnehin schon zwei Jahre später als der ursprüngliche Karriereplan vorsah, doch da bremste ihn nach dem Wechsel von Hertha BSC nach Gladbach ein Kreuzbandriss aus. Der mittlerweile 26-Jährige scheint nun reif für die nächste Etappe. Im Dezember noch wurde der Vertrag mit Schulz um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. Per Option seitens des Klubs. Die längere Laufzeit wird die Ablöse für den gebürtigen Berliner weiter nach oben treiben und der TSG einen satten Gewinn in die Kasse spülen. Gerade mal 3,5 Millionen Euro hatte Hoffenheim 2017 nach Gladbach überwiesen, nun wird Schulz auf weit über 20 Millionen taxiert.

Mönchengladbach gegen RB Leipzig im Livestream am 20.04.2019

Wegweisende Tage stehen an. Ein Sieg in Mönchengladbach, "und die Champions League wäre wohl safe", sagt Peter Gulacsi mit dem Hinweis, dass man einen Zehn-Punkte-Vorsprung in vier Spielen nicht mehr aus der Hand geben würde. Selbst ein Unentschieden gegen die Borussia, gegen die Ralf Rangnick als Trainer in neun Duellen noch nie verloren hat (sechs Siege, drei Remis), würde die Leipziger der Königsklasse einen großen Schritt näherbringen. Und für Rückenwind vor dem ersten DFB-Pokal-Halbfinale der jungen Vereinshistorie am Dienstag beim Hamburger SV sorgen.

Ob Jean-Kevin Augustin (21) in diesen Partien eine entscheidende Rolle spielen kann, ist unwahrscheinlich, und das liegt nicht nur daran, dass der französische Stürmer wegen eines Magen-Darm-Infekts mit dem Training aussetzen musste. Augustin ist vielmehr im Leipziger Kader der große Verlierer. In der Hinrunde beförderte er sich durch mangelnde Disziplin und Leistungsbereitschaft ins Abseits. In der Rückrunde bemüht er sich vergebens darum, sportlich wieder Anschluss zu finden. Ganze 35 Einsatzminuten, verteilt auf fünf ertraglose Einwechslungen, stehen in Augustins Arbeitsprotokoll 2019. Sein letztes von bislang drei Ligatoren in dieser Spielzeit erzielte er vor knapp sieben Monaten beim 2:0 gegen Stuttgart. In der klubinternen Hierarchie der vier etatmäßigen Stürmer ist er von Matheus Cunha, inzwischen die erste Alternative zu den Stammkräften Timo Werner und Yussuf Poulsen, überholt worden.

Warum Augustin nicht mehr in die Spur findet, ist unklar. Der Spieler selbst will sich öffentlich nicht äußern, schon seit Monaten blockt er alle Gesprächsanfragen ab. In der Mannschaft heißt es, dass sich Augustin in den Trainingseinheiten voll engagiere und auch abseits des Platzes umgänglicher wäre als noch in der Hinrunde. Da hatten er und Nordi Mukiele mit der Handy-Affäre vor dem Prestigeduell gegen Salzburg Trainerstab und Mitspieler gleichermaßen erzürnt.

Mukiele hat inzwischen die Kurve gekriegt und seine Chancen mit bemerkenswerten Leistungen zum Beispiel gegen Wolfsburg genutzt. Augustin indes scheint ungeachtet des bis 2022 datierten Vertrages keine Zukunft mehr zu haben bei den Sachsen, die ihn vor knapp zwei Jahren für rund 13 Millionen Euro von Paris St. Germain holten. In der Winterpause blockte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick einen Wechsel noch ab. Unter anderem hatte sich Ralph Hasenhüttl bei seinem Ex-Arbeitgeber erkundigt, ob Augustin für den FC Southampton zu haben sei - in den Planungen für die kommende Saison aber spielt Augustin bei Hasenhüttl keine Rolle mehr. Dagegen soll nach einem Bericht der französischen Zeitung L’Equipe das Interesse von West Ham United, das im Januar ebenfalls angefragt hatte, weiterhin vorhanden sein. In Leipzig aber weiß man davon nichts.

Leverkusen gegen FC Nürnberg im Livestream am 20.04.2019

Bayers Kader und die Vorstellungen von Peter Bosz passen gut zusammen. Allerdings nur, solange alle Akteure fit sind. In der Kaderbreite fehlt dem Trainer offenbar die Qualität. Bester Beleg: Nach dem Ausfall von Rechtsaußen Karim Bellarabi sieht Bosz in dem einzigen verbliebenen Flügelstürmer Paulinho (18) keine Option. Auch Mittelstürmer Lucas Alario (26) wird von Bosz nicht als in etwa gleichwertige Alternative zu Kevin Volland eingestuft. Sonst hätte der Trainer Alario im Sturmzentrum nominiert und Volland, der diese Position gut kennt, als Rechtsaußen.

Doch beide Varianten stellten für Bosz keine Option für die Startelf dar. Er modifizierte beim 1:0 in Stuttgart lieber sein 4-3-3 so massiv, dass es prägende Elemente verlor. Bei Ballbesitz ließ er ein asymmetrisches 3-6-1 spielen mit jeweils nur einem Außenbahnakteur, Leon Bailey links und dem etwas defensiver ausgerichteten Mitchell Weiser rechts, der gegen den Ball in einer Viererkette verteidigte. So hatte Bayer offensiv zwar im Zentrum Überzahl und hohe Ballsicherheit, war aber durch die Zentrumlastigkeit und fehlende Tiefe leichter zu kontrollieren. Welch ein Zugeständnis von Bosz, der lieber dieses machte, als die je 15 bis 20 Millionen Euro teuren Alario und Paulinho einzubauen.

Bayer muss den Kader umstrukturieren, um mit Bosz dauerhaft Erfolg zu haben, treten die Engpässe doch schon ohne englische Wochen auf. Jeder weitere Ausfall in der Offensive würde ohne ein Umdenken Boszs dessen Idee kollabieren lassen. Also sucht man einen Mittelstürmer (Volland könnte so auch außen spielen), einen völlig fehlenden Ersatz für Kai Havertz/Julian Brandt als Achter sowie Linksverteidiger.

Letztere Position soll doppelt besetzt werden - und besser. Doch um Douglas Santos (25, HSV, 15 bis 20 Millionen Euro Ablöse) zu verpflichten, möchte man erst Wendell (25), der Boszs Ansprüchen nicht genügt, ähnlich teuer verkaufen. Die Unklarheit, ob Bayer künftig europäisch spielt, hemmt auch. So kontaktierte Geschäftsführer Rudi Völler in der Länderspielpause Filipe Luis (33, Atletico, ablösefrei), der beim BVB in der engeren Wahl ist. Nach dem Fall aus den Europacup-Rängen wurden die Bemühungen um Brasiliens Nationalverteidiger aber zumindest vorerst
gebremst.

Die Reise zu Bayer Leverkusen weckt Erinnerungen an das quasi irreguläre Hinspiel, als der Club bei sintflutartigem Regen ein 1:1 erkämpfte. Ein ferner Mutmacher, hat der Gegner doch in dieser Saison keine Niederlage gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte einstecken müssen. Wesentlich näher sind Boris Schommers und seiner Mannschaft ihre drei jüngsten Auftritte mit fünf Zählern, daraus saugen sie Optimismus. "Es wird ein ganz anderes Spiel als die letzten. Leverkusen ist sehr spielstark, wir dürfen ihnen keine Räume geben, müssen über eine kompakte, mannschaftlich geschlossene und zweikampfstarke Leistung dagegenhalten", sagte Schommers nach dem Training am Mittwochvormittag. Gelinge dies, "dann hast du Räume, um gegen sie Tore zu erzielen. Es wird auf diese gute Mischung ankommen".

Der Glaube an das Wunder Klassenverbleib lebt, alle im Verein hoffen auf eine Saisonverlängerung mit zwei Relegationsduellen: "Wenn wir so auftreten wie in den letzten Spielen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch", glaubt Sebastian Kerk, "unser Kopf ist oben. Wir können gegen jeden Gegner mithalten."

Zurückgekehrtes Selbstvertrauen, das auch Robert Palikuca in seinen ersten Amtstagen registriert hat. Der neue Sportvorstand besuchte am Dienstag und kurz am Mittwoch das Training, um sich ein Bild von der Mannschaft zu machen. "Ein sehr direkter Mann, der weiß, was er will. Er versprüht in den ersten Gesprächen den gleichen Glauben wie ich, dass wir hier noch etwas erreichen können", schildert Schommers seine Eindrücke vom neuen starken Mann. Die ungeklärte Ligazugehörigkeit sieht der frühere Kaderplaner von Fortuna Düsseldorf nicht als Hemmschuh seiner Planungen. "Die Spieler, die der 1. FC Nürnberg verpflichten will ,sind solche, die sowohl das Zeug haben, sofort wieder aufzusteigen als auch die Klasse zu halten." Anheuern möchte er Spieler, "die eine gewisse Qualität zum jetzigen Zeitpunkt haben, aber auch Entwicklungspotenzial, damit Werte geschaffen werden".

Eduard Löwen aus dem aktuellen Kader erfüllt dieses Kriterium, der U-21-Nationalspieler steht bis 2022 unter Vertrag und würde im Abstiegsfall natürlich Begehrlichkeiten wecken. Ein am Mittwoch von der Sport-Bild ins Gespräch gebrachter Wechsel zu einem der Moskauer Top-Klubs ist für den 22-Jährigen nach Medien-Informationen jedoch keine Option. Käme es in der Sommerpause zu einem Wechselszenario, würde der Mittelfeldspieler gerne in Deutschland bleiben. Schon in der Vergangenheit hatten russische Klubs ihr Interesse am Allrounder hinterlegt. Löwen, dessen Eltern aus Russland stammen, schlug zudem die Möglichkeit aus, für die Sbornaja bei der Heim-WM 2018 aufzulaufen.

Bayern München gegen Werder Bremen im Livestream am 20.04.2019

Es sind die ganz besonderen Momente, die Max Kruse zu ganz besonderen Leistungen motivieren. Werders Kapitän ist aller Erfahrung nach keiner, der an großen Herausforderungen zerbricht. Sondern "ein Typ, der gerade daran noch einmal wächst", wie sein Trainer Florian Kohfeldt urteilt. Demzufolge gilt der 31-jährige Angreifer auch vor dem Doppelpack gegen Bayern in Liga und Pokal als größter Bremer Trumpf. Doch die Ausgangslage ist schizophren: Sollte Kruse die Grün-Weißen wirklich zu einem oder gar zwei Erfolgen gegen den Rekordmeister führen, könnte er genau damit das Ende seiner Ära an der Weser einläuten. Und so auf die glänzende Perspektive seines Klubs im Sommer direkt wieder einen Schatten werfen.

Die Pläne des Schlüsselspielers, dessen Vertrag ausläuft, hat Klubmanager Frank Baumann bemerkenswert konkret öffentlich gemacht: "Max möchte noch abwarten, ob ein absoluter Topklub aus einer absoluten Topliga kommt." Für sonstige Offerten, das habe Kruse intern versichert, sei er dagegen nicht empfänglich. Am Standpunkt des Ex-Nationalspielers hat sich seit dem vergangenen Sommer also offenbar nichts verändert. Damals sagte Kruse; er hätte sich "Gedanken gemacht, wenn ein richtig großer Champions-League-Verein gekommen wäre". Zugleich allerdings sei "ein Verein, der nicht zu den acht bis zehn besten in Europa gehört, überhaupt nicht infrage" gekommen.

Vor zwölf Monaten blieben die erhofften Angebote aus. Freilich hatte Kruse da einen nur durchschnittlichen Saisonendspurt hingelegt. In den letzten sieben Spielen gelang ihm kein Treffer mehr und nur noch ein Assist. Seine Scorerbilanz aus 2017/18 (sechs Tore, neun Vorlagen) hat Werders Leader in der laufenden Spielzeit (zehn Treffer, elf Assists) schon jetzt deutlich übertroffen. Dabei glänzte er 2019 besonders gegen Mannschaften von internationalem Format: Bei Siegen in Dortmund (Pokal) und Leverkusen Sowie beim 2:2 gegen Frankfurt (1,5). Neben Kruses Ablösefreiheit also gute Argumente, weshalb die ganz Großen des Kontinents nun tatsächlich ein Auge auf den stürmenden Spielmacher werfen könnten. Seine Auftritte gegen Bayern würden dann gewiss zu einem relevanten Gradmesser.

Baumann und Kohfeldt ist längst bewusst, dass sie sich im Stillen sicherheitshalber auf eine Nachfolgelösung vorbereiten müssen. Bis spätestens zum 34. Spieltag wollen die Verantwortlichen Klarheit von Kruse. Bis dahin gilt, was Kohfeldt beispielhaft so formuliert: "Wenn Barcelona anruft, dann würde ich Max gratulieren und sagen: Viel Glück in Spanien."

FSV Mainz 05 gegen Fortuna Düsseldorf im Livestream am 20.04.2019

Klappt’s drei Spieltage früher als 2018? An diesem Samstag, also im 30. Spiel, kann der 1. FSV Mainz 05 "den Sack zumachen", wie es Trainer Sandro Schwarz formuliert. Ein beziehungsweise zwei Spieltage früher glückte der Klassenerhalt den Nullfünfern, die seit 2009 ununterbrochen in der Bundesliga spielen, lediglich dreimal: 2011, 2014 und 2016.

"Wenn wir am Samstag gewinnen, ist das Thema durch", meint Schwarz. Theoretisch benötigt Mainz bei aktuell zwölf Punkten Vorsprung auf Stuttgart zwar die Schützenhilfe von Ex-FSV-Trainer Martin Schmidt und seinem FC Augsburg im Duell mit dem VfB. Angesichts einer um 18 Treffer besseren Tordifferenz ist Mainz bei einem Sieg aber für Stuttgart wohl so oder so unerreichbar.

"Es ist eine Entscheidungswoche", sagt Schwarz, der seine Trainingsinhalte ganz auf den nächsten Gegner abgestimmt hat. Die Videoanalyse der 1:2-Niederlage gegen Dortmund fiel knapp aus, im Vordergrund stehen "Dinge, die wir diesen Samstag gebrauchen können". Gegen einen vermutlich tief stehenden Kontrahenten setzt der Trainer auf "Risikobälle und Dynamik in Gegenpressingsituationen". Damit hätte Mainz bei der Borussia fast einen Punkt entführt.

Wer die FSV-Tore schießen soll, scheint offener denn je. In den vergangenen Wochen hat es Schwarz immer wieder mit wechselnden Stürmerpaaren versucht, wobei sich auch die Joker treffsicher zeigten. Robin Quaison traf in Dortmund ebenso als Einwechselspieler wie Karim Onisiwo gegen Freiburg. Stammspieler darf sich lediglich Jean-Philippe Mateta nennen, wobei selbst er in der Rückrunde schon auf der Bank saß und als Joker traf - beim 3:0 gegen Schalke. Mit seinem Dreierpack gegen Freiburg erhöhte der 21 Jahre alte Franzose sein Konto auf zehn Bundesligatore. Eine Marke, die Mainz bis 2016 durch Yunus Malli, Shinji Okazaki, Adam Szalai, Eric Maxim Choupo-Moting, André Schürrle oder Aristide Bancé seit 2009 regelmäßig erreichte. Nur in den beiden vergangenen Spielzeiten sah es mau aus: Malli (6) und Yoshinori Muto (8) sorgten für bescheidene Höchstwerte.

Aktuell spricht Schwarz von "einem großen Konkurrenzkampf" im Sturm und bezieht dabei Anthony Ujah mit ein, obwohl der Nigerianer seit dem 3. Spieltag und 542 Minuten nicht mehr getroffen hat. Das ist die längste Durststrecke seiner Bundesligakarriere. In Dortmund war Ujah kurz davor, sie zu beenden . Vielleicht gelingt es ihm ja beim Matchball am Samstag.

Einer der ersten Wege im Amt führte den neuen Fortuna-Boss zu den sportlich Verantwortlichen. "Mit Lutz Pfannenstiel und Friedhelm Funkel habe ich schon gesprochen. Ich bin davon überzeugt, dass beide einen guten Job machen. Der Saisonverlauf spricht schließlich für sich."

Der sportliche Bereich hat vorgelegt mit der nie erwarteten erneuten Qualifikation für die Bundesliga. Nun werden beim Aufsteiger auch die Strukturen angepasst. Röttgermann, in den 90er Jahren unter Rolf Rüssmann Marketingchef bei Borussia Mönchengladbach und zuletzt bis Juni 2017 Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg, bringt reichlich Erfahrung in verschiedenen Ämtern mit; er gilt als akribischer Arbeiter mit Visionen und als Teamplayer.

"Es muss unser Ziel sein, Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga zu etablieren", sagt der neue Vorstandsvorsitzende. "Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern." Seine Vorgabe: "Jeder Mitarbeiter, von den Spielern bis zu den Leuten in der Geschäftsstelle, muss brennen. Motivation, Solidarität, Mentalität und ein Leistungsklima sind unabdingbar für den Erfolg."

Während Röttgermann, der bis 2022 unterschrieb, sofort loslegt, streiten Klub und Vorgänger Robert Schäfer noch um die Abfindung. Der Vertrag mit dem Vorstandschef war erst im August bis 2021 verlängert worden. Schmutzige Wäsche wolle er nicht waschen, betonte Aufsichtsratschef Dr. Reinhold Ernst, doch seine Andeutungen werfen kein gutes Licht auf die gut dreijährige Amtszeit Schäfers, "auch wenn wir gemeinsam viel erreicht haben". Denn: "Es gab gewichtige Gründe für die Trennung, im inhaltlichen, fachlichen und auch persönlichen Bereich. Dazu natürlich auch die Ereignisse in Marbella im Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung von Friedhelm Funkel." Es habe einen "Vertrauensverlust gegeben", deshalb sei die Trennung unumgänglich gewesen.

Große Sprünge, das sieht Röttgermann ganz realistisch, seien auch im zweiten Bundesligajahr kaum möglich. Der Finanzrahmen, bisher 30 Millionen für den Lizenzspielerbereich, werde sich kaum ändern. Eine diffizile Aufgabe für Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, weil der Verlust mehrerer Stützen droht. Der ausgeliehene Dodi Lukebakio wird gehen, Spieler wie Abwehrchef Kaan Ayhan (Ausstiegsklausel: 2,5 Millionen), Antreiber Kevin Stöger (Vertrag bis 2020) und Topscorer Benito Raman (bis 2022) sind schwer zu halten. Bleiben soll Torwart-Routinier Michael Rensing, mit dem es bereits Gespräche gab - allerdings nicht als Nummer 1. Auf der Liste stehen unter anderem Michael Esser (Hannover) und der Nürnberger Christian Mathenia.

FC Augsburg gegen VfB Stuttgart im Livestream am 20.04.2019

Ein Anfang ist gemacht. Das gelungene Debüt von Martin Schmidt beim 3:1 in Frankfurt hat die Lage entspannt und die Position des FC Augsburg im Abstiegskampf erheblich verbessert. Bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und den VfB Stuttgart kann der FCA die Rettung mit einem Heimsieg im schwäbischen Duell schon so gut wie perfekt machen. "Wir haben am Samstag ein Endspiel", sagt Schmidt und mahnt nach dem überraschenden Dreier von Frankfurt: "Im Abstiegskampf muss man die richtigen Spiele gewinnen. Das gegen Stuttgart ist entscheidend."

In seinen ersten Tagen im Amt gab der Schweizer offensichtlich die richtigen Impulse. Er verzichtete auf komplexe Inhalte und setzte in erster Linie auf kleine psychologische Tricks. "Ich wollte die Köpfe verändern", erklärt der 52-Jährige, der mit seiner positiven, energischen Ansprache offenbar den gewünschten Effekt erzielte und Blockaden löste. Schmidt sprach den Spielern nicht nur Mut zu, er schickte sie auch mit offensiver Ausrichtung auf den Platz. Mit drei Treffern ging der Plan auf - und hinten hatte der FCA das nötige Glück.

Dass Psychotricks allein auf Dauer nicht ausreichen werden, um Augsburg auf Kurs zu halten, ist Schmidt natürlich bewusst. Er muss es schaffen, die Mannschaft zu stabilisieren und ihr ein tragfähiges Fundament zu verpassen. Ansatzpunkte hat der Trainer bereits ausgemacht, vor allem mit Blick auf die Defensive. "Die Raumaufteilung ist entscheidend, wenn man so offensiv agieren will", betont Schmidt. Schnelleres Umschalten und eine bessere Absicherung nach Ballverlust seien nötig. Auch wenn die Eintracht die großen Lücken nicht bestrafte, präsentierte sich der FCA in Frankfurt sehr anfällig für Tempogegenstöße. Ein Problem, das sich bereits durch die ganze Saison zieht, und das Manuel Baum einfach nicht in den Griff bekam. 14 Gegentore durch Konter sind die mit Abstand meisten der Liga, alle anderen Klubs kassierten weniger als zehn.

Das 4-3-3-System, das Schmidt bei seinem Debüt spielen ließ, birgt in dieser Hinsicht Risiken. Als alleiniger Sechser ist Daniel Baier die zentrale Absicherung, neben ihm agieren mit Michael Gregoritsch und Ja-Cheol Koo eher offensiv ausgerichtete Achter. "Das sind zwei Spieler, die gegen den Ball robust sind und eine gute Größe haben, aber auch kicken können", findet Schmidt. Auf den Flügeln hat der Trainer mit Marco Richter, André Hahn oder auch Dong-Won Ji Spieler, die für schnelles, geradliniges Umschalten prädestiniert sind. Doch auch das Ausspielen der eigenen Konter klappte in Frankfurt noch nicht nach Wunsch.

Am Dienstag blieb den Stuttgartern und Santiago Ascacibar erst mal die Spucke weg. Der kleine Argentinier, dessen übertriebener Speichelfluss in einen Platzverweis gegen Leverkusen mündete, wurde bis einschließlich 25. Mai gesperrt. "Die Strafe müssen wir so akzeptieren", sagt Markus Weinzierl, der mit dem Defensivmann zumindest noch im zweiten, entscheidenden Relegationsspiel planen könnte. Wenn es dazu käme. Im Moment müssen die Schwaben mehr um Platz 16 bangen, als dass sie auf Platz 15 hoffen dürfen. Vor allem, weil sie offensiv so gefährlich sind wie Kirmesboxer unter Vollnarkose.

Das Fehlen Ascacibars beraubt den Traditionsklub zwar seiner besten Waffe im aggressiven Kampf gegen den Ball. Es bietet allerdings auch die Möglichkeit, das VfB-Spiel im Saisonendspurt noch mal neu auszurichten. Weg vom Zerstören, hin zum Spielen. Weg vom Defensivdenken, hin zum Offensivhandeln. So wie es sich Thomas Hitzlsperger wünscht, der anmerkt: Das Festhalten an Spielern und an der Taktik, zuletzt einem 5-3-2, "hat uns kurzfristig geholfen. Aber jetzt merken wir, dass wir an die Grenze stoßen, weil wir zu wenig nach vorne kommen. Dieser Plan wird uns nicht mehr so weitertragen. Deswegen müssen wir neu denken. Wie", so Hitzlsperger, "kriegen wir es hin, mehr Chancen zu kreieren und besser zu verwerten? Das Entscheidende ist: mutiger nach vorne zu spielen."

Es könnte nach vielen personellen und taktischen Neuausrichtungen unter Weinzierl der letzte Versuch sein, die richtige Mischung zu finden zwischen Torverhinderung und Torerzielung. "Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir es mit gut verteidigen nicht richten werden", sagt der Chefcoach. "Deswegen müssen wir uns individuell offensiv steigern und mehr offensive Struktur an den Tag legen."

Allein schon die Tatsache, dass mit dem ballfertigeren Dennis Aogo für Ascacibar neben Gonzalo Castro noch etwas mehr Spielkultur im Zentrum einziehen könnte, macht Hoffnung. Außerdem wird daran gedacht, wieder zu einer Viererkette zurückzukehren, um im Mittelfeld über eine zusätzliche Anspielstation zu verfügen. "Wir müssen nach vorne effektiver werden", sagt Weinzierl, der am Mittwoch Kritik an seiner Person konterte. "Wenn ich lesen muss »Weinzierl hat die Spieler nicht im Griff«, dann frage ich mich schon, was wir Trainer uns alles gefallen lassen müssen. Bin ich schuld, wenn ein Spieler über die Stränge schlägt und jemanden anspuckt? Bin ich schuld, dass wir vorne die Tore nicht schießen und hinten Fehler machen? Bin ich an allem schuld?" Wissend, dass der Trainer grundsätzlich für schlechte Ergebnisse und Leistungen den Kopf hinhalten muss. "An den Problemen hat jeder seinen Anteil. Ich genauso wie die Spieler", sagt Weinzierl, der jetzt einen Sieg fordert. "Wer direkt in der Liga bleiben will, muss jetzt in Augsburg gewinnen." Zumal im ungünstigsten Fall auch seine eigene Zukunft davon abhängen könnte.

Geschichte könnte sich wiederholen. Diesmal allerdings mit schlechtem Ende für den früheren Augsburger. 2013, 2014 und 2015 besiegte der FCA unter seiner Regie den VfB, dessen Trainer anschließend jeweils ihre Posten räumten. Eine schwache Leistung samt Niederlage und ein Sieg des FCN inklusive eines VfB-Sturzes auf Platz 17 würde wohl nicht folgenlos bleiben. Ein Szenario, mit dem sich der 44-Jährige nicht befassen will, der als Hauptkonkurrent Schalke ausgemacht hat. "Ich habe immer davon gesprochen, dass wir am letzten Spieltag ein Endspiel auf Schalke haben wollen. Mit drei Punkten wäre es möglich, eine solche Konstellation zu erzwingen." Sonst, so Weinzierl, "gewinnen wir in der Relegation".

Bundesliga Konferenz im Livestream 30.Spieltag am 20.04.2019

Sportlich hatte sich Rekordmeister FC Bayern beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im Pokal äußerst schwergetan, dafür aber Sympathiepunkte gesammelt, weil sich die Superstars viel Zeit für Selfie- und Autogrammwünsche genommen hatten. Drochtersens Kapitän Sören Behrmann verriet der Bild, dass ein Weltmeister ihm sogar das Trikot regelrecht hinterhergetragen hat. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Behrmann Mats Hummelsnach einem Trikottausch gefragt. Der habe ihn gebeten, zu diesem Zweck in die Bayern-Kabine zu kommen. Doch dort wartete Hummels vergeblich, da Behrmann noch lange bei Freunden und Familie auf dem Platz verweilte. Also ging der Münchner Verteidiger wieder ins Stadion und fragte sich in der Menschentraube bis zum "Tauschpartner" durch. Behrmann: "Eine super Aktion von ihm, mir war das total unangenehm." Nachts bedankte er sich nochmals via Instagram bei Hummels und erhielt prompt eine Antwort: "Sehr gerne! Ihr habt uns das Leben echt schwer gemacht." Und der Trikottausch war nicht wesentlich einfacher.

Vor vier Jahren spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel, nach seinem Doppelpack im Pokal beim Karlsruher SC steht der Hannoveraner nun vor seinem Bundesliga-Debüt. 96 will den 23-Jährigen in der Öffentlichkeit schützen und lässt ihn deshalb bislang noch nicht zu Wort kommen - die Erwartungen geschürt haben die Niedersachsen aber dennoch: Weil der Angreifer auf den sozialen Kanälen der Sportschau fälschlicherweise als "Weynandt" betitelt wurde, twitterten die Hannoveraner: "Nichts für Ungut, liebe Sportschau, aber der Gute heißt Weydandt. Bestimmt hören wir seinen Namen aber demnächst auch des Öfteren." Auf die Antwort, bis zum kommenden Wochenende hätten sie den Namen drauf, setzte 96 mit einem Augenzwinkern noch nach: "Spätestens nach der dritten Bude!" Somit ist Weydandt trotz auferlegtem Spechverbot auch jetzt schon in aller Munde

Nach Dominik Kaiser im Sommer geht nun auch der letzte Aufstiegsheld, der den Weg von RB Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitgemacht hat: Fabio Coltorti beendet seine Karriere. Für den 37-jährigen Schlussmann hatte es bis zuletzt die Option gegeben, bei einem Abgang von Marius Müller erneut um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch gegen eine Fortsetzung der Karriere und für seine Familie, die in Marbella lebt. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick reagierte mit Verständnis und kündigte direkt einen großen Bahnhof an - wie Kaiser im Mai dieses Jahres soll Coltorti einen Tag nach dem Saisonfinale gegen Werder Bremen ein Abschiedsspiel bekommen.

20.04.2019 15:30 Uhr: FC Augsburg gegen VfB Stuttgart
20.04.2019 15:30 Uhr: FSV Mainz gegen Fortuna Düsseldorf
20.04.2019 15:30 Uhr: Bayern München gegen Werder Bremen
20.04.2019 15:30 Uhr: Bayer 04 Leverkusen gegen FC Nürnberg

 
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