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Werder Bremen gegen Hannover 96 m Livestream am 19.11.2017
Sonntag, 19. November 2017

Für seinen einstigen Chef Viktor Skripnik war der Co-Trainer Florian Kohfeldt „unser Student“. Das war liebevoll-witzig gemeint, Kohfeldts öffentlichem Ansehen auf Dauer aber nicht unbedingt zuträglich. Beförderte es doch das Bild vom reinen Fußball-Theoretiker. Mit dem Klischee ging Kohfeldt schon bei seiner Beförderung zum Interimscoach für ein Spiel indes ganz offensiv um. Der 35-Jährige bestand darauf, Ex-Nationalspieler Tim Borowski, gerade erst als „Co“ der U 17 eingestiegen, in sein Trainerteam zu holen – „um auch diesen Blickwinkel abzudecken“. Solche Entschiedenheit ist den ersten Eindrücken nach typisch für den Chef Kohfeldt. Abwehrboss Lamine Sané machte er zum Reservisten unter Hinweis auf die höhere Qualität von Youngster Milos Veljkovic im Spielaufbau. Statt sich kurzfristig als Förderer von Johannes Eggestein zu profilieren, wofür ihm Applaus sicher gewesen wäre, versetzte er das noch unausgereifte Eigengewächs vorerst ins Drittligateam.

Und anders als unter Vorgänger Nouri beschlossen will er doch ein Wintertrainings- lager abhalten. Sein Motto: „Ich entscheide, was ich für sinnvoll halte, und fühle mich nicht daran gebunden, was vielleicht schon kommuniziert wurde.“ Als Lehrling kommt der „Student“ also nicht daher. Zwar ist er ein Nobody im Profibusiness. Aber, betont Manager Frank Baumann: „Flo hat viel Erfahrung als Trainer.“ Seit 2006 war Kohfeldt ununterbrochen als Coach im Werder-Nachwuchs tätig. Den (vorläufigen) Höhepunkt besteigt er nun mit gesundem Selbstbewusstsein. Trotz prekärer Lage will er einen riskanten und aufwändigen Offensivstil vermitteln, wie in Frankfurt teils schon ansehnlich umgesetzt. Attraktivität ist dabei kein Selbstzweck, sondern Begleiterscheinung des Notwendigen. Kohfeldt: „Meine Analyse ist, dass dieser Kader einen spielerischen Ansatz braucht.“ Was zweifellos zutrifft. Bei zwei Prognosen ist das derweil noch offen: „Wir werden am Sonntag gewinnen.“ Und: „Wir werden den Klassenerhalt schaffen.“ Dann hätte der Notenbeste des Fußball-LehrerLehrgangs 2015 auch sein wichtigstes Examen mit höchster Auszeichnung absolviert.

Diese Länderspielpause bedeutete tatsächlich einmal etwas mehr Freizeit. Nach dem Abschied aus Österreichs Nationalteam blieb Martin Harnik in Hannover, wo seine Arbeit zuletzt unter einem besonderen Stern stand. Seit über einem Jahr hatte er Ende Oktober gegen Dortmund erstmals wieder mit der Bank vorliebnehmen müssen – unverschuldet, weil erkältungsgeschwächt. Dass er dann auch in Leipzig zunächst draußen blieb, war der Gala seiner Kollegen beim 4:2-Triumph über Borussia geschuldet. André Breitenreiter ließ die Formation unverändert. Und nun? Harnik zeigt Verständnis. „Trainer, ganz ehrlich, das hätte ich genauso gemacht“, habe der 30-Jährige Breitenreiter nach dem RB-Spiel (1:2) gesagt, berichtet der Coach anerkennend. „Da sieht man, welche Persönlichkeit Martin ist.“ Mit fünf von bisher 15 Toren steht Harnik exakt wie vorige Saison (17 von 51) für ein Drittel der 96-Tore – zuletzt aber als (Torschützen-)König ohne Reich, sprich: ohne Stammplatz in der ersten Elf. Eine Momentaufnahme, die Harnik dieser Tage mit viel Eifer im Training vor seiner Rückkehr nach Bremen ebenso ändern will wie Niclas Füllkrug. Mit dem 24-Jährigen kämpft ein zweiter Ex-Werderaner und aktueller Reservist um die „Starterlaubnis“ im 96-Dress, mit ähnlichem Teamgeist wie Harnik. Füllkrug: „Dafür wird bei uns dann auch hintenangestellt, dass man mal ein paar Spieltage nicht trifft oder auf der Bank sitzt.“ Jonathas, Ihlas Bebou und Felix Klaus machten es zuletzt gut und erspielten sich einen Bonus. Doch Breitenreiter macht grundsätzlich Hoffnung: „Nach der Länderspielpause werden die Karten neu gemischt.“

FC Schalke 04 gegen Hamburger SV m Livestream am 19.11.2017

Das Thema Belastungssteuerung wird großgeschrieben auf Schalke, seit Domenico Tedesco das Traineramt übernommen hat. Der 32-Jährige achtet penibel genau darauf, dass seine Spieler ausreichend Erholung haben. Der freie Tag an diesem Donnerstag passt ins Bild. Erst am Freitag richtet er mit seinen Profis den Blick auf das bevorstehende Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV am Sonntag, bei dem der S 04 seinen Erfolgslauf fortsetzen möchte – um anschließend mit breiter Brust zum Derby nach Dortmund reisen zu können. Mit Blick auf das Duell mit dem Rivalen aus dem Revier ist auch die Vorsicht bei Leon Goretzka zu erklären. Auch wenn die zu Wochenbeginn angefertigten Bilder eine Besserung belegten, kehrte der Mittelfeldspieler auch am Mittwoch noch nicht wieder auf den Trainingsplatz zurück. Tedesco will kein Risiko eingehen und Goretzka, der unter einer Stressreaktion am Unterschenkel leidet, zu früh belasten – im schlimmsten Fall könnte eine wochenlange Pause die Folge einer zu frühen Rückkehr in die Vollbelastung sein. Klar ist aber auch: Trainiert Schalkes Unterschiedmacher auch am Freitag nicht mit dem Team, wird es nichts mit dem Einsatz gegen den HSV. Da auch Nabil Bentaleb, der Schalke aufgrund einer Schambeinentzündung vorerst auf unbestimmte Zeit fehlen wird, nicht zur Verfügung steht, gehen Tedesco die Alternativen für die Zentrale aus. Am wahrscheinlichsten ist daher, dass wie bereits beim Auswärtssieg in Freiburg (1:0) Weston McKennie auf der Acht beginnt. Der US-Amerikaner kehrte wie Amine Harit und Breel Embolo, die sich mit Marokko bzw. der Schweiz für die WM qualifizierten, mit viel Selbstvertrauen von seiner Länderspielreise zurück. Gleich bei seinem Debüt für die in der WM-Qualifikation gescheiterten USA wurde der 19-Jährige zum Mann des Spiels gegen Portugal (1:1) gekürt, nachdem er in der 21. Minute zur zwischenzeitlichen Führung getroffen hatte. Ein Sonderlob erhielt er von einem Spieler, der im Derby auf der anderen Seite stehen wird: Christian Pulisic. Seit der U 14 kicken die beiden gemeinsam in den USAuswahlteams. In einer Woche begegnen sie sich erstmals in der Liga als Rivalen.

Sportchef Jens Todt weiß, dass er vor wegweisenden Aufgaben steht. Mit Tatsuya Ito (20) und Jann-Fiete Arp (17) haben zwei Eigengewächse zuletzt Aufbruchstimmung in Hamburg erzeugt, bei beiden aber ist die Zukunftsfrage offen. Dass Todt den Kontrakt von Gideon Jung, jenem Youngster, der bereits zum Eckpfeiler aufgestiegen ist, zum Wochenstart von 2020 bis 2022 ausdehnen konnte, ist deshalb ein echtes Signal in den anstehenden Gesprächen. Der 47-Jährige sagt: „Natürlich hoffen wir, dass diesem Beispiel nun weitere folgen …“ Während Arps Vertrag bis 2019 läuft, endet der von Ito bereits im kommenden Sommer, und Todt ist sich der Konkurrenz beim kleinen Japaner bewusst. In nur sechs Bundesliga-Einsätzen (Durchschnittsnote: 2,75) hat sich der Flügelmann ins Blickfeld anderer Klubs gespielt, Todt ist dennoch optimistisch: „Wir sind in guten Gesprächen und wissen, was wir an ,Tatsu’ haben. Und wir haben das Gefühl, dass auch er weiß, was er an uns hat.“ Tatsächlich hat der HSV trotz sportlicher Dauer- krise den Talenten aktuell eine Perspektive zu bieten. Und mit Markus Gisdol einen Trainer, der schon in Hoffenheim nachgewiesen hat, dass er sie einsetzt und weiterentwickeln kann. „Das“, fordert Todt, „muss unser Weg sein.“ Jungs langfristige Unterschrift ist deshalb ein Signal nach innen und außen. Der in der vergangenen Saison unter Gisdol zum Stammspieler avancierte Defensiv-Allrounder hat nach dem U-21-EM-Triumph in dieser Spielzeit den nächsten Schritt vollzogen, ist für seinen Trainer „unser stabilster Spieler.“ Todt findet: „Dass Gideon sich so lang gebunden hat, zeigt, dass er an die Geschichte hier glaubt. Er und auch die anderen Jungs sehen, dass es uns ernst ist, dass wir diesen Weg wirklich gehen wollen.“ Jung soll jenen Weg entscheidend prägen. „Gideon kann über Jahre einer der Köpfe des Hamburger SV werden“, schwärmt der Sportchef. Schon am Wochenende ist wieder seine Vielseitigkeit gefragt. Nach verbüßter Rotsperre wird der 23-Jährige sehnsüchtig zurückerwartet – und auf Schalke vor die Abwehr rücken. Albin Ekdal hat sich bei seinem Länderspieleinsatz für Schweden am vergangenen Wochenende im ersten Duell mit Italien eine Faszienverletzung im Oberschenkel zugezogen und fällt damit aus. Der Allrounder, auch in der Innenverteidigung überaus wertvoll, wird diesen Platz einnehmen und macht auch damit seinen Sportchef glücklich: „Er jammert nie über die Positionswechsel, ist komplett uneitel und ein klasse Junge. Gideon ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für junge Spieler.“ Geht es nach Todt, sollen ihm die HSV-Talente auch in der geklärten Zukunftsfrage nacheifern.

Hertha BSC gegen Mönchengladbach m Livestream am 18.11.2017
Samstag, 18. November 2017

Der Blick richtete sich nach Sydney, und Pal Dardai ging vom ungünstigsten Fall aus. „Vermutlich“, sagte Herthas Trainer am Mittwochvormittag, „geht es in die Verlängerung, Mathew spielt 120 Minuten, hat danach eine böse Reise und ich seh’ ihn kurz vor Anpfiff“. Als Dardai seine Ahnungen kundtat, stand es zwischen Australien und Honduras noch 0:0, am Ende 3:1. Das WMTicket war nach 90 Minuten gelöst. Mathew Leckie, der wegen einer Muskelverletzung im Ober schenkel für Hertha zuletzt am 22. Oktober in Freiburg (1:1) Dienst schob, spielte durch. Trotz der Genesung ist eine Startelf-Berufung gegen Ex-Klub Gladbach am Samstag laut Dardai unwahrscheinlich: „Seinen Einsatz können wir eigentlich abhaken. Wenn er richtig schlecht aussieht, sitzt er nicht einmal auf der Bank. Danach haben wir eine normale Woche, da können wir ihn aufbauen.“

Mit vier Toren in den ersten fünf Ligaspielen startete der Neuzugang sehr stark in die Saison. „Aber seit zwei Monaten beschäftige ich mich nur mit seinen Nationalmannschaftseinsätzen“, so Dardai. „Beim letzten Mal musste ich ihn nach der Rückkehr schonen, jetzt wird er wieder kaputt sein. Ich hoffe, die letzten sechs Spiele kann er bei uns durchmarschieren.“ Andere Berliner, die Spielpraxis bräuchten, bekamen sie nicht in dem Maße wie Leckie. Ondrej Duda wurde beim 1:0-Testspielsieg der Slowakei gegen Norwegen am Dienstag nach 64 Minuten für Marek Hamsik eingewechselt. Seine physischen Defizite sind der Hauptgrund dafür, dass ihm Valentino La zaro auf der 10 zuletzt den Rang ablief. „Nach 60 Minuten kann sich Ondrej nicht mehr bewegen“, sagt Dardai. „Auch wenn ich viel von ihm halte – es ist schwierig, mit einem Spieler reinzugehen, bei dem ich weiß, dass ich ihn auswechseln muss. Valentino kann 90 Minuten laufen.“ Lazaro, am Dienstag für Österreich gegen Uruguay (2:1) ab der 74. Minute im Einsatz, steht deshalb aktuell höher in der Gunst. „Einen richtigen Konkurrenzkampf“, prophezeit Dardai, „gibt es zur Rückrunde, wenn sich Duda körperlich steigert.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Und sie sind überaus positiv. In allen elf Bundesligaspielen gehörte Thorgan Hazard zur Gladbacher Startelf, er ist mit drei Toren und vier Assists Borussias bester Scorer. Zudem sorgte er mit seinem Treffer zum 1:0 für Gladbachs Weiterkommen im DFB-Pokal in Düsseldorf und liefert regelmäßig mit die besten Laufwerte. „Von Toto“, sagt Trainer Dieter Hecking, „bin ich in dieser Saison absolut begeistert.“ Hört sich alles prima an. Hazard rennt und trifft; am Dienstag gehörte er auch in Belgiens Nationalteam im Test gegen Japan (1:0) zur ersten Besetzung und spielte 90 Minuten durch. „Mein Status hat sich verbessert, auch meine Auftritte insgesamt sind besser geworden“, freut sich der Offensivmann, der häufig auf den Flügeln eingesetzt wird, sich aber im Zentrum wohler fühlt und oft nach innen zieht, um den Abschluss zu suchen. Fündig wird er dort durchaus und seine Quote kann sich sehen lassen, doch der Eindruck bleibt: Da müsste doch noch mehr gehen! „Thorgan ist ein Eisvogel“, lobte Hecking, nachdem der Belgier in der Nachspielzeit gegen Hannover zum Elfmeter angetreten war und reichlich kühl zum Ausgleich verwandelt hatte, obwohl sich die Ausführung lange verzögerte.

Der Eisvogel ist manchmal aber doch zu hektisch in guter Position: In Dortmund ließ er drei Hochkaräter aus, auch gegen Leverkusen und Hoffenheim blieben tollste Chancen ungenutzt. Der Trend zeigt insgesamt nach oben, aber dennoch bleibt Hazard zunächst der Unvollendete. Fleißig, mit Ideen und Tordrang, manchmal aber unkonzentriert, nicht konsequent genug im Strafraum. „Ich hätte sicher noch das eine oder andere Tor machen können“, gesteht Borussias Nummer 10, „aber es gehört dazu, dass man manchmal auch die falsche Entscheidung trifft.“ Logisch, dass sich Hazard im Jahr vor dem WM in Stellung bringen will, und an Einsatz fehlt es dem umtriebigen Offensivmann gewiss nicht. „Er betreibt immer enormen Aufwand und ist häufig derjenige, durch den besondere Situationen entstehen“, findet Hecking. In Berlin kann der Gladbacher Trainer auch wieder auf MittelfeldRenner Christoph Kramer bauen, der gegen Mainz nach seiner Muskelverletzung erst in der zweiten Halbzeit kam und sofort für mehr Struktur im Spiel sorgte. Und er kann ein Schweizer Trio ins Rennen schicken, das nach erfolgter WMQualifikation bestens gelaunt nach Gladbach zurückkehrte. Am Samstag in Berlin sollen Yann Sommer, Nico Elvedi und Denis Zakaria ihre Euphorie auch in Borussias Spiel einbringen.

Bayern München gegen FC Augsburg m Livestream am 18.11.2017

Der Bayern-Trainer klingt richtig begeistert. „Super“ habe Robert Lewandowski dieser Tage trainiert, lobt Jupp Heynckes: „Jetzt ist er wieder absolut frisch.“ Auch bei Thomas Müller verursacht die vor dreieinhalb Wochen in Hamburg erlittene Muskelverletzung keinerlei Beschwerden mehr. An diesem Donnerstag werden beim Offensiv-Allrounder, ebenso beim Innenverteidiger Jerome Boateng, Härtetests vorgenommen, um ihre Verfügbarkeit gegen Augsburg zu überprüfen. Heynckes wird, so stellt er klar, bei diesen Personalien „überhaupt nichts riskieren“. Gerade durch den Fall Lewandowski – den Mittelstürmer wechselte er beim 2:0-Heimsieg gegen Leipzig unmittelbar vor der Halbzeit aus und schonte ihn in Glasgow – darf er sich in seinem prophylaktischen, vorausschauenden Vorgehen bestätigt fühlen. In der Champions League gab es bei Celtic selbst ohne Lewandowski und Müller einen 2:1-Sieg. Und so verfolgt der Cheftrainer die Debatte über einen möglichen Ersatzmann für Lewandowski völlig unaufgeregt. Für Heynckes ist dieses Thema nicht so dringlich. „Konkret“ sei darüber mit den Klub-Verantwortlichen nicht gesprochen worden, sagt er und stellt die entscheidende Frage: „Wen willst du im Winter holen?“ Heynckes hat Zweifel an der Qualität solcher Einkäufe. Tatsächlich ist die Auswahl stark eingegrenzt.

Ein Neuzugang sollte im Notfall eines Lewandowski-Ausfalls in der Champions League spielberechtigt sein, sodass der größte Teil der Topkategorie wegbricht. Aber gerade bei Stürmern – wie überhaupt – hat Heynckes, mit 220 Treffern der Drittbeste der ewigen BundesligaTorschützenliste, „sehr hohe Ansprüche“: Ein neuer Angreifer muss sportlich helfen und schnell zu integrieren sein. Also sagt Heynckes: „Einen Südamerikaner, der nicht Deutsch spricht, will ich nicht.“ Außerdem sei immer eine gewaltige Ablösesumme fällig. Deshalb macht sich der 2013er Triple-Trainer Gedanken über interne (Not-)Lösungen, deren Spektrum die Rückkehr Müllers und Franck Riberys erweitert. „Müller kann auch in der Sturmmitte aushelfen“, sagt Heynckes, „vor allem auswärts geht das immer.“ Und James, der in Glasgow vorne als falsche 9 unterwegs war, „kann von links außen nach innen spielen“. Der Kolumbianer kommt allmählich in München an. Von José Pekerman, dem Nationaltrainer Kolumbiens, erfuhr Heynckes, dass James sich mit einer bislang nie gezeigten Zufriedenheit und Offenheit im Kreis des Nationalteams bewegt habe, um dann auf das Länderspiel gegen China zu verzichten und vorzeitig zu den Bayern zurückzureisen. James, der zuvor im Mannschaftskreis eine kurze Verweildauer beim FC Bayern nicht ausgeschlossen hatte, spürt unter der neuen Führung eine größere Wertschätzung. Bei Ribery war es schon zwischen 2011 und 2013 so. Am Dienstag forcierte der Dribbler von der linken Flanke sein RehaPensum mit Läufen, Drehungen und koordinativen Elementen, am Mittwoch absolvierte er Teile der Einheit mit den Kollegen. „In zwei Wochen wird er voll mit der Mannschaft trainieren“, erklärt sein Coach, „ein Comeback noch in diesem Jahr ist nicht ausgeschlossen.“

Heynckes lobt Riberys enormes Engagement im Fitnessraum und sagt: „Franck arbeitet wie ein Berserker, er ist extrem ehrgeizig und brennt, als hätte er gerade erst seine Karriere gestartet.“ Deshalb betont der Fußballlehrer: „Man sollte nicht den Fehler machen, Franck Ribery vorzeitig auf das Altenteil zu schieben. Man darf ihn nicht unterschätzen – aber er braucht die Unterstützung des Trainers.“ Diese Zuwendung lässt der erfahrene Aushilfscoach seinen Spielern gezielt zukommen. Sven Ulreich, den Vertreter Manuel Neuers im Tor, redete er effizient stark; Arjen Robben beförderte er bewusst zum Übergangskapitän; und Mats Hummels forderte er im persönlichen Gespräch auf, „er müsse dominanter auftreten, ohne anzuecken, um in der Hierarchie aufzusteigen“. Hummels, der wie Niklas Süle in den vergangenen Wochen 2,5 Kilo an Gewicht abgebaut hat, erfuhr seinen gesteigerten Stellenwert in der Pause des Spiels in Dortmund: Als der Innenverteidiger wegen Muskelbeschwerden ausgetauscht werden wollte, sagte ihm der Bayern-Coach: „Du kannst nicht raus.“ Heynckes verteilt aber nicht nur Streicheleinheiten. „Allein mit Handauflegen geht es nicht“, stellt er klar. Arturo Vidal erlebte jüngst, dass dieser Chef auch anders kann. Heynckes teilte dem schwerfällig gewordenen Mittelfeldakteur ungeschminkt seine aktuelle Leistungseinschätzung mit. Dem Chilenen gefiel dieses Zwischenzeugnis zunächst gar nicht, er reagierte erst wütend – und dann professionell: mit seither starken Trainingsvorstellungen.

Beim letzten Mal zeigten Manuel Baum und sein Team, wie es nicht geht. Eine überforderte Augsburger Not-Elf ging im April mit 0:6 in München unter. Es war der peinliche Auftakt einer Woche des Grauens mit drei Niederlagen, an deren Ende der FCA ganz dicht am Abgrund stand – und Baums Mission kurz vor dem Scheitern. Im Vergleich zum April ist die Lage im November geradezu entspannt. Baum hat seine Position durch akribische, durchdachte Arbeit gefestigt und sein Team im ersten Saisondrittel ins gesicherte Mittelfeld geführt. Die positive Entwicklung hat auch mit einem Mann zu tun, der in der vergangenen Spielzeit lange fehlte: Jeffrey Gouweleeuw. Erst ein Lungenkollaps, dann eine Knieverletzung setzten den Niederländer außer Gefecht, auch beim 0:6 in München stand er nicht auf dem Platz. Nach seiner Rückkehr stabilisierte Gouweleeuw die Augsburger Defensive, in dieser Saison hat er sich endgültig als neuer Abwehrchef etabliert, egal ob in der Dreier- oder Viererkette. Er stand in allen Spielen über 90 Minuten auf dem Platz und übernimmt als dritter Kapitän Verantwortung. Der Mann mit dem schier unaussprechlichen Namen (Aussprache: Chauelou) bringt nicht nur TV-Reporter zur Verzweiflung, sondern mit klugem Stellungsspiel und abgeklärtem Zweikampfverhalten auch gegnerische Angreifer. „Er kann das Spiel sehr gut lesen, kann gut aufbauen und gut nach vorne stechen“, lobt Baum. Der Trainer zählt den 26-Jährigen sogar „zu den besten Innenverteidigern, die wir in der Bundesliga haben“. Gouwe- leeuws kicker-Notenschnitt von 3,05 bestätigt diese Einschätzung. Mit Schalkes Naldo (2,68), dem Mainzer Abdou Diallo (2,90) und Bayerns Mats Hummels (2,95) sind derzeit nur drei zentrale Verteidiger besser als der Augsburger. Auf den kommt mit Lewandowski und Co. die anspruchsvollste Aufgabe der Liga zu. Gouweleeuw hat eine leichte Oberschenkelzerrung auskuriert, fühlt sich bereit: „Bis jetzt haben wir es gegen die Topteams gut gemacht“, meint er mit Blick auf die Spiele gegen Leipzig (1:0) und den BVB (1:2). „Wenn wir kein Selbstvertrauen hätten, könnten wir zu Hause bleiben. Vielleicht können wir einen Punkt mitnehmen, vielleicht drei.“ Ein Debakel wie im April will er jedenfalls verhindern.

TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt m Livestream am 18.11.2017

Platz 5 in der Bundesliga, in der Europa League noch alle Chancen auf das Erreichen der Zwischenrunde, wenngleich hier besonders gegen Sporting Braga und bei Ludogorez Rasgrad Punkte verschenkt wurden; das Zwischenfazit bei der TSG Hoffenheim kann sich sehen lassen, findet Alexander Rosen: „Wenn man sieht, wie schwer es in den letzten Jahren die Teams hatten, für die Europa Neuland war, und nun sieht, wo wir stehen, finde ich, dass wir diese extrem komplexe Phase gerade vor der Länderspielpause mit all den Verletzten sehr gut gemeistert haben.“ Bis zu neun Profis fehlten dem Team von Trainer Julian Nagelsmann zeitweise – was sich in neun Gegentoren in den vergangenen fünf Ligapartien bemerkbar mach te. „Dass man da als Gruppe nicht immer total stabil sein kann, ist für mich dann auch nicht überraschend“, erklärt der Direktor Profifußball. Kassiert die TSG also zu viele Gegentreffer, um sich ganz oben einzunisten? „Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns aufgrund der außergewöhnlichen Vorsaison als etabliertes Spitzenteam definieren“, mahnt Rosen, unterstreicht aber im selben Atemzug den Ehrgeiz der Kraichgauer, sich weiter im oberen Drittel festzubeißen: „Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass wir nicht maximale Ambitionen haben.“

Die braucht es auch, um Hochtalentierte dauerhaft zu halten. Rosen weiß das: „Der Markt ist anspruchsvoll, aber meine Wahrnehmung ist: Die Jungs wissen sehr genau, welche Entwicklungsmöglichkeiten wir ihnen bieten. Ich habe nicht das Gefühl, dass es sie sofort nach ein paar Einsätzen wegzieht – das zeigen auch die Beispiele von Niklas Süle oder Nadiem Amiri in der Vergangenheit.“ Letztgenannter betonte bei der U 21: „Ich habe schon oft erwähnt, dass es mein Kindheitstraum ist, in der Champions League aufzulaufen.“ Doch weiß er auch das zuletzt Erreichte realistisch einzuschätzen: „Selbst Europa League ist für die Region ein Wahnsinn. Das hätte vor zwei Jahren wirklich keiner gedacht. Da wollen wir unbedingt überwintern.“ Nicht zuletzt, um einen Amiri (21) oder den Senkrechtstarter der bisherigen TSG-Saison, Mittelfeldmann Dennis Geiger (19), dauerhaft zu halten, wäre das durchaus hilfreich.

Als Eintracht Frankfurt das letzte Mal gegen die TSG Hoffenheim gewann, stand Kevin Trapp noch zwischen den Pfosten (3:1 am 9. Mai 2015). „In meinen vier Spielen gegen sie haben wir nicht gewonnen und nicht mal ein Tor geschossen. Es ist an der Zeit, da etwas zu holen“, bekräftigt Torhüter Lukas Hradecky. Nach den im Sommer gescheiterten Vertragsverhandlungen befindet sich der finnische National- keeper auf Bewerbungstour – sein Vertrag läuft am 30. Juni 2018 aus. „Ich weiß nicht, was dann passiert“, sagt Hradecky. Die Eintracht-Bosse sind nach eigener Aussage finanziell ans Limit gegangen, um dem Leistungsträger ein attraktives Angebot zu unterbreiten. Der von seinem Vater Vladimir beratene Torhüter lehnte jedoch alle Offerten ab. Sportvorstand Fredi Bobic zog das letzte Angebot daraufhin zurück, zwischen beiden Parteien herrscht seither Funkstille. Ob es noch einmal eine Annäherung gibt, ist offen. Hradecky scheint zu seinem Vater uneingeschränktes Vertrauen zu haben, wenn er sagt: „Ich halte mich raus. Ich habe meinem Vater gesagt, er soll mit den Verantwortlichen reden. Wenn etwas auf dem Tisch liegt, das ich unterschreiben soll, dann mache ich das.“

Viele Fans nahmen dem Keeper übel, dass er alle Angebote ablehnte – was natürlich sein gutes Recht ist. Die öffentlichen Diskussionen um seine Person gingen an dem Schlussmann nicht spurlos vorbei: „Das war eine harte, nicht schöne Zeit im Sommer, aber ich habe es überlebt.“ Mittlerweile ist Hradecky wieder ganz der Alte. Abseits des Rasens ist er zu Späßen aufgelegt, auf dem Platz zählt er zu den stärksten Torhütern der Liga. Seine Bewerbungstour für einen neuen Arbeitgeber oder eine noch bessere Offerte der Eintracht könnte kaum besser verlaufen. Doch sie ist nicht ohne Risiko. Eine langwierige Verletzung wie zurzeit bei Manuel Neuer oder eine Formkrise könnte seine Verhandlungsposition merklich schwächen. Beide Szenarien sind nicht sehr wahrscheinlich, ausschließen kann sie der Torhüter aber nicht. Hinzu kommt, dass Bobic längst nach einer neuen Nummer 1 fahndet. Gelingt es ihm frühzeitig, einen starken Schlussmann zu verpflichten, wäre Hradecky zu einem Wechsel gezwungen und darauf angewiesen, dass in den Torhütermarkt mehr Bewegung kommt als zuletzt. Klar ist indes auch: Spielt er eine gute Saison, könnte sich das Risiko in Form eines lukrativen Vertrags und satten Handgelds durchaus auszahlen.

Leverkusen gegen RB Leipzig m Livestream am 18.11.2017

Zwischenzeitlich sah es ganz schlecht aus: Erst meldete sich Flügelstürmer Leon Bailey erkältet ab. Antibiotika-Einsatz nötig, wie schon bei Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs. Am Mittwochvormittag musste auch noch Linksverteidiger Wendell mit einem Infekt passen. Heiko Herrlich drohte gerade in der Abwehr der Notstand, in der Sven Bender als sicherer Ausfall gehandelt wurde. Doch im Laufe des Mittwochs folgten die guten Nachrichten: Bailey und Wendell sollen am Samstag einsatzfähig sein, wie auch Henrichs, der bereits wieder mit der Mannschaft trainierte. Die Rückkehr des Trios wäre „normal“, die von Sven Bender eine Sensation. Dieser betrat am Mittwoch elf Tage nach seiner Rippenfraktur den Trainingsplatz. Und Herrlich wollte einen Einsatz seines Abwehrchefs gegen Leipzig nicht ausschließen. Eine echte Belastungsprobe war die Einheit allerdings nicht, in der nur Torschüsse ohne Gegner geübt wurden.

Und dennoch blieb Bender nicht schmerzfrei. „Bei einem Schuss hat er einen brutalen Stich reinbekommen. Ich habe ihm gesagt: Pass auf, ich plane ohne dich“, erklärte Herrlich, der aber noch Hoffnung hat: „Morgen kriegt er eine Spezialkorsage. Dann sehen wir weiter“, sagt der Trainer, der weiß, wie eng es mit Benders Einsatz wird: „Rein medizinisch ist es eigentlich unvorstellbar. Die Frage ist, wie weit er es von den Schmerzen her tolerieren kann, wenn er da eine draufkriegt. Wir schauen einfach Tag für Tag. An sonsten ist er vielleicht die Woche darauf dabei.“ Beim Football sind Einsätze mit Rippenbruch usus. Spezialkorsagen schützen den lädierten Bereich, verhindern eine Verschlimmerung. Und schmerzresistent ist Sven Bender bekanntlich. Wie resistent? Herrlich: „Das wird man sehen, wenn wir Spielformen machen, bei denen man mal zusammenrasselt.“ Das wird getestet. Fazit: Benders Einsatz ist möglich, aber (noch) nicht wahrscheinlich. Reicht es nicht, muss Jonathan Tah (21) in die Chefrolle schlüpfen. Der Nationalspieler bläst schon zur Attacke auf RB: „Wir haben das Potenzial, um da zu stehen, wo die jetzt stehen.“ Für Bayer geht’s um den Anschluss nach oben. Tah: „Es ist ein wichtiges Spiel von der Tabelle her, aber auch, weil es gegen Leipzig geht. Da kann man ein Zeichen setzen.“

Für Kevin Kampl ist die Sache klar. „Natürlich ist das für mich ein ganz besonderes Spiel“, sagt der Mittelfeldspieler von RB Leipzig vor dem Auftritt in Leverkusen. Zwei Jahre als Profi und „13 Jahre in der Jugend“ spielte er bei Bayer, „ich kenne jeden Mitarbeiter im Verein“. Wäre sein Mentor Roger Schmidt dort noch tätig, würde Kampl „womöglich“ noch in Leverkusen spielen. So ist Kampl seit dem 31. August in Leipzig – für die RB-Rekord-Ablöse von 18 Millionen Euro als Basis. „Ich habe entschieden, dass ich noch mal etwas anderes sehen möchte“, sagt er. Er habe in Leverkusen gemerkt, „dass ich sportlich noch nicht an meiner Grenze bin. RB war die beste Möglichkeit, mich sportlich noch mal weiterzuentwickeln“. Zwölf Pflichtspiele (fünfmal Startelf) hat der 1,78 Meter große Profi bislang für RB bestritten. Damit ist er einverstanden – ebenso wie mit seinen Leistungen (Notenschnitt in der Liga 2,88, in der Champions League 3,17). „Sportlich lief es bisher sehr rund für mich“, sagt Kampl, „ich kann in allen Belangen besser werden, aber man muss auch mal zufrieden sein. Es ist nicht so leicht, am letzten Tag der Transferfrist zu wechseln. Ich bin zu einer funktionierenden Mannschaft gekommen.“ Doch Kampl kommt klar – auch als Pendler zwischen den Positionen. Coach Ralph Hasenhüttl lobt ihn als „vielseitig einsetzbaren Spieler. Ich finde, dass Kevin sehr schnell gezeigt hat, dass er eine Verstärkung für uns ist“.

Acht Einsätze absolvierte Kampl als Sechser, drei auf der Zehn, gegen Hannover kam er in der Nachspielzeit. „Wenn mich jemand fragt, welches meine Lieblingsposition ist, sage ich schon, dass ich gerne als Achter fungiere“, so Kampl, „bei RB Salzburg habe ich aber fast ausschließlich auf der Zehn gespielt. Ich bin aber auch gerne Sechser. Früher war ich ein Spieler, der offensiv gedacht hat. Ich habe aber gelernt, auch defensiv zu denken.“ Mit Naby Keita bildete Kampl zuletzt eine formidable Doppel- sechs. „Wenn man mit Naby auf der Sechs spielt, wissen wir, was wir zu tun haben. Wir können nicht einfach beide nach vorne rennen.“ Dass er und Keita (1,72 Meter) keine Hünen sind, stört nicht. „Wir sind nicht die Größten und Stämmigsten, aber wir können genauso Zweikämpfe gewinnen.“ Und mit einem „feinen Fußballer wie Naby“ (Kampl) als Partner, „das passt schon“. Auch in Leverkusen ist das Duo eine Option. „Ich glaube, dass es ein heißes Fußballspiel werden kann“, sagt Kampl mit Blick auf das unterhaltsame Leipziger 3:2 vor einem Jahr, als er zum 1:0 für Bayer traf. „Beide Teams spielen extremes Pressing. Wir müssen versuchen, aus den Ballgewinnen schnelle Nadelstiche zu setzen.“ Gerne initiiert von Kampl.

FSV Mainz gegen FC Köln m Livestream am 18.11.2017

In über 30 Jahren im Profi- geschäft hat Peter Stöger eine ähnliche Situation „überhaupt noch nicht erlebt“. Im Tagesrhythmus verletzen sich aktuell seine Profis, ein halbes Dutzend muss pausieren, zuletzt traf es hintereinander Marcel Risse (Knie), Marco Höger (Oberschenkel), Dominique Heintz (Oberschenkel), Christian Clemens (muskuläre Probleme) und Leo Bittencourt, bei dem ebenfalls die Muskulatur zwickte, „Gott sei Dank ist es keine strukturelle Verletzung“, sagt Stöger, kaputt ist also nichts. Ob der Deutsch-Brasilianer am Samstag in Mainz spielen kann, steht in den Sternen – wie so vieles aktuell in Köln. Rund eineinhalb Jahre ist es her, da drehte der Effzeh am 17. April 2016 bereits einmal eine Saison in Mainz ins Positive. Seinerzeit lag man kurz nach der Pause mit 0:2 hinten, ehe die bis dato schlechteste Saisonleistung in einen Akt der Verzweiflung mündete, dessen Mut am Ende einen 3:2-Sieg bescherte, der die Kölner aller Abstiegssorgen entledigte.

Stöger: „Dieses Spiel wird nicht mein Hauptansatz bei der Besprechung sein. Aber die Spieler, die damals dabei waren, werden sich sicherlich daran erinnern.“ Jhon Cordoba war auch dabei damals, allerdings auf der Verliererseite. Immerhin verknüpft auch er ein Erfolgserlebnis mit diesem Tag: Der Kolumbianer erzielte den Treffer zum 1:0 für die Mainzer und lieferte an diesem Sonntag eines seiner besten Spiele im Trikot des FSV ab. Mit ziemlicher Sicherheit wird er gegen die Ex-Kollegen nach gut sechs Wochen Pause wegen einer Oberschenkelverletzung nun sein Comeback feiern. Dies möglicherweise auf ungewohnter Position auf dem rechten Flügel. Ebenfalls wieder im Training und bereit für die Partie sind Claudio Pizarro und Nikolas Nartey. Allerdings werden der peruanische Senior (39) und der dänische Junior (17) nicht in der Startelf stehen.

VfL Wolfsburg gegen SC Freiburg m Livestream am 18.11.2017

Eingewöhnungszeit? Hat er kaum benötigt. Divock Origi kam am letzten Tag der Transferperiode nach Wolfsburg und ist nun Leistungsträger. Die starke Bilanz des Belgiers: neun Spiele, vier Tore, eine Vorlage. Der Haken: Origi ist nur bis zum nächsten Sommer vom FC Liverpool ausgeliehen – ohne Kaufoption. Und trotzdem macht sich Sportdirektor Olaf Rebbe leise Hoffnungen, den 22-Jährigen doch länger an den VfL binden zu können. „Es wäre fahrlässig, wenn wir uns nicht darum bemühen würden.“ Die ersten Signale an Liverpool und Origi-Berater Paul Martin hat Rebbe bereits gesendet, jedoch ist der Plan kompliziert. Denn: Je besser Origi in Wolfsburg spielt, desto geringer ist die Chance für den VfL, den Angreifer zu kaufen. Und Origi beeindruckt. Mit vier Treffern ist er der beste Torschütze der Niedersachsen. Die letzt- jährige Abhängigkeit von Mario Gomez, der den Klub mit 16 Saisontreffern nahezu im Alleingang in der Bundesliga hielt, hat er aufgebrochen. Überhaupt: Vier Tore in den ersten neun Bundesligaspielen für den VfL sind ein außergewöhnlich guter Wert. In Wolfsburg waren in 20 Jahren Oberhaus mit Jonathan Akpoborie (sieben Treffer), Roy Präger und Obafemi Martins (je fünf Tore) nur drei Spieler treffsicherer zum Start.

Origis simple Erklärung: „Ich werde vom Tor angezogen.“ Logisch, dass der Stürmer so Begehrlichkeiten weckt. „Und das“, sagt Rebbe, „macht es für uns schwerer.“ Im Sommer entschied sich der Offensivmann trotz vermeintlich attraktiverer Anfragen für Wolfsburg, weil er hier die größte Sicherheit hatte, zum Einsatz zu kommen. Und Spielpraxis ist das, was Origi in der Saison vor der WM dringend benötigt. Für Belgien befand er sich während der Qualifikation nämlich nicht einmal in einer Nebenrolle: In acht von zehn Spielen saß er immerhin auf der Bank, zum Einsatz kam er gar nicht. Und trotzdem dürfte Origi, der in Liverpool bis 2019 unter Vertrag steht, kein Schnäppchen sein. Spielt er weiter top, steigen Ablöse und Nachfrage – und die VfL-Chancen sinken. Rebbe: „Erst mal sind wir stolz, dass wir Divock jetzt für uns überzeugt haben, er fühlt sich bei uns wohl. An allem anderen arbeiten wir.“ Das gilt beim VfL auch für die Führungsebene. Die Geschäftsfüh rung soll in mehreren Bereichen neu aufgestellt werden, dabei ist nach Medien-Informationen Jörg Daubitzer ein heißer Kandidat. Der 50-Jährige scheidet zum Jahresende auf eigenen Wunsch als Vorstand der DFL-Tochter Bundesliga International aus.

Klar, auch beim SC Freiburg können sie die Tabelle lesen. Aber selbst wenn der Blick wie aktuell schmerzt, ändert es nichts an den Abläufen. Während an anderen Standorten dann gerne besondere Maßnahmen getroffen und die Zahl der Einzelgespräche erhöht werden, befindet sich der SC weiter im „Normalmodus“, sagt Sportvorstand Jochen Saier. Das impliziert jedoch kein Verkennen der Lage. „Unsere Arbeit ist in allen Phasen, auch denen mit guten Ergebnissen, sehr intensiv“, beteuert Saier. Trainer Christian Streich kann keine Gesprächs- offensive starten, weil er das gesamte Jahr intensiv mit seinen Spielern kommuniziert. „Jetzt angespannter zu sein, wäre auch kein Mehrwert“, verdeutlicht Saier. Also gelte es, sich in einer „konstruktiven Atmophäre durch diese Phase durchzuarbeiten“. Neben der Punktemisere ist diese vor allem vom Verletzungspech geprägt. Die Ausfälle der Eckpfeiler Florian Niederlechner und Mike Frantz schmerzen. Für Frantz ist Amir Abrashi die erste Alternative.

Der Albaner reiste diesmal nicht zu seiner Nationalelf, konnte komplett trainieren. Andere Optionen wie Janik Haberer und Pascal Stenzel brächten mehr Umwälzungen als nötig mit sich. Im Sturm geht die Tendenz zu Nils Petersen. Trotz Niederlechners Fehlen könnte der Edeljoker von der Bank kommen, wenn Streich in der Spitze auf den flexibleren Haberer setzt und daneben auf zwei flinke Offensivkräfte aus dem Quintett Bartosz Kapust ka, Marco Terrazzino, Yoric Ravet, Ryan Kent und Florian Kath. Dann wäre da noch das Abwehrzentrum. Back-up Robin Koch hat einen guten Eindruck hinterlassen und dürfte wieder neben Kapitän Julian Schuster auflaufen. Also streiten sich wohl der zuletzt rotgesperrte und mit der Türkei international spielende Caglar Söyüncü und der wiedergenesene Marc Oliver Kempf um den freien Platz in der Dreierkette. Bei Kempf ist inzwischen offiziell, wovon man schon lange ausging: Der U-21-Europameister verlängert seinen 2018 endenden Vertrag nicht und geht ablösefrei. Stuttgart ist einer der Interessenten. Laut Saier hemme das Kempf ebenso wenig wie die Ergebniskrise das Team: „Die Resultate kommen nur als Konsequenz guter Leistungen.“ Die ist das erste Ziel in Wolfsburg.

VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund m Livestream am 17.11.2017
Freitag, 17. November 2017

Die Karambolage mit Sandro Wagner im Länderspiel gegen Deutschland hat auch den Trainer kurz erschreckt. Erst als Benjamin Pavard sich vom Rasen in Köln erhob und weiterspielen konnte, war Hannes Wolf erleichtert. Das Foul des Hoffenheimers „war keine so coole Aktion. Ich war froh, als Benjamin wieder aufgestanden ist“, erklärt der VfB-Trainer, der keine (weiteren) Ausfälle gebrauchen kann. Vor allem, wenn es um unverzichtbare Leistungsträger geht, wie zum Beispiel um den französischen Nationalspieler, der am Freitag gegen Dortmund dringend benötigt wird, um im Verbund mit den Kollegen und seiner Zweikampfstärke und seinem Tempo Pierre-Emerick Aubameyang, Christian Pulisic oder Andrij Jarmolenko das Leben schwer zu machen. Dass auch Holger Badstuber (nach muskulären Problemen) sicher und Kapitän Christian Gentner (nach Gesichtsfrakturen) fast sicher wieder einsatzbereit sind, lässt Wolf etwas aufatmen. „Es geht aber nicht nur ums Tempo des BVB“, so der 36-Jährige, der sieben Jahre beim BVB als Jugendtrainer erfolgreich war, und mittlerweile „in Stuttgart eine zweite Heimat“ gefunden hat. Es gehe auch um die „individuelle Qualität“.

Der Trainer erwartet von seinem aktuellen Team, dass es den Gegner „in Zweikämpfe kriegt, dass wir die Passwege zumachen, nicht nur hinten, sondern in allen Zonen auf dem Feld“. Man müsse besonders „das Gegenpressing überstehen, das ganz sicher kommen wird, und hellwach sein“ sowie auf „etwas Glück“ hoffen. „Wir wissen, dass wir an einem guten Tag auch gegen den BVB etwas holen können.“ Die Partie ist nicht nur für Wolf „eine besondere“. Auch für den Verein, dem in den kommenden Wochen schwere Gegner bevorstehen. Die im Moment (noch) hoffnungsvolle Stimmung könnte schneller kippen, zumal der VfB nach dem BVB-Spiel zweimal auswärts antreten muss. In Hannover und Bremen, wo er seine Nulldiät auf fremden Plätzen beenden muss, will er nicht in direkte Abstiegsgefahr kommen. Es dürfte den Schwaben außerdem helfen, bei der Planung für die nächste Saison. Wolf hofft, „auch nächste Saison mit dem VfB Bundesliga zu spielen. Wir wollen den Weg mit der Mannschaft und den jungen Leuten so weitergehen. In einer Atmosphäre und Kultur, in der sich die Spieler gut weiterentwickeln können“. Zu denen im nächsten Sommer ein U-21-Europameister stoßen könnte: Marc-Oliver Kempf, der den SC Freiburg im Sommer 2018 ablösefrei verlassen wird, ist bei den Schwaben auf Interesse gestoßen. Der Innenverteidiger, der links beheimatet ist, könnte Holger Badstuber beerben, dessen Vertrag in Stuttgart ebenfalls im kommenden Sommer endet und dessen Zukunft im VfB-Trikot völlig offen ist.

Verliert Borussia Dortmund einen seinen wichtigsten Mitarbeiter im Team hinter dem Team? Sven Mislintat, jahrelang Chefscout und maßgeblich an der Verpflichtung zahlreicher BVB-Stars wie Shinji Kagawa, Raphael Guerreiro oder auch Ousmane Dembelé beteiligt, plant offenbar einen Wechsel in die Pre- mier League. Wie aus England zu hören ist, verhandelt er mit dem FC Arsenal über einen Wechsel in ähnlicher Funktion. Das gut informierte Portal ESPN FC stellte Mislintat am Mittwoch bereits als „Transfer-Guru“ vor. Bundesweit Bekanntschaft hatte der 45-Jährige erlangt, als er wegen der geplanten Verpflichtung von Oliver Torres (Atletico Madrid) in Streit mit Ex-Coach Thomas Tuchel geriet und auf dessen Geheiß hin das Dortmunder Trainingsgelände im Stadtteil Brackel länger als ein Jahr nicht mehr betreten durfte. Im Sommer kam heraus, dass Bayern München Kontakt mit Mislintat aufgenommen hatte. Ein Verhalten, über das sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc befremdet zeigte. „Das Vorgehen von Bayern München überrascht mich“, zürnte Zorc. Zuvor hatten auch der Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf den ausgebildeten Fußballlehrer umworben. Der inzwischen zum „Leiter Profifußball“ beförderte Mislintat arbeitet seit 2007 für die Westfalen – und steht in Dortmund noch bis 2021 unter Vertrag. Ablöse frei, das gilt als sehr wahrscheinlich, wird der BVB den auch als „Perlentaucher“ titulierten Talentsucher gewiss nicht ziehen lassen. Vermutlich wird der je 13-malige Englische Meister und Pokalsieger für die vorzeitige Freigabe Mislintats tief in die Tasche greifen müssen. Ein Bestätigung dieser prominenten Personalie stand am Mittwochabend noch aus. Mislintat war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch vom BVB gab es auf Anfrage dazu keinen Kommentar.

 
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