Willkommen auf www.bundesliga-livestream.de
Hamburger SV gegen FC Bayern München im Livestream am 21.10.2017
Samstag, 21. Oktober 2017

Jupp Heynckes findet seinen Kader generell „gut“. Der Ausfall des Defensivallrounders Javi Martinez, der sich gegen Freiburg an der Schulter verletzt hat und wie gegen Celtic Glasgow auch am Samstag in Hamburg fehlen wird, sei zwar „schade“, aber „im Mittelfeld können wir das kompensieren“, sagt der Cheftrainer. Sebastian Rudy, Thiago, Corentin Tolisso oder Arturo Vidal stehen dafür zur Verfügung. Weil Rechtsverteidiger Rafinha ambitioniert trainiert, denkt Heynckes bei der personellen Gestaltung des Mittelfelds zudem an Joshua Kimmich, der diese Rolle sowieso liebt. Auf den offensiven Außen bietet sich dagegen eine weniger üppige Auswahl an. Franck Riberys Pause (Außenbandriss im Knie) bis zur Winterpause bedeute, „dass wir nummerisch geschwächt sind“, sagt Heynckes. Zur Not könne Thomas Müller auf dem Flügel aktiv werden, sodass „mit Ribery und Müller zwei Alternativen zu Robben und Coman“ zur Verfügung stünden, „das müsste dann schon wieder besser aussehen“. James, den Carlo Ancelotti unter anderem als Ersatz für Ribery auf dem Flügel eingeplant hatte, nannte Heynckes nicht. Er sieht ihn zuerst im zentralen (offensiven) Mittelfeld. Da es aber eben noch bis Januar dauern wird, ehe Riberys Comeback erfolgt, räumt der Fußballlehrer ein: „Es ist schon richtig, dass Real Madrid größere Alternativen hat, bei Barcelona sehe ich das nicht so.“

Während beim FC Bayern in dieser Saison bislang Arjen Robben, Ribery, Kingsley Coman, Müller und James auf den Flanken postiert wurden, waren es bei Real vier: Asensio, Bale, Cristiano Ronaldo, und Vazquez; bei Barcelona sogar sieben: Deulofeu, Luis Suarez, Dembelé, Denis Suarez, Messi, Sergi Roberto und Aleix Vidal. Noch heikler würde es, falls Robert Lewandowski längere Zeit passen müsste. Die Berufung des Regionalliga-Torjägers Kwasi Okyere Wriedt in den Kader für das Freiburg-Spiel ist eine Reaktion des Trainers auf den Zustand in der Sturmzentrale. Im Notfall könnten Müller oder James helfen. Dennoch eine riskante Lücke. Bei RB Leipzig beorderte Trainer Ralph Hasenhüttl 2017/18 schon Werner, Augustin, Poulsen und Sabitzer in die Angriffsmitte, bei Real waren dort Ronaldo, Benzema, Bale, Asensio, Isco und Mayoral unterwegs, bei Barcelona Messi, Luis Suarez und Paco Alcacer. Beim FCB wie bei Borussia Dortmund gibt es Monopolisten: Lewandowski und Aubameyang. Auch im hinteren Bereich, wo der Rekordmeister im Zentrum bestens ausgestattet ist mit Jerome Boateng und Mats Hummels sowie Niklas Süle plus im Bedarfsfall Javi Martinez, bessert Heynckes quantitativ nach. Marco Friedl (19), beim FCB II halblinks oder links in der Viererkette aktiv, übt nun bei den Profis mit und ist ein Ersatzmann, zumindest bis Juan Bernat nach einer Syndesmoseoperation in etwa drei Wochen dienstfähig ist. Heynckes wird immer wieder Jungs aus der U 23 und der U 19 befördern. Der Coach lobt nach den ersten Eindrücken den Ehrgeiz dieser Talente, aber der Leistungsunterschied zwischen dem Nachschub aus den jugendlichen FCB-Reihen und den Nationalspielern ist offenkundig. Im Notfall ist eine personelle Nachbesserung in der Wintertransferperiode nicht ausgeschlossen.

FC Augsburg gegen Hannover 96 im Livestream am 21.10.2017

Die Aufarbeitung der ärgerlichen 1:2-Heimpleite gegen Frankfurt führte André Breitenreiter zu Grundsätzlichem. „In engen Spielen kann man immer einmal verlieren“, hält der Trainer fest. Gegen Teams auf Augenhöhe wie die Eintracht oder nun Augsburg entscheiden in Patt-Situationen einzelne Szenen, etwa ein Standard oder ein Zweikampf, über Wohl und Wehe – das ist auch für 96 die aktuell bittere Realität bei nun vier Partien ohne Sieg. Mit einer guten Psyche lässt sich einiges bewegen. Aber, so schränkt Breitenreiter ein: „Wir gewinnen keine Spiele allein durch die eigene Einstellung. Mentalität schlägt Qualität nur dann, wenn ein Gegner mit Qualität nicht diese Mentalität hat.“ Ansonsten gilt, eben auch selbst mit Qualität dagegenzuhalten. Auch wenn sich in Hannover im Sommer nicht alle Wünsche erfüllten und nicht allen Empfehlun gen der sportlich Verantwortlichen nachgekommen worden war, ist das Vertrauen in den Kader groß. Ob die vorhandenen Mittel ausreichen, um das große Ziel Klassenerhalt in der 1. Liga zu verwirklichen, muss sich freilich zeigen.

In der Abwehr herrscht nach der Langzeitverletzung des Brasilianers Felipe ein Notstand. Hier ist angesichts nur dreier nomineller Innenverteidiger nicht einmal die Quantität ausreichend. Solange Waldemar Anton, einer aus dem Trio, im defensiven Mittelfeld Verwendung findet, stellt sich das defensive Zentrum von allein auf: mit dem – auch nicht fehlerlosen – Salif Sané und mit Florian Hübner, der sich als Bundesliga-Newcomer schwertut, im Aufbau mutig zu agieren, und zudem Schwächen im Zweikampf verrät. Zieht Breitenreiter deshalb Anton nach hinten, könnte dies im Mittelfeld die Tür für Iver Fossum öffnen. Der talentierte Norweger erhielt zuletzt viel Lob vom Trainer („Er hat Riesenpotenzial und ist ein begnadeter Fußballer“) und steht vor seinem ersten Saisoneinsatz. Fossum müsste aber mangels Zweikampfhärte ordentlich abgesichert werden, damit gerade im erwarteten Kampfspiel in Augsburg die Mitte geschlossen bleibt. Und vorne? Dort stellt sich die „Q(ualitäts)-Frage“ für Breitenreiter besonders. Niclas Füllkrug rackert, doch der einsatzfreudige 24-Jährige leidet unter fehlender Treffsicherheit, was ihn nun den Platz zugunsten von Neueinkauf Jonathas kosten könnte. Weitere Alternativen, die Martin Harnik bei der Torjagd entlasten, sind rar: Kenan Karaman, Felix Klaus und (noch) auch Ihlas Bebou produzieren auch kaum Zählbares und gelangen streng genommen bislang nicht über den Status „gehobene Zweitliga-Klasse“ hinaus.

Das hat geklappt. Am Samstag in Leipzig wird Donis, dem Wolf eine „beeindruckende Dynamik und Durchschlagskraft im Zweikampf“ attestiert, der VfB-Offensive jedenfalls fehlen. Erster Kandidat für die vakante Rolle auf dem linken Flügel ist Josip Brekalo, der zuletzt auch von Fehl- zeiten von Chadrac Akolo (muskuläre Probleme, Infekt) profitieren und mit guten Leistungen ebenfalls für sich punkten konnte. Auch Michael Skibbe muss auf Donis verzichten. Ausgerechnet in den Play-offs zur WM 2018 gegen Kroatien im November. Die Verletzung sei „schlimm für ihn, schlimm für uns, schlimm für den VfB“, sagt der griechische Nationaltrainer. „Ich bin aber froh, dass es sich um keine noch gravierendere Verletzung handelt.“ Skibbe, der am Mittwoch noch mit Donis sprach, ist überzeugt von den Stärken seines Jungstars, dessen Vorbild Cristiano Ronaldo ist. Trotz der Verfehlungen. „Tassos ist noch jung, da macht man auch mal Fehler. Wichtig ist, dass er daraus lernt. Aber Tassos hat hohe Qualität, vor allem die richtige Mentalität.“ Den unbeugsamen Willen, alles zu tun, um zu gewinnen. Skibbe: „Er ist ein Vollblutfußballer.“

Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund im Livestream am 21.10.2017

Während des Sommer-Trainingslagers in Südtirol genügen wenige Trainingseinheiten, um zu erkennen: Mit Jetro Willems gewinnt die Eintracht einen Linksverteidiger, der nicht nur über einen starken linken Fuß, sondern auch über eine ausgezeichnete Technik verfügt. Geschmeidig und scheinbar mühelos zieht er an seinen Gegenspielern vorbei. Auch in der Bundesliga gab er schon einige Kostproben seines Könnens ab, zuletzt ließ er in Hannover zwei Gegenspieler elegant aussteigen, setzte den Abschluss jedoch in den Sand. „Ich bin in Holland als Straßenfußballer aufgewachsen, daher habe ich meine Technik“, erklärt Willems. Da Trainer Niko Kovac meist auf eine Dreier-/Fünferkette in der Abwehr setzt, müssen die Außenverteidiger weite Wege gehen und das Angriffsspiel ankurbeln. „Ich betrachte mich als modernen Linksverteidiger. Wenn man Spieler wie Alaba oder Marcelo sieht, die müssen alles auf der linken Seite machen, heutzutage ist der Linksverteidiger auch ein Linksaußen“, sagt der Niederländer. Zuletzt gab Kovac jedoch Taleb Tawatha den Vorzug, brachte Willems lediglich als Joker.

Die neue Rolle nahm er klaglos an und sorgte nach seinen Einwechslungen für mächtig Druck über die Bahn. Die Kehrseite der Medaille: Willems’ Defensivverhalten – das Kerngeschäft eines jeden Außenverteidigers – ist noch häufig unzureichend. Das 1,69 Meter große Kraftpaket muss besser aufpassen, dass ihm keine Gegenspieler entwischen. Er räumt ein: „Ich muss noch mehr für die Defensive arbeiten. Manchmal renne ich zurück, aber nur mit 80 Prozent, das muss ich unbedingt verbessern.“ Dafür ist seine Zweikampfquote mit 57,3 Prozent deutlich besser als die Tawathas (39,3). Obwohl Willems für Eindhoven in 192 nationalen und internationalen Pflichtspielen zum Einsatz kam und 22-mal das Oranje-Trikot trug, ist er mit 23 Jahren noch immer jung und lernfähig. Die Umstellung braucht Zeit. „Letztes Jahr habe ich die Bundesliga am Fernseher verfolgt, aber erst, wenn du wirklich da spielst, merkst du die Unterschiede. In Holland ist es leichter, das Spiel aufzubauen. Es wird nicht so viel gepresst, sodass du mehr Zeit hast, Fußball zu spielen“, sagt Willems und stellt fest: „Hier wird 90 Minuten Druck gemacht, die Intensität und die Physis sind höher, das ist der große Unterschied.“

Seit fünf Jahren gehört Marco Reus zur Belegschaft von Borussia Dortmund, noch zwei weitere sieht sein Vertrag vor, und wenn es nach dem Willen von Michael Zorc geht, sollen dann noch ein paar weitere folgen. „Wir sehen Marco langfristig weiter bei uns“, sagt der BVB-Sportdirektor. Also auch über 2019, wenn das bisherige Arbeitspapier von „MR11“ endet? „Ja, klar.“ Zorc reagiert damit auf ein Reus-Interview in der November-Ausgabe des Magazins GQ. Darin macht Dortmunds Angreifer deutlich, dass seine Zukunft nicht automatisch auf eine Vertragsverlängerung in Dortmund hinausläuft. Reus spricht von vier, fünf Vereinen im Ausland, die ihn reizen, „das ist doch klar“. Er sagt: „Am 31. Mai 2019 werde ich 30 Jahre alt. Das wäre dann ein letzter großer Vertrag und meine letzte Möglichkeit, noch einmal etwas anderes auszuprobieren.“ Aktuell weiß Reus noch nicht, „wohin es mich verschlägt“, persönliche Priorität genießt nach dem im Pokalfinale erlittenen Anriss des hinteren Kreuzbandes ohnehin sein Comeback. Es wird für Februar, spätestens März erwartet, Reus liegt „voll im Plan“.

Zuletzt verlängerte der Angreifer seinen Vertrag Anfang 2015 – als die Borussia in der Tabelle kurzzeitig sogar von ganz unten grüßte. Der in Dortmund geborene Reus begründete mit seiner Unterschrift wohl die emotionale Wende, die eine noch bis auf Platz 7 führende Aufholjagd auslöste. Die Bedingungslosigkeit, mit der sich Reus damals an den BVB band, gilt in dieser Form nicht mehr. Im nächsten Frühjahr steht die Grundsatzentscheidung an, der Borussia treu zu bleiben, dann vielleicht sogar bis zum Karriereende, oder noch einmal etwas Neues zu wagen. Dass Reus den Ball jetzt per Interview in seine Hälfte gespielt hat, betrachtet Zorc als normalen Vorgang. „Es sind legitime Überlegungen, wenn du in dieses Alter kommst“, betont der Sportdirektor. Welchen Stellenwert Reus in Dortmund besitzt, verdeutlichen diese Zahlen: In seinen bisher 189 Pflichtspielen für den BVB trugen 147 Tore sein Gütesiegel. 89 Treffer erzielte er selbst, 27-mal zum wichtigen 1:0, 58 bereitete er vor. Alle 98 Minuten war Reus an einem Tor beteiligt. Nur Pierre-Emerick Aubameyang (91 Minuten) und jetzt auch Andrey Yarmolenko (95 Minuten) toppen diese ScoringFrequenz.

Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen im Livestream am 21.10.2017

Für große Knalleffekte sorgen die Startaufstellungen der Borussia in dieser Saison nun wirklich nicht. Fans des „Wer-fliegt-fürwen-raus“-Spielchens werden von Dieter Hecking regelmäßig enttäuscht. Gleich zehn Spieler kommen auf mindestens 75 Prozent der möglichen Spielzeit. Das ist Spitze im Ligavergleich – genau wie erst acht Wechsel in der Startelf. Heckings Gerüst steht: Sommer im Tor. Davor die Viererkette mit Elvedi, Ginter, Vestergaard und Wendt. Kramer und Zakaria (bis auf die Ausnahme mit Cuisance gegen Hannover) spielen im zentralen Mittelfeld. Hazard beginnt auf außen. Raffael und Stindl bilden den Angriff. Einzig auf der zweiten Flügelposition herrscht Fluktuation, da durften sich mit Traoré, Herrmann, Hofmann und Johnson immerhin schon vier verschiedene Kandidaten von Beginn an zeigen. Ansonsten ist klar: Hecking baut auf Kontinuität. „Ich bin eigentlich kein Gegner der Rotation. Dass sich die Situation so darstellt, hat Gründe“, sagt der Trainer.

Die Gründe sind: kein Europacup, Vertrauen in die Spieler und die Verletztensituation. „Wir haben mit Liga und DFBPokal nur zwei Wettbewerbe und kaum englische Wochen. Da muss ich nicht zwangsläufig rotieren – erst recht nicht, wenn ich von etwas überzeugt bin“, unterstreicht Hecking. „Natürlich“, erklärt er weiter, „könnte ich mit häufigeren Personalwechseln die Konkurrenzsituation noch mehr schüren. Aber die Spieler wollen ja auch immer Vertrauen spüren. Und bisher hat mich kein Spieler über mehrere Spiele hinweg enttäuscht, sodass es keinen Anlass gab, ihm aus Leistungsgründen mal eine Pause zu geben.“ Eine wesentliche Rolle, warum die Formation bis jetzt in Stein ge meißelt war, spielte auch das Verletzungspech. Im Mittelfeld sind mit Strobl und Benes zwei Spieler außer Gefecht, die Druck auf das Duo Kramer/Zakaria machen könnten. Der Zweikampf rechts in der Viererkette zwischen Elvedi und Jantschke fiel aus, weil sich Jantschke einen langwierigen Muskelfaserriss zuzog. Auf dem Flügel, der eigentlich umkämpftesten Position, fehlten mit Traoré, Grifo und Hofmann wochenlang drei wichtige Optionen. Ob einer aus dem Trio jetzt gegen Leverkusen anfängt? Unwahrscheinlich. Vieles spricht dafür, dass Hecking die Siegerelf von Bremen nicht sprengen wird.

Wie viel Roger Schmidt steckt noch in Bayer 04? Diese Frage stellt sich nach der Fehlersuche, die Heiko Herrlich und seine Profis nach dem 2:2 gegen Wolfsburg in einer 60-minütigen Videoanalyse betrieben. „Wir haben nach Lösungen gesucht, diese Diskrepanz abzuschaffen zwischen sehr gutem Spiel und kurzen Phasen, in denen wir Blackouts haben, dem Gegner durch einfache Dinge Chancen ermöglichen und wieder ins Spiel bringen“, so der aktuelle Trainer. Die Ursachen für diese Aussetzer? Herrlich sagt: „Wichtig ist, dass wir alle das Gleiche wollen. Da sind wir eigentlich d’accord. Und für die Situationen, in denen es strittig war, haben wir Lösungen gefunden, dass es in Zukunft nicht mehr passiert.“ Dafür nennt er ein Beispiel, das er in der Arbeit seines Vor-Vorgängers Schmidt begründet sieht, ohne diesen namentlich zu erwähnen. Schließlich liegt es Herrlich fern, die Verantwortung für die magere Ausbeute abzuwälzen. Herrlich erklärt: „Es ging hier früher extrem um Gegenpressing.

Aber es gibt Situationen, in denen die Möglichkeit dazu verpasst ist. Da nützt es nicht mehr, draufzugehen. Da musst du in die Ordnung kommen. Früher hat man hier extrem weiter versucht zu pressen, obwohl die Situation schon gegessen war – so wie beim 2:2.“ In der Tat stand Bayer beim zweiten Wolfsburger Ausgleich im Zentrum offen, weil Lars Bender Arnold attackierte, statt den Raum vor der Abwehr zu besetzen. Durchaus ein Rückfall in alte Fehler. Doch Schmidt ist dafür nicht mehr in die Verantwortung zu nehmen. Abwehrchef Sven Bender, der Letzte in der Fehlerkette („Da muss ich mich besser verhalten, keine Frage“), sieht den aktuellen Trainer nicht schuld daran. „Das sind wir auf dem Feld, die das einfach erkennen müssen. Wir verhalten uns in diesen Situationen einfach falsch.“ Es sind nicht viele, aber eklatante Fehler. Bender: „Wir stehen dann zu weit auseinander, die Abstände sind zu groß, sodass nichts mehr korrigiert werden kann.“ Dies muss in Gladbach klappen. Herrlich: „Das ist schon ein richtungsweisendes Spiel.“ In dem man punkten sollte. Mit gut dosiertem Gegenpressing und weniger Roger Schmidt im Spiel.

RB Leipzig gegen VfB Stuttgart im Livestream am 21.10.2017

Timo Werner wollte und sollte nicht reden nach seinem von den Leipziger Fans stürmisch bejubelten Comeback. Lediglich ein „Entschuldigung“ kam dem Nationalstürmer über die Lippen, als er sich von einer Mitarbeiterin der RBMedienabteilung aus der Kabine durch den Korridor der Medienvertreter leiten ließ. Der ansprechende 15-Minuten-Einsatz des Angreifers war für Trainer Ralph Hasenhüttl neben dem Resultat die zweite erfreuliche Erkenntnis nach dem Champions-League-Auftritt gegen Porto: „Timo ist wieder fit, er ist wieder da, er kann wieder voll sprinten.“ In der Tat hinterließ Werner nach dreiwöchiger Wettkampfpause den Eindruck, dass die Blockade der Halswirbelmuskulatur und des Kie fergelenks, an der er nach Vereinsangaben litt, vollständig auskuriert ist. Gleich nach der Einwechslung gelangen ihm zwei wichtige Balleroberungen. In der 83. Minute verhinderte Portos Keeper José Sa, dass sein Linksschuss aus spitzem Winkel den Weg ins Tor fand. Jetzt folgt für Werner das erstmalige Wiedersehen mit seinem Heimatklub, den er nach dem Abstieg im vergangenen Jahr für zehn Millionen Euro verlassen hatte. Und da wird er sich nicht mit einem Kurzeinsatz begnügen müssen, wie Hasenhüttl in bemerkenswerter Deutlichkeit durchblicken ließ: „Ich habe ihn für Samstag vorgesehen. Vieles spricht dafür, dass er da von Anfang an spielt.“ An wessen Seite Werner zum Einsatz kommen soll, ließ Hasenhüttl noch offen. Mit Blick auf die beachtliche Entwicklung von Jean-Kevin Augustin sagte der Coach: „Wir haben da vorn zum Glück die Qual der Wahl und viele Alternativen, die auf internationaler Ebene gezeigt haben, dass sie uns helfen können.“

Spät am Mittwochmittag hat er noch von seinen Glücksgefühlen erzählt. Wie „glücklich und zufrieden“ er sei, „beim VfB spielen zu können“, wo Klub und Mannschaft „wie eine große Familie“ sind. Er habe „absolut die richtige Wahl getroffen“. Nachmittags dann verlässt Anastasios Donis das Glück. Verletzungspech als Kontrastprogramm. Bei einem Luftkampf im Training landet der griechische Nationalspieler auf der Schulter. Eine eingehende Untersuchung stellt sich als Hiobsbotschaft heraus: Donis fällt mit einer Schultereckgelenksprengung rund sechs Wochen aus. Eine Operation bleibt ihm nach aktuellem Stand erspart. Was den Schock über den Ausfall des zuletzt immer stärker werdenden Angreifers bei Trainer Hannes Wolf und seinem Team nicht schmälert. Der vierfache griechische Nationalspieler war zuletzt nicht mehr aus der Stuttgarter Elf wegzudenken. Nach einem holprigen Start und einer Denkpause. Wegen kleinerer Undiszipliniertheiten in Sachen Pünktlichkeit und Professionalität setzte ihn der Trainer am zweiten Spieltag auf die Tribüne. „Ich hatte schon gehört, dass in Deutschland sehr auf Disziplin geachtet wird“, erzählt Donis, ohne das wohl richtig ernst genommen zu haben. „Ich bin jung, habe Fehler gemacht und war nicht fokussiert genug“, bekennt er. „Ich habe mir vorgenommen, das zu ändern.“

Das hat geklappt. Am Samstag in Leipzig wird Donis, dem Wolf eine „beeindruckende Dynamik und Durchschlagskraft im Zweikampf“ attestiert, der VfB-Offensive jedenfalls fehlen. Erster Kandidat für die vakante Rolle auf dem linken Flügel ist Josip Brekalo, der zuletzt auch von Fehl- zeiten von Chadrac Akolo (muskuläre Probleme, Infekt) profitieren und mit guten Leistungen ebenfalls für sich punkten konnte. Auch Michael Skibbe muss auf Donis verzichten. Ausgerechnet in den Play-offs zur WM 2018 gegen Kroatien im November. Die Verletzung sei „schlimm für ihn, schlimm für uns, schlimm für den VfB“, sagt der griechische Nationaltrainer. „Ich bin aber froh, dass es sich um keine noch gravierendere Verletzung handelt.“ Skibbe, der am Mittwoch noch mit Donis sprach, ist überzeugt von den Stärken seines Jungstars, dessen Vorbild Cristiano Ronaldo ist. Trotz der Verfehlungen. „Tassos ist noch jung, da macht man auch mal Fehler. Wichtig ist, dass er daraus lernt. Aber Tassos hat hohe Qualität, vor allem die richtige Mentalität.“ Den unbeugsamen Willen, alles zu tun, um zu gewinnen. Skibbe: „Er ist ein Vollblutfußballer.“

Holstein Kiel gegen Arminia Bielefeld im Livestream am 21.10.2017

Das 0:2 gegen Tabellenführer Düsseldorf hat die Arminen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dass der Höhenflug aber nicht beendet ist, wollen die Bielefelder am Samstag bei Holstein Kiel zeigen. Eine Reaktion soll her. „Wir werden unsere Lehren aus dem Spiel ziehen und wiederkommen“, sagt Tom Schütz. Auswärts tun sich die Arminen derzeit sowieso leichter: In der Fremde hat der DSC in dieser Saison im Schnitt bisher zweimal pro Partie getroffen. Manuel Prietl glaubt fest an sein Team: „Wenn jeder seine Wege macht und seine Aufgaben erfüllt, sind wir sehr stark“, erklärt das Laufwunder (mit 122 Kilometern Bestwert der Liga). „Wichtig ist aber, dass sich in unserem intensiven System keiner ausruhen darf, sonst wird es für die Mannschaft schwer.“ Auch gegen Düsseldorf liefen die Arminen viel, konnten dies aber nicht zu offensiver Durchschlagskraft nutzen. Das Ziel in Kiel ist klar: mit schnellem Umschaltspiel wieder zu Torchancen kommen – und diese nutzen.

Union Berlin gegen Greuther Fürth im Livestream am 21.10.2017

Drei Siege in Serie: Union Berlin punktete zuletzt wieder so, wie es von einem AufstiegsMitfavoriten zu erwarten ist. Der Aufschwung ist eng mit Sebastian Polter verbunden. Der Stoßstürmer netzte in den jüngsten drei Spielen immer ein, insgesamt fünfmal. In Regensburg (2:0) und Aue (2:1) schlug er jeweils einfach zu. Beim Schützenfest gegen Kaiserslautern (5:0) ließ er mit einem Dreierpack aufhor chen. „Ich bin froh, dass es läuft. Ich habe hart dafür gearbeitet. Die Mannschaft setzt mich immer gut in Szene“, so Polter, der nun schon bei sechs Saisontoren steht. „Ich habe schon viele Chancen liegen lassen. Aber daran denke ich nie.“

Den Aufschwung von Union und sich selbst nach zwischenzeitlich fünf sieglosen Spielen erklärt er so: „Manchmal sind solche Siege wie gegen Kaisers lautern Schlüsselerlebnisse. Dass der Konten damit geplatzt ist, ist vielleicht übertrieben. Das wäre zu einfach. Man schöpft aber viel Selbstvertrauen, dass man in die nächsten Spiele mit einer anderen Selbstverständlichkeit geht.“ Das lässt sich auch an Polter festmachen. Mitten in der Punkte- und der persönlichen Torflaute geriet er ins Grübeln. Er wurde gedanklich langsamer. Jetzt ist die Spontaneität zurück. Der Ehrgeiz war ohnehin stets vorhanden. „Ich wollte wieder mehr zeigen. Da gehören auch die Tor- abschlüsse dazu. Ich bin froh, auf einer Welle zu sein“, sagt Polter. Das soll sich auch gegen den Angstgegner Greuther Fürth fortsetzen. In bislang zehn Zweitligaheimspielen gegen die Franken gab es lediglich einen Sieg, drei Unentschieden und sechs Niederlagen.

Als einen Sieg für das „Gemüt, die Moral und die Tabelle“ wertete Sascha Burchert das 2:1 gegen Aue. Noch mehr überwog die Genugtuung, endlich als Nummer 1 in Fürth im Tor zu stehen, nachdem er zum Saisonstart wieder einmal das Nachsehen gehabt hatte. „Das ist einfach nur Freude. Wie jeder Spieler will ich jetzt auch nicht mehr vom Platz runter“, sagte Burchert, der Kapitän Balazs Megyeri abgelöst hat. Und das wird vorerst so bleiben. Megyeri verletzte sich am Dienstag an der Schulter, muss eventuell operiert werden. Apropos Kapitän: Gegen Aue lief statt Burchert Marco Caligiuri mit der Binde auf. Die alte Hackordnung, die Ex-Trainer Janos Radoki mit der Ernennung von Megyeri und Burchert als Spielführer aufgelöst hatte, ist wiederhergestellt. Nun geht’s nach Berlin. Union ist für Trainer Damir Buric ein anderes Kaliber und „brutal gut besetzt“. Die SpVgg muss sich steigern, will sie dort bestehen. Zum endgültigen Beweis, dass die Talsohle durchschritten ist, taugte das Spiel gegen Aue nicht.

Eintracht Braunschweig gegen VfL Bochum im Livestream am 21.10.2017

Es muss etwas passieren in der Offensive von Eintracht Braunschweig. Zwei Spiele in Folge haben die Blau-Gelben nicht getroffen – einer der Gründe, warum sie inzwischen auf den 12. Tabellenplatz abgerutscht sind. Die Chancen, dass die Torflaute im Heimspiel gegen den VfL Bochum ein Ende hat, sind aber gestiegen. Das liegt zum einen an der Rückkehr von Salim Khelifi, der seine Rotsperre aus dem Regensburg-Spiel abgesessen hat. Von ihm kann sich die Eintracht eine Belebung der Offensive versprechen. Vier Tore hat Khelifi in dieser Saison bereits aufgelegt, so viele wie kein anderer Braunschweiger. Und dann ist da noch Christoffer Nyman. Der Toptorjäger des BTSV wurde in Duisburg bereits eingewechselt, nach ein paar weiteren Tagen im Mannschaftstraining ist er nun reif für die Startelf. Ein Treffer von Nyman nach Vorlage Khelifi – das wäre die perfekte Rückkehr für die beiden Topscorer und Eintracht Braunschweig.

Mit Ruhe und Besonnenheit die Risse kitten, die sich in den vergangenen Wochen aufgetan haben – das ist der Plan des VfL Bochum, um in der nächsten Zeit auch auf der sportlichen Seite wieder vorzeigbare Resultate anbieten zu können. Während Sportvorstand Christian Hochstätter die lange Liste der zur Verfügung stehenden Trainer nach einem geeigneten Kandidaten absucht, wird die Mannschaft weiter von U-19-Trainer Jens Rasiejewski auf die kommenden Begegnungen vorbereitet. Das gilt auf jeden Fall noch für das Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Eintracht Braunschweig und vermutlich auch noch für die darauf folgende Pokalbegegnung mit dem Drittliga-Spitzenreiter SC Paderborn. Teil des Mannschaftstrainings ist Felix Bastians, dessen Suspendierung nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts reduziert und damit aufgehoben wurde. Der Innenvertei- diger und Abwehrchef dürfte auch direkt in die Startaufstellung zurückkehren. So unverzichtbar wie Bastians ist inzwischen für das VfL-Spiel auch Kevin Stöger.

Der Österreicher, der sich nach einem Kreuzbandriss bravourös zurückge kämpft hat, erhielt zuletzt durchweg Bestnoten. Und das auf einer Position, für die er ursprünglich gar nicht geholt worden war. Unter Gertjan Verbeek spielte Stöger auf der Außenbahn, Ismail Atalan stellte den 24-Jährigen dann ins zentrale Mittelfeld. „Ich bin froh, dass ich auf dieser Position spielen kann. Und ich bin Ismail Atalan dankbar dafür, dass er mich da hingestellt hat“, sagt Stöger. Es war vermutlich Atalans beste Idee, die der Trainer in seiner kurzen Amtszeit umsetzen konnte. Die Profiteure von Stögers gutem Auge und seinem ideenreichen Passspiel sind in erster Linie der wendige Robbie Kruse und Lukas Hinterseer. Wobei sich Hinterseer von seinem Landsmann noch ein wenig vernachlässigt fühlt. „Er könnte mich ruhig noch öfter mit Zuspielen bedienen, aber das kriegen wir schon noch hin.“ Was Trainer Rasiejewski in Braunschweig hinbekommen möchte, bleibt übrigens erneut im Verborgenen. Seit Mittwoch finden die Übungseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So war es auch schon vor dem Heimsieg gegen den SV Sandhausen – Bewährtes soll nicht verändert werden.

FC Schalke 04 gegen FSV Mainz im Livestream am 20.10.2017
Freitag, 20. Oktober 2017

Eindringlich hatte Schalke 04 den serbischen Verband darum gebeten, Matija Nastasic in der finalen Phase der WM-Qualfikation aufgrund eines Knochenödems nicht einzusetzen – der Verteidiger wurde dennoch aufgestellt. Die Gelsenkirchener äußerten bereits vor einer Woche ihren Unmut darüber, ihre Stimmung hat sich seither nicht aufgehellt. Nastasics internationaler Einsatz hat weitreichendere Folgen als zunächst befürchtet, er wird auch am Freitag gegen Mainz 05 fehlen. Seinen Platz auf der linken Abwehrseite wird Thilo Kehrer übernehmen, wie bereits beim 2:0-Sieg bei Hertha BSC. Die Lücke, die Kehrer somit rechts hinterlässt, kann Benjamin Stambouli füllen. Der Franzose hat sich inzwischen als gute Alternative für diese Po sition entpuppt, was umso bemerkenswerter ist, wenn man bedenkt, dass Schalke ihn im Vorjahr für stolze 8,5 Millionen Euro eigentlich als defensiven Mittelfeldspieler von Paris St. Germain in den Pott geholt hatte. Im Mittelfeldzentrum herrscht inzwischen auf Schalke aber ein Überangebot. Leon Goretzka ist hier gesetzt, die Rolle als dessen Partner beansprucht Nabil Bentaleb für sich.

Mit Weston McKennie hat sich in den vergangenen Wochen allerdings ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent nahezu aus dem Nichts in den Vordergrund gespielt, das Talent ist nach überstandendem Muskelfaserriss eine Option für Freitag. Mit seinem guten Auftritt als alleiniger Sechser gegen Hertha BSC ist plötzlich sogar Max Meyer eine Alternative für den Platz vor der Abwehr, speziell dann, wenn Schalke von der Spielanlage her auf viel Ballbesitz aus ist. Was gegen Mainz 05 erneut der Fall sein wird. Auch Kehrer verfügt über Qualitäten eines Sechsers. Stambouli profitiert inzwischen davon, dass er sich auf Anraten seines neuen Trainers Domenico Tedesco zum Abwehrspieler umschulen ließ. „Er hat mir gesagt, dass es gut wäre, wenn ich das gesamte Spiel vor mir hätte“, erklärt Stambouli, der als Rechtsverteidiger durchaus schon bewiesen hat, dass er etwas von Spielaufbau versteht. Die Weitsicht Tedescos, Stambouli ganz hinten zu installieren, macht sich inzwischen bezahlt. Unersetzlich ist der 27-Jährige gleichwohl noch lange nicht, bewusst betont Stambouli daher: „Bei uns gibt es aktuell keine Stammelf.“ Vor allem die überschaubare Kadergröße von nicht mehr als 20 Feldspielern erfordere, dass jeder Einzelne ständig für einen Einsatz gewappnet sein müsse, weiß Stambouli. Für ihn gilt dies in besonderem Maße.

Es wird gewiss ein besonderes Wiedersehen für Trainer Sandro Schwarz (Foto), das hat er am Mittwoch auf der Pressekonferenz deutlich betont. Schließlich hat ihn Schalke-Manager Christian Heidel zweimal beim 1. FSV Mainz 05 verpflichtet. „Christian war derjenige, der mich als Jugendspieler geholt und mir den ersten Profivertrag angeboten hat“, erzählt der seit Dienstag 39-Jährige, „und der mich nach meinen Stationen bei Eschborn und Wiesbaden als U-19-Coach wieder geholt hat.“ Mit viel Vertrauen in seine Qualität, galt Schwarz doch schon 2013 auf Sicht als potenzieller Trainer der Profis. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell am Freitag, obwohl „Schalke der haushohe Favorit ist“, wie Schwarz findet. Gerade in puncto Standards können die Königsblauen den Mainzern gefährlich werden. Kein Team erzielte in dieser Saison bislang mehr Tore nach ruhenden Bällen – sieben von insgesamt zehn. Und der FSV präsentierte sich bisher in der Verteidigung dieser eher schwach. Die letzten fünf Gegentreffer, insgesamt schon sieben, resultierten aus Standards. Nur der 1. FC Köln kassierte mehr. „Wir wissen, dass wir da Steigerungspotenzial haben“, sagt der Coach, der deshalb aber keine Wunderdinge im Training veranstalten wird. Vielmehr setzt Schwarz auf eine stetige Weiterentwicklung. Das Problem bei Standards besteht nämlich schon seit Längerem. Auch im Vorjahr gehörte Mainz zu den schwächeren Teams bei Standardsituationen. 18 Gegentore waren es in der Saison 2016/17. Ein Gegengift findet sich anscheinend schwieriger als gedacht. „Wir werden Schalkes Standards noch mal genau analysieren“, erklärt Schwarz in der Hoffnung, den ersten Schritt zu machen.

 
Bundesliga Live Stream © 2016 - Some rights reserved.