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Mönchengladbach gegen FC Köln im Livestream am 20.08.2017
Sonntag, 20. August 2017

Reichlich Highlights hatte die vergangene Saison für Ibrahima Traoré nicht zu bieten. Das lag vor allem an zwei Verletzungen, die ihn insgesamt fast sechs Monate außer Gefecht setzten, wodurch der Guineer über die Hälfte der Pflichtspiele verpasste. An das letzte Derby, im April in Köln, allerdings erinnert sich Traoré nur allzu gerne: Einwechslung nach 54 Minuten, Sekunden später Torschütze zur 2:1-Führung, am Ende ein 3:2-Sieg – und alles direkt nach einer monatelangen Zwangspause (Sehnenoperation im Leistenbereich). „Ein schöner Moment“, sagt Traoré, „aber das ist Vergangenheit. Jetzt zählt der Sonntag.“ Bereit für Köln ist er, das hat sein starker Auftritt in der ersten DFB-Pokalrunde bei RW Essen (2:1) gezeigt. Traoré leitete mit einem feinen Solo nicht nur den Siegtreffer ein, sondern war mit seinen Tempodribblings über die Außenbahn immer wieder gefährlich. Diese Qualität, quasi aus dem Stand heraus Eins-gegen-eins-Situationen zu lösen und direkt volle Fahrt aufzunehmen, dürfte ihn auch für Köln unverzichtbar machen.

Es wird darum gehen, eine gut organisierte Mannschaft in Bewegung zu bringen, die Struktur aufzubrechen. Ein Fall für Traoré. „Mein Spiel“, sagt er, „wird besser und besser. Die harte Arbeit in der Vorbereitung zahlt sich aus.“ Um sich gleich zum Start topfit zu präsentieren, hatte sich Traoré mit Kumpel Thorgan Hazard ei nen Privattrainer genommen, der das Duo im gemeinsamen Urlaub körperlich in Schuss brachte. Auch Hazard fehlte den Großteil der Rückrunde verletzungsbedingt. Beiden schenkte Hecking in Essen das Vertrauen – keine Selbstverständlichkeit angesichts der Konkurrenz auf beiden Flügeln. Patrick Herrmann, Jonas Hofmann und Fabian Johnson mussten sich zum Pflichtspielstart mit der Rolle als Einwechselspieler zufriedengeben. Der aus Freiburg geholte Vincenzo Grifo, immerhin einer der Top-Scorer der vergangenen Bundesligasaison, kam gar nicht zum Einsatz. Doch das Thema Konkurrenzkampf will Traoré nicht zu hoch hängen. „Wir sind alle bereit für Köln, jeder Einzelne bei uns ist für Sonntag hochmotiviert“, versichert er und nennt die Zielsetzung: „Ein Sieg zum Start ist wichtig für den Kopf, gerade wenn man dann noch so ein Spiel wie das Derby für sich entscheiden kann.“

SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt im Livestream am 20.08.2017

Trainer Niko Kovac blickte nach dem Vormittagstraining am Mittwoch in ziemlich erstaunte Gesichter, als er das Interesse an KevinPrince Boateng bestätigte. Boateng zur Eintracht? Was sich wie ein Aprilscherz anhört, könnte schon bis zum Wochenende Realität werden. Der 30-Jährige hatte seinen Vertrag beim spanischen Erstligisten UD Las Palmas zwar erst im Mai um drei Jahre bis 2020 verlängert, doch nun steht er vor der Rückkehr in die Bundesliga. In Spanien wird kolportiert, dass der frühere Milan-Star ablösefrei wechselt, da der Vertrag bereits einvernehmlich aufgelöst sei. Klar ist: Sportvorstand Fredi Bobic landet mit der Boateng-Verpflichtung einen echten Coup. Bei Las Palmas hatte der Offensivspieler die Erwartungen übertroffen: Zehn Tore in 28 Erstligapartien 2016/17 können sich sehen lassen. Bei den Spaniern war Boateng Führungsspieler und Leistungsträger, spielte im offensiven Mittelfeld, als Stürmer oder auf dem Flügel. Wo Kovac die Kämpfernatur einplant, bleibt abzuwarten und hängt auch vom Spielsystem ab. Im 4-2-3-1 wäre Boateng für die Rolle des Zehners prädestiniert; meist lässt der Trainer jedoch ohne diese Position spielen. Im 3-4-3 könnte Boateng als hängende Spitze agieren, im 3-5-2 als klassischer Neuner.

Gut möglich ist, dass Boateng bereits in Freiburg sein Startelfdebüt feiern wird – sofern die Verpflichtung nicht noch scheitert. „Über seine fußballerischen Fähigkeiten braucht man nichts zu sagen, über seine Vita auch nicht. Er ist in einem Alter, in dem er Routine hat. Dieser Spieler würde meiner Meinung nach vielen Bundesligisten weiterhelfen – so auch Eintracht Frankfurt“, betont Kovac. Ihn stört Boatengs zweifelhafter Ruf nicht. Der Trainer stellt klar: „Leider maßen sich zu viele an, über Leute zu urteilen, die sie gar nicht kennen. Ich kenne den Kevin, wir waren Nachbarn in der Kabine bei Hertha. Er fing damals an, da hörte ich schon fast auf. Ich weiß, welche Qualitäten er hat, was er für ein Typ ist. Es ist immer leicht, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Viele sollten sich erst mal selbst anschauen und dann über andere urteilen.“ Boatengs letzte Station in Deutschland war von 2013 bis 2015 Schalke 04. Damals lastete eine immense Erwartungshaltung auf ihm, der er unter dem Strich nicht gerecht wurde. Immer wieder warfen ihn Knieprobleme zurück, sodass er seinen Führungsanspruch in der Mannschaft nicht durch Leistungen rechtfertigen konnte. Das führte intern zu Unstimmigkeiten. Auch in Frankfurt wird Boateng eine Leader-Rolle einnehmen. Knüpft er an seine Form aus der vergangenen Saison an, dürfte er auch sportlich ein großer Gewinn sein. Die Boateng-Verpflichtung ist vor allem eine Reaktion auf den Ausfall von Marco Fabian (Lendenwirbelsäule-Probleme). Kovac deutete an, dass dem Mexikaner womöglich sogar eine Operation droht.

Holstein Kiel gegen Greuther Fürth im Livestream am 20.08.2017

Mit einem Doppelpack im Pokal gab Philipp Hofmann seinen Einstand in einem Pflichtspiel für Greuther Fürth. Zuvor hatte eine Innenbandverletzung den 24-Jährigen ausgebremst. „Es war schön und wichtig für mich, gleich im ersten Pflichtspiel zu treffen“, sagt Hofmann. Trainer Janos Radoki freut sich über den Rückkehrer, um das Duell im Sturm mit Serdar Dursun anzufeuern. Da eine Doppelspitze mit Dursun und Hofmann als unwahrscheinlich gilt, ist der Kampf um die freie Position nun in vollem Gange. „Ich mache mir keinen Druck“, sagt Hofmann, „schaue in erster Linie auf mich selbst und achte gar nicht so darauf, was Serdar macht.“ Mit seiner Wahl, von Brentford nach Fürth gewechselt zu sein, ist er zufrieden. „England war eine super Erfahrung. Im ersten Jahr lief es gut, letzte Saison saß ich ein halbes Jahr nur auf der Bank. Jetzt soll es Schritt für Schritt vorwärts gehen.“ Mit 24 Jahren hat der gebürtige Arnsberger und ehemalige U-21-Nationalspieler die 1. Liga noch nicht aus den Augen verloren: „Das wäre natürlich eine tolle Sache. Aber jetzt sollten wir in Kiel erst mal den ersten Sieg mit Fürth holen.“

FC Nürnberg gegen Union Berlin im Livestream am 20.08.2017

Die Tabelle? Natürliche nur eine „Momentaufnahme, wenn auch eine schöne“. Sagt der Club-Trainer – und um ihn herum auch alle anderen, von den Spielern bis zum Sportvorstand Andreas Bornemann. Nur der Gegner vom vergangenen Montag schert aus. „Nürnberg steht nicht umsonst da oben“, fasst Duisburgs Trainer Ilia Gruev seine aus dem 1:2 gewonnenen Eindrücke zusammen. Eine Partie, die mit Blick auf die unmittelbare Arbeit ein Traum für Michael Köllner gewesen ist. Verdient zu gewinnen und doch genügend Kritikpunkte an der Hand zu haben, daraus ist der Stoff, der eine gelöste und doch konzentrierte Stimmung auf dem Trainingsplatz garantiert. „Es heißt ja, dass Spieler nach Niederlagen besonders gut hinhören – mir ist es so bedeutend lieber“, meint Köllner lachend, der mit seinem Team in dieser Spielzeit inklusive Vorbereitung den Platz bislang immer als Sieger verlassen hat. In Duisburg jedoch nach einer zweiten Hälfte, in der die vorher souveränen Franken die Kontrolle aus der Hand gaben und dem Aufsteiger plötzlich die eine oder andere Lücke im Defensivverbund eröffneten. „Zu unkonzentriert, zu schlampig, zu sorglos“, wettert dann auch Abwehrboss Georg Magreitter mit Blickrichtung auf den Sonntag und Union.

Einen Gegner, der sich für den Sportvorstand seit Jahren kontinuierlich gesteigert hat und nunmehr die „beste Offensive der Liga“ vorzuweisen hat. Eine bessere Standortbestimmung zu diesem Zeitpunkt hätte sich der FCN laut seinem sportlichen Boss gar nicht wünschen können. Vor allem die bislang so gut funktionierende Defensivarbeit, die zweite Hälfte beim MSV ausgeklammert, steht auf dem Prüfstand. Bleibt sie am Sonntag gegen 15.30 Uhr auf dem Stand von nur einem Gegentor, ist das mit Blick auf die kommenden Wochen schon mal eine klare Ansage. Der Trainer sieht dem ungeachtet einer „hammerharten Aufgabe“ sehr gelassen entgegen. „Wir hatten vor der Vorbereitung mit den Standards und dem Abwehrverhalten zwei Schwachpunkte ausgemacht – und sind ihnen da gezielt auf den Leib gerückt“, so Köllner und verweist auf die erste Hälfte vom Montag. Zwei einstudierte, im Endeffekt so gut wie nicht mehr zu verteidigende Standards verwandelt und hinten gar nichts zugelassen – das Ergebnis der Sommervorbereitung eben. „Auch wenn wir in den Spielen selbst die eine oder andere Schwankung hatten, so mache ich mir über die Defensive keine großen Gedanken. Die ist stabil.“ Was dem Club zudem entgegenkommen sollte: Union ist spielstark, sucht selbst stets den Weg nach vorne. „Solche Gegner liegen uns“, meint Köllner. Wenn dies so bleibt, dann gewinnt sie an Aussagekraft, die Tabelle.

FC Ingolstadt gegen Jahn Regensburg im Livestream am 20.08.2017

Der FC Ingolstadt lebt und spielt inmitten von Derby-Wochen. Nach dem 2:1-Pokalerfolg bei 1860 München gastiert am Sonntag Aufsteiger Jahn Regensburg im Audi-Sportpark, ehe es zu Greuther Fürth geht. Ein Sieg ist Pflicht, will der Bundesliga-Absteiger nicht frühzeitig im Tabellenkeller festhängen. „In den Derbys können wir bei den Fans einiges gutmachen und sie für die ersten zwei Saisonspiele entschädigen“, sagt Hauke Wahl, der den FC Ingolstadt nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Union Berlin und in Sandhausen (jeweils 0:1) auf dem Weg nach oben sieht: „Gegen 1860 ist uns das schon gelungen. Da haben wir uns ein gutes Gefühl geholt.“ Ein Grund dafür lag in der Rückkehr zum bewährten 3-4-3, das zuletzt durch ein 3-5-2 ersetzt worden war. „Im 3-4-3 sind wir besser ins Pressing gekommen, haben die Bälle früher gewonnen und ein gutes Spiel gemacht. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen“, sagt der Innenverteidiger, der die zwei Niederlagen differenziert betrachten möchte: „Gegen Union haben wir unglücklich verloren, in Sandhausen haben wir nicht unsere beste Leistung gezeigt.“

Wahl gehört aktuell als linkes Glied der Dreierkette zur Stammelf. Das war Anfang Juli nicht abzusehen. Der anhaltende Wechselwunsch von Marcel Tisserand und dessen Freistellung hat aber einen Platz freigemacht, den sich Wahl geschnappt hat. „Ich habe nur auf mich geschaut, Gas gegeben und bin mit meiner Leistung bisher zufrieden. Ich sehe mich nicht als Gewinner dieser Aktion“, will er sich mit dem Thema Tisserand nicht beschäftigen. Stattdessen möchte sich Wahl im zweiten Anlauf beim FCI durchsetzen. Vor einem Jahr gelang ihm dies nicht, im Winter ließ er sich für ein halbes Jahr nach Heidenheim ausleihen. „Das war ein ganz wichtiger Schritt. Dort habe ich mich aus dem Loch befreit, die Luftveränderung hat mir gutgetan“, blickt er zurück. Die Gründe, warum es in Ingolstadt zunächst nicht lief? „Ich war im Kopf nicht frei, mental nicht bereit. Das habe ich mir in Heidenheim zurückgeholt und will nun in Ingolstadt ein anderes Gesicht zeigen.“ 2015/16 machte Wahl beim SC Paderborn die unliebsame Erfahrung, von der Bundesliga in die 3. Liga durchgereicht zu werden, auch wenn er damals erst spät nach der Zwangsversetzung in die 2. Liga verpflichtet wurde. „Das war keine schöne Zeit. Ich glaube nicht, dass so etwas hier passieren kann. Aber ich kann meine Erfahrung einbringen und etwas früher warnen“, sieht er in Ingolstadt keine Parallelen. Vielmehr will er dazu beitragen, dass es für sein Team bald wieder nach oben geht.

FC Schalke 04 gegen RB Leipzig im Livestream am 19.08.2017
Samstag, 19. August 2017

Zwar ist Ralf Fährmann zum Nachfolger von Benedikt Höwedes als Kapitän des FC Schalke ernannt worden, aufhorchen lässt bei genauerer Betrachtung jedoch eher die Berufung Leon Goretzkas zu Fährmanns Stellvertreter. Es ehrt Goretzka, dass er charmant versucht, die weitreichende Bedeutung dieser Entscheidung herunterzuspielen. „Sollte Ralf mal verhindert sein, werde ich das gerne übernehmen“, sagt er. „Die Rolle, die ich nun in der Mannschaft einnehme, verändert sich dadurch aber nicht besonders.“ Nüchtern betrachtet trifft das sicher zu. Hinter Schalkes Entschluss, Goretzkas Führungsrolle durch das Amt des Vize-Kapitäns noch mehr Ausdruck zu verleihen, steckt allerdings auch königsblaues Kalkül, um den derzeit größten Star des Teams weiter zu bauchpinseln und emotional zu packen. Schalke muss stark damit rechnen, dass Goretzka nur noch diese Saison das S04-Trikot tragen wird. Ein ablösefreier Wechsel des aktuell begehrtesten Schalkers im Sommer 2018 erscheint am wahrscheinlichsten. Europas Topklubs jagen den 22-Jährigen, auch der FC Bayern.

Aufgegeben haben die Gelsenkirchener ihr Werben um den Verbleib des Confed-Cup-Siegers allerdings keineswegs. Sportvorstand Christian Heidel hat Goretzka längst ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet, das die Schalker selbst nur schwer toppen können, weil sie bereits an ihre Grenze gegangen sind. Die Rede ist von Rahmenbedingungen wie zuletzt bei Klaas-Jan Huntelaar. Der Torjäger war bis zu seinem Wechsel in diesem Sommer nach Amsterdam mit sieben Millionen Euro Jahresgage der Topverdiener. Mit dem Vize-Amt zieht Schalke bei Goretzka nun ein weiteres Register. Mehr Wertschätzung für den Mann, der sich bereits im Vorjahr durch die Wahl in den Mannschaftsrat geehrt fühlte, geht aktuell nicht. Die Berufung zum direkten Höwedes-Nachfolger kam allein wegen Goretzkas ungeklärter Zukunft nicht infrage, Fährmann ist somit der logische Kapitän. Einen Torwart als Spielführer zu installieren, wie es der neue Coach Domenico Tedesco getan hat, ist allerdings umstritten. Der verlängerte Arm des Trainers sollte in der Regel ein Feldspieler sein, da ein solcher auf dem Platz mehr Einfluss ausüben kann als jemand, der im Strafraum gebunden ist. Sollte Goretzka tatsächlich seinen Vertrag verlängern, ist ein (unkomplizierter) Tausch der Rollen zwischen ihm und Fährmann nicht unwahrscheinlich.

VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund im Livestream am 19.08.2017

Nach zwei Tagen zwischen Hoffen und Bangen hat der VfL Wolfsburg nun Klarheit: 20-Millionen-Euro-Neuzugang John Anthony Brooks hat sich im Pokalspiel in Norderstedt (1:0) einen Sehnenanriss im Oberschenkel zugezogen. Rund ein Vierteljahr müssen die Niedersachsen ohne ihren Königstransfer auskommen. Wolfsburg steht kurz vor dem Start in der Bundesliga „unter Schock“, sagt Sportdirektor Olaf Rebbe. „Das ist für uns ein Schlag ins Kontor.“ Der Manager gerät zwei Wochen vor Ende der Transferfrist unter Druck – Ersatz in der Innenverteidigung muss schleunigst her. Denn: Brooks ist längst nicht das alleinige Sorgenkind. Die Rückkehr von Jeffrey Bruma, der im März am Knie operiert wurde, ist noch nicht in Sicht. Der Niederländer sprach zuletzt selbst von Problemen am Knorpel und der nur schwer aufzubringenden Geduld, an Mannschaftstraining ist für ihn noch nicht zu denken. Bleiben also erst einmal nur Robin Knoche, der mit 25 Jahren zum Abwehrchef aufsteigt (Rebbe: „Robin nimmt die Verantwortung, die ihm jetzt übertragen wird, an“) und der 19-jährige Neuzugang Felix Uduokhai.

Ein hochtalentierter Linksfuß, der jedoch gerade einmal über die Erfahrung aus 21 Zweitligaspielen bei 1860 München verfügt. Dahinter hat sich mit Paul Jaeckel (19) ein weiteres Talent in den Vordergrund gespielt, das entstandene Erfahrungsloch kann aber auch er logischerweise nicht schließen. Also muss Rebbe ran. Nicht nur auf dem offensiven Flügel, wo sich das Bemühen um Malcolm aus Bordeaux fast schon wie erwartet kompliziert gestaltet, sondern auch im Abwehrzentrum. Ein Name, der direkt auf dem Zettel steht, ist Naldo. Der Ex-Wolfsburger in Diensten von Schalke ist immer noch eng verbunden mit dem VfL. Allerdings: Der 34-jährige DeutschBrasilianer wechselte vor einem Jahr ablösefrei nach Gelsenkirchen und ließe die Niedersachsen zwangsläufig in eine finanzielle Zwickmühle stürzen. Und: Nach Medien-Informationen besteht bei S04-Manager Christian Heidel keinerlei Bereitschaft, den Routinier ziehen zu lassen. Anders ist die Lage bei Neven Subotic. Dem Dortmunder würden keine Steine in den Weg gelegt werden. Der 28-Jährige hat die komplette Vorbereitung beim BVB absolviert – und könnte direkt loslegen.

FSV Mainz gegen Hannover 96 im Livestream am 19.08.2017

Zwei Tore selbst erzielt, einen Strafstoß herausgeholt. Das Pokalspiel in Lüneburg (3:1) hat den Eindruck der Vorbereitung nochmals bestätigt: Yoshinori Muto scheint zurückzukehren zu alter Stärke, als der Angreifer in seiner Debütsaison in 20 Ligaspielen sieben Tore erzielte und vier weitere vorbereitete. „Dann war er lange verletzt und wurde nie wieder richtig fit“, sagt Stefan Bell, „jetzt hat er wieder Vertrauen in seinen Körper.“ Das spüre man allein in der Art und Weise, wie er die Zweikämpfe bestreitet. Voller Einsatz. Ohne Angst. „Und im Sechzehner ist er ein Killer“, schwärmt der Vizekapitän, der zudem Mutos Engagement gegen den Ball lobt: „Yoshi ist eine Maschine, ähnlich, wie Shinji Okazaki es war.“ Sein hohes wie unermüdliches Anlaufen des Gegners steht dem Team gut zu Gesicht; das erwartet der Coach vom Japaner. „Wie er arbeitet, ist wichtig für unser Spiel“, sagt Sandro Schwarz. Dass der Stürmer zudem wieder trifft, überrasche den Trainer weniger, das habe sich über die vergangenen sechs Wochen abgezeichnet. Zum einen nämlich erhält die Mainzer Nummer 9 seit dem Abschied von Jhon Cordoba wieder mehr Bälle. Und zum anderen „hat er nun mehr Verantwortung, seit Jhon weg ist“, erklärt Sportvorstand Rouven Schröder: „Dass er ein Topstürmer ist, das wissen wir ja.“

Das System von Coach Schwarz kommt dem 25-Jährigen entgegen. Er ist deutlich mehr eingebunden, vieles ist auf ihn ausgerichtet. Auch weil Alexandru Maxim und die Flügelspieler es verstehen, ihn spielerisch in Szene zu setzen. Man merkt: Das gegenseitige Verständnis im Team wächst. Vom Keeper bis zum Angreifer. Mainz fühlt sich daher auch gewappnet für den Ligastart am kommenden Wochenende, wohl wissend, dass Hannover 96 ein anderes Kaliber ist als der Regionalligist aus Lüneburg. „Es hätte auch jetzt schon losgehen können“, findet Bell, „wir sind bereits sehr weit.“ Was vor allem daran liegt, dass der Kader frühzeitig zusammengestellt war. „Das ist ein großes Plus, ein Glück“, unterstreicht der Innenverteidiger, der einen deutlichen Fortschritt erkennt. Denn: Die Ideen des Trainers, die Vorwärtsverteidigung wie das Gegenpressing, greifen. Weil das Team die Räume clever besetzt. Diese defensive Grundordnung bildet die Basis. Offensiv fußballerische Lösungen zu finden, ist dann erwünscht, kann in Mainz aber nicht erwartet werden. Gelingt es, „den Gegner auch mal einzuschnüren und zwei, drei Minuten in dessen Hälfte zu bleiben“, wie Bell sagt, wäre es der nächste Entwicklungsschritt.

Hamburger SV gegen FC Augsburg im Livestream am 19.08.2017

Einigkeit besteht bei der Bewertung der Pokalblamage in Osnabrück allemal. „Indiskutabel“ nennt HSV-Sportchef Jens Todt die Darbietung, was Trainer Markus Gisdol vorbehaltlos unterschreibt. Bei der Ursachenforschung wählen die Verantwortlichen aber durchaus unterschiedliche Ansätze. Während Todt weiter „eine intakte Mannschaft“ beschwört, ließ Gisdol genau daran Zweifel durchbli cken. Ob zu viele Profis wegen ihrer ungeklärten Perspektive derzeit mit Kopf und Herz nicht voll beim HSV seien, bezeichnete der FußballLehrer als „gute Frage“. Antworten will Gisdol in diversen Einzelgesprächen finden und droht mit Konsequenzen: „Wenn ich merke, dass Spieler nicht mit 100 Prozent bei der Sache sind, nehme ich sie nicht in den Kader.“ Sollten sich solche Befürchtungen bewahrheiten, dann wäre das sportliche Irrlichtern zumindest teilweise Folge eines Schlingerkurses auch bei der Kaderplanung. Großverdienern wie Aaron Hunt und Lewis Holtby wurde nahegelegt, den Klub zu verlassen, nun ist das Duo doch wieder wichtig. Ähnliches gilt für Walace und Douglas Santos, Letztgenannter ist aktuell sogar der einzige etatmäßige Linksverteidiger. Derweil verweigert Nicolai Müller eine Vertragsverlängerung über 2018 hinaus, weil er nicht einmal in die gleiche Gehaltskategorie aufrücken würde wie Edelreservist Pierre-Michel Lasogga.

Sünden der Vergangenheit, von denen die heute Verantwortlichen eingeholt werden. Dass solche, von den Spielern teils auch unverschuldete, persönliche Befindlichkeiten das große Ganze beeinträchtigen, schließt Gisdol nicht aus. Auch wenn er dafür „null Komma null Verständnis hätte“. Schließlich „werden die Spieler jeden einzelnen Tag vom HSV bezahlt, also erwarte ich auch von allen 100-prozentigen Einsatz“. Unterdessen betont Todt: „Ungeklärte Fälle sehe ich in unserem Kader im Moment so gut wie gar keine.“ Einzig bei Douglas Santos könne sich ein Wechsel abzeichnen. Gisdols Forderung, „schnellstens Klarheit in den Personalfragen“ zu haben, als indirekte Kritik am Klub auszulegen, wäre demnach nicht angebracht. „Bei Müller“, so Todt, „haben wir uns frühzeitig festgelegt, dass wir ihn nicht abgeben.“ Ansonsten gelte zwar „die wirtschaftliche Notwendigkeit, dass wir uns mit lukrativen Angeboten beschäftigen würden“. Solche lägen derzeit aber nicht vor. Und: „Wir schicken niemanden weg.“ Auch Walace, der mit ZSKA Moskau in Verbindung gebracht wird, „wollen wir nicht abgeben und führen keine Gespräche mit anderen Klubs“. Also doch (fast) alles klar? Die von Todt und Gisdol geforderte „Reaktion“ der Mannschaft gegen Augsburg wird Antworten geben.

 
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